Allerdings sollten gerade bei einem Vorgang wie der Injektion einige wichtige Punkte beachtet werden um sich nicht unnötig selbst in Gefahr zubringen.
Allgemein gibt es:
- subcutan (s.c.) = Injektion ins Unterhautfettgewebe
- intracutan (i.c.) = Injektion unter die Epidermis
- intravenös (i.v.) = Injektion in die Vene
- intraarteriell (i.a.) = Injektion in die Arterie
- intramuskulär (i.m.) = Injektion in den Muskel
Für AAS Anwender ist aber nur die intramuskuläre bzw. subcutane(GH Insulin) Injektion von Bedeutung!
Die ersten Schritte...
Gut, für Bodybuilder ist also nur die intramuskuläre Injektion wirklich von Bedeutung (HGH mal ausgeschlossen), doch wie sollten gerade Anfänger vorgehen? preview
Im Großen und Ganzen gibt es 3 Bereiche, die sich sehr gut für die Injektion anbieten:
- - die Schulter
- - das Gesäß
- - den Oberschenkel
Gerade Anfängern empfehle ich v.a. den Oberschenkel:
Die Chancen bei einer Injektion in den sogenannten "vastus lateralis" Nerven zu beschädigen ist gering und man kann übersichtlich mit beiden Händen arbeiten.
Die Injektion soll also intramuskulär ablaufen was im Klartext bedeutet, dass die Nadel sehr tief "rein" muss!
Gerade deswegen sollte wirklich bei jeder Injektion auf bestmögliche Sterilität und Sauberkeit geachtet werden. Sollten Bakterien durch unsauberes Handeln in den Muskel gelangen droht euch mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Abszess, der letztendlich meist operiert werden muss! - je nach imunstatus...
Was wir brauchen...
Erstmal das entsprechende Steroid, gerade in letzter Zeit greifen viele geldsparende AAS Nutzer zu sogenannten Selbstherstellern, die ihre Ware meist in 10ml Ampullen mit Gummideckel anbieten. Ein Deesinfizieren der GUmmierung ist nicht notwendig.
Die Ampulle selber sollte ebenfalls kühl / Zimmertemperatur und sicher gelagert werden um eine weitere Sterilität des Stoffes zu gewährleisten.
Wir brauchen also ein Desinfekionsmittel!
Für die Desinfektion der Stelle an der injiziert werden soll!
Wie bereits gesagt, die Spritze wird intramuskulär gespritzt, gerade hier sollte bei der Desinfektion nicht gespart werden!
Desinfektionsmittel:
Das ist beinah eine Wissenschaft für sich. Man hat 2 Alternativen: Entweder es reicht das ganz normale Desinfektionsspray, oder man will eine 100% Sicherheit. Ich persönlich muss sagen, dass ich manchmal unvorsichtige geworden bin. Ich habe mir trotzdem nie einen richtigen Abszess eingehandelt und schludere mit dem Desinfizieren. Das soll man natürlich auch nicht machen, aber man muss es auch nicht übertreiben. Im Falle eines schlechten Imunstatus kann aber gerade dieses "schluderge" zu einer Infektion führen!
Zur Desinfektion würde ich Koadan Tinktur Forte empfehlen, neben Dibromol das Beste auf dem Markt
Was ich als Roid Anfänger ebenfalls gemacht habe, bevor ich die Stelle mit einem der oben genannten Spray desinfiziert habe, habe ich es mit 2-Propanol auf einem Tupfer schon mal desinfiziert. 2-Propanol ist quasi reiner Alkohol und bei oben genannten Sprays eigentlich überflüssig...
Beim Spritzen sollte auf Sterilität geachtete werden, also für jede Injektion eine neue Einwegspritze und jeweils fürs Aufziehen und fürs Injizieren eine Kanüle!
Für den Fall, dass es leicht blutet empfehle ich Tupfer, ebenfalls wie alles bisher genannte billig in jeder Apotheke rezeptfrei erhältlich.
Pflaster tun manche danach gern drauf, sollten aber nicht notwendig sein.
Für alle die Angst vor dem Einstechen selber haben empfehle ich Xylocain, ein Pumpspray mit dem Wirkstoff Lidocain, der ein Lokalanästhetikum ist, und somit die Haut betäubt (nicht aber die Nerven!!!)
"Einkaufsliste" für die Injektion:
- eventuell:
- Pflaster
- Xylocain Pumpspray
Früher brauchte man für einige Ampullen eine Ampullensäge, da aber heutzutage fast alle eine Soll-Bruchstelle haben, oder einen Gummideckel, nicht notwendig und in deutschen Apotheken mittlerweile schwer erhältlich.
Zur Not tut es bei z.B. Galenikas eine gute Nagelfeile, mit der man die Soll-Bruchstelle leicht ansägen kann und den oberen "Kopf" dann locker abbrechen kann.
Gefahren:
- Infektion
- Nervenschädigung
- Nekrose
- Abszess
- Hämatom
Bei sauberen Arbeiten kann im Prinzip nichts Schlimmes passieren.
Ein Hämatom ist nichts weiteres als ein kleiner Bluterguss. Geringe Nervenschädigungen muss man als Langzeit-Stoffer meiner Meinung nach leider in Kauf nehmen.
Oftmals kommt es bei Gummideckeln vor, dass ihr in der Einwegspritze ein kleines Gummiteilchen wiederfindet, das macht nichts!!!
Gummiteilchen, die i.m. gespritzt werden, werden schlicht und einfach eingekapselt und fertig,
sollte natürlich nicht zu oft vorkommen, aber ihr braucht dann keine Abszess Angst o.ä. haben. Die Chance ist eh verschwindend gering das so ein kleines Teilchen durch die Kanüle mit durch kommt.
Wie gehe ich vor?
Eigentlich ist die Injektion kinderleicht:
- gewünschte Stelle ausfindig machen
- eventuell betäuben
- Spritze aufziehen
- Kanüle wechseln; Deckel vorerst drauflassen!!!
- desinfizieren!!!
- Deckel runter und die Nadel nicht mehr anfassen, gleich einstechen;
- senkrecht zur Hautoberfläche stechen
- mit leichter Drehung leicht einstechen;- Kein Schmerz: weiter rein
- Schmerz: Stelle wechseln!
- Kein Schmerz: weiter rein
Methoden zur "Erleichterung"
- Flüssigkeit etwas erwärmen; das Öl fließt besser und das gesamte Spritzen ist angenehmer
- danach leicht massieren
- leichte Bewegung nach dem Massieren; anfangs werdet ihr öfters einen Muskelkater (sogenannter Injektionsmukelkater) verspühren, das ist normal! Mit der Zeit wird er aber immer seltener werden
- langsam und gleichmässig spritzen
Die Oberschenkel Injektion:
Bei allen Injektionen in den Oberschenkel (und Schulter/Gesäß) empfehle ich die Methode von Anton v. Hochstetter:
- Kanülenlänge: 30-40 mm
- Kanülendicke: 0,6-0,9 mm
Menge: trotz ärztlicher Empfehlung von 2ml kann ein Bodybuilder Oberschenkel meiner Meinung nach 4ml durchaus aufnehmen!!!
Injiziert wird in den "vastus laterarlis"
Ansatzpunkt ist ungefähr dort, wo die Naht der Jeans ist!
Die Stelle findet ihr wie auf den Bildern gezeigt relativ leicht, v.a. bei BBlern ist der vastus lateralis leicht zu erkennen, einfach mal Muskeln anspannen und ihr werdet ihn sehen.




