Was ist Folsäure?
Folsäure gehört zu der Familie der Vitamine und wurde um 1930 entdeckt, jedoch konnte erst 1941 aus mehreren Tonnen Spinat Folsäure isoliert werden. Folsäure ist in der Chemie auch unter dem Namen Pteroylmonoglutamat bekannt und besitzt eine heterozyklische Struktur.
Verfügbarkeit und Vorkommen
Eine gemischte Kost weist 50-70% Folsäure-Bioverfügbarkeit auf. Folsäure aus pflanzlichem Ursprung besitzt eine schlechtere Verfügbarkeit als Lebensmittel tierischen Ursprungs, dabei ist das Vorkommen von Folsäure im pflanzlichen Bereich wesentlich höher.Folsäure kann vom Körper nicht selbst synthetisiert werden, weshalb wir auf die Einnahme durch Lebensmittel angewiesen sind. Folate kommen, wie schon erwähnt, in pflanzlichen und auch in tierischen Lebensmitteln vor, sind jedoch in sehr unterschiedlichen Mengen in den jeweiligen Lebensmitteln enthalten.
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Besonders gute Folsäurequellen sind Salat, Broccoli, Spargel, Spinat, Getreide oder Leber. Hingegen sind Rindfleisch, Fisch, aber auch Obst eher folsäurearm.
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Folsäure ist außerdem sehr oxidations- und lichtempfindlich. Diverse Stoffe können die Bioverfügbarkeit von Folsäure im Lebensmittel absenken. Das Nahrungsfolat ist somit keine konstante Größe in den Lebensmitteln und oft nicht leicht zu beurteilen.
Bedarf und Funktion
Die (DGE) Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat eine Empfehlung von 400µg täglich angesetzt. Diese Menge sollten Erwachsene und Jugendliche zu sich nehmen, um nicht mit Folsäure unterversorgt zu sein. Andere Untersuchungen haben gezeigt, dass mit 50-100µg Folsäure Mangelsymptome verschwinden, jedoch ist der Indikator Homocystein bei dieser Menge noch zu einer hohen Konzentration im Serum vertreten, so dass Tests ergeben haben, dass ab einer täglichen Aufnahme von den genannten 400µg die Homocysteinkonzentration wieder sinkt.Der Folatbedarf von Schwangeren und Kindern ist vor allem wegen der vermehrten Zellbildung und -regeneration erhöht.
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Folsäure spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechselprozess. Die Hauptfunktion ist die Zellerneuerung sowie Zellregeneration und Zellwachstum.
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Beim Konsum von Brot, Obst und Gemüse sollten eigentlich genügend Quellen vorhanden sein, um seinen täglichen Bedarf zu decken. Da diese Nahrungsmittel jedoch leider nicht genügend verzehrt werden, ist ein Mangelzustand an Folsäure eine Folgeerscheinung. Vor allem schwangere Frauen sollten in diesem Zusammenhang darauf achten, genügend Folsäure zu konsumieren, oft werden deshalb Folsäurepräparate verschrieben.
Der Stoffwechsel von Folsäure
Die Folatresorption ist stark pH-abhängig und wird bei einem pH-Wert von ca. 6,3 optimal genutzt. Die meist in Lebensmitteln vorkommenden Polyglutamatverbindungen werden in dem Bürstensaum des Dünndarms durch Konjugasen gespalten und als Monoglutamatverbindungen resorbiert. Anders wie bei vielen anderen Stoffklassen, werden synthetisch hergestellte Folate, durch ihre Stabilität sehr gut aufgenommen, dabei kann die Bioverfügbarkeit bei 90% liegen.Nachdem ein Teil des Folates in die Mukosazellen aufgenommen wurde, ist der größte Teil später in der Leber wieder zu finden. In der Leber werden die Folate oxidiert und zu verwertbaren Stoffen umgebaut. Umstrukturiert gelangen diese Stoffe in die Galle und werden dort von Galle und Darm als Austauschprodukt benutzt und nehmen an einem Kreislauf teil. Die Ausscheidung von Folsäure über den Urin ist sehr gering, da ein Großteil wieder resorbiert wird.

Folsäure kommt im Gewebe in seiner verzweigten Polyglutamatform vor, jedoch im Blut als Monoglutamat. Der Folsäureserumspiegel beträgt zwischen 5ng/ml und 24ng/ml. Die Höhe ist vor allem wegen einem individuellen Versorgungszustand, jedoch auch vom letzten Versorgungszustand abhängig und somit vom Zeitpunkt der letzten Nahrungsaufnahme.
Ein Großteil der Folatverbindungen ist im Serum an verschiedene Protein- und Aminogruppen gebunden. Die Aufgabe dieser Verbindungen ist es, die oxidierten Folate zur Leber zu transportieren, wo sie wieder umgebaut oder gespeichert werden können. Es gibt für den spezifischen Transport von Monoglutamat aus dem Blut einen eigenen Proteintransporter, welcher das Monoglutamat zu deiner Zielzelle befördert.
