Facts ...

HandelsnamenHemax®, Eprex®, Epoietin Alfa®, Epogen®
GattungGlycopeptidhormon
BezeichnungEpo, Erythropoetin
ÖstrogenbildungNein
AndrogenlevelNicht vorhanden
AnabollevelErythrozytbildend, ansonsten nein
Halbwertszeit16 Stunden
Nachweis/Test3 Tagen nach letzter Injektion


Chem. Kennzahlen

Molekulargewicht 30 kDa
Aminosäurenkomplex165
CAS-Nummer6 14-39-1


Epo

EPO im Überblick

ErythropoietinVom Blutdoping zu Epo...

Seit langem ist bekannt, dass Bluttransfusionen zu einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit beitragen können. Kombiniert man nun auch noch eine Eigenbluttransfusion mit dem Höhentraining (durch die vermehrte Anzahl an Erythrozyten gilt die Formel: Mehr Sauerstoff = mehr Ausdauer = bessere Leistung), welches zu einer verstärkten Produktion von Erythrozyten verbunden ist, so müsste zumindest theoretisch die Ausdauerleistungsfähigkeit steigen, da eine bessere Sauerstoffversorgung der Muskulatur gegeben ist.

Dieses Phänomen wird für Dopingzwecke genutzt. Einige Athleten lassen sich kurz vor dem Wettkampf Eigen- oder Fremdblut - etwa vier Wochen vorher entnommen - injizieren, um damit über die erhöhte Anzahl an roten Blutzellen ihre (Ausdauer-)Leistungsfähigkeit zu steigern. Die Infusion von Eigenblut ist (im Gegensatz zum Fremdblut) nicht nachweisbar.

Wirkungen des Blutdopings:
  • erhöhte maximale O2-Aufnahme
  • erhöhte Hämoglobinkonzentration
  • Erhöhung der "Wasserreserve" im Blut (verbesserte Thermoregulation)
  • Senkung des Hämatokrits und damit Verringerung der Blutviskosität
  • Steigerung der Pufferkapazität des Blutes (über erhöhte Blutmenge)

Was hat das nun zu tun mit Epo?

Erythropoetin (Epo) ist ein in der Niere produziertes körpereigenes Hormon, das die Bildung roter Blutzellen (Erythrozyten) in den Stammzellen des Knochenmarks anregt. Erythrozyten binden in der Lunge Sauerstoff und transportieren diesen zur Versorgung der Zellen in die verschiedenen Körperregionen wie die Muskulatur. Gemessen wird Epo in internationalen Einheiten, i.E..

Epo besitzt ein Gerüst von Aminosäuren, an denen an vier Stellen verschiedene glycosidische Reste gebunden sind. Aufgrund der Vielfältigkeit dieser Zuckerreste gibt es unterschiedliche Epo-Formen, die zwar alle eine physiologisch vergleichbare Wirkung zeigen (sprich ähnlich im Körper wirken), aber geringfügige Unterschiede im Hinblick auf ihre physikalischen und chemischen Eigenschaften aufweisen.

Das gentechnisch hergestellte, rekombinante Epo (in der Literatur variierend abgekürzt als:
rHuEpo, rhu-Epo, rhEpo oder rEpo) stimmt mit dem natürlichen Epo im Aminosäuregerüst überein. Es zeigen sich jedoch geringfügige Unterschiede in der Glycosidierung. Diese Unterschiede wirken sich auch auf das physikalische und chemische Verhalten des Moleküls aus. So bestehen Unterschiede in den elektrischen Ladungen der unterschiedlichen Epo-Formen. Diese Besonderheit erweckt auch die besondere Aufmerksamkeit von Forschern, die an Nachweismethoden zum Epo-Doping arbeiten. Schließlich könnten diese Unterschiede zum "natürlichen" Epo ein Indikator für externe Zufuhr sein.

