In früheren Artikeln bin ich auf die Frage eingegangen, was der Begriff Körperkomposition bedeutet ("What Does Body Composition Mean?"), habe dem Leser gezeigt, wie man die Körperkomposition berechnet ("Body Composition Calculations") und einen Blick auf Werte der Körperkomposition geworfen ("Body Composition Numbers"). Im ersten Teil dieses Artikels habe ich einige Methoden zur Kontrolle der Veränderungen der Körperkomposition beschrieben, die streng genommen die eigentliche Körperkomposition nicht wirklich messen. Diese Methoden umfassen Spiegel/Fotos, die gute alte Waage, den BMI, das Hüfte-Taillen-Verhältnis und die Messung von Körperumfängen.

Heute möchte ich Methoden betrachten, die eine tatsächliche Kontrolle der Veränderungen der Körperkomposition ermöglichen. Dies bedeutet, dass sie – zumindest bis zu einem gewissen Grad – dazu verwendet werden können, die tatsächliche Körperfettkomposition abzuschätzen, welche mit Hilfe der im Artikel "Body Composition Calculations" beschriebenen Methoden verwendet werden können, um die tatsächlichen Veränderungen bezüglich Fettmasse und fettfreier Körpermasse zu bestimmen.

Ohne tieferen Grund, werde ich von einfachen Methoden zu High-Tech Methoden übergehen, wenn ich den Body Mass Index, Messungen von Körperumfängen, Unterwasserwiegen, Caliper, bioelektrische Impedanzanalyse, Infrarot Reaktanz, BodyMetrix 200, Bod Pod und schließlich DEXA beschreibe und werde erklären, wie diese Methoden die Körperkomposition messen.

Body Mass Index (BMI)

Ich habe den BMI bereits im ersten Teil dieses Artikels beschrieben und am Rande erwähnt, dass er verwendet werden kann, um eine sehr grobe Abschätzung des Körperfettanteils durchzuführen. Wie bereits erwähnt wurde, ist dies nur bei nicht-trainierten Personen möglich. Jeder, der über einen längeren Zeitraum konstant trainiert hat, wird herausfinden, dass die BMI-Methode (welche sowohl in "The Rapid Fat Loss Handbook" als auch in "A Guide to Flexible Dieting" beschrieben wird) nicht akkurat ist.

Ich möchte noch einmal wiederholen, dass nur nicht-trainierte Personen diese Methode verwenden können und jeder, der bereits seit einiger Zeit trainiert, eine andere Methode finden muss, da der Versuch einer Abschätzung des Körperfettanteils mit Hilfe des BMI drastisch inkorrekte Resultate liefern wird.

Umfangsmessungen

Auch wenn diese Methode häufig nur für eine einfache Kontrolle von Veränderungen verwendet wird (z.B. 10 Zentimeter am Bauch verloren), gibt es, wie ich im ersten Teil dieses Artikels bereits erwähnt habe, Methoden, mit deren Hilfe anhand dieser Messwerte der Körperfettanteil abgeschätzt werden kann.

Viele Bücher verwenden diesen Ansatz, da er dazu neigt, einfacher und schneller als andere Methoden zu sein. Wenn eine große Gruppe von Personen getestet werden muss (wie dies z.B. beim Militär der Fall ist), bietet diese Methode einen schnelleren Weg, eine grobe Idee davon zu bekommen, wo jeder steht.

Überraschenderweise liefern einige dieser Formeln tatsächlich recht brauchbare Abschätzungen des Körperfettanteils. Sie sind zwar nicht perfekt, doch wie ich bereits in einem anderen Artikel erwähnt habe, ist keine Methode perfekt genug, um auch nur in die Nähe einer Ganzkörpersezierung (und diese kann man nur einmal ausführen) zu kommen. Diese Methoden können jedoch zumindest Werte liefern, die sich in der Nähe der tatsächlichen Werte befinden.

