Von Bob Youngs

Mein Vater, Bob Youngs Sr., brachte mir bei, wie man zu einem Mann heranwächst. Ich habe versucht diese Lektionen an meinen Sohn, Christopher Thomas Youngs (CT), weiterzugeben. Mein Vater verbrachte seine jungen Jahre als Navy SEAL. Als er die US Navy verließ arbeiteten er und einige seiner Kameraden für ihren Führungsoffizier. Er arbeitete dort für einige Jahre, bis er dann die nächsten 30 Jahre als Feuerwehrmann (Hartford, CT) verbrachte. Schlussendlich ging er in den Ruhestand und zog nach Florida, um seinem Sohn und Enkel näher zu sein. Mein Vater verbrachte den Großteil seines Lebens damit, an Orte/Plätze zu gelangen, von denen die meisten vernünftigen Menschen nur wie verrückt weggerannt sind.
CT ist ein ganz normaler Siebenjähriger. Er ist manchmal furchtlos und manchmal fürchtet er sich zu Tode. Wenn er Dich kennt, dann kann er aus sich herauskommen, wenn er Dich hingegen nicht kennt, dann kann er Dich auch vollständig ignorieren. Im Großen und Ganzen ist er ein guter Junge mit Herz. Wie ich bereits sagte, er ist ein ganz normaler Siebenjähriger.
Dieser Artikel wurde für EFS geschrieben, eine Internetseite, die sich der Kraft und dem Training gewidmet hat. Der Schwerpunkt hier wird auf den Lektionen liegen, die ich von meinem Vater gelernt habe und versuchte an meinen eigenen Sohn weiterzugeben. Ich glaube, dass jede dieser Lektionen auf jede Person und auch auf dein Training zutrifft, wenn Du nur zwischen den Zeilen liest.
Du wirst aber die Möglichkeit bekommen, die Lektionen selbst zu lesen. Meine persönliche Top Ten. Ich bin mir sicher, dass ich viele Lektionen ausgelassen habe, aber es ist die Liste, die ich mir ausgedacht habe. Ich werde sie entweder so erzählen wie mein Vater sie mich gelehrt hat oder wie ich sie meinen Sohne lehre. Ich hoffe ihr habt Spaß und versteht den wirklichen Sinn dieser Lektionen. preview
10. Bringe Deinem Kind bei eine Landkarte zu lesen.
Diese Fähigkeit scheint bei der heutigen Jugend verloren gegangen zu sein. Die meisten Kinder können Dir noch nicht einmal die Himmelsrichtung zeigen, in der die Sonne aufgeht oder untergeht. Um mit der modernen Technik schrittzuhalten, verwenden wir Google Maps um den Weg zu finden. CT ist für die Karte zuständig. Natürlich müssen wir öfters umkehren, aber er lernt dahin zu kommen, wo er hin will. Wir verwenden auch die gute alte Karte aus Papier. Es bereitet uns Freunde und wir machen sogar, mittels einer von Hand gezeichneten Karte, Schnitzeljagd im Garten. CT lernt hierbei, dass er sich selbst zurechtfinden muss. Und ja, er kann auch einen Kompass lesen. Beim Wandern lasse ich ihn diesen benutzen.9. Erlaube deinem Sohn, auf sichere Weise seine Grenzen auszutesten.
CT hat jetzt einen neuen Weg gefunden ins Haus zu kommen. Er besteht darauf, über das Geländer der vorderen Terrasse ins Haus zu klettern. Als Elternteil fällt es mir schwer ihm dabei zuzusehen, da ich weiß, dass er mit einem falschen Schritt auf seinen Hintern fallen könnte. Ich weiß aber auch, dass er, wenn ich ihn nie seine Grenzen austesten lasse, niemals seine Grenzen kennen wird. Als Elternteil ist es sehr schwer sein Kind Dinge tun zu sehen, die ihm Schaden zufügen könnten. Ich weiß aber auch, dass ich nicht immer bei ihm sein werde und seine Hand nicht für ewig halten kann. Er muss wissen, dass ich ihn austesten lasse, solange er nicht zu weit geht. Neulich wollte er über einen 10 Fuß hohen Zaun klettern. Ich musste "nein" sagen, da es zu viel für ihn war und das Risiko überwog die Lektion, 10 Fuß tief zu fallen. Bald wird er alt genug sein um über diesen Zaun zu klettern. Ja, vielleicht fällt er dabei auf seinen Hintern. Wir lernen auf diese Art. Du fällst, stehst wieder auf und versuchst es nochmal. Diese Lektion wird er in seinem Leben brauchen, denn er wird viele Male in seinem Leben scheitern. Er muss lernen, wieder aufzustehen und es erneut zu versuchen, nachdem er vom Zaun gefallen ist.8. Sprich als letzter und handle als erster.