Die Epo Wirkung bei der Erythrozytenbildung wird verstärkt durch verschiedene andere Hormone, wie zum Beispiel Androgene, Thyroxin und das Wachstumshormon HGH. Dies erklärt auch die guten Ergebnisse bei der gleichzeitigen Gabe von Epo und Testosteron, erwähnt in meinem Artikel zum Doping im Mannschaftssport. Seit 1983 ist es möglich Epo synthetisch herzustellen. Erstmals war es damals Wissenschaftlern gelungen, das menschliche Erythropoetin-Gen zu klonen. Eine durch Epo-Einnahme gesteigerte Anzahl an roten Blutzellen verbessert die Sauerstoffaufnahmekapazität des Bluts und bewirkt im Endeffekt eine Steigerung der Ausdauer.

Wie bereits erwähnt, ist Epo für die Bildung von Erythrozyten verantwortlich. Eine Erhöhung von Epo, sei es auf natürliche Art und Weise - z.B. durch Höhenaufenthalte, Höhentraining etc. - oder künstlich - z. B. durch die Applikation von Epo - führt zu einer Steigerung des Blutvolumens und damit auch der Erythrozytenmenge. Aufenthalte in der Höhe - dies entspricht einer Abnahme des Sauerstoffpartialdruckes in der Luft mit nachfolgender Hypoxämie (Sauerstoffmangel im Blut) - bzw. Höhentraining verursachen einen Anstieg von Epo und bedingen damit eine relative Zunahme der roten Blutkörperchen. Fasst man es vereinfacht zusammen, benötigt der Körper in großen Höhen mehr Erythrozyten und produziert diese deshalb nach. Verlässt man nun solche Höhen und kommt zurück in Gegenden, die tiefer gelegen sind, ist quasi ein Überschuss vorhanden, der sich jedoch nur langsam abbaut.

Dies ist der Grund, warum heute Epo bisweilen als Dopingmittel im Ausdauersport eingesetzt wird, nämlich um das Blutvolumen, die Erythrozyten- und damit die Hämoglobin-Konzentration zur Steigerung der Sauerstofftransportkapazität zu erhöhen und auf diesem Wege die Ausdauerleistungsfähigkeit zu steigern. Eine Zunahme des Blutvolumens oder eine höhere Hämoglobinkonzentration stehen in enger Beziehung mit der maximalen Sauerstoffaufnahme. So hat eine Erhöhung der Hämoglobinkonzentration um 0,3 g% nach wissenschaftlichen Studien eine ca. 1 % höhere Ausdauerleistungsfähigkeit zur Folge.

Allerdings lässt sich die Zahl der roten Blutkörperchen nicht unbegrenzt steigern, da es letztlich zu einer zu starken Bluteindickung käme, was die Transportkapazität des Herzens einschränken würde. (Weineck 2000, S.688 ff)

Geschichtliches zu Epo im Sport:
  • 1977 - Gereinigtes Epo wird zum ersten Mal aus menschlichem Urin isoliert.
  • 1985 - Das Epo-Gen wird geklont
  • 1987 - Rekombinantes Epo ist erstmalig in Europa erhältlich
  • 1987 bis 1990 - Eine Reihe von Todesfällen unter holländischen und belgischen Radrennfahrern wird mit Epo Einsatz in Verbindung gebracht
  • 1988 - Die Fédération Internationale de Ski (FIS) stuft Epo als Dopingsubstanz ein.
  • 1989 - Rekombinantes Epo wird zur industriellen Herstellung freigegeben.
  • 1990 - Epo wird vom Internationalen Olympischen Komitee verboten.
  • 1993 bis 1994 - Die International Amateur Athletic Federation (IAAF) führt bei acht Weltcup-Veranstaltungen Blutkontrollen durch
  • 1997 - Die Union Cycliste Internationale (UCI) und die Fédération Internationale de Ski (FIS) führen zufällige Blutkontrollen vor Wettkämpfen ein und legen Hämatokrit- bzw. Hämoglobingrenzwerte fest. Die Kontrollen dieser Blutwerte erfolgen jedoch nicht im Rahmen von Dopingkontrollen, sondern werden mit dem gesundheitlichen Schutz des Sportlers gegen eine Gefährdung durch erhöhte Hämatokrit- und Hämoglobinwerte begründet
  • 1998 - Die Entdeckung von Epo in einem Fahrzeug des Teams Festina bei der Tour de France führt zu einem in der Presse ausführlich diskutierten Dopingskandal
  • 1999 - Die Arbeiten zur Entwicklung eines zuverlässigen Epo-Tests für die Olympischen Spiele in Sydney werden intensiviert, dieser Test kommt jedoch nie zum Einsatz
  • 2005 - Lance Armstrong wird von der französischen Zeitung "L‘equipe" des Dopings mit Epo bezichtigt. Als Beweis werden eingefrorene Proben vergangener Tour de France Durchläufe angeführt