Die unterschiedlichen Methoden und Formeln, die Messungen von Körperumfängen verwenden, variieren deutlich. Einige hiervon verwenden Körperumfänge in Verbindung mit Gewicht und Körpergröße, einige verwenden Körperumfänge in Verbindung mit einer Reihe von Caliper-Methoden… es gibt eine Menge Varianz. Wie akkurat diese unterschiedlichen Systeme sein mögen, hängt stark davon ab, welche Orte für die Messungen verwendet werden – auch dies unterscheidet sich von Methode zu Methode.

Eine Sache, die man in Betracht ziehen muss, ist, dass, abhängig von der Methode, eine starke Knochenstruktur oder eine sehr große Muskelmasse die Werte deutlich verzerren kann. Ich hatte vor Jahren eine Klientin mit einer besonders breiten Hüftstruktur und eine auf Umfangsmessungen basierende Methode, die den Hüftumfang verwendete, ergab eine sehr viel größere Abschätzung bezüglich des Körperfettanteils als eine Caliper-Messung. Eine andere Formel arbeitet mit dem Halsumfang und ich bin mir nicht sicher, wie diese Menschen mit sehr viel Fett am Hals von Menschen unterscheidet, die sehr viele Muskeln am Hals aufgebaut haben. Ich glaube der Leser versteht, was ich meine.

Es gibt jedoch auch zwei, auf Körperumfängen basierende Methoden, die zumindest brauchbare Abschätzungen für den Körperfettanteil liefern. Ich möchte anmerken, dass hier dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie bei allgemeinen Umfangsmessungen verwendet werden sollten: Wenn man das Maßband sehr stark spannt, dann bekommt man niedrigere Werte. Man sollte also nicht schummeln.(Anmerkung des Übersetzers: diese Methoden sind bei einem von Natur aus schmalen Taillenumfang ziemlich unbrauchbar. Methode 1 ergab bei mir einen Wert von 6,33 obwohl bei mir zurzeit keine sichtbaren Bauchmuskeln vorhanden sind und mich erfahrungsgemäß noch mindestens 8 Kilo bis vom perfekten Six-Pack trennen.)

Unterwasserwiegen

Unterwasserwiegen wird häufig als der "Goldstandard" zur Messung des Körperfettanteils bezeichnet und vielleicht hätte ich diesen Artikel mit dieser Methode eröffnen sollen.

Der Grund hierfür ist, dass Unterwasserwiegen in der Regel dazu verwendet wird, die Genauigkeit anderer Methoden zu bestimmen. Einige Wissenschaftler bestimmen mit Hilfe des Unterwasserwiegens die Körperkomposition einer Gruppe von Probanden und vergleichen das Ergebnis mit den Ergebnissen anderer Methoden (z.B. Caliper-Messungen, Umfangsmessungen, usw.), um die beste Formel für diese Methoden zu entwickeln. Im Grunde genommen, geht man davon aus, dass Unterwasserwiegen den "korrekten" Wert für die Körperkomposition liefert und die anderen Methoden werden so entwickelt, dass sie dieselben Werte liefern.

Eine Zeit lang waren Unterwassertanks sehr beliebt und konnten an vielen unterschiedlichen Orten gefunden werden. In letzter Zeit findet man sie jedoch nur noch in Laboratorien von Universitäten. Der Grund hierfür ist primär der Aufwand, der mit dieser Methode in Verbindung steht.

Die grundlegende Prämisse für das Unterwasserwiegen (auch als hydrostatisches Wiegen bezeichnet) ist, dass Fett schwimmt. Okay, das Ganze ist in Wirklichkeit etwas technischer, doch das ist die Grundidee. Im Grunde genommen, besitzen unterschiedliche Gewebe des Körpers eine unterschiedliche Dichte und eine größere oder geringere Wahrscheinlichkeit, in Wasser zu schwimmen.