Dies lehrte mein Vater mich bereits vor Jahren und er lebt es noch heute. Meine Mutter und mein Vater wollten ein neues Auto kaufen. Mein Vater sagte meiner Mutter, ihm das Reden zu überlassen. Sie schauten sich also um und fanden das gewünschte Auto. Sie gingen ins Büro des Verkäufers, wo der Verkäufer ihnen ein Angebot machte. Mein Vater saß aber nur kopfschüttelnd da. Später, war der Verkäufer dann frustriert und minderte den Preis. Auch als der Verkäufer den Preis weiter senkte, redete mein Vater kein Wort. Schlussendlich sagte der Verkäufer, dass hier die Schmerzgrenze ist. Mein Vater bewegte seinen Kopf in Richtung Türe und meine Eltern gingen aus dem Autohaus. Der Verkäufer eilte ihnen nach und reduzierte den Preis erneut. Meine Eltern kauften das Auto daraufhin. Denk kurz darüber nach. Ohne auch nur ein Wort zu reden, und durch sein Handeln zum richtigen Zeitpunkt (durch hinausgehen), konnte mein Vater ein gutes Geschäft abwickeln.7. Respektiere die Älteren.
Dies wurde mir schon eingehämmert als ich jünger war als mein Sohn heute. Mein Vater brachte mir Worte wie Sir und Ma’am bei. Diese Begriffe findet man in der heutigen Gesellschaft nicht häufig. Es ist sehr einfach, zu vergessen, dass unser Älteren bereits die Lektionen des Lebens gelernt haben, die wir noch lernen müssen. Wenn wir ihnen gegenüber keinen Respekt haben, dann sind wir für sie nur ein weiterer rotznäsiger Punk. Es ist viel einfacher von jemandem zu lernen, der bereits dort ist wo Du hinwillst, anstatt diese Lektionen selbst auf die harte Tour zu lernen. Du kannst viel von Leuten lernen, die das, was Du machen willst, bereits gemacht haben. Wenn Du Dir ihren Respekt verdienst, dann teilen sie für gewöhnlich ihr Wissen mit Dir.6. Lass Dein Kind Verantwortung übernehmen.
Ich empfinde es als wichtig, seinem Kind Führungseigenschaften beizubringen. Was ist Führung? Mein Vater hat einen guten Spruch hierzu. Er sagt: "Führung kann mit zwei Wörtern definiert werden, 'folge mir'." Bei Entscheidungen die CT betreffen, lassen wir ihn mitbestimmen. Er hat zwar nicht das letzte Wort, aber er hat etwas zu sagen.Wie haben beispielsweise einige "Haus-Regeln" aufgehängt. Es sind nur grundlegende Dinge, wie "sein Zeug wegzuräumen, das Bett machen", etc. Nun, CT hat auch etwas zu diesen Regeln beigetragen. Er hat ein Mitbestimmungsrecht und er weiß, dass er die Regeln befolgen muss, da er geholfen hat sie aufzustellen. Er bekam dadurch das Gefühl, für die Art und Weise wie das Haus betrieben wird mitverantwortlich zu sein. Diese Kleinigkeit bewirkte einen großen Unterschied, wie er die Regeln befolgte. Er hat das Gefühl es seien "unsere" Regeln und nicht nur die Regeln der Eltern.

5. Es ist Ok zu verlieren, aber Gewinnen ist das eigentliche Ziel.
Wir leben in einer Gesellschaft in der jeder eine Trophäe bekomme. Nun, so läuft das Leben aber leider nicht ab. Ich versuche meinen Sohn auf ein Leben vorzubereiten, in welchem er aufgrund seiner Leistung beurteilt wird. Ich habe meinen Sohn bei allen Sportarten die er ausgeübt hat trainiert. Er weiß, dass ich nicht sauer werde, wenn wir verlieren. Es ist ihm aber auch bewusst, dass Gewinnen unser Ziel ist. Wenn die Kinder älter sind, dann wird ihnen auch niemand eine Trophäe dafür geben, der schlechteste Schüler oder die unproduktivste Person im Büro zu sein. CT weiß, dass von ihm erwartet wird, einer der fleißigsten im Team zu sein. Er war in keinem von mir trainierten Team einer der Talentiertesten. Ich kann aber ehrlich sagen, dass er einer der Fleißigsten in jedem Team ist. Er weiß, dass ich auf ihn stolz bin, wenn er 100% gibt, ganz egal ob er gewinnt oder verliert. Er weiß aber auch, dass ich nicht zufrieden mit ihm bin, wenn er gewinnt, obwohl er sich nicht ins Zeug gelegt hat. Bring Deinem Kind bei, sich stets zu bemühen und so gut wie möglich zu sein. Das ist alles, was ich ihm im Sport und im Leben abverlangen kann.4. Dein Sohn wird Fehler begehen und Du wirst gemeinsam mit ihm den Preis dafür zahlen.
