von Dr. Squat
Einleitung
Ich hatte mir eigentlich geschworen nie mehr an der Diskussion über Steroide teilzunehmen. Nachdem ich 1980 ein Buch über dieses Thema geschrieben hatte geriet ich so sehr unter den Beschuss von sowohl der Bundespolizei als auch den Kollegen, dass ich mit sagte Das wars, ich höre auf! Augenscheinlich hatten diese Leute den Eindruck, dass ich die Verwendung von Steroiden entschuldigen wollte. Dies zeigt eigentlich nur, dass sie das Buch niemals gelesen haben. previewIch hatte damals einen neutralen Standpunkt zum Thema Steroide eingenommen. Der Grund hierfür bestand darin, dass
- Viele Ärzte immer noch Steroide an ihre athletischen Patienten verschrieben
- diejenigen, die legitime Untersuchungen auf dem Gebiet der Steroide durchführten, davon berichteten, dass während Langzeitfolgen noch unbekannt waren, über einen kurzen Einnahmezeitraum lediglich milde und reversible Nebenwirkungen bei allen Personen außer Kindern und Frauen beobachtet werden konnten. Ich war damals niemand, der sich in einer Position befand, in der er hätte sagen können, dass sie hiermit falsch liegen.
Ich werde hierauf gleich noch näher eingehen. Zuerst möchte ich meinen Lesern jedoch sagen, was der Auslöser für diesen Artikel, von dem ich geschworen hatte, dass ich ihn niemals schreiben würde, war. Ich höre Jugendliche über Stoff reden. Sie reden darüber, was man am besten nehmen sollte und wie viel man davon nehmen sollte. Kombiniere dies, steigere die Dosis davon. Ich höre dies von verdammt vielen Jugendlichen, die mit dem Eisensport beginnen. Diese Kids glauben verdammt noch mal fast alles, was sie in den Bodybuildingzeitschriften lesen!
Befinde ich mich deshalb auf einem Kreuzzug gegen Steroide? Wohl kaum. Kreuzzüge waren aus historischer Sicht immer Fehlschläge und ich stehe nun mal nicht auf Fehlschläge, meine lieben Eisenfreunde. Nein, in der Tat nicht.
Doch kommen wir zurück zum Thema. Kids und Stoff. Schauen wir uns einige bodenständige philosophische Themen sowie einige Untersuchungen an.
Die Verwendung anaboler Steroide durch Jugendliche an der High School oder Junior High School ist gut dokumentiert. Zwei Studien, die vom Health and Human Services Department veröffentlicht wurden, gehen davon aus, dass mindestens 260.000 Schüler der Klassen 7 bis 12 Steroide entweder verwenden oder bereits einmal verwendet haben. Die American Heart Association schätzt, dass mindestens die Hälfte aller Spieler in der College Football Liga Steroide für ausgedehnte Zeitspannen verwendet haben. Diese und viele ähnliche Studien stellen jedoch nur Abschätzungen dar. Der volle Umfang des Problems bleibt somit unklar.
Was jedoch klar ist, ist die Tatsache, dass es sich hierbei um ein wachsendes Problem handelt. Die Verwendung von Steroiden nimmt nicht ab, wie einige Befürworter von Dopingtests behaupten (sie versuchen hierdurch lediglich ihre eigene Existenz zu rechtfertigen).
Einige der potentiellen Nebenwirkungen umfassen laut zahlreicher Autoren bei Jugendlichen unter anderem temporäre Unfruchtbarkeit, vorzeitiger Verschluss der Wachstumsfugen in langen Knochen, gesteigerte Aggressivität, Akne, eine Vorbelastung für Verletzung des Bindegewebes und (bei Mädchen) irreversible Vermännlichungserscheinungen. Einige der sozialen Risiken umfassen die Beschuldigung zu betrügen und einen Bruch des Gesetzes.
Die potentiellen Risiken – unabhängig davon, ob sie real oder mehr hypothetischer Natur sind, von kurzfristiger oder langfristiger Natur sind oder ob sie physiologischer, psychologischer oder sozialer Natur sind – werden von den jungen Anwendern offensichtlich als akzeptabel angesehen. Man vermutet, dass ein Grund für diese weit verbreitete Akzeptanz der potentiellen Risiken darin besteht, dass die Konsequenzen der Abstinenz als noch schlimmer angesehen werden.
Wow! Auszeit! Die schlimmeren Konsequenzen der Abstinenz? Ja, tatsächlich. Dies sollte ich näher erklären. Dieses Thema ist zu wichtig, als dass man es ignorieren könnte.