Streng genommen, schätzt das Unterwasserwiegen die Gesamtkörperdichte ab, welche die durchschnittliche Dichte der Gewebe des Körpers angibt. Dieser Wert wird als Ausgangswert für eine weitere Formel verwendet, die aus der Körperdichte den Körperfettanteil berechnet. Doch das geht etwas zu weit ins Detail, als ich in diesem Artikel gehen möchte.

Beim Unterwasserwiegen wird man zuerst außerhalb des Wassers gewogen und begibt sich hiernach in den Tank, der mit kaltem - aber nicht zu kaltem - Wasser gefüllt ist. Hier atmet man so stark wie möglich aus, geht mit dem Kopf unter Wasser und wird erneut gewogen. Der Unterschied zwischen dem Gewicht "an Land" und dem Gewicht unter Wasser ermöglicht eine Reihe von Berechnungen, mit deren Hilfe die Körperdichte bestimmt werden kann.

Bei dieser Methode gibt es jedoch auch einige Probleme. Eines hiervon ist, dass nur wenige Menschen alle Luft aus ihrer Lunge ausatmen können, bevor sie ihren Kopf unter Wasser bewegen (würde der Leser dies tun?). Ich glaube, dass man dies vielleicht schafft, wenn man die Idee des Erstickens lustig findet. Bei den meisten Menschen wird sich jedoch noch etwas Luft in der Lunge befinden. Dies ist in der Tat sehr wichtig, da Gas schwimmt und Luft in der Lunge das Gewicht unter Wasser reduziert. Amüsanterweise konnte eine Studie zeigen, dass Blähungen-produzierende-Mahlzeiten, die Bohnen umfassten, die Messwerte stark verfälschten. Ich schätze also, dass Bohnen wirklich gut für den Fettabbau sind.

Doch selbst unter idealen Umständen ist es nicht möglich, alle Luft aus dem Körper zu bekommen. Menschen sind hierzu ganz einfach nicht in der Lage. Aus diesem Grund verwenden Wissenschaftler andere Methoden, um zu versuchen zu bestimmen – oder zumindest abzuschätzen – wie viel Luft sich noch im Körper befindet, was jedoch eine andere potentielle Fehlerquelle einführt. Bei einigen Methoden bleibt der Kopf oberhalb der Wasseroberfläche, was jedoch auch die Exaktheit der Messung reduziert.

Zu guter Letzt neigt das Unterwasserwiegen dazu, relativ kostspielig zu sein, da sich die erwähnten Tanks heute zutage nur noch in Laboratorien von Universitäten wiederfinden. Da man zumindest zwei Messungen durchführen muss, um zu sehen, ob eine Diät funktioniert, können sich die Kosten recht schnell zu einer größeren Summe aufaddieren. Wenn man nicht gerade einen Freund hat, der in einem solchen Labor arbeitet und die Messung kostenlos durchführt, macht es wahrscheinlich nicht viel Sinn, diese Methode in Betracht zu ziehen.

Es könnte nützlich sein, am selben Tag eine Caliper-Messung und eine Messung mit Hilfe des Unterwasserwiegens durchzuführen, um zu sehen, wie genau die Werte der Caliper-Messung sind, doch das ist auch schon alles.

Caliper

Eine der wahrscheinlich am weitesten verbreiteten Methoden zur Bestimmung des Körperfettanteils ist die Caliper-Messung. Ein Caliper ist eine zangenähnliche Apparatur mit einer Zugfeder und wird seit Jahrzehnten zur Messung des Körperfettanteils verwendet. Wenn einige Kriterien erfüllt sind, erweisen sich solche Messungen als überraschend akkurat (was bedeutet, dass sie ähnliche Werte wie das Unterwasserwiegen liefern.).

Wie ich im ersten Teil dieses Artikels bereits erwähnt habe, als ich über das Hüfte-Taillen-Verhältnis gesprochen habe, gibt es zwei primäre Orte, an denen sich Fett im menschlichen Körper wiederfindet – unter der Haut (subkutan) und im Bauch (viszerales Fett), wobei sich 40 bis 60% des Gesamtfetts unter der Haut befinden.

