Kann man aus Scheiße Gold machen?
"Tokio Hotel ist eine deutsche Band aus dem Raum Magdeburg. Mit bisher je vier Nummer-eins-Singles in Deutschland und Österreich sowie über sechs Millionen verkauften Tonträgern (Stand 2009) gehört sie im deutschsprachigen Raum zu den kommerziell erfolgreichsten Bands der letzten Jahre."
Ja, man kann aus Scheiße Gold machen, auch wenn das dem armen Archimedes Tränen in die Augen treiben würde.
Für alle, die sich nun wundern: Nein, Ihr seid nicht auf VIVA und das ist auch nicht die Bravo. Denn auch wenn man in der Musikbranche tatsächlich aus Scheiße Gold machen kann, klappt das im Bodybuilding leider nicht ganz so gut.
Ok, erst einmal möchte ich meine Wortwahl entschuldigen. Niemand soll sich hier beleidigt fühlen. Ich habe bei der Wahl des Titels bewusst eine etwas drastische Formulierung gewählt. Bewusst deswegen, weil man manchen Leuten einfach mal den Kopf waschen muss.
Worum geht es nun hier überhaupt? Ganz einfach: Um die Frage, ob jedermann einen muskulösen Körper aufbauen kann. Regelmäßig kommen im Forum Fragen auf wie "Ich bin Hardgainer, kann ich trotzdem Muskeln aufbauen?", "Wo ist das natürliche Limit für Hardgainer?" oder "Wie muss ich als Hardgainer trainieren?". Ihr seht schon: Ich mag den Begriff Hardgainer!
Was ist das eigentlich ein Hardgainer? Vielleicht sollte ich Stuart McRobert fragen, der ja ganze Kolumnen in der Flex schreibt, die sich damit beschäftigen, welche speziellen Programme diese bemitleidenswerte Menschengruppe ausführen müsse, um wenigstens ein paar Muskeln aufzubauen. Vielleicht lasse ich es aber auch! preview
Es gibt die – nicht unumstrittene – Einteilung in ekto-, meso- und endomorph und ganz grundlegend ist das sicher auch nicht unbedingt falsch. Manche Leute sind nun mal eher dazu veranlagt schlank und drahtig zu sein, andere sind von Natur aus breiter gebaut. Alles richtig! Und ganz sicher ist es so, dass die Elite unseres Sportes aus einer Horde genetischer Freaks besteht. Auch die müssen jahrelang hart schuften, auch sie müssen diszipliniert essen und auch sie kommen nicht ohne Hilfsmittel aus, aber dennoch sehen sie anders aus, als jemand mit einer weniger guten Veranlagung, der sich exakt genauso verhalten würde.
Auf die Frage, wie er es denn mit dem Stoff halte, antwortete Ronnie Coleman mal sinngemäß: "Würdest Du das gleiche nehmen wie ich, meinst Du, Du würdest auch genauso aussehen?" Er bezog das in dem Moment wohl weniger auf die Genetik und mehr auf den Aufwand, den er bringen muss, aber unabhängig davon kann man das auch wunderbar auf die Genetik übertragen.
Ja, es ist unfair, dass der eine nur einen Burger anschaut und fett wird und der Nebenmann mit Six-Pack nach dem zweiten noch einen Milchshake schlürft. Ja, es ist unfair, dass man zeitgleich mit einem Kumpel zu trainieren anfängt und er nach einem Jahr 100kg auf der Bank drückt und man selbst nur 60kg. Und ja es ist unfair, dass Paris Hilton Ferrari fährt und ich nur einen Golf. Aber that's life!
Entweder kann man nun also jammern, dass das Leben scheiße ist, die Hanteln links liegen lassen und die Sache beenden, weil es ja eh keinen Sinn hat, oder man kneift mal die Arschbacken zusammen und baut den besten Körper auf, den einem die eigene Genetik erlaubt. Und wer das schafft, dafür lege ich meine Hand ins Feuer, sieht besser aus, als mindestens 90% der anderen Studiobesucher.