Aber beginnen wir etwas früher. Als ich 2005 in Rostock mein erstes Studium aufnahm, erzählten mir Freunde von einem Studio, das 24 Stunden rund um die Uhr geöffnet hätte, vernünftige Trainingsmöglichkeiten bieten würde und das beste: nur kleines Geld kosten würde. Das Ganze klang zu gut, um wahr zu sein und dennoch erfüllten sich alle Versprechen. Ich schloss meine erste Mitgliedschaft in dieser deutschlandweiten Kette ab und begann damit eine lange on-off-Beziehung, in der ich immer wieder zu diesem verführerischen Angebot zurückkehrte.
Das erste Mal wurde ich gebeten, meine Mitgliedschaft zu beenden, da mein Kraftdreikampf-Equipment bei den restlichen Trainierenden nicht besonders gut ankommen würde, um es mal vorsichtig auszudrücken. Kein Wunder, es muss auch wie die Invasion von Marsmännchen aussehen, wenn sich da auf einmal ein Typ in eine viel zu engen Kniebeugeanzug zwängt . Spätestens, als dann noch die Ketten ausgepackt wurden, war es wohl zu viel des Guten.
Doch bereits meine zweite Liebschaft mit dieser oft gescholtenen Kette fand ihren Anfang in Rostock, da die Möglichkeit ganz einfach 24 Stunden 365 Tage im Jahr ins Studio kommen zu können, zu verlockend war.
In den folgenden Jahren erlebte ich mehr Dinge, als es meine Fantasie jemals für möglich gehalten hätte. Ich sah die Erfindung neuer Trabant-Übungen, ich fluchte über Curls am Powerrack, mir wurde mein Spind aufgebrochen, ich fiel dadurch auf, kein Ed-Hardy-Shirt beim Training zu tragen und wenn ich nicht schnell genug die Kopfhörer meines MP3-Players in den Ohren hatte, wurde mir schneller ein "Fachgespräch" an die Backe genagelt, als mir lieb war.
Aber verdammt, es gibt einige gute Gründe, warum es mich immer wieder zurücktrieb und auch ich einer von inzwischen einer Million Mitgliedern bin. preview
Drei gute Gründe, trotzdem Staatsbürger der Bananenrepublik zu sein
24 Stunden Öffnungszeiten
Machen wir uns nichts vor: 24 Stunden sind schon verdammt lang. 365 Tage im Jahr kann man jederzeit ins Studio fahren, ohne sich Gedanken zu machen, ob gerade ein Feiertag ist, der Studiobetreiber möglicherweise Geburtstag hat, die Uhrzeit vielleicht schon gegen Mitternacht geht oder Dave Tates Horoskop ihm rät, nicht ins Studio zu fahren.Der Luxus, jederzeit trainieren zu können, sorgt vor allem für Entspannung im restlichen Tagesablauf und bietet eine Flexibilität, die nur noch vom Studio in den eigenen vier Wänden zu schlagen wäre.
16,90 €
Und sind die Öffnungszeiten schon eine Hausnummer, so ist der monatliche Mitgliedsbeitrag ein echter Kampfpreis. Man mag darüber streiten, ob Geiz geil sein muss, aber gerade, wenn man das 24-Stunden-Studio als sein Zweitstudio nutzt, ist dies ein Betrag, den man in fast jeder Lebenslage monatlich entbehren kann.Dies mag ohne Frage ein teilweise fragwürdiges Klientel anziehen, aber andererseits stellen die Jungs dann wenigstens etwas Vernünftiges mit ihrer Zeit an, anstatt scheiße zu bauen.
Die Ausstattung
Die Geräte sind gut. Punkt. Man mag darüber lästern, dass die Kurzhanteln nur begrenztes Gewicht bieten, dass die größten Scheiben 15 kg schwer sind und dass es selten mehr als ein Powerrack gibt, aber sein wir mal ehrlich: Auch wenn es cool ist, darüber zu meckern, gibt es wichtigeres als 60 kg Kurzhanteln. Könnte ich mich doch genauso darüber amüsieren, dass die meisten Trainierenden noch nie olympische Scheiben gesehen haben und auch mit dem Powerrack kann man sich arrangieren.Gerade wenn man, wie bereits angesprochen, die Bananenrepublik als Zweistudio nutzt, um Abwechslung zu haben oder zu einer ungünstigen Zeit doch noch trainieren zu können, kann man die Bein-Workouts ohne weiteres auf einen Tag ins andere Studio verlegen. - Und unter uns Klosterschwestern: Ich habe in meinem Leben in über einem Dutzend Studios trainiert und habe fast nie eine vorzeigbare Nutzung des Powerracks erlebt. Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Oder viel mehr das Internet vom wirklichen Leben..
Warum seid Ihr one in a million?
Das sind nur meine drei Gründe, warum es mich immer wieder in Deutschlands größte 24-Stunden-Kette zieht. Man mag eine schier unendliche Liste an Punkten zusammenstellen können, was einem an diesen Studios nicht passt, doch letztendlich trainierte doch schon fast jeder einmal dort, wenn er die Möglichkeit dazu hatte.Was sind Eure Gründe, dass Ihr durch ein Training dort einfach nur gut aussehen wollt?