Das ist einer der Hauptgründe dafür, dass Caliper-Messungen recht akkurat sind. Da man das Fett unter der Haut erreichen kann (die Messung des viszeralen Fetts ist eine komplexere Methode), kann man es messen. Das ist genau das, was eine Caliper-Messung tut.

Wenn eine Caliper-Messung durchgeführt wird, werden sehr spezifische Stellen am Körper verwendet, um die Messungen durchzuführen. Wie bei den Umfangsmessungen, verbringen einige Menschen sehr viel Zeit damit, sehr spezifisch bezüglich der Messstellen und der genauen Durchführung der Messungen zu sein, um möglichst akkurate Werte zu erhalten.

Die Grundlagen von Caliper-Messungen sind die Folgenden:
  1. Die Person, die die Messung durchführt, zieht das Fett so vom Muskel weg, dass die Seiten parallel sind und setzt dann den Caliper an, welcher die Dicke der Hautfalte in Millimetern angibt.
  2. Der Wert wird nach 2 Sekunden abgelesen (dies ist wichtig, da der Caliper Wasser aus diesem Bereich herausdrücken wird, wenn man länger wartet, was in einem zu niedrigen abgelesenen Wert resultiert).
  3. Jede Stelle wird dreimal gemessen und die Messergebnisse sollten nicht mehr als ein bis zwei Millimeter voneinander abweichen. Wenn dies nicht der Fall ist, werden die Resultate nicht akkurat sein und die Messung der Hautfalte sollte erneut durchgeführt werden.
  4. Zwischen den einzelnen Messungen sollte eine kurze Pause eingelegt werden, um zu vermeiden, dass Wasser aus dem verwendeten Bereich gedrückt wird. Andernfalls wird man mit fortschreitenden Messungen progressiv niedrigere Werte ermitteln.
Je nach Methode, werden 3 bis 10 (oder mehr) Stellen gemessen, um eine Vorstellung vom Körperfettanteil und der Körperfettverteilung zu erhalten. Als ich zuletzt über diese Methode recherchiert habe, wurden sogar 19 unterschiedliche Messstellen in unterschiedlichen Studien beschrieben. Traditionell wird die rechte Seite des Körpers gemessen, doch ich habe keine Ahnung, warum dies der Fall ist.

Typische Messstellen umfassen Trizeps, Bizeps, Bauch, Beckendamm (auch als Love Handles bekannt), unter dem Schulterblatt, in der Achselhöhle, Brust und Oberschenkel. Gelegentlich werden auch Wade und Kinn sowie einige andere Messstellen verwendet. Die vielleicht seltsamste Stelle für eine Messung, die mir bisher untergekommen ist, ist der Nacken. Offensichtlich bewirken einige HIV-Medikamente eine Fettumverteilung zum Nacken hin und Wissenschaftler messen die Fettfalte an dieser Stelle, um Veränderungen zu protokollieren.

Nachdem die gewählten Punkte gemessen wurden, werden die einzelnen Messwerte (die als Millimeter Dicke vorliegen) aufaddiert und – für gewöhnlich zusammen mit dem Alter – in eine Formel eingesetzt, welche den Körperfettanteil ergibt. Wie ich oben bereits erwähnt habe, spuckt die Formel, technisch gesehen, die Körperdichte aus, welche in eine zweite Formel eingesetzt wird, um den Körperfettanteil zu berechnen.

