Über kurz oder lang werden sich mehr und mehr Menschen schließlich des Konzepts der Körperkomposition bewusst und sie erkennen, dass es sich von einer einfachen Konzentration auf Veränderungen des Körpergewichts unterscheidet.

Dies führt jedoch viel zu häufig zu Verwirrung und die Leute fragen "Was bedeutet der Begriff Körperkomposition?". Sie wissen, dass die Körperkomposition wichtig ist, aber sie sind sich nicht wirklich sicher, warum sie wichtig ist, oder worum es bei diesem Konzept geht. Ich möchte im Rahmen dieses Artikels etwas Verwirrung aus diesem Thema nehmen.

Woraus ist man gemacht?

Ich spreche nicht von der wissenschaftlich bewiesenen Tatsache, dass kleine Mädchen aus Zucker und Gewürzen und allem Schönen gemacht sind, während Jungs aus Nacktschnecken, Schnecken und Hundeschwänzen gemacht wurden - ich möchte darüber sprechen, aus was sich der Körper aus biologischer Sicht zusammensetzt.

Stellen wir uns vor, dass ich den Körper des Leser auf magische (und hoffentlich schmerzfreie) Art und Weise in all seine unterschiedlichen Komponenten zerlegen und diese Bestandteile auf eine Platte legen könnte (das wieder Zusammensetzen könnte allerdings ein Problem werden). Was würden wir finden? Nun, es gäbe da ein paar Skelettmuskeln, ein paar Fettzellen (möglicherweise zu viele Fettzellen), die Knochen, die Organe, das Gehirn, eine ganze Reihe von Mineralstoffen, das Blut, etwas Wasser und wahrscheinlich noch ein paar weitere untergeordnete Komponenten, die in ihrer Gesamtheit den Menschen zu dem machen, was er ist.

Abhängig davon, von welchem Typ von Gewebe wir sprechen, würden wir deutlich variierende Mengen vorfinden. Die Skelettmuskulatur kann bis zu 25-40% des Gesamtgewichts ausmachen und das Fett kann von 10% des Gesamtgewichts bei sehr schlanken Menschen bis hin zu 40-50% bei extrem fettleibigen Menschen ausmachen. Auch alles andere, das ich aufgezählt habe, macht einen Teil des Gewichts aus. Das durchschnittliche Gehirn wiegt etwa 1,5 Kilo, die Organe nehmen etwas Platz ein, das Blut hab ein bestimmtes Gewicht, usw. – ich glaube der Leser weiß, worauf ich hinaus will. Wenn man das Gewicht all dieser einzelnen Bestandteile aufsummiert, dann endet man mit dem Gesamtgewicht des Körpers. Wenn man sich auf die Waage stellt, dann gibt diese genau dies an – die Summe der Einzelgewichte aller unterschiedlichen Bestandteile des Körpers.

Warum ist dies für die Frage "Was bedeutet der Begriff Körperkomposition?" relevant?

Körpergewicht vs. Körperkomposition

Wenn man über Diäten und Diätbücher spricht (oder sogar eine Zunahme an Gewicht für diejenigen, die versuchen ihr Gewicht zu steigern, anstatt zu reduzieren), dann kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass sich die Mehrzahl der Informationen, die man findet, auf einen Gewichtsabbau konzentrieren werden. Die Leute wollen den Zeiger auf der Waage sinken sehen – je schneller, desto besser. Diätbücher sprechen von einem Gewichtsabbau, Gewichtsabbauzentren für schnellen Gewichtsverlust versuchen den Zeiger der Waage so schnell wie möglich nach unten bringen und selbst die Fernsehshow The Biggest Loser, die etwas gebildeter sein sollte (und weniger versuchen sollte, die Teilnehmer umzubringen) konzentriert nur auf das wöchentliche Wiegen, um Erfolg oder Versagen zu bestimmen. Es dreht sich alles um das Gewicht.

Warum ist dies ein Problem? preview

Sagen wir, dass man nach einer Woche der Diät oder des Trainings auf die Waage steigt. Und – welch schöner Tag – das Gewicht ist um ein paar Kilo gesunken.

Hier ist meine Frage: Was hat man verloren?

Nun, so lange nicht etwas sehr seltsames vor sich geht, stehen die Chancen gut, dass es sich nicht um Teile des Gehirns oder der Organe handelt und es waren wahrscheinlich auch keine Knochen. Doch war es Körperfett? War es Skelettmuskelmasse? War es nur Wasser? Hatte man am Morgen viel Stuhlgang und war das die Ursache für den Gewichtsverlust?

Die typische Badezimmerwaage, die nur das Gewicht misst, kann diese Frage nicht beantworten. Eine typische Waage kann einem sagen, ob das Gewicht nach oben oder unten gegangen ist (falls dieser der Fall war). Sie kann einem nicht sagen, welchen Typ von Gewebe (z.B. Muskeln, Fett, Wasser) man auf- oder abgebaut hat.

An dieser Stelle kommt die Körperkomposition ins Spiel.