Einige der häufig zitierten Gründe für die Anwendung von Steroiden durch Jugendliche umfassen:
- Die Angst davor, es nicht ins Team zu schaffen oder den Talentscouts der Profiliga nicht aufzufallen.
- Die Angst davor, dass einen die Gleichaltrigen nicht akzeptieren, wenn man die Herausforderung nicht annimmt und sich traut.
- Die Angst davor, beim Wettstreit um die Mädels zu verlieren.
- Die Angst davor, dass man mit anderen nicht mithalten kann, da alle Steroide verwenden.
- Die Angst davor, dass die eigene Leistung oder das eigene Erscheinungsbild nicht so gut ist, wie es sein könnte, und dass hierunter das eigene Selbstvertrauen leiden könnte.
- Die Tatsache, dass so viele der hoch bezahlten, beliebten und extreme talentierten Sportler bezüglich der Verwendung anaboler Steroide überführt werden konnten oder deren Gebrauch zugegeben haben.
- Sportler haben seit Beginn der Geschichte des Sports immer nach allen ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten gesucht ihre Leistungsfähigkeit zu steigern und diese natürlich auch genutzt. Einige dieser Methoden waren sicher, andere gefährlich, einige waren legal, andere illegal, doch alle Methoden dienten dazu, sich einen Vorsprung vor der Konkurrenz zu sichern.
- Junge Sportler fühlen sich unbesiegbar und deshalb immun gegenüber den schädlichen Nebenwirkungen dieser Medikamente und
- Die Kids glauben den grässlichen Warnungen der medizinischen Gesellschaft bezüglich POTENTIELLER Risiken nicht (sie wurden bereits zu häufig angelogen – und das nicht nur von Ärzten oder Trainern, sondern auch von moralisch korrupten Dealern).
Ich war selbst einmal ein Jugendlicher. Wenn mir damals Bezugspersonen gesagt hätten, dass ich, wenn ich keine Steroide anwenden würde, es niemals ins Team schaffen würde und niemals eine Freundin finden würde, die besser als Popeyes Olivia oder Sad Sacks Schwester aussieht, dann hätte ich verdammt noch mal auch Steroide verwendet. Wer könnte von sich behaupten in dieser Situation etwas anderes zu tun?
Nun, vielleicht besitzen einige dieser häufig zitierten Gründe dafür, dass Jugendliche Steroide verwenden, ihre Gültigkeit – zumindest oberflächlich gesehen. Doch ich glaube, dass es tiefer liegende Gründe gibt, die aufgrund der Unfähigkeit der erwachsenen Bevölkerung Schuld auf sich zu nehmen, völlig unter den Teppich gekehrt wurden. Die vielleicht tückischsten Faktoren sind das Verhalten von Eltern, Trainern, der Medien und der Gesellschaft im Allgemeinen:
Faktoren die zum Gebrauch von Steroiden beitragen:
- Talentierte junge Sportler werden in beängstigende frühe Sportförderprogramme gedrängt
- Jugendliche, die ihren Körper (und in einigen Fällen ihre moralischen Grundwerte) riskieren, um zu gewinnen, werden glorifiziert.
- Die Forderung, dass junge Sportler (oder auch Nichtsportler) nach Größe streben – koste es was es wolle.
Okay, zumindest etwas persönliche Verantwortung muss von den Jugendlichen Anwendern akzeptiert werden. Im Folgenden werde ich diese sozio-kulturellen Faktoren Stück für Stück durchgehen und mit einigen üblichen zwischenmenschlichen Themen beginnen.