Während man die Berechnung früher händisch ausführen musste, gibt es heute zahlreiche Online-Rechner und hier ist einer, der eine ganze Reihe unterschiedlicher Methoden umfasst:Man wird feststellen, dass auf dieser Site eine Reihe von Berechnungen mit einer unterschiedlichen Anzahl von Messstellen vorhanden ist und die Vor- und Nachteile jeder dieser Berechnungen beschrieben werden. Formeln, die mehr Messpunkte verwenden, neigen dazu akkurater zu sein, geben der Person, die die Messungen durchführt, jedoch auch mehr Möglichkeiten, Fehler zu machen. Formeln, die weniger Messpunkte verwenden, sind schneller, können jedoch den Körperfettanteil drastisch falsch berechnen, wenn sie einen Ort, an dem eine gegebene Person eine Menge Fett mit sich herumträgt, nicht messen.

Was das benötigte Equipment angeht, gibt es bei Calipern eine große Preisspanne. Klinische Modelle, wie sie auch im Rahmen wissenschaftlicher Studien verwendet werden, wie Lange und Harpendon, kosten etwa 200 Dollar und es gibt sogar elektronische Modelle wie Skyndex, bei denen die Berechnungsformeln bereits einprogrammiert sind. Letztere kosten etwa 400 Dollar.

Ich glaube, dass so ziemlich jeder die zahlreichen Caliper-Versionen für den Heimgebrauch kennt, die häufig bereits für 10 Dollar erhältlich sind und häufig auch Büchern beiliegen, weil sie so billig sind. Ich glaube jedoch nicht, dass diese sehr akkurat sind, da bereits geringfügige Unterschiede bezüglich der Geschwindigkeit des Zusammendrückens eines Calipers die Werte, die man erhält, drastisch beeinflussen können. Ich kann diese Caliper nicht empfehlen, auch wenn sie super billig sind.

Meine Standardempfehlung für Personen, die sich einen Caliper kaufen möchten, sind die Slimguide Calipers, die man für etwa 30 Dollar bei Creative Health Products (Produkt C-120) bestellen kann. Ich habe meinen bereits seit über 10 Jahren und er ist praktisch unzerstörbar. Ich habe diesen Caliper bezüglich der Messwerte mit den teureren Lange Calipern verglichen und die Werte sind extrem akkurat. Wenn es um das Preis-Leistungsverhältnis geht, sind dies die besten Caliper.

Ich möchte anmerken, dass alle Caliper, abhängig von der Spannung der verwendeten Feder, leicht unterschiedliche Messwerte liefern, die jedoch in der Regel nur einen Millimeter voneinander abweichen. So lange man immer denselben Caliper verwendet, ist dies irrelevant, da man trotzdem konstante Werte erhält. preview

In den Händen eines geübten Bedieners sind, Caliper-Messungen überraschend akkurat und liefern Werte, die nur um 3 bis 5% von den beim Unterwasserwiegen ermittelten Werten abweichen. In den Händen eines ungeübten Bedieners, sind Caliper jedoch alles andere als akkurat. Es gibt eine Menge ungeübte Personen und dies führt zu Problemen (man geht in der Regel davon aus, dass man mindestens 100 Messungen durchführen muss, bevor man diese Methode auch nur einigermaßen beherrscht).

Die meisten Fitnessstudios und viele andere Orte bieten Caliper-Messungen an. Da die Caliper-Technik variieren kann, ist es wichtig, dass möglichst immer dieselbe Person die Messungen durchführt. Bei der starken Fluktuationsrate bei Fitnessstudiomitarbeitern kann dies jedoch schwierig werden.

Aus diesem Grund empfehle ich für gewöhnlich, dass man lernt, zumindest einige der eigenen Hautfalten selbst zu messen. Man wird nicht dazu in der Lage sein, alle Messpunkte zu erreichen, wenn man nicht gerade drei Hände hat oder ein Schlangenmensch ist, doch es gibt einige gut erreichbare Stellen (für gewöhnlich der Bauch und der Beckenkamm bei Männern und der Oberschenkel bei Frauen).

