Wer ist Hadi Choopan?
Der Perser Hadi Choopan kann auf einen kometenhaften Aufstieg zurückblicken. Erst 2016 erhielt er beim IFBB Diamond Cup in Dubai seine Pro Card und konnte bei seinem Profi-Debut zwei Tage später bei der Sheru Classics umgehend den zweiten Platz hinter Roelly Winklaar erreichen. Doch dieser kurze Zeitraum als Profi-Bodybuilder sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei Hadi um einen wahren Bodybuildingveteranen handelt. So erlangte er beispielsweise bereits 2013 den Weltmeistertitel in der Klasse bis 85 Kilogramm.
Größere Aufmerksamkeit erlangte Hadi, nachdem er 2017 zwar für den Mr. Olympia qualifiziert war, jedoch aufgrund eines verweigerten Visums nicht einreisen durfte. Beim kurz darauf ausgetragenen Asia Grand Prix traf er dann auf den damals amtierenden Mr. Olympia der 212er Klasse Flex Lewis. Flex siegte, jedoch war Hadi in den Augen vieler Fans an diesem Tag der bessere Athlet gewesen. – Dass er dies selbst ebenso wahrnahm, kann noch heute im folgenden Youtube-Video (ab 2:10 min) nachvollzogen werden.
Während Hadi zunächst auf der Profi-Bühne in der Regel in der 212er Klasse antrat, konnte er beim San Marino Pro 2017 erneut seine Qualität unter Beweis stellen und setzte sich nicht nur gegen Tim Budesheim bei dessen Profi-Debut durch, sondern ließ auch einen Brandon Curry, der die diesjährige Arnold Classic mit einer beeindruckenden Form gewinnen konnte, hinter sich.
Nachdem Hadi zunächst erneut in der 212er antrat, fand mit der Teilnahme bei der diesjährigen Vancouver Pro vielleicht endgültig der Wechsel in die offene Klasse statt. Dort konnte er in einem Welt von 18 Athleten den Sieg für sich erlangen und holte sich damit die Qualifikation für die offene Klasse beim Mr. Olympia 2019.
Warum ist die Teilnahme beim Mr. Olympia so überraschend?
Wie bereits angesprochen, ist Hadi Choopan iranischer Staatsbürger. Angehörige dieses Landes sind ebenso wie Menschen aus Jemen, Libyen, Nordkorea, Somalia, Syrien und Venezuela vom US-Einreiseverbot betroffen. Dieses wurde im Juni 2018 durch den Obersten Gerichtshof der USA nochmals bestätigt, nachdem es im März 2017 von US Präsident Trump verabschiedet wurde. Einzige Ausnahme stellen eigentlich spezielle Visa für Work and Travel, Studienprogramme oder nicht-akademische Ausbildungen dar (sogenannte F, M und J Visa). Inwieweit hierrüber eine Sonderregelung erreicht werden konnte, ist unklar.
Fest steht jedoch, dass Hadi vor wenigen Stunden am Flughafen in San Francisco landete und auf Instagram auch Eindrücke von einem anschließenden Training zeigte. In seinem Posting bedankt er sich auf persisch bei seinen Fans. Wer dafür sorgte, dass Hadi die Bodybuildingwelt in Aufruhr versetzten könnte, wird dagegen im Posting von Hadis Coach Hany Rambod klar. Dieser veröffentlichte ebenfalls das Bild am Flughafen und bedankt sich bei den Veranstaltern des Mr. Olympia sowie der IFBB Pro League, die offenbar bei der Beschaffung des Visums unterstützten. Insbesondere Hadi Parsafar und Mahdi Parsafar sollen zudem wichtige Beiträge geliefert haben und bieten auf ihren hier verlinkten Instagram-Accounts ebenfalls Einblicke.
Update: Offen blieb zunächst die Frage, in welcher Klasse der Perser antreten würde. Da Flex Lewis aus der 212er Klasse zurücktrat und eine Pause einlegt und Shawn Rhoden, wie angesprochen, aller Voraussicht nach nicht antreten wird, werden sowohl in der 212er als auch der offenen Klasse ein neuer Mr. Olympia gesucht. Wenige Stunden nach seiner Einreise in die USA wurde schließlich bekannt, dass Hadi Choopan in der offenen Klasse beim Mr. Olympia 2019 startet. Man darf gespannt sein, wie er sich in diesem hochkarätigem Feld schlagen wird.