Soviel vorneweg: Was ich auf den Ami-Sites zum Thema Homebrewing gesehen habe, kam mir vor wie die Neuerfindung des Rades...
Es ist kaum anzunehmen, daß auch ich das Rad neu erfunden habe. Immerhin beruhigte es mich ungemein, daß auch ich den richtigen Gedanken hatte.

Meine erste Frage zum Homebrewing war:
a) Welche Menge Steroid will ich in 1 Milliliiter Injektionslösung haben?

b) Wie sterilisiere ich die Lösung? Welche Folgen hat das für die Wahl des Carriers (Lösemittel)?

c) Woher beziehe ich den Wirkstoff zum Homebrewing?


Lösungen: preview

a) Je höher die Dosis pro Milliliter, desto kleiner das Injektionsvolumen. Für mich liegt das Injektionsvolumen bei maximal 2 ml (vgl. auch Testex von ELMU).

b) Nicht hitzeempfindliche Steroide (nahezu alle außer Trenbolon) könnten(!) als Lösung normal im Autoklav (sofern man eins hat!) bei T>100 Grad C über einen längeren Zeitraum sterilisiert werden.
Hitzelabile wie Trenbolon können nicht so sterilisiert werden (auch wenn die Amis das so machen... die Lösungen werden dabei immer heller... an die daraus entstehenden Abbauprodukte wage ich vorest nicht zu denken...).
Also werden Bakterien und größere Bruchstücke davon (nicht aber Pyrogen und Prionen!) mittels sterilem Spritzenfilter (z. B. bietet Schleicher & Schuell Celluloseacetat-Membranfilter mit Porengröße 0,2 Mikrometer und einer Druckreistenz bis 7 bar an zu etwa 2-3 Euro das Stück).

Weil die Lösung zur Abtrennung von Bakterien durch den genannten Filter gedrückt werden muß, darf das Lösemittel nicht zu viskos, d.h. zu zäh sein.
Ideal wäre(!) der vom Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) zugelassene Carrier iso-Propylmyristat (fortan IPM), welcher fast so dünnflüssig ist wie Benzin. Allerdings ist sein Lösevermögen für z. B. Trenbolonacetat sehr bescheiden (50-100 mg/ml). Rizinusöl (natürlich auch alle anderen Pflanzenöle) besitzen ein eindeutig besseres Lösevermögen.
Derzeit verwende ich ein IPM-Rizinusöl-Gemisch aus 8 Teil des ersten und 3 Teile des letzteren.
Beim Lösen der abgewogenen Menge Wirkstoff muß man bedenken, daß das Volumen dadurch auch vergrößert wird und so die vorausberechnete Dosis etwas tiefer ausfallen kann. Jedenfalls muß man sich über die Volumenvergrößerung im Klaren sein.

Im vorgenannten Lösemittel lösen sich in 1 ml bequem 200 mg. Allenfalls muß das Mischgefäß in handwarmem Wasser gestellt werden.
Ist die Lösung noch trübe, lasse ich sie durch einen Hauch von Watte filtern, ziehe die Lösung dann mit einer großvolumigen Spritze auf.

Vorgängig reinige und desinfiziere ich 20 ml-Ampullen (einschließlich Gummidichtung und Alukappe) mit hochprozentigem Alkohol (am Schluß verwende ich dazu das etwas preiswertere iso-Propanol). Kleinere Ampullen zu verwenden, erachte ich als für nicht sinnvoll. Natürlich ist dadurch die Möglichkeit einer nachträglichen bakteriellen Kontamination durch unsauberes Arbeiten gegeben. Aber es ist doch letztlich eine Preisfrage: eine 10 ml-Ampulle kostet eben nicht die Hälfte einer 20 ml-Ampulle.
Bei meinen Ansätzen stelle ich in der Regel jeweils 4 solcher Ampullen bereit.

Ich lasse sie auf einer sauberen Unterlage austropfen, setze die Dichtung auf. Wenn die Alukappe bereits eine ringförmige Aussparung hat, setze ich die ebenfalls auf und verschließe diese mittels einer Bördelzange (das ist das Teuerste am Ganzen, neu kostet sie um die 200-300 Euro... aber es gibt immer wieder Apotheker, die einem ihre alte für ein paar Euro überlassen). Wenn die Alukappe keine Aussparung hat, dann wird sie erst nach Einfüllen der Lösung verschlossen.

Durch die Dichtung der nun sterilen Ampulle wird eine sterile Nadel (0,8 mm) gestochen und auf diese das sterile Spritzenflter gesetzt. Auf den Spritzenfilter kommt dann die großvolumige Spritze. Vgl. dazu das Bild.
Damit sich in der ja verschlossenen Ampulle kein Druck aufbaut, wird zu diesem Zeitpunkt erst eine dünne sterile Nadel in die Dichtung gestochen und hierauf die Lösung aus der großvolumigen Spritze langsam(!) durchgedrückt. Hierbei braucht es wirklich eine Lammsgeduld und -Ausdauer. Üblicherweise gehen bei der vorgegebenen Konstellation 3-4 Tropfen pro Sekunde in die Ampulle. Sinkt die Tropfgeschwindigkeit unter 1 Tropfen pro Sekunde, ziehe ich den Spritzenkolben vorsichtig etwas zurück, nehme einen neuen Filter und mache weiter.