Abschließend möchte ich anmerken, dass Caliper-Formeln aus Gründen, die ich bereits im Abschnitt zum Unterwasserwiegen angerissen habe, problematisch sein können. Es werden eine Menge Annahmen über Dinge wie die Körperdichte getroffen, die sich nicht unbedingt als korrekt erweisen werden und dies kann dazu führen, dass die Formeln seltsame Werte liefern. Es kommt vor, dass Sportler einen negativen Körperfettanteil errechnen, was daran liegt, dass die verwendete Formel für sie falsch ist (Wissenschaftler entwickeln aus diesem Grund kontinuierlich neue Formeln).

Der augenblickliche Trend geht dahin, ganz einfach die Messwerte für die Hautfaltendicke aufzusummieren und sich die Veränderungen anzusehen. Wenn der Gesamtwert sinkt, dann verliert man Fett, wenn der Gesamtwert steigt, dann baut man Fett auf. Abhängig vom spezifischen Ziel, kann eine Berechnung des spezifischen Körperfettanteils hilfreich oder unnötig sein.

Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA)

Die bioelektrische Impedanzanalyse ist eine weitere beliebte Methode zur Messung der Körperkomposition, was zu einem großen Teil damit zu tun hat, dass diese Messung sehr leicht durchgeführt werden kann. Anders als bei Caliper-Messungen, bedarf es hierfür keinerlei Übung und da es sich (dem Anschein nach) um eine High-Tech Methode handelt, geben die Leute sehr viel auf die Resultate.

In Fitnessstudios wird diese Methode häufig verwendet und es gibt auch Körperfettwaagen, die die BIA verwenden, um den Körperfettanteil abzuschätzen. Die BIA wird auch im Rahmen einiger Forschungsstudien verwendet. Im Grunde genommen, ist die BIA Messung schnell und einfach.

Doch ist sie auch akkurat?

Ja und Nein. Wenn strikte Hydrationsprotokolle befolgt werden, dann liefert die BIA recht akkurate Werte. Das Problem besteht jedoch darin, dass diese Protokolle in der realen Welt nicht befolgt werden, was die Messungen vollständig verfälschen kann. Um verständlicher zu machen, warum dies der Fall ist, sollte ich wahrscheinlich erklären, wie eine BIA durchgeführt wird und was sie misst.

Bei einer typischen BIA-Maschine wird eine Elektrode am Handrücken und eine weitere an einem der Füße befestigt. Es gibt jedoch auch Modelle, die man einfach mit beiden Händen hält und eine Körperfettwaage verwendet offensichtlich die beiden Füße als Messpunkte. In der Regel werden einige Werte wie Alter, Größe und Gewicht eingegeben (einige unterscheiden zusätzlich zwischen Sportlern und Nichtsportlern und liefern, abhängig von der Auswahl, unterschiedliche Werte) und danach schickt die Maschine einen Stromstoß von Elektrode zu Elektrode (nein, das tut nicht weh).

Die BIA funktioniert, indem sie das Gesamtkörperwasser abschätzt. Wasser leitet (falls es gelöste Mineralstoffe enthält) den elektrischen Strom und unterschiedliche Gewebetypen wie Knochen, Muskeln und Fett enthalten unterschiedliche Mengen an Wasser. Durch eine Messung des elektrischen Widerstands zwischen den beiden Elektroden, kann eine BIA-Maschine abschätzen, wie viel Wasser im Körper vorhanden ist und diesen Wert dazu verwenden, zu bestimmen, wie viel Fett, Muskeln, usw. man hat. Das ist zumindest das, was sie versucht.

Und das bringt mich zu dem Problem, das ich oben bereits erwähnt habe: Der Hydrationsstatus kann die BIA-Werte enorm verändern. Sowohl eine Dehydration (wie sie z.B. auftreten kann, wenn die Kohlenhydratzufuhr reduziert wird) als auch einer Hyperhydration können die BIA-Messung stark verfälschen. Selbst das Urinieren oder das Trinken eines großen Glases Wasser kann die BIA-Messwerte um einige Prozentpunkte verändern.