Die Schulterinjektion:
Ebenfalls nach der gezeigten Hochstetter Methode, hierbei würde ich maximal 1 - 2 ml nehmen und eine Kanülen von 0.4 x 25 mm, wobei es bei öligen Flüssigkeiten wohl mehr als 0,4mm sein sollte, es sei denn ihr habt sie gut erwärmt.
Schaut euch die Bilder gut an, so werden die Chancen Nerven oder Gefäße zu treffen am geringsten sein!!




Die Gesäßinjektion:
Kanülenlänge: 40-50 mm
Kanülendicke: 0,7-0,9 mm
Menge: der Hintern schafft locker 4ml und mehr!


Orientiert an den Knochenvorsprüngen des vorderen Darmbeinkamms und des grossen Grossen Rollhügels.
Mit den Fingern bildet ihr jetzt ein "V", an den vorderen Darmbeinstachel angelegt, der zweite tastet den Darmbeinkamm entlang. Bei niedrigen Bf könnt ihr dabei das Tuberculum laterale, eine Erhebung des Darmbeinkamms tasten.
Jetzt muss der Handballen auf den trochander major zu liegen kommen, der dorsale Finger wird jetzt um ca. 2 cm nach unten verschoben. Der Finger auf dem Darmbeinstachel sollte liegen bleiben, die Injektion erfolgt jetzt in der unteren Hälfte des zwischen Zeige- und Mittelfinger entstandenen Dreiecks.


Abschließendes:
Am Anfang ist ein mittlerer bis starker Muskelkater ziemlich sicher zu erwarten, es kann schonmal vorkommen, dass der Muskel anfängt zu zucken, während ihr injiziert. Dann habt ihr leider einen Nerv getroffen, der wirkung tut das aber nichts ab, sollte das zucken nur kurz / leicht sein, weitermachen, andernfalls rausziehen.
Niemals während einer Injektion den Muskel anspannen, immer "relaxt" sein.
Abszess werdet ihr bei Verwendung von sterilen Lösungen und sauberen Arbeiten nicht kriegen, falls doch zeichnet er sich durch eine Erwärmung Tage später und Schmerzen ab --> umgehend zum Arzt!!!!
Desweiteren kann sich die Stelle schon mal wie ein kleiner Mückenstich anfühlen und beim Draufdrücken schmerzen - das ist normal.
Solltet ihr ins Fettgewebe spritzten, tut das Wirkung auch keinen Abbruch, nur wird der Wirkstoff unregelmässiger und langsamer aufgenommen, nur langsamer/unregelmässiger, wirken tut er trotzdem!!!