Weitere Prozesse an denen Folsäure beteiligt ist:
- Methylierung von Homocystein zu Methionin
- Purinsynthese
- Pyrimidinsynthese
- Aufgaben im Histidinstoffwechsel
- Umwandlung von Glycin in Serin
- Cholinbiosynthese
Folsäure und Erkrankungen
Es gibt seit einiger Zeit die Diskussion, dass Krebserkrankungen einen Zusammenhang mit der Folatversorgung haben könnten. Diese Vermutungen sind jedoch durch die derzeitigen Untersuchen in der Literatur nicht signifikant bewiesen worden.- ____________________________________________________________________
Auch Arteriosklerose wird in diesem Zusammenhang diskutiert. Durch eine Unterversorgung mit Folaten, steigt der Homocysteinspiegel an. Auch nur ein kleiner Anstieg kann zu einem erhöhten Arterioskleroserisiko führen.
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Mangelerscheinungen
Verschiedene Folatderivate sind bei der Zellneubildung sowie Regeneration beteiligt. Ein Folatmangel manifestiert sich aus diesem Grund an Zellsystemen mit hoher Zellteilungsrate. Aus diesem und anderen Gründen ist ein Folatmangel oft mit Störungen des Blutbildes verbunden. Es kann durch eine sehr geringe Aufnahme von Folsäure nach 4 Monaten zu einer Anämie kommen und zu einem Auftreten von großen hämoglobinreichen Erythrozyten.Bei weiterem Folsäuremangel über längere Zeit, kann es zu Schleimhaut- und neurologischen Veränderungen kommen, auch psychiatrische Veränderungen und Auswirkungen können auftreten. Ebenfalls sind Entwicklungsstörungen und Zellfehlbildungen möglich, deshalb ist es als schwangere Frau und Neugeborenes besonders wichtig, genügend Folsäure zu konsumieren, damit Zellprozesse nicht negativ beeinflusst werden.
Toxikologie
Folsäure hat für den Menschen eine eher geringe toxische Wirkung zu verzeichnen. Erwachsene müssten ca. 400mg/d über mehrere Monate zu sich nehmen, um eine Nebenwirkung zu bemerken. Problematisch ist dabei der Vitamin-B12 Haushalt, welcher durch eine hohe Zufuhr von Folsäure gestört werden und es zu Spätschäden kommen kann.Folsäure im Sport
Eine konkrete Supplementation mit Folsäure ist für den Körper meist nicht sinnvoll. Auch das Muskelwachstum oder die Leistungsfähigkeit wird durch Folsäure nicht verstärkt. Jedoch kann eine Unterversorgung von Folsäure zu einer schlechteren Ausgangslage führen, da das Vitamin an vielen Zellneubildungen und Regenerationsprozessen, ebenso wie am Wachstum der Zellen, beteiligt ist.Sportler sollten deshalb immer mindestens die empfohlene Tageszufuhr an Folsäure konsumieren, um die Leistungsfähigkeit nicht zu senken. Jedoch sollte man darauf achten, keine utopischen Mengen von Folsäure einzunehmen, um das Vitami-B12 und dessen Funktionen nicht negativ zu beeinflussen oder bei sehr hohen Dosen dauerhaft Schäden davon zu tragen.
Fazit
Folsäure ist für Sportler und Nicht-Sportler gleichermaßen wichtig, da durch Mangelerscheinungen eine Reihe von Nebenwirkungen auftreten können. Auch übermäßig hohe Dosen an Folsäure sollten nicht über längeren Zeitraum eingenommen werden. Durch die vielen Funktionen im Stoffwechsel und bei Zellprozessen ist das Vitamin für den Menschen sehr wichtig. Besonders aus dem Grund, dass der Mensch Folsäure nicht selbst synthetisieren kann, macht es für uns unerlässlich. Sportler, welche besonders an einem Zellwachstum, der Regeneration und einer Neubildung von Zellen interessiert sind, sollten ihre Folsäurenzufuhr kontrollieren, um so präventiv gegen einen Mangel vorzugehen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Folsäure. Rankfurt/Main: Umschau;2000:117 – 22.
- Thieme Chemistry (Hrsg.): Eintrag zu Folsäure im Römpp Online. Version 3.31. Georg Thieme Verlag. Stuttgart 2013. (30.04.13 / 20:47Uhr).
- Steinberg SE. Mechanisms of folate homeostasis. Am J Physiol. 1984:246;G319-G24.
- Heseker H. Folsäure: Physiologie, Funktionen, Vorkommen, Empfehlungen und Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland. Ernährungsumschau. 1996:43(6); 222-24.
- Werler MM. Shapiro S. Mitchell AA. Periconceptional folic acid exposure and risk of occurrent neural tube defects. JAMA. 1993:269(10);1257-61.
Bilder: Whologwhy | Elizabeth | Artizone