Die Leser der März Ausgabe 2003 des "Life Extension Magazine" sollten sich an die lange Liste von potenzverbessernden über leistungsverstärkende bis hin zu Anti-Aging Effekte von Kreatin erinnern können. Der Artikel hat gezeigt, dass Kreatin eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von neuromuskulären Krankheiten, Muskelschwund, Ermüdung, Myopathien, Parkinson, Huntington und anderen Mitochondrien Erkrankungen spielt. Verschieden Studien haben zudem gezeigt, dass Kreatin den Cholesterinspiegel bis zu 15% senken kann und auch dabei hilft, angeborene Stoffwechselfehler zu beheben, wie beispielsweise Menschen, die nicht in der Lage sind, Kreatin zu bilden.

Der Artikel erklärte zudem genau was Kreatin ist, wie es funktioniert und arbeitet und wie viel benötigt wird um die obengenannten Krankheiten zu bekämpfen. Wenn Du diesen Artikel verpasst hast, besorg dir die März Ausgabe 2003 des "Life Extension Magazine" oder geh auf http://www.lef.org. In diesem Artikel werden wir noch einige zusätzliche Funktionen von Kreatin aufdecken, wie zum Beispiel die Auswirkungen auf die Wachstumshormone, das Homocystein und chronische Erschöpfungszustände, usw. Zudem gehen wir noch auf andere wichtige Eigenschaften dieses Supplements ein, wie zum Beispiel die Sicherheit.

Auch wenn das Wissen begrenzt ist, erhöht Kreatin laut manchen Nachforschungen sogar die Ausschüttung von Wachstumshormonen genauso wie ein hartes, intensives Workout. Das Wachstumshormon (GH) ist dafür bekannt, eine wichtige Rolle dabei zu spielen, das Körperfett zu regulieren, das Immunsystem, die Muskelmasse, die Wundheilung, die Knochenmasse und geschätzte 1000 andere Funktionen, von denen wir wissen und von jenen, von denen wir auch noch nichts wissen, zu beeinflussen. Es ist bekannt, dass die Wachstumshormonspiegel mit steigendem Alter sinken, was zum Teil für den verstärkten Muskelmasseverlust, Verlust der Elastizität der Haut, Immunsystemschwächen und viele anderen physischen Veränderungen verantwortlich ist. Deshalb ist es wichtig, die Auswirkungen von Kreatin auf das GH zu erforschen, gerade in alternden Gesellschaften.

Eine Studie hat, wie erwähnt, herausgefunden, dass Kreatin sehr ähnliche Auswirkungen auf das GH wie harte, intensive Workouts hat. In dieser vergleichenden Studie gaben die Forschen 6 gesunden Testpersonen 20 Gramm Kreatin in einer einzigen Dosis während einer ruhigen Situation (ohne Workout). Alle Probanden hatten einen signifikanten Anstieg des GH im Blut während den sechs Stunden nach der Einnahme. Jedoch gab es zwischen den Probanden teilweise große Differenzen, die auf eine individuelle Variabilität des GH zu verweisen sind. Das bedeutet, dass die Kreatin Einnahme bei jedem eine unterschiedlich starke GH Produktion verursachte. Bei dem Großteil jedoch war der Höhepunkt der GH Konzentration zwischen der 2ten und 6ten Stunden nach der Einnahme.

Daraus schlussfolgerten die Wissenschaftler, dass eine hoch dosierte Kreatin Einnahme ähnliche Effekte in Bezug auf das GH verursachte wie ein hartes Training. Diese Wissenschaftler sehen dies als eine anabole Fähigkeit des Kreatins an, was einen Magermasse- und Stärkezuwachs zur Folge hat. Auch wenn der anabole Effekt von Kreatin schon in viele Studien nachgewiesen wurde, so muss der Einfluss auf das GH immer noch besser erläutert werden.

