Die Herrschaft der Maschinen hält an. Vor nunmehr 31 Jahren gelang Arnold Schwarzenegger mit dem ersten Teil der TERMINATOR-Reihe der weltweite Durchbruch als Schauspieler. Bis heute gilt vor allem der zweite Teil als einer der bedeutendsten Actionfilme der Geschichte. Die späteren Teile hingegen enttäuschten viele Fans der Reihe. In Zeiten von unzähligen Remakes und Fortsetzungen stellt sich die Frage, ob es wirklich einen fünften Teil der Science-Fiction-Saga braucht. Die Antwort auf diese Frage ist ein klares „Ja“.


TERMINATOR: GENISYS heißt der fünfte Teil der Geschichte rund um Sarah Connor, ihren Sohn John und den legendären T 800, der am 9. Juli in die heimischen Kinos kommt. Nach zähem Ringen sicherte sich Skydance Productions die Rechte am TERMINATOR-Franchise und begann gleich mit der Suche nach Autoren, die nicht davor zurückschrecken, sich der von James Cameron geschaffenen Filmwelt auf ihre eigene Weise zu nähern, ohne dabei die Wurzeln derselben zu vergessen. Fündig wurde man bei dem Duo Laeta Kalogridis und Patrick Lussier, die nach anfänglichem Zögern schließlich zusagen. Die beiden nahmen Kontakt zu Cameron auf und holten sich nicht nur seinen Segen, sondern wurden auch von seinem Ideenreichtum inspiriert. Eine Forderung hatte Cameron jedoch: „Stellt sicher, dass ihr euch einen tollen Part für Arnold einfallen lasst.“ Das ist den beiden Autoren vortrefflich gelungen.

Aus alt mach neu
„Als wir anfingen, mit möglichen Ideen für eine Geschichte zu spielen, und nachdem wir uns die ersten beiden TERMINATOR-Filme noch einmal ganz intensiv angesehen hatten, konnten wir uns mehr und mehr vorstellen, wie man diese Welt und ihre Figuren noch einmal ganz neu betrachten konnte, im Hier und Jetzt – und wiederum nicht im Hier und Jetzt ...“, so Lussier. Kalogridis ergänzt: „Die Zeitreise ist tief verwurzelt in der DNS des Materials. Das öffnet der Möglichkeit alternativer Universen und unterschiedlicher Zeitlinien Tür und Tor, ohne dass das originale Material davon überhaupt berührt werden würde. Diese Geschichten existieren und werden weiter existieren, sie haben immer noch stattgefunden. Aber gleichzeitig kann man auch eine neue Geschichte mit all den Figuren, die uns so sehr begeistern, erzählen, die vom ursprünglichen Erzählstrang abzweigt.“
Eine eben solche Geschichte erzählen die beiden im TERMINATOR: GENISYS. Die entscheidende Schlacht der Menschen gegen die Maschinen im Jahre 2029 scheint gewonnen, doch haben die Maschinen noch ein letztes Ass im Ärmel: Ein Terminator wird ins Jahr 1984 geschickt um Sarah Connor zu töten, bevor sie schwanger wird und dem Führer des Aufstandes John das Leben schenken kann. Um dies zu verhindern schickt John seinen engen Vertrauten Kyle Reese, den er als Kind vor einem Cyborg gerettet hatte, hinterher, um seine Mutter und damit sein eigenes Leben zu schützen. Als Kyle jedoch im Los Angeles der 80er Jahre ankommt, ist nichts so, wie John es ihm prophezeit hat…

Die Geschichte, die das Autorenduo spinnt, ist an vielen Stellen überraschend, und dennoch kommt einem alles irgendwie bekannt vor. Sehr geschickt beleuchten sie bekannte Charaktere und Handlungsstränge aus den ersten beiden Teilen der Reihe aus einem anderen Blickwinkel und sorgen damit für einige Aha-Momente. Und dennoch erzählt TERMINATOR: GENISYS eine eigene Geschichte, die Geschichte einer anderen Vergangenheit, einer anderen Gegenwart und einer anderen Zukunft.