Solange man kein striktes Hydrationsprotokoll befolgt, können BIA-Messwerte schrecklich irreführend sein. Wenn man im Vergleich zur letzten Messung auch nur geringfügig dehydriert ist, kann dass, was wie eine Veränderung des Körperfettanteils aussieht, in Wirklichkeit lediglich eine Veränderung des Wasserhaushalts widerspiegeln.

Um die BIA zu verteidigen sei erwähnt, dass diese Methode unter Annahme eines konstanten Hydrationsstatus (d.h. man misst jeden Montagmorgen nach dem Gang zur Toilette und vor dem Frühstück) zumindest vergleichbare Werte liefern kann. Man sollte jedoch sicherstellen, dass man immer unter den selben Bedingungen misst.

Infrarot Reaktanz (IR)

Auch wenn sie heute nur noch selten zum Einsatz kommt, hatte die IR eine kurze Phase der Beliebtheit – primär auf Gesundheitsmessen und in einigen Fitnessstudios erlebt. Ursprünglich zur Messung der Körperkomposition bei Schlachtvieh entwickelt, funktioniert die IR, indem sie einen Strom infraroten Lichts gegen den Oberarmknochen sendet und misst, wie lange es dauert, bis er reflektiert wird.

Da sich Infrarotlicht im Muskelgewebe schneller als im Fettgewebe bewegt, kann eine solche Maschine abschätzen, wie viel Körperfett man mit sich herumträgt. Da die Messung nur am Oberarm durchgeführt wird, ist sie schnell und einfach durchführbar, doch sie ist auch recht inakkurat. Ich kann mich nicht daran erinnern, je eine Person mit viel Fett am Oberarm gemessen zu haben, weshalb diese eine Messung nicht viel über den Rest des Körpers aussagt.

Wenn man ein Rind zur Bestimmung des Preises beim Schlachten misst, spielen ein paar Prozentpunkte Abweichung keine große Rolle. Beim Menschen sehe ich diese Methode jedoch als unbrauchbar an und empfehle ihre Verwendung nicht.


BodyMetrix 2000

Nach der Erwähnung der Infrarot Reaktanz, sollte ich wahrscheinlich eine neue Methode der Messung der Körperkomposition erwähnen, die den Namen BodyMetrix 2000 trägt (ein Leser fragte mich in den Kommentaren zum ersten Artikel hiernach). Unter Verwendung von Ultraschall, behauptet BodyMetrix die Dicke der Fettschicht zu messen, wobei offensichtlich dieselben Messpunkte wie bei Caliper-Messungen verwendet werden.

Ich werde zu 100% ehrlich sein und zugeben, dass ich hierzu nicht viel sagen kann. Alle meine Informationen stammen von der Internetsite des Herstellers. Ich habe bis jetzt noch keine validierten Daten gesehen (sie haben ein paar PDF Downloads auf ihrer Site und einer hiervon zeigt eine gute Korrelation mit Caliper-Daten) und auch noch nie eine solche Messung gesehen oder durchgeführt.

Das Bodymetrix Gerät ist sehr viel teurer als ein Caliper, doch es meidet einige inhärente Probleme der Caliper-Methoden (Genauigkeit der Durchführung, usw.), was ein Vorteil sein könnte. Während dieses Gerät zu teuer für den Heimgebrauch ist, würde es mich nicht überraschen, wenn Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen diese Messungen übernehmen würden, wenn sich die Methode als akkurat herausstellt.

Der Bod Pod

Eine der neusten High-Tech-Entwicklungen im Bezug auf die Messung der Körperkomposition ist der Bod-Pod – im Grunde genommen eine "trockene" Version des hydrostatischen Wiegens. Der Bod-Pod misst, wie viel Luft man verdrängt und schätzt anhand von Körpermasse und Körpervolumen die Körperdichte und den Körperfettanteil ab.