Sozio –kulturelle Faktoren
Faktor eins
Steroide sind bei allen Jugendlichen und insbesondere bei Sportlern ein häufiges Gesprächsthema, wobei während solcher informellen Gespräche viele Fehlinformationen weitergegeben werden. Hierbei geschieht folgendes: Permutationen der Fakten, welche ursprünglich den Zeck hatten den eigenen Steroidgebrauch zu rechtfertigen, gelangen unweigerlich von einem Gespräch zum nächsten (z.B. Ich glaube er bekommt die Steroide von seinem Arzt wird bald zu Sein Arzt ist der Meinung, dass Steroide in Ordnung sind und dann zu Mein Arzt sagt, dass ich sie brauche – ich muss irgend einen Mangel oder so was haben.)Faktor zwei
Der Gruppenkonsens bezüglich des Bedarfs für Steroide verschiebt im Vergleich zu einer unabhängigen Beurteilung meist mehr in die risikoreichere Richtung. Vielleicht hat man schon einmal beobachtet, dass eine Gruppe von Jungs fast immer die risikoreichere Alternative anstelle der konservativsten Alternative wählen wird. Ist dies die Suche nach dem Kick? Vielleicht, doch soziale dynamische Faktoren, die durch jahrelange psychologische Untersuchungen gestützt werde, sprechen für etwas anderes.Diese Jugendlichen haben sich aufgrund des Gruppenzwangs (der Druck persönliche Entscheidungen in Ehrerbietung an entweder den Gruppenkonsens oder die Meinung(en) von Bezugspersonen zu treffen) dafür entschieden, Steroide zu verwenden. Woher kommen ihre Informationen? Nicht von den Ärzten, denn Ärzten kann man nicht trauen. Wie oft hat man schon etwas in der Art wie folgendes gehört: Die haben schon früher gelogen und werden wahrscheinlich auch diesmal wieder lügen. Man muss sich nur die Massenmedien ansehen, die immer wieder behaupten, dass Steroide nichts bringen. Sorry, aber wer glaubt so etwas eigentlich noch?
Von wem kommen also die Informationen? Wie sieht es mit den Trainern aus? Älteren Brüdern? Älteren Mannschaftsmitgliedern? Den Zeitschriften mit Bildern von mit Steroiden vollgepumpten Bodybuildern? Fast täglich aus den Sportnachrichten? Und wie sieht es mit dem häufig zitierten Steroid Guru aus?
Faktor drei
Die Gesellschaft fordert (und belohnt) bessere sportliche Leistungen und Fähigkeiten. Man muss sich nur einmal den Sportteil einer Zeitung durchlesen. Sportlern wird andauernd gesagt, dass sie, wenn sie gut werden – WIRKLICH gut - von den Profimannschaften angeworben werden und Millionen verdienen. (Oder man wird ein bestimmtes Mädchen bekommen, oder ins Team aufgenommen werden, erfolgreich sein, usw.). Liegen diese Jugendlichen mit ihren Beobachtungen falsch? In der Tat nicht. Doch es spielt keine Rolle ob etwas richtig oder falsch ist, da es sich hierbei um die gängige Sichtweise handelt.Faktor vier
Eine häufig verwendete Definition für abweichendes Verhalten ist Verhalten, das die institutionellen Erwartungen, die innerhalb eines sozialen Systems als legitim anerkannt werden, verletzt. Aus diesem Grund sehen Jugendliche ein von der Norm abweichendes Verhalten nicht nur als Reflektion ihrer Persönlichkeit sondern auch als die Struktur der Gruppe, in der dieses Verhalten auftritt bzw. ausgelebt wird.Abweichung kann nicht ausschließlich als eine Verletzung der akzeptierten Verhaltensstandards durch einzelne Jugendliche angesehen werden. Sie muss vielmehr im Kontext mit dem sozialen System des Sports im Allgemeinen und – in einem mehr direkteren Sinn – im Kontext mit den Mannschaftskameraden, den Mitschülern, den Lehrern und den Trainern betrachtet werden.
Innerhalb dieses Definitionsansatzes für abweichendes Verhalten wird die Verwendung von Steroiden nicht als abweichend angesehen. Der Steroidkonsum wird vielmehr nicht nur als normal, sondern sogar als wünschenswert betrachtet!
Zurückkommend auf den eröffnenden Punkt dieses Artikels liegen hierin die größeren Konsequenzen der Abstinenz. Das Risiko des Nichtgebrauch von Steroide wird in einem kollektiven (sozialen) Zusammenhang als höher als die mit dem Gebrauch von Steroiden in Verbindung stehenden Risiken angesehen.
Aktuelle Strategien für den Kampf gegen Steroide
Ungeachtet der erwähnten sozio-kulturellen Zwänge und Faktoren fordert die öffentliche Meinung die Bekämpfung des Steroidmissbrauchs im Bereich des Sports (was zumindest zum Teil auf die ausgiebige Berichterstattung zu diesem Thema in den Medien zurückgeführt werden kann). Es wird oft damit argumentiert, dass die letzte heilige Bastion der Reinheit gefährdet ist und auf dem Spiel steht.Abgesehen von diesem emotionalen Grundprinzip gibt es noch weitere ethische und moralische Themen:
- Der Sportler könnte körperlich oder psychologisch Schaden nehmen
- Die Verwendung von Steroiden durch einen Sportler könnte andere Sportler dazu zwingen dasselbe zu tun, um das Gleichgewicht der Kräfte wieder herzustellen.