Epo - Anwendung, Risiken und Nachweis

Dosierung und Art der Anwendung

Man kann bei Epo nicht - wie sonst im Bodybuilding üblich - von klassischen Kuren sprechen. Epo wird hingegen eingesetzt, wenn der Hämatokritwert bestimmte Grenzwerte unterschreitet bzw. die Grundausdauer im aeroben Bereich (z.B. Laufstrecken > 800m) schlichtweg zu miserabel ist.

Da jeder Mensch einen individuell unterschiedlichen Hämatokritwert von Hause aus mitbringt, kann eine pauschale Dosierungsanleitung nicht gegeben werden. Auch sei an dieser Stelle ganz klar der Hinweis auf die Gefahren durch Epo gegeben, denn Epo-Nutzung ohne Kontrolluntersuchungen ist in etwa so gefährlich wie Stagediving auf einem Rolf Zuchowski Konzert - sprich unter ungünstigen Umständen definitiv tödlich. Dies dokumentieren nicht zuletzt die Todesfälle niederländischer Radfahrer aus den Jahren 1987 - 1990 (siehe Historie oben).

EPO kann intravenös oder subkutan angewendet werden. Aus der Praxis muss ich sagen, dass ohne Dopingtests die subkutane Variante vorzuziehen ist, mit Dopingtest die intravenöse. Hintergrund ist die Speicherzeit im Fettgewebe bis zur vollständigen Abgabe in den Blutkreislauf. Man bekommt subkutan schlichtweg nicht sofort die "volle Dröhnung", sondern einen langsameren Übergang von Epo in den Blutkreislauf. Allerdings steigt damit auch die Dauer der Nachweisbarkeit. In vielen Fällen tritt acht bis 24 Stunden nach der ersten Gabe ein leichter Kopfschmerz ein, der jedoch mit klassischen Medikamenten wie Ibuprofen oder Paracetamol bekämpft werden kann. Hier gilt natürlich, es nicht zu übertreiben.

Epo ist in Dosierungen von 500 bis 10.000 i.E. erhältlich. In der Regel handelt es sich um Durchstechampullen oder Patronen für Insulin-Pens. Letztere Form macht die Anwendung entsprechend einfach und unabhängiger.


Wie nutze ich Epo richtig?

BlutkörperchenDen Beginn eines jeden Epo-Programms sollte die Initialmessung des Hämatokrits sein. Ist dieser noch unter 50 angesiedelt, z.B. bei 45, so empfiehlt sich eine Initialdosis von 2 x 500 i.E. jeweils am Morgen zweier aufeinanderfolgender Tage. Nach diesen beiden Tagen sollte der Wert erneut überprüft werden um eine Änderung feststellen zu können. Man nutzt es nun zunächst nach einem 2-on, 2-off Schema weiter, soll heißen, 2 Tage 500 i.E., 2 Tage nichts. Jeweils alle 4 Tage Hämatokrit messen und Fortschritte dokumentieren. Vorsicht: Man kann nicht auf lineare Verläufe schließen. Es kann sein, dass Euer Hämatokrit in den ersten 4 Tagen um 2 % steigt, danach jedoch nur um 0,5 % in den nächsten 4.

Stellt sich bei diesen Gaben kein Erfolg ein, kann man langsam beginnen die Dosis zu steigern, ständige Messungen vorausgesetzt. In allen mir bekannten Fällen konnten mit dieser Methode jedoch innerhalb von maximal 6 Wochen sehr gute Hämatokritwerte erreicht werden.