Um ehrlich zu sein, habe ich noch keines dieser Geräte in Natura gesehen und sie sind extrem teuer. Die Bod-Pod Site listet nicht einmal Preise auf und man kennt die Regel… wenn man Fragen muss…

Wie auch immer, ich bin mir nicht sicher, ob irgendwer einem Bod-Pod außerhalb eines absurd teuren Gesundheitsclubs oder einem Forschungszentrum begegnen wird. Ich erwähne diese Methode aus Gründen der Vollständigkeit.

Dual-Energy X-Ray Absorbtiometry (DEXA)

DEXA ist eine andere High-Tech-Methode, die in letzter Zeit an Verbreitung zugenommen hat und zumindest erschwinglich ist. DEXA führt im Grunde genommen einen Ganzkörperscan von Kopf bis Fuß durch und die primäre Verwendung war bisher die Untersuchung von Veränderungen der Körperdichte. Diese Methode ist jedoch auch gut für die Messung der Körperkomposition geeignet, da sie anhand der Absorptionsrate der unterschiedlichen Gewebetypen dazu in der Lage ist, zwischen Knochen, Muskeln und Fettgewebe zu unterscheiden.

Ein netter Aspekt der DEXA in Bezug auf die Körperkomposition ist, dass sie einen Überblick über die regionale Körperkomposition geben kann (diese Methode kann im Gegensatz zu allen anderen Methoden auch das viszerale Fett messen). Sie wird einem sagen, ob man mehr Fett am Oberkörper, an den Beinen, an den Armen usw. mit sich herumträgt. Dies ist jedoch auch mit einer Caliper-Messung und einem Blick in den Spiegel möglich und beide Methoden sind sehr viel billiger.

DEXA Scans sind im Preis deutlich gesunken und könnten eine nützliche Ergänzung zu Caliper- und Umfangsmessungen darstellen. Man könnte z.B. das Geld für eine DEXA Messung ausgeben und im Anschluss eine Körperfettbestimmung mit Hilfe einer Caliper- oder eine Umfangsmessungsmethode durchführen und sich ansehen, wie die einfacheren/billigeren/schnelleren Methoden im Bezug auf die Genauigkeit ausfallen.

Es wäre ideal, nach einer gewissen Zeit des Diätens eine zweite Reihe von Messungen durchzuführen, um ganz einfach festzustellen, ob die einfacheren Methoden auch die Veränderungen mit ausreichender Genauigkeit wiedergeben. Wenn dies der Fall ist, kann man von diesem Zeitpunkt an auch einfach die billigeren Methoden verwenden.

Zusammenfassung

Das war also der Blick auf ein paar Methoden, die nicht wirklich die Körperkomposition messen und ein paar Methoden, die die tatsächliche Körperkomposition messen. Eine Frage, die mir häufig gestellt wird, ist die Frage nach der besten/exaktesten Methode zur Messung der Körperkomposition.

Die Antwort ist einfach – ein vollständiges Sezieren des Körpers. Man muss sich hierfür nur an einer medizinischen Universität auseinanderschneiden lassen, alle Gewebetypen trennen lassen und diese anschließend wiegen lassen. Bingo, jetzt kennt man seine exakte Körperkomposition. Unglücklicherweise kann man dies nur einmal tun und das Ergebnis wir nicht sehr nützlich sein, da man tot ist.

Abgesehen hiervon, haben alle Methoden ihre inhärenten Vor- und Nachteile. Caliper sind billig, bedürften jedoch eines geschulten Anwenders. Die BIA ist schnell und einfach, kann jedoch durch den Hydrationsstatus drastisch verfälscht werden. Die DEXA Messung ist so akkurat, wie man es sich nur wünschen kann, aber gleichzeitig auch teuer. Welche Methode ist die beste? Das hängt ganz vom Anwendungsfall ab.

In einem zukünftigen Artikel werde ich auf einige Probleme bei Messungen der Körperkomposition eingehen und einige spezifische Empfehlungen geben, welche Methode (oder Kombination von Methoden) meiner Meinung nach für unterschiedliche Anwendungsfälle am besten geeignet ist.