Figen Özdemir im Interview

Wann hast Du mit Wettkämpfen angefangen und was war Deine Motivation?

Ich habe im Frühjahr 2010 mit Wettkämpfen angefangen. Meine Motivation war ich selbst. Mein Freund Mario hat mich dabei natürlich super unterstützt und mir bei allem geholfen. Ich wollte meinen Körper verändern und spaßeshalber an einer Meisterschaft teilnehmen, um zu wissen, wie das Gefühl so ist, selbst auf der Bühne zu stehen, wie die Vorbereitung abläuft, das Training, die Diät, die Disziplin und der Wille dein Ziel zu erreichen. Wichtig war mir hundert prozentig vorbereitet zu sein. Die Platzierung spielte am Anfang überhaupt keine Rolle. "Dabei sein ist alles!" war das Motto.

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Wie bist Du zum Kraftsport/Fitness gekommen?

An erster Linie bin ich durch die Sportschule Glucker zum Fitness gekommen, da ich 6 Semester Trainingslehre hatte. Wir hatten im Unterricht damals schon einige Übungen an den Geräten getestet. Ich habe dann auch ab und zu neben meinem Studium in einem Fitness Studio gearbeitet, um die ganze Trainingslehre besser zu verstehen. Aber so richtig trainiert habe ich mit Mario das erste Mal. Er hat von Anfang an immer gesagt, dass ich eine sehr gute Genetik habe und das Zeug dazu hätte. Er hat mich praktisch immer motiviert.

Wie war für Dich die zurückliegende Saison, mit welchen Erwartungen bist in diese gestartet?

Die Saison 2010 war für mich bombastisch. Die allererste Meisterschaft, BAWÜ in Schorndorf, war sozusagen ein Testlauf. Wie oben schon erwähnt war das Motto: "Dabei sein ist alles." Einfach Spaß zu haben. Natürlich habe ich mich 100 % vorbereitet, und wurde auf Anhieb Vize-Meisterin.

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Auf der DM in Gersthofen, direkt eine Woche später, wollte ich auf jeden Fall in die Top 6. Hatte mit dem 4. Platz somit mein Ziel erreicht.

Nach sehr viel positivem Feedback und Anregungen wollte ich mich in der Herbstsaison natürlich nochmal verbessern. Wie es ausging, wisst Ihr ja. (lacht) Die harte Arbeit und die Disziplin hat sich auf jeden Fall gelohnt.

War die Pro Card Dein Ziel/Traum?

Ich würde mal sagen, ein Traum einmal in Amerika auf der Bühne zu stehen und mit den besten der Welt sich zeigen zu dürfen. Dass ich dann die Pro Card bekommen habe, ist natürlich unglaublich. Es verlief alles wahnsinnig schnell, irgendwie kann ich es immer noch nicht fassen. Tolles Gefühl.

Wie sehen Deine Pläne für 2011 aus? Wirst Du an Wettkämpfen teilnehmen?

Im März fliege ich erst mal mit Mario zusammen zu den Arnod Classics. Leider war es für die Teilnahme an der Bikini Meisterschaft zu spät, die Teilnehmerliste war schon voll. Ich freue mich trotzdem riesig, kann es kaum erwarten, so ein riesen Sports Festival vor Ort zu erleben.

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An welchen Meisterschaften ich in den USA teilnehmen werde, ist noch nicht sicher. Kommt auf die Sponsorengelder an. Umso mehr Sponsoren, umso mehr kann ich teilnehmen.

Wie sieht Dein Training und Deine Ernährung während der Vorbereitung aus?

Da ich den Fitness - Lifestyle lebe, ernähre ich mich das ganze Jahr über ziemlich gut. Ich habe einmal die Woche meinen Cheatday. An diesem Tag ist wirklich alles erlaubt. (grinst) Bei der Vorbereitung auf einen Wettkampf reduziere ich die Kohlenhydrate und steigere meinen Eiweißhaushalt, das Typische, wie man es kennt. Und habe natürlich mehr Cardio Einheiten als sonst. Mein Training besteht weiterhin aus Kickboxen, TRX-Training und das Klassische Krafttraining an den Geräten. Ich mag es buntgemischt. Im Sommer würde noch Beachvolleyball auf dem Plan stehen.

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Wie fühlt man sich als erste deutsche Bikini-Profi-Athletin?

Natürlich unglaublich!! Wie bereits erwähnt, ich kann es immer noch nicht glauben. Ein super geniales Gefühl!!

Wie waren die letzten Sekunden vor der Verkündung des Ergebnisses bei der Int. Deutschen Meisterschaft?

Total aufregend. Da Ramona und ich beim Donau Cup und Rhein-Neckar Pokal immer um die ersten beiden Plätze kämpften, dachte ich einen Augenblick, dass ich nicht die Siegerin bin. Ich hatte gedanklich auch schon abgeschlossen und war fest davon überzeugt, dass Ramona gewinnen würde. Als Ihr Name dann doch als erstes aufgerufen wurde, dachte ich, ich habe mich verhört. Ich war sehr überrascht und überwältigt!

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Gab/gibt es sportliche Vorbilder?

Im Bodybuilding und Fitnessbereich kommt an erster Linie Regiane Da Silva. Sie hat mich immer motiviert. Ihre Energie ist einfach absolut genial. Mit Ihr kann man immer Lachen und Spaß haben. Ihre Disziplin und Power ist unglaublich. Von Ihr könnte sich jeder eine Scheibe abschneiden. (grinst) Einfach Klasse. Hut ab, wie sie das alles meistert.

Von den IFFB Pro Athleten aus Amerika finde ich Amanda Latona, Sonia Gonzales und Larissa Reis super.

Magdalena Brzeska und Swetlana Khorkina waren zu meiner Jugendzeit meine Vorbilder (Kunstturnen und Rhythmische Sportgymnastik).

Was ist für Dich nun die größte (erwartete) Veränderung in Bezug auf die kommenden Wettkämpfe als Profi?

Das wird sich zeigen...

Woran willst Du arbeiten, was verbessern?

Meine Beinmuskulatur möchte ich auf jeden Fall verbessern. Man ist ja immer ziemlich selbstkritisch. Läuft aber alles super. Und meine Präsentation und Routine auf der Bühne. Noch sicherer zu sein. Immer schön vor dem Spiegel den Catwalk üben. (lacht)

Das wichtigste während einer Vorbereitung für Dich ist…?

… Spaß zu haben !! Die Disziplin und der Ehrgeiz kommt dann von selbst.

Möchtest Du noch etwas los werden?

Ich möchte mich an erster Linie bei meinem Freund Mario Rieger bedanken. Er unterstützt mich bei allem wo es nur geht.

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Natürlich Freunde und Familie, die an mich glauben.

Einen besonderen Dank geht an Albert Busek, der im Frühjahr an der DM in Gersthofen schon an mich geglaubt hat. Vielen Herzlichen Dank.

Und an Holger Berghof - B&B Martial Arts aus Schwäbisch Hall, der mir Disziplin beigebracht hat und immer sagt: Live your dreams !

Somit auch mein Fazit: Träume nicht dein Leben - Lebe deinen Traum ! Jeder ist für sein Schicksal selbst verantwortlich.

Have Fun (lacht)