- Die Verwendung von leistungssteigernden Medikamenten ist unnatürlich und jeder Erfolg ist auf äußere Faktoren zurückführbar.
- Anwender von Steroiden haben gegenüber Nichtanwendern einen unfairen Vorteil.
Ich bin der Überzeugung, dass der Steroidgebrauch unter Jugendlichen bekämpft werden muss. Es gibt einfach zu viele biochemische, psychologische und physiologische Gründe und zu viele unbeantwortete Fragen, um diesen Gebrauch verzeihen zu können. Mit Sicherheit können wir dieses Thema nicht einfach ignorieren.
Weder Dopingtests mit drohenden negativen Konsequenzen noch die Bereitstellung medizinischer Erkenntnisse, welche Abschreckungstaktiken umfassen, haben sich als ausreichend effektiv erwiesen, dass man sich auf sie alleine verlassen könnte (Ferstle, 1993; Yesalis & Wright, 1993). Selbiges gilt auch für Bildung und Erziehung (Yesalis & Wright, 1993). Weiterhin konnte bisher keine Organisation eine Lösung für das Problem der exzessiven Kosten für Dopingtests oder das andauernde, über ein akzeptables Maß hinaus gehende, Vorkommen falscher negativer (primär aufgrund den immer ausgereifteren Techniken zur Umgehung eines positiven Testergebnisses) und falscher positiver Testergebnisse anbieten.
Ferstle (1993) und Kammerer (1993) kommen zu dem Ergebnis, dass Dopingtests immer noch in den Kinderschuhen stecken und dass die mit ihnen in Verbindung stehende Komplexität, ihre Kosten, das benötigte Training und involvierte rechtliche Faktoren durch ein totales Vertrauen in diese Praxis gemildert werden. Beide Autoren argumentieren jedoch, dass sich diese Vorgehensweise zumindest bei einigen Sportarten als teilweise effektiv erwiesen hat und nur dann wirklich effektiv sein kann, wenn mehr Geld, mehr Training, weiterführende Forschung und Planung folgen und der Anreiz für den Missbrauch von Steroiden sinkt.
Dies ist ein sehr großes wenn
Im Laufe des letzten Jahrzehnts wurden unterschiedliche Strategien angewandt, um die Verwendung anaboler Steroide unter Jugendliche zu bekämpfen. Hierbei gibt es vier Hauptstrategien, die für regelmäßig vorgeschlagen werden (Yesalis & Wright, 1993). Yesalis und Wright bieten folgende Alternativen und Kommentare an:Legalisierung: Ein Ende der Heuchelei? - Nicht akzeptabel. Sportler würden sich entweder zusätzlichen Risiken aussetzen oder einen Wettbewerbsnachteil besitzen.
Ein gesetzliches Verbot - Nicht vollständig praktikabel und belastet durch die Durchsetzung sowie Testprobleme. Diskussionsfähig.
Aufklärung: Hört jemand zu? - Kein Allheilmittel, besitzt jedoch Potenzial. Nichtbeachtung, Misstrauen und ein Mangel an wissenschaftlichen Beweisen stellen die Hauptprobleme dar.
Unsere Wertvorstellungen müssen sich ändern. - Wenn wir unseren Narzissmuss oder unsere Natur des Konkurrenzdenkens nicht kontrollieren können, dann müssen wir uns dem Steroidgebrauch – selbst bei Kindern – ergeben. Es ist unwahrscheinlich, dass wir uns ändern werden.
Bis jetzt hat noch keine Organisation einen effektiven Ansatz dafür gefunden, die Art und Weise, auf die Kinder zu einer Sportart hingezogen werden, so zu manipulieren, dass kein Anreiz mehr für den Missbrauch von Steroiden mehr besteht. Die Medien, der Steroidmissbrauch von Eltern und Bezugspersonen und die Trägheit der Gesellschaft arbeiten der Entwicklung oder Umsetzung eines solchen Planes entgegen.
Seitens der Marketing Strategen im Bereich der Sporternährungsindustrie gab es einige dürftige Versuche, doch die meisten hiervon waren entweder absolut lachhaft, da Produkten eine Effizienz nachgesagt wurde, die der von Steroiden entspricht, oder sie waren von Grund auf gefährlich und wurden infolgedessen von der Gesundheitsbehörde vom Markt genommen. Dies überrascht im Licht der Drogen sind gut Mentalität dieser Branche nicht.
