Aufgrund des immer stärker werdenden Ansturms von verlängerter Jugend, Selbstzweifeln und finanziellen Turbulenzen ist die Selbsthilfeabteilung Deines Lieblinsbuchladens so groß wie noch nie. Ich war immer sehr zielorientiert – innerhalb und außerhalb des Studios – vor allem weil ich meine Zielsetzung nie verkomplizieren wollte. Ich begebe mich nicht in luftige Höhen um den "wahren Zweck" meiner Existenz zu finden. Ich suche mir immer einen Punkt und folge ein paar einfachen Schritten, welche ich jetzt mit Dir teilen will.

Schritt 1: Werde Dir Deiner Erwartungen bewusster

Der wichtigste Aspekt fürs Zielsetzen ist, dass Du genau weißt WAS Du erreichen willst und ob Du daran glaubst, dass es möglich ist. Viele von uns sind schon viel zu lange auf derselben Stelle im Leben und haben aufgehört nach Verbesserungen zu streben. Im Trainingskontext ist das üblich, wenn Du der stärkste Kerl im Studio oder unter Deinen Freunden bist.

Mir gefällt ein altes Sprichwort, "die größte Tragödie im Leben ist nicht dass Du Ziele zu hoch ansetzt und sie nicht erreichst, sondern dass Du sie zu niedrig setzt und sie erreichst". Ziele sollten eine Reise ein, wie Wandersteine der Progression, kein einfach festgelegtes Ziel.

Zufriedenheit und Unterschätzung seiner Möglichkeiten sind Traumkiller – wenn wir komplett zufrieden sind wenn wir unser Ziel erreichen, müssen wir noch mehr wollen und um Fortschritt kämpfen.

Wenn Du also an dem "großer Fisch in kleinem Netz"-Syndrom leidest, wie löst Du Dich davon? Du musst andere Erwartungen kriegen – im Bereich des Möglichen und was man aushält.

Ein Weg das zu erreichen, ist Dich in einer Welt der momentanen Fähigkeiten und Erwartungen wiederzufinden. Wenn Du Kraftsportler bist, gehe in ein Hardcore Studio oder finde Trainingspartner, die stärker sind als Du. Du wirst nicht nur Fortschritte machen, weil Du siehst, wie jemand mehr Gewicht bewegt, Du wirst auch von ihrer Erfahrung und der Weisheit profitieren.

Als nächstes solltest Du an nationalen oder weltweiten Meets teilnehmen. Wenn Du 600 oder 700 Pfund beugen kannst, bist Du vielleicht der Stärkste auf der Okotoks Powerlifting Challge – aber wenn Du an einem weltklasse Meet teilnimmst und Leute ihren ersten Versuch mit über 1000 Pfund auf der Stange machen, sind Deine 700 Pfund nun nicht mehr so beeindruckend.

Das ist unbezahllbar. Du wirst sehen, dass viel mehr Möglich ist und Deine Erwartungen hochschrauben. preview

Schritt 2: Setze spezifische Ziele

Ziele müssen spezifisch und definierbar sein. Wage Ziele führen zu obskuren Ergebnissen. Vermeide es subjektive Ziele zu setzen; wo Ergebnisse variieren können, je nachdem wie gut Du Dich schlägst.

Zum Beispiel, viele Wettkampfathleten setzen sich Ziele für den nächsten Wettbewerb. Die meisten würden vermuten, dass dies ein toller Weg der Zielsetzung ist, aber wenn wir es uns tiefer anschauen, sieht es schon ganz anders aus.

Sagen wir Dein Ziel ist es eine regionale Bodybuilding-Show zu gewinnen. Du bereitest Dich vor und kommst etwas schmaler und weicher auf die Bühne als auf dem letzten Wettbewerb – gewinnst trotzdem, da der Wettkampf nicht so hochkarätig besetzt war wie sonst.

Du hast Dein Ziel des Gewinnes der Show erreicht, aber was hast Du wirklich geschafft? Du hast Dich sogar verschlechtert, dein Ziel aber trotzdem erreicht. Natürlich kann auch das Gegenteil passieren. Du bist breiter und härter als Du je warst, aber ein weiterer Athlet ist da und fegt jeden von der Bühne. In diesem Szenario war das Versagen beim Erreichen des Zieles nicht wirklich echtes Versagen.

Effektivere Zielsetzung für Athleten sind Ziele, die eine gewisse Zahl beinhalten, Gewichtserhöhung bei Übungen oder Verbesserungen der Technik. Für einen Bodybuilder wären das Körpergewicht oder Körperfettanteil. Der Schlüssel ist, dass ganz egal was Dein Ziel ist, Du es definierbar und messbar machen musst, damit Du akkurat entscheiden kannst, ob Du Dich nun verbessert hast oder nicht.

Schritt 3: Setze Dir Ziele auf kurze, mittellange und lange Zeit

Du solltest Ziele auf lange, mittlere und kurze Zeit setzen – denn die auf kurze Zeit sind Sprungbretter für die weiteren usw. So offensichtlich wie sich dies vielleicht anhört, viele schaffen es nicht dies konfliktfrei zu erledigen und nehmen entgegengesetzte Ziele. Während die Definition von "kurz" oder "lang" variieren kann, sollte für Athleten ein "kurzfristiges" Ziel sein, was in Wochen oder Monaten erreicht werden kann.

