Was ist G-Flux?
Beginnen wir von vorne: Was ist G-Flux überhaupt?Berardi formulierte in seinem Artikel G-Flux – Der Aufbau eines ultimativen Körpers ganz knapp:
- Nun, G-Flux, auch als Energiefluss (oder Energieumsatz) bekannt, ist die Beziehung zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch. Es ist das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Werten. Mit anderen Worten ausgedrückt, ist es die Menge an Kalorien, die man umsetzt oder verbraucht.
Denn machen wir uns nichts vor: Einfach mal viel drauf loszutrainieren, endet früher oder später entweder im Overreaching, was umgangsprachlich als Übertraining bekannt ist, und/oder in Verletzungen.
Beides Sachen, die niemandem langfristig helfen und so gut wie möglich vermieden werden sollten.
Wie ist dieses Missverständnis zu erklären? preview
Nun, die Antwort ist all zu leicht im selben Artikel zu überlesen, denn wenig später schreibt Berardi weiter:
- Etwas genauer auf den letzten Punkt eingehend sei erwähnt, dass die meisten Personen, die die besten Körper der Welt besitzen, diese Körper mit einem hohen Level des G-Flux aufgebaut haben. Natürlich wird man, wenn man kein Elitesportler ist, nicht dazu in der Lage sein, mit einem so hohen Trainingspensum wie Pavel zu trainieren. Wenn man jedoch erwartet, einen Körper wie einer dieser Sportler aufzubauen, dann wird man mit seinen kümmerlichen drei 45 Minuten Trainingseinheiten nichts reißen. Wenn man also einen wirklich tollen Körper aufbauen möchte und einfach nicht weiter kommt, dann sollte man besser seinen G-Flux erhöhen.
Angesprochen wurden Hobbysportler, die wenige Tage im Studio verbringen und ihre Leistung verbessern wollen.
Viele Leser, die im G-Flux nun möglicherweise die Möglichkeit zur schnelleren Erreichung ihrer Ziele erahnen, werden jedoch oftmals bereits den 3 x 45 min / Woche Stand überschritten haben und tun damit bereits etwas für ihren G-Flux im Sinne von Berardis ursprünglichem Artikel.
So viel also zur ernüchternden Wahrheit. G-Flux, im ursprünglichen Ansatz, stellt lediglich einen Aufruf zum ernsthaften Training dar und ist keinesfalls eine Empfehlung an jeden Trainierenden zwei Einheiten am Tag zu bewältigen.
Was ist nun jedoch mit den Verrückten, die mehr wollen? Zweistellige Einheiten in einer Woche und das Ganze in einer sinnvollen Kombination, die für Fortschritte sorgt und nicht in einem Übertraining endet. Das G-Flux-Prinzip kann durchaus auch langfristig auf dieses Niveau gesteigert werden. Schauen wir uns das Ganze genauer an.
Ich will mehr.. MEHR!
Zunächst einmal muss ich sagen, dass man zwischen unterschiedlichen Leistungsniveaus unterscheiden muss. Viele junge Trainierende, die stolz darauf sind zwei Trainingseinheiten täglich zu bewältigen, sind auf einem Leistungsniveau, was eher dem eines Anfängers oder leicht Fortgeschrittenem zuzuordnen ist.Es ist etwas anderes, ob ich eine Kniebeuge mit meinem Körpergewicht ausführen kann oder mit meinem 1,5-fachen Körpergewicht mehrere Sätze durchführe; ob ich eine handvoll Klimmzüge schaffe, oder Klimmzüge mit etlichen Kilos Zusatzgewicht; einige Sit-Ups oder etliche Sekunden den V-Sit. - Erstere können vermutlich machen, was sie wollen, sie werden Fortschritte erreichen und sie werden vermutlich auch keine Ermüdungserscheinungen verspüren. Anfangs!
Ich will niemandem den Ehrgeiz absprechen und vom Training abhalten, nur soll dies als klare Warnung verstanden werden. Trainingseinheiten im zweistelligen Bereich pro Woche sind keine Sache, die mal so nebenbei durchgeführt werden können. Gerade wenn man die Planung für sich selbst durchführt, erfordert dies viel Körpergefühl, sinnvolle Planung und Regeneration. - Immer vorausgesetzt, dass wir von einem intensiven Training sprechen.
Qualität sollte vor Quantität gehen – wenn also trainiert wird, dann in aller Regel intensiv oder zumindest zielgerichtet. Besser 20 Minuten auf den Sandsack explosiv einschlagen, als 90 Minuten im Trainingsraum Sauerstoff weg atmen, nur damit man am Ende des Tages sagen kann, wie viel man doch trainieren würde. Das Ganze bedarf hoffentlich keiner weiteren Ausführung.
Gleichzeitig stellt so etwas wie ein simpler Tabata-Durchgang für mich langfristig nicht so etwas wie eine Trainingseinheit dar. Für die Einführung einer weiteren Einheit pro Woche kann dies durchaus Sinn machen, sollte jedoch gezielt auf eine vollwertige Einheit ausgebaut werden.
Es mag sein, dass ein Quickie von den meisten Lesern als legitime Ausführung des Sex interpretiert wird, aber wenn ein Bauarbeiter drei Mal furzt, hat er von seinem Tagespensum dennoch nicht viel abgearbeitet.
Wie kann nun also Intelligent essen und intelligent trainieren gestaltet werden? Mehr dazu im nächsten Teil.