Ich erzählte meinem Vater, wie CT während einer Wanderung eine falsche Abzweigung nahm und ich ihn letztendlich Huckepack tragen musste, weil wir so weit fernab unserer beabsichtigen Route waren. Mein Vater lachte, sagte aber, ich hätte dasselbe getan. Das einfachste für mich wäre gewesen, CT zu sagen, dass er den falschen Weg geht. Aber hätte er daraus wirklich etwas gelernt? Ich ließ ihn seinen Fehler machen, obwohl ich genau wusste, dass ich auch dafür bezahlen muss. Hat er dadurch etwas gelernt? Aber sicher! Er brachte mich dazu, ihm ein kleines Notizbuch zu kaufen, so dass er Notizen von der Strecke mach konnte, die er in seinen Rucksack steckte. Er stellt jetzt die richtigen Fragen, um sicherzustellen, dass wir nicht nochmal den falschen Weg gehen.Dasselbe mache ich bei mit CT auch bei seinen Hausaufgaben. Er macht seine zehn Matheaufgaben und dann sage ich ihm dass zwei davon falsch sind. Er fragt dann, welche beiden falsch sind, aber das sage ich ihm nicht. Ja, er regt sich auf, aber er muss dann seine ganzen Aufgaben erneut durchgehen. Hat er dadurch seine Lektion gelernt? Ja, sicherlich. Er hat gelernt seine Aufgaben zu überprüfen, bevor er sich dem nächsten Problem zuwendet. Jetzt muss ich seine Arbeit nur noch selten überprüfen, da er sie beim ersten Mal richtig löst. Mein Sohn ist ein Schüler mit ausgezeichneten Leistungen und das nicht weil er klüger als die anderen Kinder ist. Er ist es deshalb, weil er gelernt hat, sicherzustellen, die richtige Antwort zu haben, bevor er weitermacht.
3. Lerne aus Deinen Fehlern.
Dies geht mit Nummer vier einher. CT weiß dass es okay ist, wenn er Fehler macht. Selbst wir Erwachsenen machen Fehler. Er hat aber gelernt, denselben Fehler nicht zweimal zu machen. Fehler sind nur dann okay, wenn Du aus ihnen lernst. Lass dein Kind nicht denselben Fehler immer und immer wieder machen. Bringe ihnen bei, wie sie aus ihren Fehlern lernen können, sodass sie diese nicht mehr begehen. Ich sehe viele Erwachsene, die diese Lektion nicht verstehen. Wie ich bereits sagte, Fehler passieren eben und wir alle machen sie. Erfolgreiche Leute verbessern sich durch die Fehler, die sie begehen. Sie verstehen, wie man aus einem Fehler etwas Gutes zieht, indem sie herausfinden, wie man verhindert, den Fehler zu wiederholen.2. Behandle die Menschen so, wie Du selbst gerne behandelt werden willst.
Als ich ein Kind war, wurde mir das von meinem Vater und meiner Mutter eingebleut. Du solltest jeden Menschen respektvoll behandeln, so wie Du selbst von ihnen behandelt werden willst. Vereinfacht: Wenn du ein Idiot bist, werden die Leute Dir gegenüber auch als Idioten auftreten. Wenn Du Leute nett und respektvoll behandelst, so werden sie für gewöhnlich dasselbe mit Dir tun. Ich sehe das nur allzu oft in der Geschäftswelt. Einige "Chefs" fühlen sich den Leuten, die für sie arbeiten, überlegen. Nur weil man jemanden beaufsichtigt, ist man nicht besser als diese Person. Leute schlecht zu behandeln zerstört Loyalität schneller als alles andere. Wieso sollte jemand hart für jemanden arbeiten wollen, der ihn schlecht behandelt?1. Denke, bevor Du redest.
Das ist die goldene Lebensregel meines Vaters. Sobald die Worte Deinen Mund verlassen, kannst Du sie nicht zurückholen. Manchmal ist es besser überhaupt nichts zu sagen, anstatt nur zu reden um gehört zu werden. Wie das alte Sprichwort sagt: "Es ist besser nur als doof angesehen zu werden und nicht durch das Öffnen des Mundes noch alle restlichen Zweifel zu beseitigen." Wenn Du eine Frage beantwortest, dann stelle sicher, dass Du die Antwort durchdacht hast. Ich weiß genau wann mein Sohn verärgert ist und im Zorn sprechen will. Die ersten Worte aus meinem Mund sind stets: "Mein Sohn, denke nach bevor Du sprichst."Ich hoffe, die Eltern da draußen hatten Spaß an diesem Artikel. Ebenfalls hoffe ich, dass die Kinderlosen die von mir erlernten Lektionen verstehen, welche ich versuche an meinen Sohn weiterzugeben.
Wie bereits gesagt, denke ich, dass all dies auch auf Dein Training und Dein tägliches Leben angewendet werden kann.