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Der Körperfettanteil – kurz KFA – ist zweifelsfrei gleich nach dem Oberarmumfang die beliebteste Zahl, mit der halbstarke Heringe sich in den Bodybuildingforen dieser Welt virtuelle Schwanzvergleiche leisten. Kein Tag vergeht, an dem nicht ein neuer Thread eröffnet wird, in dem ein Trainierender mit einem BMI, der manch alten Hasen am liebsten eine Zwangsernährung anordnen lassen würde, nach der magischen Zahl fragt. Dieser kurze Artikel soll dazu dienen, einen Überblick über mögliche Messmethoden zu schaffen. Eins bereits vorweg: Schätzen gehört nicht dazu!

Auch wenn das Schätzen-lassen inzwischen im Internet eine verbreitete Akzeptanz zur Messung des KFAs zu haben scheint, so gibt es doch diverse andere Methoden, die deutlich genauer und vor allem objektiver sind.

Die unter Bodybuildern wohl bekannteste Methode stellt die sogenannte Calipermessung dar. Dabei wird mit Hilfe eines Calipers die Hautfaltendicke an neun Stellen vermessen, um über die Dicke den Körperfettanteil zu messen. Es gibt auch die Möglichkeit lediglich drei Stellen des Körper zu nutzen, aber im Gegensatz zur Satzzahl der Bizepscurls ist hier mehr wirklich mehr. Die Methode mag keinen absolut korrekten Wert wiedergeben, stellt aber eine gute Möglichkeit dar, um Entwicklungen zu dokumentieren.

Eine andere beliebte Methode stellt das Messen mittels der Bioelektrischen Impedanzanalysen dar. Ursprünglich zur Bestimmung des Flüssigkeitshaushaltes gedacht, wird mit Hilfe von Wechselstrom der Körperfettanteil des Individuums gemessen, wobei dieses Messverfahren, wie man aufgrund seines Ursprunges vermuten kann, stark anfällig für Verfälschungen aufgrund des Wasser- oder Mineralienhaushaltes des Probanden ist.

Wer es schließlich wirklich ganz genau wissen will, muss sich mit Hilfe des Hydrodensitometrie-Verfahrens in eine übergroße Badewanne begeben. Dank Archimedes kennen wir das Prinzip der Verdrängung und dieses kommt in diesem Fall zum Tragen, um den Körperfettanteil eines Probanden möglichst genau zu bestimmen. Alternativ wird dieses Verfahren inzwischen auch mit speziellen Luftkammern durchgeführt und stellt die mit Abstand genauste Möglichkeit dar, den Körperfettanteil zu bestimmen. preview

Neben diesen drei "Hauptmethoden" gibt es noch weitere Methoden, die jedoch für die praktische Umsetzung noch weniger Bedeutung haben werden, als das Untertauchen in einer übergroße Badewanne.

Doch was sagt uns der KFA? Während Wettkampfbodybuilder ohne Frage mit dem Körperfettanteil einen guten Indikator haben, ob ihr Gewichtsverlust wie gewünscht durch Körperfett oder, was weniger gut wäre, aufgrund des Verlustes von Magermasse zustande kommt, so hat diese Zahl für die meisten Trainierenden vermutlich so viel Aussagekraft wie das Horoskop aus dem regionalen Groschenblatt. Erst recht, wenn die Ermittlung aus der Schätzung von anderen Personen mit Hilfe von ein paar Fotos im Internet hervorgeht.

Denn einzelne Fotoaufnahmen können die Realität deutlich verzerren – positiv wie negativ, wobei zu vermuten ist, dass die Wenigsten Fotos von sich hochladen werden, auf denen sie suboptimal getroffen wurden.

Tagesform, Kohlenhydrate im Körper, gespeichertes Wasser, Pump, Zeitpunkt und Größe der letzten Mahlzeit, Lichtverhältnisse und nicht zuletzt die Pose lassen eine KFA-Bestimmung in etwa so genau zu, als ob man weiße Weihnachten für die nächsten fünf Jahre vorhersagen wollen würde.

Also tut Euch selbst einen Gefallen: Wenn Ihr wirklich Euren Körperfettanteil wissen wollt, investiert das Geld in einen Caliper und nutzt die 9-Falten-Methode um einen annähernd genauen Wert zu erhalten. Alles andere ist so unterhaltsam die Werbung zwischen den Sexy-Sportclips und stellt nur eine Zeitverschwendung für uns alle dar.