Modelle der Körperkomposition

Weiter oben habe ich eine ganze Reihe unterschiedlicher Gewebetypen des Körpers aufgezählt, die in ihrer Summe das Gesamtgewicht des Körpers ergeben. Wissenschaftler gruppieren diese Organe und Gewebetypen abhängig davon, wie sehr sie ins Detail gehen möchten, auf unterschiedlichen Wegen und verwenden diese Gruppierungen für die Entwicklung von Modellen für die Körperkomposition. Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Modelle, die von einem 2-Komponenten Model bis hin zu weitaus komplexeren Modellen, die vier oder mehr Komponenten umfassen, reichen.

Glücklicherweise sind für die meisten nichtwissenschaftliche Zwecke (z.B. Diätende oder Sportler) die 2-Komponenten Modelle völlig ausreichen. Bei einem solchen Modell wird der Körper in folgende Komponenten aufgeteilt:
  • Fettmasse: Dies ist die Gesamtsumme allen Fetts im Körper. Ich werde in einem anderen Artikel erklären, dass es im menschlichen Körper drei oder vier unterschiedliche Typen von Fett gibt. All diese fallen unter die Kategorie Fettmasse.
  • Fettfreie Masse: Dies ist ganz einfach alles andere. Alles, was nicht zur Fettmasse zählt – inklusive Muskeln, Knochen, Organe, Mineralstoffe, Blut, usw. – ist fettfreie Masse (häufig als FFM abgekürzt). Ich möchte anmerken, dass Glykogen (in den Muskeln gespeicherte Kohlenhydrate) und Wasser zur fettfreien Masse zählen. Ich werde dies gleich erklären.
Einfach ausgedrückt gilt:
    Gesamtkörpergewicht = Fettmasse + fettfreie Masse
Und selbst das einfache 2-Komponenten Modell gibt Diätenden und Sportlern alle Werkzeuge, die benötigen, um sehr viel akkurater kontrollieren zu können, was in ihrem Körper geschieht. Wie ich oben bereits erwähnt habe, kommt es im Allgemeinen selten vor, dass Menschen Knochen, Gehirnmasse oder Organe in signifikanten Umfang verlieren. Wenn jemand also Gewicht verliert und hierbei keine fettfreie Masse verliert, dann bedeutet dies, dass das, was verloren wurde, Fettmasse (Körperfett) ist. Das ist gut.

In einigen Situationen (inklusive Diäten mit unzureichender Proteinzufuhr oder ohne die richtige Art von Training), ist es jedoch möglich, fettfreie Masse zu verlieren – und da Gehirn, Organe, usw. mit großer Wahrscheinlichkeit nicht abgebaut werden, bedeutet eine Reduzierung der fettfreien Masse einen Verlust an Muskelmasse.

Dies ist im Allgemeinen (jedoch nicht immer) aus Gründen, die über den Rahmen dieses Artikels hinaus gehen, etwas Schlechtes. Ich möchte anmerken, dass ein Verlust an Wasser bei unterschiedlichen Typen von Diäten als fettfreie Masse auftauchen kann und dies Sportlern und Diätenden große Sorgen bereiten kann – sie denken, dass sie Skelettmuskelmasse verlieren, auch wenn dies nicht der Fall ist. Dies ist ein Thema, auf das ich in einem folgenden Artikel detaillierter eingehen werde.

Ich möchte weiterhin anmerken, dass eine Messung der Körperkomposition hilfreich sein kann, wenn man versucht Gewicht aufzubauen. Ein Sportler möchte in der Regel Muskelmasse aufbauen – und nicht Körperfett. Indem man die Körperkomposition während einer Aufbauphase kontrolliert, kann man feststellen, was man tatsächlich aufbaut.

Der Leser mag sich fragen, wie man die Körperkomposition messen kann. Es gibt eine Reihe von verfügbaren Methoden, die von sehr einfach bis High-Tech und von billig bis sehr teuer reichen. In vielen Fitnessstudios kommen Hautfalten Caliper (kleine zangenähnliche Geräte, mit deren Hilfe man die die Dicke der Fettfalten messen kann) zum Einsatz. Weiterhin gibt es Geräte und Waagen, die das Körperwasser messen, um die Körperkomposition zu bestimmen. In diesem Zusammenhang möchte ich anmerken, dass ich solche Geräte als nicht besonders hilfreich ansehe. Darüber hinaus gibt es noch weitere Methode wie z.B. DEYA Scans (eine technisch sehr fortschrittliche Methoden). Dies wird das Thema eines zukünftigen Artikels mit spezifischen Empfehlungen sein.

Auf jeden Fall wird es durch die Beobachtung der Veränderungen der Körperkomposition anstelle von reinen Beobachtungen der Veränderung des Gewichts möglich, genauer zu sagen, was sich tatsächlich im Körper verändert. Werden Muskeln auf- oder abgebaut? Beruhen die Veränderungen lediglich auf Veränderungen des Wasserhaushalts des Körpers? Während eine reine Betrachtung des Gewichts hierüber keine Aussage macht, können solche Veränderungen durch Messungen der Körperkomposition festgestellt werden.

In einem zukünftigen Artikel werde ich detaillierter auf die Körperkomposition eingehen und beschreiben, was einige typische Werte sind, wie sie gemessen werden, usw. Natürlich zielen die meisten Artikel dieser Site und meiner Bücher auf eine Verbesserung der Körperkomposition ab (d.h. mehr Muskeln und weniger Fett), so dass man an diesen Stellen mehr zum Thema finden wird.

Jetzt kennt der Leser die Antwort auf die Frage: Was bedeutet der Begriff Körperkomposition?