Was ist Insulin?
Insulin ist das anabolste Hormon im menschlichen Körper und seine Wirkungen auf den Glukosestoffwechsel treten primär in folgenden drei Gewebetypen auf:- Muskeln
- Fettgewebe
- Leber
Die Insulinausschüttung erfolgt durch die Zellen der Bauchspeicheldrüse als Reaktion auf den Verzehr und die Verdauung von Nahrung – insbesondere als Antwort auf eine kohlenhydratreiche Mahlzeit. Die Insulinspiegel können auch durch Aminosäuren beeinflusst werden, doch Glukose (Kohlenhydrat) besitzt die größte stimulatorische Wirkung auf die Insulinausschüttung. Im Grunde genommen steigt nach dem Verzehr von Nahrung der Blutzuckerspiegel und Insulin wird ausgeschüttet um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren (und zu verhindern, dass dieser zu stark ansteigt).
Der beste Weg zur Aufrechterhaltung eines gesunden Insulinspiegels über den ganzen Tag besteht darin, eine große Vielfalt an Vollkorngetreide, magerem Protein, gesunden Fetten, Früchten und Gemüse zu verzehren. Der einzige Zeitpunkt zu dem man mit Absicht seinen Insulinspiegel erhöhen sollte, ist nach dem Training.
Nachdem dies gesagt wurde, sei erwähnt, dass es eine Anzahl von Supplements gibt, welche die Blutzuckerkontrolle und infolge dessen auch den Insulinspiegel verbessern können. Dies sollte in keinster Weise als Empfehlung angesehen werden eines oder alle dieser Supplements auszuprobieren. Zu beachten ist, dass die gegenteilige Wirkung (niedriger Blutzuckerspiegel, Hypoglykämie), welche durch die Einnahme höherer Dosierungen dieser Wirkstoffe auftreten kann, nicht wünschenswert ist.
Alpha-Liponsäure
Das erste Supplement auf der Liste ist die Alpha-Liponsäure (ALA). ALA kommt in den Körperzellen natürlich vor und ist am Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt. Weiterhin ist ALA für die Herstellung der Hauptenergiequelle des Körpers, dem ATP, wichtig.ALA ist sowohl wasser- als auch fettlöslich (anders als die meisten Vitamine und Mineralstoffe, die entweder nur wasser- oder nur fettlöslich sind). Aufgrund dieser Tatsache ist ALA ein sehr wirkungsvolles Antioxidans, welches dazu in der Lage ist andere Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und Glutathion zu regenerieren, wodurch es dabei hilft oxidativen Schäden vorzubeugen.
Die Verbindung zwischen oxidativem Stress und dem Einsetzen einer Insulinresistenz wurde hauptsächlich anhand von Zellkulturen mit überzeugenden Resultaten untersucht. Es gibt auch einige Studien, die demonstrieren, dass dieselbe Verbindung auch in vivo (im lebenden Köper) existiert.
Eine kürzlich durchgeführte Studie stellte diese Verbindung bei insulinresistenten, fettleibigen Ratten her. Eine weitere aktuellere Studie, die mit Menschen durchgeführt wurden, die an Diabetes vom Typ II (der Körper stellt zwar Insulin her, doch er ist gegenüber dessen Wirkung resistent) litten, kam zu denselben Ergebnissen.
Man sollte nicht denken, dass man aus dem Schneider ist, wenn man nicht übergewichtig ist oder nicht an Diabetes leidet, da eine Insulinresistenz in dieser Gruppe häufiger auftritt. Dies zeigt lediglich, dass es eine Korrelation zwischen größeren Mengen an oxidativem Stress und einer nicht effizienten Insulinwirkung geben könnte. Aus diesem Grund ist es sinnvoll Antioxidantien mit der Nahrung aufzunehmen und auch eine Supplementation könnte eine Gute Idee darstellen – ALA ist ein guter Beginn hierfür.
Zusätzlich hierzu hat sich gezeigt, dass ALA bei der Aufnahme von Glukose in die Muskelzellen hilft. ALA kann die Signalwirkung des Insulins und den Glukosetransport positiv beeinflussen, indem es den GLUT-4 Transportmechanismus, welcher einer der 5 GLUT Transportwege ist, der für die Glukoseaufnahme notwendig ist, direkt anregt. Anders als andere Transportwege wird GLUT-4 durch Insulin reguliert, welches mit größter Wahrscheinlichkeit die Stelle ist, an der ALA ins Spiel kommt.
Einfach gesagt bedeutet dies, dass es ALA den Zellen ermöglichen könnte Nährstoffe (sowohl Nährstoffe aus der Nahrung als auch Supplements) effizienter aufzunehmen, wodurch deren Effektivität gesteigert werden sollte. Potentiell wäre ALA in Verbindung mit der Mahlzeit nach dem Training vorteilhaft, um die Geschwindigkeit, mit der die (Muskel-) Zellen die Nährstoffe, die man ihnen zuführt, aufnehmen und speichern zu steigern und so eine verbesserte Ausnutzung der Regenerationszeit sowie eine bessere Glykogenspeicherung und eine gesteigerte Proteinsyntheserate zu ermöglichen.
