Schönheitsideale und Körperbau
Das Schönheitsideal, was in der Antike durch Statuen wiedergegeben wurde, spiegelt sich heutzutage in der Werbung und in Fitnessvideos wieder (Delbrouck, 2004).Delbrouck bezeichnet die gegenwärtige Kultur als somatische Kultur. Der sportliche Erfolg ist letztlich abhängig von den konditionellen Fähigkeiten der Athleten, welche es gewöhnt sind, ihren Körper zu vermarkten und zu präsentieren. Die hautenge und teilweise bauchfreie Kleidung soll nicht nur funktionell sein, sondern auch den "muskulösen und fettfreien Körper der Sportler zur Schau stellen" (Delbrouck, 2004, S. 35).
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Der Sport Bodybuilding ist meiner Meinung dadurch ein Teil von vielen anderen Sportarten. Schade nur, dass Bodybuilding allein wenig Anerkennung bekommt.
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Der Athlet rieb seinen Körper zunächst mit Olivenöl ein und bestreute ihn anschließend mit feinem Sand. Das Olivenöl wurde meist in einen "Aryballos" aufbewahrt. Eine "Strigilis" (Swaddling, 2004, S. 73) wurde verwendet, um das Öl samt Staub wieder abzukratzen (siehe Abb. 3). Dieses Vorgehen erinnert mich stark an das Einölen und Einschmieren im heutigen Bodybuilding. Besonders in den Anfängen des Bodybuildings wurde vermehrt auf Öl, statt auf Farbe zurück gegriffen.

Damals wurde ein dicker Bauch für einen Boxer als positiver Aspekt gewertet , da der Gegner auf Abstand gehalten wurde und Kopftreffer dadurch schwieriger waren (Swaddling, 2004, S. 125). An dieser Stelle zählte anscheinend weniger die Ästhetik. Des Weiteren hatten Boxer oft ein vernarbtes und zugerichtetes Gesicht, gebrochene und somit schiefe Nasen sowie "Blumkohlohren" (Swaddling, 2004, S. 124). Heutige Boxer sind auch für ihre schiefen Nasen bekommt. Es ist allerdings zu erwarten, dass die damaligen Athleten schlimmer zugerichtet aussahen, da die medizinische Kenntnis weniger fortgeschritten war.
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Die menschliche Gestalt war das zentrale Thema der griechischen Kunst. Es wurden jedoch keine individuellen Menschen möglichst detailgetreu entwickelt, sondern Idealbilder dargestellt. Leitbilder der Skulpturen war der Mensch als Repräsentant einer Gesellschaft. Die Harmonie von Körper und Geist spiegelte sich in dem Schönheitsideal der Skulpturen und somit der Gesellschaft wieder.
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In den Statuen der Antike zeigt sich nur das Menschenbild der Spitze der Gesellschaft. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen war zeitintensiv und teuer. Die Gewinner der Olympischen Spiele durften eine Statue in der Altis errichten lassen. Vorausgesetzt er konnte die Mittel dafür aufbringen.
Meist spendeten jedoch Freunde, Bekannte oder die Herkunftsstadt die Gelder für die Statuen (Swaddling, 2004). Die Kunst wurde somit durch den Sport und besonders durch die Olympischen Spiele stark beeinflusst. Nackte Jünglinge, sogenannte "Kouroi" (siehe Abb. 4), illustrierten anhand ihres Körpers die "kalokagathía", das griechische Ideal der körperlichen und geistigen Vortrefflichkeit (Delbrouck 2004, S. 35).
Charakteristisch für medizinische Schriften der Antike, wie das Corpus Hippocratium, ist die Pathologisierung des weiblichen Körpers und dessen Festschreibung auf die Funktion des Gebärens (Delbrouck 2004, S. 35). Die Erziehung der Mädchen war weniger reglementiert und kürzer als diejenige der Jungen, da sie nicht der Erlangung militärischer Fertigkeiten diente, sondern auf die Heirat ausgerichtet war (ebd.). Bei der Darstellung von Frauen bedeutete Nacktheit in erster Linie körperliche Attraktivität, was negative ethische Konnotationen nicht ausschloss. Nacktheit wurde in der Kunst des 6. Jahrhunderts vor Christus zunächst bei Hetären angewandt, im späteren 5. Jahrhundert auch bei bürgerlichen Frauen und schließlich bei Göttinnen (ebd.).
In der modernen Gesellschaft fällt auf, dass bei der Inszenierung von Körperlichkeit die Sportlichkeit eine wichtige Rolle spielt. Durchtrainierte und attraktive Personen werden meist als sportlich bezeichnet. Bilder von sportlichen Körpern begegnen uns längst nicht mehr nur im Sport, sondern auch in Filmen, der Werbung und auf Plakaten (Thiel 2013, S. 72). Der Körper ist nicht mehr nur das Spiegelbild eines hart trainierenden Athleten der seine sportliche Leistung steigern möchte, sondern ein Statussymbol. Es wird für einen sportlich aussehenden Körper trainiert und nur noch selten für eine Steigerung der körperlichen Leistung.
Der Körper eines Spitzensportlers ist durch die Massenmedien mehr als nur ein Funktionsgegenstand, der dazu dient große sportliche Leistungen zu erbringen. Auffällige Frisuren, Tattoos und auffällige Kleidungen sind keine Seltenheit im Spitzensport. Es geht um die Vermarktung des Körpers. Der Körper von Micheal Jordan, bei seinem bekannten Dunkingsprung, ist z.B. das Symbol einer eigenen Linie des Sportartikelherstellers Nike. Die Jubelpose als "Bogenschütze" von Usain Bolt ist auf vielen Sportartikeln der Marke Puma wiederzufinden.
