HCG - Hintergrund

HCGHumanes Choriongonadotropin, besser bekannt unter der Abkürzung "HCG", ist ein Präparat um die Leydig-Zellen in den Hoden zur Testosteron-Produktion anzuregen.

Dabei fungiert HCG als Ersatz für das endogene LH (luteinisierendes Hormon). Auf viele Bodybuildern hat es eine äußerst beruhigende Wirkung, weil sich durch die Aktivität der Leydig-Zellen die Hodengröße nach einer Kur recht schnell wieder normalisiert.

Es ist jedoch nach heutigem Stand sehr fraglich, ob es sinnvoll ist, HCG nach einer Kur einzusetzen. Denn HCG bringt zwar die Hoden schnell wieder in Schwung, doch das, was man meist "die Achse" nennt, besteht aus drei Teilen: Dem Hypothalamus, der Hypophyse und den Hoden.
Und hier kommt es auf das Zusammenspiel an. preview Damit die Achse wieder richtig funktionieren kann, muss der Hypothalamus LHRH (luteinizing hormone releasing hormone) produzieren und die Hypophyse muss darauf mit der Ausschüttung von LH reagieren. Und dann werden die Hoden auch wieder Testosteron produzieren.

Das schwächste Glied in der Kette scheinen dabei übrigens nicht die Hoden zu sein, sondern Hypophyse und Hypothalamus. So liegt es dann auch nur sehr selten an den Hoden, wenn nach einer Kur die Achse mal nicht mehr anspringen mag. Eine solcher Hypogonadismus (Testosteron-Unterproduktion) ist fast immer sekundär (Ursache Hypophyse oder Hypothalamus) und nur sehr selten primär bedingt (Ursache: Hoden).

HCG kann deshalb sogar sehr kontraproduktiv wirken. Denn die Anwendung von HCG nach einer Kur bringt nicht nur die Hoden in Schwung. Sie bewirkt auch, dass Testosteron- und Östradiolspiegel schnell ansteigen. Das hat den Effekt, dass Hypothalamus und Hypophyse ihre Arbeit nicht wieder aufnehmen, weil ja anscheinend genug Androgene und Östradiol vorhanden sind. Wahrscheinlich wirkt HCG auch noch direkt auf die Hypophyse und gaukelt ihr zusätzlich einen sehr hohen LH-Spiegel vor.

Beides hemmt die LH-Sekretion der Hypophyse, weshalb man heute dringend davon abraten muss HCG nach einer Kur einzusetzen.

Als nächstes möchte ich noch einmal auf alte Schemata eingehen. Diese sahen meist wie folgt aus:
  • Einzelinjektionen zu 2500-5000 i.E.
  • häufig im Abstand von 2-3 Tagen
  • meistens 2-3 mal
Durch solch eine Anwendung riskiert man ohne Rezeptorenblocker (Nolvadex) oder Aromatase-Hemmer (Arimidex, Femara, Aromasin) sehr schnell mal eine Gynäkomastie. Durch die hohen Gaben entsteht ein Testosteron-Peak und demnach steigt auch das Östradiol sehr stark an. Insgesamt birgt diese Anwendungsform nur Risiken in Form von Nebenwirkungen, die in keinem Verhältnis zur Wirkung stehen.


Moderner Einsatz

Nach heutigen Stand der Dinge sollte man HCG nur vor Kurende und nur in geringen Dosierungen verwenden. Durch die geringeren Dosierungen fängt man mögliche Nebenwirkungen wie hohe Östrogenspiegel und damit ein erhöhtes Gynäkomastierisiko ab. Damit es richtig wirken kann, verlängert man die HCG-Anwendungsdauer von wenigen Tagen auf etwa 10 - 14 Tage. Um das nochmal in Stichpunkten wiederzugeben:
  • Die Anwendung erfolgt vor Kurende oder zwischendurch
  • 250 i.E ed - 500 i.E. eod
  • Die Anwendungsdauer beträgt 10 - 14 Tage
  • Die Anwendung kann beliebig wiederholt werden

TagMenge
 1 500 i.E.
 2 ---
 3 500 i.E.
 4 ---
 5 500 i.E.
 6 ---
 7 500 i.E.
 8 ---
 9 500 i.E.
 10 ---
 11 500 i.E.
 12 ---
 13 500 i.E.
 14 ---

(*Anwendungsmuster)

Abschließend sollte noch gesagt werden, dass die Anwendung von HCG rein kosmetisch ist - also der Optik zugute kommt. Die Hodengröße würde sich auch ganz ohne HCG und einem zeitgemäßen Absetzschema wieder normalisieren. Trotzdem eignet sich HCG prima in langen und hoch dosierten Kuren, damit die Hoden zwischenzeitlich mal wieder einen "Push" bekommen.