Ist nun der von Euch gewünschte Wert erreicht (ich wiederhole, nicht über 50 - 55, wenn man nicht eine verdammt hohe Lebensversicherung hat), benötigt man in der Regel eine gute Erhaltungsdosis.

Hier empfiehlt es sich, jeden dritten Tag 250 i.E. zu verwenden. Eventuell muss diese Dosis aufgrund eines (mir unerklärlichen) Gewöhnungseffektes im Laufe der Zeit auf bis zu 500 i.E. gesteigert werden. Zumeist reichen die 250 i.E. jedoch für eine ganze Weile (12 - 16 Wochen).

Hinweis: Epo ist zwar in Dosierungen zu 10.000 i.E. erhältlich, diese Dosierungen beziehen sich jedoch auf Menschen mit realen Krankheitsbildern bezüglich des Blutbildes, sind also NICHT vergleichbar mit einer Dopinganwendung. Kommt deshalb bitte NIE auf den Gedanken, euch so eine 10.000er Ladung zu verpassen ...


Epo-Nebenwirkungen

Bei übermäßiger EPO-Einnahme kann es aufgrund der starken Mehrbildung von Erythrozyten zur Gefahr einer Thrombose (Verklumpung des Blutes) bzw. zum Kreislaufversagen kommen. Bislang ist jedoch unbekannt, ab welchem Hämatokritwert - er gibt den prozentualen Anteil fester Blutbestandteile, also vor allem des Anteils an roten Blutkörperchen, an - eine Leistungsminderung eintritt. Aus der Praxis sei erwähnt, dass schon Werte von 62 in meiner Gegenwart gemessen wurden, und diese Personen außer den typischen Nebenwirkungen wie leichtem Kopfschmerz und erhöhtem Blutdruck keine Probleme hatten.


Prinzipieller Nachweis

BlutdopingDer Nachweis von Epo-Doping ist schwierig, da sich körpereigenes und synthetisches Erythropoetin kaum unterscheiden. Doch die Dopingfahnder suchen emsig nach einem geeigneten Verfahren, gilt doch Epo-Doping als überaus verbreitet. Es gibt derzeit noch keine Methode, mit der eindeutig nachgewiesen werden kann, dass ein Sportler Epo von außen zugeführt hat. Aufgrund des identischen Aminosäuregerüstes des natürlichen und des rekombinanten Epo´s ist nicht zu unterscheiden, ob es sich bei dem nachgewiesenen Epo um das körpereigene Hormon oder ein von außen zugeführtes Hormon
handelt.

Die zur Zeit vorgenommenen Untersuchungen können in direkte und indirekte Methoden unterteilt werden. Direkte Bestimmungsmethoden zielen darauf ab, geringfügige Unterschiede zwischen dem gentechnisch hergestellten und dem natürlichen Epo zu bestimmen. So hat man beispielsweise versucht, die Ladungsdifferenzen zwischen dem humanen und dem rekombinanten Epo mit geeigneten Trennverfahren (z.B. Kapillarelektrophorese) auszunutzen, um eine Trennung zwischen diesen beiden Epo-Formen zu erreichen. Diese Trennung ist zwar prinzipiell möglich, es werden allerdings noch zu große Urinmengen (bis zu einem Liter) benötigt. Zur Zeit werden daher indirekte Nachweisverfahren favorisiert, die mit wenig Urin bzw. Blut auskommen. Indirekte Methoden zum Epo-Nachweis sind z.B.:
  • Die Festlegung von Referenzbereichen, wobei ein erhöhter Epo-Wert im Blut bzw. Urin von einer physiologischen bzw. pathologischen Erhöhung abgegrenzt wird. Um mit derartigen Referenzwerten arbeiten zu können, dürfen die Epo-Normalwerte nur in einem engen Bereich schwanken, so dass sich die Epo-Konzentrationen nach Epo Zufuhr statistisch von den Referenzwerten unterscheiden lassen. Diese Voraussetzungen
    sind im Blut gegeben.
  • Die Messung von biochemischen Faktoren, deren Konzentration im Blut von der Epo-Konzentration abhängig ist. Dies betrifft z.B. die Serumkonzentration des löslichen Transferrinrezeptors (soluble transferrin receptor - sTfR), die nach Verabreichung von rhEpo erhöht ist. Allerdings ist die sTfR-Konzentration auch nach Höhentraining erhöht.
  • Die Bestimmung der Fibrin- und Fibrinogen-Abbauprodukte im Urin nach Zufuhr von Epo.