Mittelange Ziele sollten innerhalb von 1-2 Jahren erreicht werden und langfristige Ziele sollten 5-10 Jahre oder mehr in Anspruch nehmen. Natürlich variiert dieser Zeitrahmen sehr, je nachdem was genau Du für ein Ziel hast.

Schritt 4: Arbeite rückwärts

Um sicherzustellen, dass die kurz-, mittel- und langfristen Ziele miteinander vereinbar sind, solltest Du anfangen auf das langfristige hinzuarbeiten. Dies offenbart Dir, ob die kurzfristigen Ziele passen und ob Deine Erwartungen realistisch sind.

Zu oft setzen sich Leute ambitionierte Langzeitziele, ohne dass die kurzfristigen und langfristigen Ziele damit überinstimmen. Indem Du mit dem langfristigen anfängst und rückwärts arbeitest, lässt sich einfach gucken ob der gesamte Prozess unter einem guten Stern steht.

Schritt 5: Habe hochgesteckt Ziele, doch sie müssen realistisch sein

Deine Ziele sollten das absolute Maximum aus Deinem Potenzial repräsentieren. Habe keine Angst davor sie zu hoch zu stecken und es nicht ganz zu schaffen. Angst vorm Versagen hindert viele gute Individuen am Erreichen ihres vollen Potenzials.

Du weißt doch, dass es ohne Risiko nichts zu gewinnen gibt – und oft ist es so dass je größer das Risiko, desto größer der Gewinn. Aber was viele machen, sie stecken sich in ein Gefängnis, was sie daran hindert ihr Potenzial in allen Facetten auszureizen.

Ich bin ein großer Gläubiger des Wettkampfes auf hohen Leveln. So hoch wie es für Dich nur geht. Wenn Du ein Athlet bist und Dich für einen nationalen Wettbewerb qualifizierst, dann nehme dran teil. Verschwinde Deine Zeit nicht indem Du an leichteren Wettbewerben für Dein Ego teilnimmst.

Sei einfach realistisch mit Deinen Erwartungen und versuche so viel zu lernen wie nur möglich. Das Wissen was Du Dir auf Wettbewerben aneignest, wird Dir für jeden weiteren Wettbewerb in der Zukunft helfen.

Auf der anderen Seite beweisen Ziele, die einfach zu erreichen sind gar nichts. Du erreichst dadurch nichts und versagst bei der Progression zum absoluten Maximum. Während sich manche vielleicht mit den kurzfristigen Zielen, die viel zu niedrig sind, zufrieden geben, leiden viele unter unrealistischen Zielen. Die Ziele sollten Deinen Limits entsprechen – aber wenn Du siehst, dass Du einfach nicht näher ran kommst, solltest Du vielleicht noch einmal abwägen worum es geht.

Um dies zu korrigieren, versuche Deine Ziele mit weisen Kerlen in Deinem Umfeld zu besprechen und viel wichtiger, die ehrlich zu Dir sind. Frage sie nach ihrer ehrlichen Meinung und sage ihnen, dass Du keine Beschönigungen hören willst. Sage ihnen, dass Du eine absolut objektive Meinung brauchst und sehr viel Wert auf ihre Meinung legst.

Dies fordert wohl auch ein dickes Fell, aber konstruktive Kritik ist für Dich viel besser, davon wächst Du und machst Fortschritte. Wie auch immer, denke immer dran, dass es ihre Meinung ist – ihre Meinung ist nie 100% korrekt. Akzeptiere es als qualifizierte Einschätzung eines Außenstehenden und kombiniere es mit allem anderen was Du weißt und von Dir hältst. Trotzdem sind ähnliche Aussagen von verschiedenen Leuten sicherer als einzelne Meinungen.

Fassen wir es zusammen

So wichtig wie Zielsetzung vielleicht ist, sie muss nicht kompliziert sein und Tage der Selbstanalyse bedürfen. Hier ist die einfache und schmutzige Version:
  • Habe hohe Erwartungen. Ein hilfsvoller Tip ist, dass Du Dich mit Leuten umgibst, Die auf dem Level sind was Du anstrebst.
  • Stelle sicher dass Deine Ziele spezifisch und objektiv sind. Basiere Deine Ziele auf Kriterien, die messbar und definierbar sind.
  • Setze Dir kurz-, mittel- und langfristige Ziele und denke immer daran, dass kurzfristige Ziele Sprungbretter für die nächsten Ziele sind.
  • Benutze die umgekehrte Methode zum Aufstellen des Langzeitziels und arbeite Dich rückwärts durch mittelfristige und kurzfristigige Ziele durch.
  • Deine Ziele sollten hoch gesteckt sein und Dein absolutes Maximum Deines Potenzials abverlangen, doch nicht unrealistisch sein. Schaue Dich nach konstruktiver Kritik von weisen und erfahrenen – vor allem EHRLICHEN Quallen um.
Am allerwichtigsten, denke daran dass Zielsetzungen unabdingbar für den Prozess des stetigen Fortschritts und persönliches Wachstum sind. In Zielen finden wir den Zweck unseres Tuns. Nutze es!