Mit den oben beschriebenen Hinweisen scheint es wahrscheinlich zu sein, dass dieses Produkt aufgrund seiner Reduzierung der oxidativen Beschädigungen in Verbindung mit dem Potential zur Steigerung der Nährstoffaufnahme auf zellularer Ebene, eine sinnvolle Bereicherung des persönlichen Supplementarsenals darstellen könnte.
Bitter Melon
Bitter Melon (BM) ist eine beliebtes Produkt, das weltweit verwendet wird, um den Seruminsulinspiegel zu senken und den Blutzuckerspiegel zu normalisieren. Der Saft der Bitter Melon und auch die gesamte Frucht sind normale Bestandteile der Ernährung in anderen Bereichen der Welt, doch in Amerika sind diese nicht allzu weit verbreitet. Es gibt bezüglich Bitter Melon nicht allzu viele veröffentlichte an Menschen durchgeführte Untersuchungen, doch das was vorhanden ist, klingt vielversprechend.Es scheint, dass die Wirkung von BM auf den Glukosestoffwechsel primär daher rührt, dass BM ein insulinähnliches Polypeptid namens Polypeptid P enthält, welches auch als Pflanzeninsulin bezeichnet wird.
Pflanzeninsulin zeigt eine dem Rinderinsulin ähnliche Wirkung, welches bekanntlich den Blutzuckerspiegel senkt. Es gibt jedoch Spekulationen, dass all die positiven Wirkungen einer BM Supplementation von mehr als nur einer Verbindung hervorgerufen werden.
Eine vor kurzem veröffentlichte Studie wurde durchgeführt, um zu untersuchen, ob die Verwendung von BM berechtigt ist. Die Forscher fütterten männliche und weibliche Ratten entweder mit einer fettarmen oder einer fettreichen Nahrung und unterschiedlichen Dosierungen gefriergetrocknetem Bitter Melon Safts (7,5g oder 15g pro Kilo Körpergewicht), um die Wirkung von BM auf die Glukosespiegel, die Insulinresistenz, die Energieeffizienz und die Fettleibigkeit zu bestimmen.
Das Ergebnis dieser Studie zeigte, dass BM die Gewichtszunahme und das Körperfett reduzierte, ohne dass die Energieaufnahme oder die Fettabsorption beeinflusst wurden. Zusätzlich hierzu wurde die durch eine fettreiche Ernährung beeinträchtigte Glukosetoleranz durch BM normalisiert. Bei den Gruppen, die eine BM Supplementation erhielten, sank der Seruminsulinspiegel dosisabhängig (die Gruppen mit einer höheren BM Dosierung wiesen nicht signifikant niedrigere Insulinspiegel auf). Hmmm, klingt nach einem interessanten Produkt.
Kommen wir auf den angestrebten Diskussionspunkt dieses Artikels zurück. Unter der Annahme, dass BM in der Tat die Blutzuckerspiegel senkt und die Insulinsensitivität steigern kann, könnte es eine gesteigerte zellulare Aufnahme von Nährstoffen ermöglichen.
Man sollte allerdings beachten, dass größere Mengen von Bitter Melon Durchfall verursachen können, was jedoch nicht bei allen Personen der Fall ist. Aus diesem Grund möchte ich darauf hinweisen, dass die Einnahme auf eigenes Risiko erfolgt – klopft also nicht an meine Tür, wenn Ihr Bitter Melon ausprobiert und danach die Szene aus Dumm und Dümmer nachspielt, bei der sich Jeff Daniels alias Harry Dunn im Badezimmer befindet, nachdem er eine ganze Tasse Turbo Lax für andauernde effektive Erleichterung eingeflößt bekommen hat.
Leinsamen und Leinöl
Unabhängig von der Wirkung von Leinsamen oder Leinöl auf den Blutzuckerspiegel würde ich auf jeden Fall empfehlen beides zu supplementieren, doch das wäre ein anderer Artikel für einen späteren Zeitpunkt. Bleiben wir für jetzt beim Thema dieses Artikels.Sowohl Leinsamen als auch Leinöl sind eine gute Quelle für Linolensäure, welche einen Vorläufer für die n-3 Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), die man in Fisch findet, darstellt.
Wissenschaftler wissen, dass der Gesamtfettanteil der Ernährung die Insulinsensibilität beeinträchtigen kann. Wie wir wissen, sind nicht alle Fette gleich und somit kratzt die reine Betrachtung des Gesamtfettanteils lediglich an der Oberfläche des Themas. Aus diesem Grund haben Wissenschaftler kürzlich damit begonnen genauer zu erforschen, inwiefern bestimmte Typen von Fett die Insulinsensitivität beeinträchtigen. Dies ist die Stelle, an der Leinsamen und Leinöl ins Spiel kommen.
Eine Studie, die vor einem Jahrzehnt bei der 55. Konferenz des Flax Institute of the United States (ja, so etwas gibt es wirklich) vorgestellt wurde, demonstrierte, dass die Zugabe von Leinsamen zur Ernährung von Ratten die insulinresistenten Rezeptoren in den Zellen wieder sensibilisieren konnte.
Eine andere Studie zeigte, dass eine Supplementation mit Leinöl die Insulinsensitivität bei übergewichtigen Frauen nach der Menopause verbessern kann. Doch selbst wenn ich mit all diesen Daten völlig falsch liege, stellt Leinöl aus vielen weiteren Gründen eine gute Investition dar.