Viele Wissenschaftler gehen beispielsweise im Radsport davon aus, dass mindestens 50 Prozent aller Fahrer zu Epo greifen, andere sprechen sogar von 90 Prozent. In einigen Sportarten misst man deshalb im Rahmen der Dopingkontrollen seit einigen Jahren den Hämatokrit-Wert der Sportler, das heißt den Anteil der roten Blutkörperchen (Hämoglobin) am Gesamtblut.


Wie versucht man derzeit, den Epo-Missbrauch zu kontrollieren?

Da ein eindeutiger Nachweis von exogen zugeführtem Epo bisher kaum möglich ist, werden zur Zeit physiologische Blutparameter kontrolliert, die sich nach der Epo-Applikation verändern. Hierbei werden vom Internationalen Radsportverband (UCI) Grenzwerte für Hämatokrit (50,0 Vol% für Männer) und vom Internationalen Skiverband (FIS) Grenzwerte für Hämoglobin (16,5 g% für Frauen und 18,5 g% für Männer) als Kriterien verwendet, die vor dem Wettkampf bestimmt werden und beim Überschreiten zum Schutz der Gesundheit des Sportlers zu einem Ausschluss vom Wettkampf führen. Der Hämatokritwert und die Hämoglobinkonzentration hängen jedoch von sehr vielen Faktoren ab, können z.B. bereits durch eine moderate (Ausdauer-)Belastung erheblich beeinflusst werden und variieren von Sportler zu Sportler. Ein Hämatokritwert von über 50 kann daher grundsätzlich nicht als Nachweis des Dopings mit rhEpo angesehen werden, denn schon bei Nichtsportlern schwankt der Hämatokritwert unter Umständen stark. Und es gibt Menschen, deren natürlicher Hämatokritwert bereits über 50 liegt. Diesen würde also durch ein Verfahren, wie es der Internationale Radsport Verband anwendet (50 gilt hier als Grenzwert), ungerechtfertigt benachteiligt. Wegen dieser Problematik wurden mittlerweile sogenannte "Sportlerpässe" eingeführt, in denen sich Sportler durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen einen über der Norm liegenden Wert attestieren lassen können.

In welchen Fällen wird rhEpo normalerweise in der Medizin eingesetzt?
Da der Bildungsort von Epo in der Niere liegt, sind Menschen mit Nierenversagen anämisch. Während Patienten mit totalem Nierenversagen bis Ende der achtziger Jahre mit Bluttransfusionen und Erythrozytenkonzentraten behandelt wurden, erhalten sie seit der Marktfreigabe von rhEpo Ende der achtziger Jahre dieses Arzneimittel. Auch Anämien aus anderer Genese können in vielen Fällen mit rhEpo verbessert werden. Dass selbst bei völlig intakter endogener Epo-Produktion durch Epo-Therapie eine zusätzliche Stimulation der Erythropoese induziert werden kann, wird bei Eigenblutspendern ausgenutzt. Alternativ zur Erythrozytentransfusion ist rhEpo außerdem hochdosiert als Antianämikum bei chronischer Polyarthritis, AIDS, Tumoren und operativen Eingriffen wirksam. Eine bisher nicht aufgeklärte Nebenwirkung der therapeutischen rhEpo-Verabreichung ist eine Blutdruckerhöhung. Diese Beobachtung deckt sich auch wie oben bereits erwähnt mit Beobachtungen aus der Praxis.