Actionfeuerwerk und Storytelling
TERMINATOR ist und bleibt Science Fiction. Entsprechend erwarten die Fans auch Explosionen und spannende Action und, soviel sei verraten, sie werden nicht enttäuscht: Kein Stein bleibt auf dem anderen, doch verliert sich Regisseur Alan Taylor nicht in einem geschichtslosen Actionspektakel. Im Zentrum des Films stehen die Charaktere und deren Entwicklung. Das war Produzentin Dana Goldberg sehr wichtig: „Bei großer Science-Fiction geht es immer um mehr, als irgendwelche Dinge auf beeindruckende Weise in die Luft zu jagen. Ich kann mich noch erinnern, wie ich mir den ersten TERMINATOR angesehen habe und dachte: ,Ist ja irre, der erzählt ja eine Liebesgeschichte!‘ Natürlich ist es zunächst einmal ein atemberaubender Science-Fiction-Film mit Arnold Schwarzenegger als Killerroboter, den man einmal sieht und nie wieder vergisst. Eine durch und durch coole Angelegenheit. Aber am Ende, wenn sich der Rauch gelegt hat, geht es doch um diese eine Zeile: ,Ich bin Ihretwegen durch die Zeit gegangen, Sarah.‘ Und irgendwie war es Cameron gelungen, einen Weg zu finden, einem großen Mainstreampublikum diese Liebesgeschichte als absolut unglaubliches Science-Fiction-Meisterwerk zu verkaufen.“
Taylor, der vor allem durch TV-Produktionen wie Sporanos und Game of Thrones bekannt wurde, orientiert sich in vielen Punkten an Cameron und es gelingt ihm meisterlich. Wann immer etwas in die Luft fliegt, trägt es zur Story bei und ist nicht reiner Selbstzweck. Und diese Story ist, so oft sie auch an die alten Teile erinnert, keine einfache Neuauflage. David Ellison, zusammen mit Goldberg ausführender Produzent, beschreibt den fünften Teil wie folgt: „TERMINATOR: GENISYS ist kein Remake, es ist kein Reboot, es ist keine Fortsetzung. Man kann es eigentlich nur als Neuerfindung basierend auf dem Quellenmaterial von James Cameron bezeichnen. Die Zuschauer müssen im Grunde keinen der vorangegangenen Filme kennen, unser Film kann komplett auf eigenen Beinen stehen. Aber natürlich ist es so, dass wir für die Fans, die die ersten TERMINATOR-Filme lieben, ein paar großartige ‚Easter-eggs‘ versteckt haben. Wir machen uns das ureigene Wesen der Zeitreise zu eigen und folgen einer anderen Zeitlinie, um die Figuren, mit denen das Publikum und wir groß geworden sind, in eine völlig neue Richtung mitzunehmen.“

Kein TERMINATOR ohne Arnold!
Camerons Aufforderung, Arnold Schwarzenegger eine gebührende Rolle zu geben, kamen die Filmemacher nach. Und der TERMINATOR in persona zögerte keine Sekunde: „Ich habe mit großem Vergnügen mitgemacht“, gesteht Arnold Schwarzenegger. „Ich erhielt einen Telefonanruf, bei dem man mir sagte, dass David und Megan Ellison sich die Rechte gesichert hatten. Mein erster Gedanke war: Endlich! Endlich machen sie noch einen und ich werde wieder mit dabei sein. Außerdem war ich sehr zufrieden, als ich hörte, wer das Drehbuch schreiben würde. Von Anfang an gefiel mir die Richtung, in die sich das Projekt entwickelte.“„Wenn man Arnold mit an Bord hat, dann sollte man ihn auch auf eine völlig neue Weise einsetzen“, betont Alan Taylor. „Man kann ihn nicht einfach das machen lassen, was man ohnehin schon kennt. Bei unserem Ansatz war es entscheidend, ihn Dinge erleben zu lassen, die man vorher noch nicht gesehen hat. Er entwickelt sich weiter, er wächst, er wird erwachsener. Und das lässt uns die Figur auf eine ganz neue Weise erleben.“ Auf eine Weise, die eine gelungene Symbiose aus Ernsthaftigkeit und Humor darstellt. Arnold spielt die Rolle, als wäre es gestern gewesen, dass er zum letzten Mal „I’ll be back“ in die Kamera sprach. Doch auch wenn er mit Sicherheit der große Star in der Besetzung ist, ist der Film nicht um seine Figur herum aufgebaut. Der alternde Cyborg spielte eine tragende Rolle, im Kern geht es aber um die komplexe Familienbeziehung der Connors.
Sarah Connor wird vom Game of Thrones-Star Emilia Clarke verkörpert. Ihr gelingt der Spagat zwischen der selbstbewussten, starken Frau, die sich mit Waffengewalt gegen die drohende Herrschaft der Maschinen zur Wehr setzt und einer doch an manchen Stellen verletzbar wirkenden jungen Frau, die mit ihren Gefühlen kämpfen muss. Gerade auch das Zusammenspiel mit Kyle Reese-Darsteller Jai Courtney und Jason Clarke, der die Rolle des charismatisch bis manischen John Connor perfekt verkörpert, erscheint sehr harmonisch. Dem Schauspiel der Darsteller ist anzumerken, dass am Set zwar hart gearbeitet wurde, sodass die beiden Australier im Cast nicht einmal die Chance hatten, gemeinsam ein Bier zu trinken, wie Courtney betont, aber das Verhältnis untereinander sehr familiär war. TERMINATOR: GENISYS lebt von diesen Beziehungen der Protagonisten untereinander, ist Liebesgeschichte, Familienportrait und Science Fiction in einem. Vor allem aber ein gelungener Actionfilm sowohl für Fans der Reihe als auch für Neulinge.
Ab 9. Juli läuft TERMINATOR: GENISYS in den deutschen Kinos, in 2D, 3D und 3D IMAX.