Aus Erfahrung benötige ich für 20 ml Homebrew Lösung 2-4 Filter.
Materialkosten für diesen Vorgang (ohne Bördelzange): Ampulle etwa 1 Euro, Filter etwa 6-12 Euro.

c) Die Herkunft des Wirkstoffs zum Hombrewing ist ein leidiges Thema. Dies deshalb, weil ich ganz naiv google gefragt habe, wer "trenbolone acetat" bzw. "trenbolone enanthate" liefere... Das Suchergebnis war exzellent.
Leider kann ich die beiden bisher besten Quellen nicht preisgeben, auch nicht pvt!
Tatsache ist, daß ich heute früh das Angebot erhalten habe: 11,70 USD für das Gramm Trenbolonenanthat (bei einer Mindestbestellmenge von 100 g, d.h. 1170 USD + 40 USD Kurierkosten).

Ich denke, daß es etwas lächerlich ist, soweit weg mickrige 10 g bestellen zu wollen... die würden dann glatt das Dreifache oder noch mehr kosten... Aber sie liefern trotzdem.

Die Steroide werden als Briefsendung per Kurier geschickt und nicht offen deklariert.

Wenn ich die Ware erhalten habe, wäge ich zuerst den versiegelten Beutel (es gibt ja Schlitzohre, die auf diesem Wege zu betrügen versuchen), nehme dann mindestens vier zufällig ausgewählte Proben zur Analyse heraus und fülle den Stoff in eine dunkle Glasflasche um. Die Wägung des leeren Beutels zeigt mir, ob ich wirklich die bestellte Menge erhalten habe...


Um unnötigen Diskussionen aus dem Weg zu gehen: ich lasse mir die Steroide, ungeachtet dessen, ob sie als solche oder als Pflanzendünger oder was auch immer beim Zoll deklariert wurden, an meine Arbeitsstelle schicken, Kraft meiner Ausbildung bzw. meines Berufes bin ich, denke ich mal, befugt diese Stoffe zu bestellen und hatte daher bisher keine Probleme. Da Briefsendungen am Flughafen/Zoll durchleuchtet werden, kommt es nicht häufig vor (ich spreche für CH), daß sie angehalten werden.
(Hingegen ist mir schon ein Päckchen aus Spanien angehalten worden, nicht aber etwa aufgemacht, sondern es wurden mir Zollgebühren für die dabei deklarierten Düngemittel in Rechnung gestellt).

Der Vollständigkeit halber sei hinzugefügt, daß ich bisher auf diese Weise nur Trenbolon aufbereitet habe (Testosteron kann ich einfacher in bereits ampullierter Form bei Schering bekommen). Es gibt aber keinen triftigen Grund, das Verfahren nicht auch bei allen anderen Steroiden anzuwenden.

Da ich auf chemisch-medizinischem Kriegsfuß mit Benzylalkohol stehe, lasse ich das Giftzeug weg. Die Bakterien können nicht durch eine verschlossen Ampulle treten. Außerdem lagern bei mir die Ampullen im schlimmsten Fall ein paar Monate. Dadurch gibt es keinerlei Koservierungsprobleme.

Gibt es noch offene Fragen?

Eine Bitte: keine Anfragen, Bettelversuche, doch etwas von dem Wirkstoff abzugeben!

http://www.team-andro.com/phpBB2/download.php?id=7

http://www.team-andro.com/phpBB2/download.php?id=6

Eine nachträgliche fachliche Information:

Analysiert werde meine Lösungen u. a. nach dem Verfahren der USP XXV, United States Pharmacopoiea 25. Auflage; darin ist eine einzige(!) Trenbolonverbindung, nämlich das Acetat, aufgeführt.

Dabei wird bei Trenbolon z. B. die Absorption des Trienonsystems bei 340 nm in Methanol gemessen. Drei genau eingewogene Proben des Materials werden dort ausgemessen und die Meßwerte gegen die eingewogenen Mengen aufgetragen. Das ergibt eine sogenannte Eichgerade durch den Koordinatenursprung.
Diese Eichgerade kann ich dann auf eine x-beliebige Lösung anwenden.

Der Unterschied in der Absorption zwischen Trenbolonacetat und -enanthat ist minim, sicherheitshalber messe ich aber von jedem reinen Wirkstoff die Eichgerade.

Zusätzlich untersuche ich die Infrarotabsorption von Trenbolon. Die Verbindung ist in dieser Hinsicht sehr dankbar, weil sie 3 ganz typische Signale bei 1725, 1645 und 1565 Wellenzahlen zeigt.

Nach Rückfragen unter Kollegen meine ich (und ich hoffe, daß mir auch Prometheus beipflichtet), daß diese beiden Methoden ausreichen, um das Steroid eindeutig und auch quantitativ nachzuweisen.
Wenn in einer "offiziellen" Analyse (von denen ich einige gesehen habe) die Rede von HPLC-Methode ist, ist Vorsicht angebracht. Diese Methode ist modern und schnell, kann aber aber eine Eichgerade nicht umgehen.

Verunreinigungen können damit nicht erfaßt werden. Allerdings kann die genaue Beobachtung des Löseverhaltens ein paar Hinweise daruf geben.