Kreatin könnte die Homocysteinwerte verringern

Homocystein stellt ein großes Risiko für Herzinfarkte dar, sogar mehr als Cholesterin, wenn man manchen Studien Vertrauen schenken kann. Die Kreatinbiosynthese stellt einen großen Einfluss auf die Homocysteinwerte dar, und Kreatinsupplementierung könnte somit die Homocysteinwerte verringern. Viele Studien haben herausgefunden, dass die Einnahme von Methyl (zum Beispeil Trimethylglycerid (TMG) ) die Homocysteinwerte verringern und somit auch das Risiko auf einen Herzinfarkt. Im Gegenzug kann allerdings eine Überdosierung von Methylgruppen dazu führen, dass der Körper bei der Reduzierung von Homocystein behindert wird. Die Bildung von Kreatin durch die Methylierung von Guanidinoacetat benötigt mehr Methylgruppen als alle anderen Methylierungsreaktionen im Körper zusammen. Forscher nehmen an, dass eine Verringerung oder Erhöhung von Methyl eine Verringerung oder Erhöhung der Homocysteinwerte mit sich führt. In einer Studie haben Forscher Ratten für 3 Wochen entweder mit einer Guanidinoacetat- oder Kreatinsupplementierung gefüttert. Laut den Forschern hat sich das „Plasma Homocystein um ~50% erhöht“ bei den Ratten, die Guanidinoacetat bekommen haben. Bei den Ratten die mit Kreatin gefüttert wurden konnte nur eine Erhöhung um ~25% festgestellt werden. Dies zeigt, dass der Homocysteinstoffwechsel auf Methylierung sensibel reagiert was eine zusätzliche Einnahme von Kreatin befürwortet. preview

Kreatin und chronische Erschöpfung

Durch die offensichtliche Fähigkeit von Kreatin die Symptome von anderen Pathologien, was auch einen Mangel an hochenergetischen Verbindungen (zum Beispiel Herzversagen,…) und auch die oben zu Beginn des Artikels genannten Beschwerden, wird nun auch angenommen, dass Kreatin bei chronischer Müdigkeit und Fibromyalgie (laut einigen Forschern sind sie im Prinzip dasselbe Syndrom)helfen kann. Auch wenn die Gründe für diese beiden Erscheinungen noch erforscht werden, ist es doch zum Teil schon auf einem Mangel an hochenergetischen Verbindungen wie ATP dem Mitochondriengehalt der Muskeln und allgemeiner körperlicher Schwäche zurückzuführen. Zum Beispiel haben Menschen mit Fibromyalgie geringere Kreatinphosphat- und ATPlevel . Es gibt derzeit keine Studien die zeigen, dass eine Kreatinsupplementierung die Symptome von chronischer Ermüdung und Fibromyalgie.

Wenn man jedoch bedenkt, dass andere Studien gezeigt haben, dass eine Kreatinsupplementierung die Kreatin- und ATP-Werte in anderen Krankheitsbildern erhöhen, bei denen auch zu niedrige Kreatin- und ATP-Werten vorkommen, leuchtet es ein wenn diese Menschen trotzdem Kreatin für die beiden oben genannten Krankheiten einnehmen wollen. Ein ähnliches Syndrom wie chronische Müdigkeit und Fibromyalgie ist das Multiple Chemische Sensibilität Syndrom, das, obwohl noch mehr Forschungen angestellt werden müssen, durch eine Kreatinsupplementierung bekämpft werden kann.

Bedenken über die Sicherheit von Kreatin: Fakt oder Fiktion?