Aus meiner Sicht wäre der Versuch eine brauchbare Alternative für Steroide zu finden den Aufwand wert. Wenn solche Alternativen existieren, dann könnten sich jugendliche Steroidkonsumenten für die weniger risikoreiche Alternative entscheiden. Ich glaube, dass keine andere Strategie die Macht hat dies zu erreichen. Man sollte in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass die Verwendung von Steroiden von Jugendlichen – oder Erwachsenen - nicht als so riskant angesehen wird, als dass man deshalb auf ihre Anwendung verzichten würde.
Was können wir tun? Was SOLLTEN wir tun?
Die vorherrschende öffentliche Meinung –welche großteils auf die sensationshungrigen Medien zurückgeführt werden kann - ist, dass die Verwendung von Steroiden im Bereich des Sports bekämpft werden sollte. Es wir damit argumentiert, dass die Heiligkeit der letzen menschlichen Bastion der Reinheit in Gefahr ist.Verdammt, war der Mensch jemals rein?
Was ist mit dem Missbrauch bestimmter Sunstanzen bei den olympischen Spielen des Altertums? Beruhte der Niedergang des altertümlichen Sports damals schon auf einer Zunahme der Professionalität? Konnte die gewinne um jeden Preis Mentalität für den Gebrauch von den Substanzen, die damals zur Verfügung standen, verantwortlich gewesen sein? Ist irgendetwas heute anders?
Wird es in einem anderen Jahrhundert, im wahren Geiste des Roms der Gladiatoren, für Sportler (und aufstrebende junge Talente) nicht obligatorisch sein leistungssteigernde Substanzen zu verwenden? Wird es dann richtig sein?
Diese Diskussion könnte man noch unendlich weit fortführen ohne zu einem endgültigen Ergebnis zu kommen. Ich glaube jedoch ernsthaft daran, dass der Steroidmissbrauch unter Jugendlichen mit Sicherheit bekämpft werden muss. Wenn man die moralischen Bedenken außen vor lässt, dann gibt es bei Jugendlichen immer noch viel zu viele biochemische, psychologische und physiologische Gründe (inklusive zu vieler unbeantworteter Fragen) Steroide zu meiden, als dass man dieses Problem ignorieren könnte.
Es gibt einige Strategien, die im Lauf des letzten Jahrzehnts zum Einsatz kamen, um den Missbrauch anaboler Steroide unter Jugendlichen zu bekämpfen. Die beiden wichtigsten Strategien mit entweder nicht nachgewiesener oder beschränkter Effektivität, aber mit anerkanntem Potential sind folgende:
- Die Bereitstellung einer brauchbaren Alternative, die (zumindest) ähnliche Resultate liefert.
- Den Aufbau brauchbarer religiöser, humanistischer, moralischer und sozio-psychologischer Argumentationen (die für unsere Jugend leicht verständlich und akzeptabel sind) gegen den Missbrauch von Steroiden.
Die meisten von uns haben das Thema Doping und die ältere Generation von Sportlern bezüglich ihrer früheren oder aktuellen Gewohnheiten in Punkto Steroidkonsum bereits abgeschrieben. Auf der einen Seite kann die große Mehrheit von ihnen nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden und auf der anderen Seite denken diese Sportler nicht, dass sie etwas falsches tun. In ihrem Herzen gibt es kein Schuldgefühl. Wenn man sich weiterhin die Geschichte des Steroidmissbrauchs weltweit (inklusive der USA) ansieht, dann gab es in der Tat eine Zeit, während der Hausärzte Steroide freizügig jungen und alten Sportlern verschrieben haben.
Bis heute hat keine Organisation das Thema aufgegriffen, wie man die Art und Weise, auf die Kinder zum Sport hingezogen werden, effektiv auf eine Weise manipulieren kann, die den Gebrauch von Steroiden unattraktiv werden lässt. Die Medien, der vorherrschende Steroidmissbrauch durch Eltern und Bezugspersonen und soziale Aspekte arbeiten der Entwicklung eines solchen Plans entgegen.
Ich möchte dem Leser zum Abschluss folgende Bauchgedanken mitgeben:
- Man sollte den Steroiddealer ihren Weg lassen oder
- man sollte die medizinische Gesellschaft den Gebrauch von Steroiden kontrollieren und überwachen lassen oder
- man sollte sich daran erinnern, dass die alten Spartaner eine recht gute Hand dafür hatten, ihre Jugend zu kontrollieren, wobei Techniken zum Einsatz kamen, die (da bin ich zuversichtlich) auch in dieser modernen Zeit noch funktionieren könnten.
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