Fazit

Epo ist sicherlich kein Stoff für Anfänger, jedoch bringt er dem fortgeschrittenen Ausdauersportler ein solides Plus an Leistung. Wer häufiger Probleme mit "Konditionshängern" vor Wettkämpfen hat oder allgemein unter mieser Fitness leidet, dem kann eine Epo-Anwendung sicherlich einen ordentlichen Schub nach vorne bescheren.

Bewertung: -> gut - sehr gut



FAQ zu Epo:

Warum dieses On/Off-Schema?

Man nutzt dieses Schema um dem Körper Zeit zu geben das Epo zu verwerten, sprich rote Blutkörperchen zu produzieren. Man darf bei Epo nie vergessen, dass zu der Halbwertszeit von Epo noch die der roten Blutkörperchen kommt, bis eine Senkung des Hämatokritwertes stattfindet.

Was muss ich noch beachten?

Man sollte während einer Epo-Anwendung pro Tag MINDESTENS 5 - 6 Liter trinken. Mehr schadet auf keinen Fall. Zusätzlich empfehle ich ein Eisenpräparat um dem Körper genug "Baustoff" zur Bildung von Hämoglobin zur Verfügung zu stellen. Auch Folsäure ist sicherlich zu empfehlen.

Was kostet mich der Spaß?

Epo liegt momentan bei Apothekenpreisen um ca. 50 EUR pro 1000 i.E.. Es ist also alles andere als günstig, zumal das ständige Testen des Hämatokritwertes auch einiges kostet. Hinzu kommen noch Kosten für Spritzen etc.

Wie setze ich richtig ab?

In der Praxis gibt es zwei Varianten. Die einen setzen ab, indem sie es schlichtweg nicht mehr nehmen und auf oben beschriebenen Effekt des langsamen Abbaus der roten Blutkörperchen setzen, die anderen schleichen sich unter Beibehaltung des Schemas durch Dosissenkung bis auf 50 i.E. heraus. Ich bevorzuge letztere Variante um den Körper nicht so sehr zu "schocken".

Wie sieht es aus mit der Blutverdickung. Aspirin dagegen?

Klare Antwort - nein. Aspirin wird, wenn überhaupt, nur marginal helfen den Effekt von Epo auszugleichen. Dafür sind die Potenzverhältnisse hier einfach zu unterschiedlich. Epo ist Goliath, Aspirin David.

Gibt es Wechselwirkungen mit anabolen Steroiden?

Ja, gibt es. AAS in hohen Dosierungen erhöhen merklich den Blutdruck. Epo erhöht ebenfalls den Blutdruck. Es ist also Vorsicht gebeten, insbesondere bei "Wasserziehern" wie Dbols, Anapolon und hochdosiertem Testo.

Bringt Epo etwas in Schnellkraftdisziplinen?

Im Sprint oder bei Schnellkraftdisziplinen ist Epo nicht zu empfehlen. Es hilft nur bei aeroben Sportarten, die mit hoher Kraftausdauer betrieben werden müssen, da es ja dafür sorgt, dass die Muskulatur besser mit Sauerstoff versorgt wird und nicht direkt mehr ATP (Adenosintriphosphat) zur Verfügung stellt.

Wie fühlt man sich unter Einnahme von Epo?

Das Körpergefühl ist an sich ganz normal. Häufig tritt leichter Kopfschmerz auf, der jedoch durch hohe Flüssigkeitsaufnahme oder gängige Kopfschmerzmittel reduziert werden kann. Beim Training im Ausdauerbereich macht sich natürlich schon ein gewisses Hochgefühl breit, wenn die Leistung plötzlich sprunghaft ansteigt. Dies ist jedoch ganz klar psychologischer Natur.

Wirkt Epo auf die Regenerationszeiten?

Eine klare Antwort an dieser Stelle zu geben ist schwierig. Epo erhöht nicht direkt die Regenerationszeiten. Allerdings steigert es natürlich die Trainingsleistung, was bei längerer Anwendung bewirkt, dass man die Trainingsintensität steigern kann. Auf jeden Fall fördert es die "Sofortregeneration" nach dem Training, da direkt und zügig neuer Sauerstoff in die Muskulatur gelangt.