Nach dem Artikel im "Life Extension Magazine" über die vielen Potenzsteigernden und Anti-Aging Effekte von Kreatin, erhielt ich einige Briefe und viele E-Mails die im Grunde alle dasselbe aussagten: "Ich würde gerne Kreatin aufgrund der vielen Gründe die im Artikel genannt wurden, nehmen, bin mir allerdings über dessen Sicherheit im Unklaren." Diese Angst wird von hysterischen Nachrichtenartikeln und schlechten Studien geschürt. Es ist merkwürdig, aber vorhersehbar gewesen, dass die Medien und konservativen Pharmaimperien verzweifelt versucht haben Kreatin als gefährlich darzustellen oder ein schlecht erforschtes Nahrungsergänzungsmittel. Tatsächlich ist Kreatin das am besten erforschte leistungssteigernde Supplement aller Zeiten, mit einem erstaunlichen Sicherheitsgradrekord.

In Wahrheit haben die "verwirrt uns nicht mit Fakten"- Medien und die konservative Antisupplement Pharmaindustrie keine Probleme damit gehabt existierende Fakten zu ignorieren und dort Sicherheitsbedenken zu schaffen, wo es keine gab. Ein perfektes Beispiel dafür war der Tod von 3 Highschool-Wrestlern die, in Gummianzügen gekleidet, auf Fahrrädern in einer Sauna fuhren, um Gewicht zu verlieren. Natürlich wurde der Tod dieser Schüler eher mit Kreatin in Verbindung gebracht als mit extremer Dehydrierung. Noch verblüffender war, dass 2 von den 3 Schülern nicht einmal Kreatin zu sich nahmen.

Kreatin wird für viele verschieden Beschwerden verantwortlich gemacht, von Muskelkrämpfen über Dehydrierung, bis hin zu erhöhter Verletzungsanfälligkeit. Jedoch wurden diese Ergebnisse von Forschern festgestellt, die ohne eine einzige Studie diese Auswirkungen festgestellt haben bei verschiedenen Gruppen, die Kreatin aus medizinischen Gründen über einen Zeitraum von mehr als 5 Jahren nahmen.

In manchen Fällen, aber längst nicht allen, entsteht bei manchen Menschen durch die Verstoffwechslung von Kreatin das Nebenprodukt Kreatinin. Daraus haben einige Menschen geschlossen, auch einige medizinisch gebildete Leute, die es besser wissen hätten sollen, dass Kreatinin die Nieren schädigt. Erhöhte Kreatininwerte sind oft ein Blutindikator und nicht ein Grund für Nierenschäden.

Das ist ein wichtiger Unterschied und einige Kurz- und Langzeitstudien haben herausgefunden, dass Kreatinsupplemente keine schädigende Wirkung auf die Nieren gesunder Menschen hat. Es macht also Sinn, wenn Menschen, die schon bekannter Weise Nierenschäden haben zusätzlich noch Kreatin supplementieren. Allerdings wurde in Studien auch schon gezeigt, dass Kreatin selbst auf bereits geschädigte Nieren von Tieren keine Einflüsse haben. Schließlich kann man sagen, dass Kreatin schon sehr gut erforscht ist und die Sicherheit wesentlich höher ist als bei anderen Arzneimitteln wie zum Beispiel Aspirin.

Zusammenfassung

Obwohl zusätzliche Nachforschungen für die in diesem Artikel behandelten Krankheiten angestellt werden müssen, ist Kreatin ein wesentliches Nahrungsergänzungsmittel, dessen Effektivität, Sicherheit und erwähnenswerte Effekte bei der Bekämpfung von vielen Krankheiten zum Tragen kommen und es wird wahrscheinlich DER nächste Hit in der Anti-aging Industrie werden. Obwohl die Dosierungen in den Studien ziemlich hoch waren, empfehlen anderen Studien niedrigere Dosen, die genauso effektiv sein sollen, um die Kreatinwerte im Körper zu erhöhen. Eine Dose von 2-3 Gramm am Tag ist für gesunde Menschen völlig ausreichend. Menschen die an den genannten Krankheiten leiden, könnten von höheren Gaben profitieren (5-10g). Für diejenigen die sich mit dem Thema Kreatin genauer auseinander setzen wollen, besonders in Bezug auf Sport, können sich mein neustes ebook "Muscle Building Nutrition" anschauen.