Der frühe wissenschaftliche Erkenntnisaustausch beschäftigte sich verstärkt mit der Beziehung zwischen Körper und Geist. Eine ausschlaggebende Erkenntnis ist, dass der Körper mehr als eine genetisch bedingte äußere Form ist. Eine zentrale These ist, "dass die moderne Gesellschaft durch Entkörperlichung und Endindividualisierung gekennzeichnet ist" (Thiel 2013, S. 76). Das bedeutet, dass der soziale Rang sowie die Funktion der sozialen Systeme in der modernen Gesellschaft unabhängig von dem körperlichen Erscheinungsbild.
Es ist somit nicht von Bedeutung ob eine schlanke oder eine kräftige Frau an der Kasse eines Supermarktes sitzt. Unternehmensprozesse sind auch teilweise so stark entpersonalisiert, dass es nicht von Bedeutung ist, wer diese Tätigkeit ausführt (ebd.). Die Frage ist jedoch, wie der sogenannte Körperboom, die Bedeutung des Körpers in den Medien und die immer weiter wachsende Fitnessbranche zu den oben beschriebenen Phänomen passt.
Die FKK-Bewegung beweist, dass sich Körperkulturen auch innerhalb einer Gesellschaft unterschiedlich ausbilden können. Unter der Bezeichnung Sport sind teilweise sehr unterschiedliche Körper- und Bewegungskulturen einzustufen. Ästhetische Aspekte werden im Tanz oder Bodybuilding betrachtet, während der Körper in der Leichtathletik auf objektiv messbare Leistungen reduziert wird (a.a.O., S.80).
Warum Bodybuilding immer noch eine Randsport ist, kann ich nicht verstehen. Zumal immer mehr Jugendliche sich für diesen Sport interessieren und fleißig trainieren. Vor allem die ältere Generation kann mit Bodybuilding keine sportliche Leistung verbinden. Im Gegensatz dazu akzeptieren meist die gleichen Personen klassisches Tanzen, welches auch auf die Ästhetik reduziert wird, als Sportart.

Darüber hinaus ist ein sportlicher Körper heute eng mit sexueller Attraktivität verbunden. Thiel (2013) geht von einer Versportlichung der Sexualität und einer Entsportung der Athleten aus. Widerständiges zu beherrschen und zu kultivieren ist heute ein Symbol für einen sportlichen Körper.
Eine besondere Form stellt hier das Bodybuilding dar. An dieser Stelle ist die "Überwindung körperlicher Entwicklungsprozesse" (Thiel 2013, S. 92) das Symbol des sportlichen Körpers.
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Bodybuilding über einen längeren Zeitraum auszuführen benötigt eine besonders hohe intrinsische Motivation, da es darum geht, einen Körper nach einem Idealbild zu formen. Individuelle Visionen von Körperlichkeit sind daher von Bedeutung und benötigt erhebliche Anstrengungen.
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Fazit
Es wird deutlich, dass die antiken Griechen ähnliche Schönheitsideale hatten wie die heutige Gesellschaft. Die Körperkultur war damals durch den Sport geprägt. Allerdings ist die Vorstellung eines gut aussehenden, muskulösen und gepflegten antiken Athleten widerlegt, da die plastischen Skulpturen kunstvoll die Ideale und nicht die Realität widerspiegeln.Heutzutage sind die Schönheitsideale und Körperformen stark von der Sportart abhängig. Der Körperbau der heutigen Gesellschaft ist von stärkeren Extremen (Bodybuilder im Vergleich zu Skispringer) geprägt. Die größere Sportartenvielfalt mit ihren speziellen biomechanischen Anforderungen, aber auch der stärkere Medikamentenmissbrauch, begründet die hohe Gegensätzlichkeit.
Die Trainingsgestaltungen waren für die damaligen Erkenntnisse faszinierend und weichen nur in Details von den gegenwärtigen ab. Die Ernährung war damals stärker eingeschränkt, da noch kein globaler Handel mit Lebensmitteln vorhanden war. Des Weiteren gab es keine Kühlschränke, die Hitze ließ viele Lebensmittel schnell verderben. Daher sind die Ernährungsempfehlungen nur mit Einschränkung vergleichbar. Die Grunderkenntnis einer mäßigen Ernährung für eine gesunde Lebensweise war jedoch schon bekannt.
Besonders die Fleisch-Diät von Milon von Kroton wird teilweise auch heute noch im Bodybuilding angewendet. Die Antike besaß einen faszinierende und stark ausgeprägte Körperkultur, welche durch den Sport geprägt war. Die heutige Körperkultur wird vermehrt durch die Industrie und Werbung beeinflusst.
Literatur
- Achilles, Klaus; Braun, Harald (Hrsg.) (2004): Streifzug durch die Sportgeschichte. Festschrift zur Verabschiedung von Prof. Dr. Harald Braun. 1. Aufl. Bremen: Verein für Hochschulsport.
- Das Olympische Museum (2007). Die Olympischen Spiele des Altertums, 2. Auflage. Link, abgerufen am 23.02.14.
- Delbrouck, Mischa (2004): Verehrte Körper, verführte Körper. Die Olympischen Spiele der Neuzeit und die Tradition des Dionysischen. Tübingen: Niemeyer.
- Der Sport-Brockhaus (1977). Alles vom Sport v. A-Z. 3. Aufl. Wiesbaden: Brockhaus.
- Eberspächer, Hans (1992): Handlexikon Sportwissenschaft. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
- Kanetaki, Eleni (2004): The Still Existing Ottoman Hamams in the Greek Territory. Link, abgerufen am 24.02.14.
- Lahanas, Michael (o. J.). Griechische Kunst: Evolution. Link, abgerufen am 23.02.14.
- Langenfeld, Hans (2010). Sportgeschichte der römischen Kaiserzeit. In: Krüger, Michael (Hrsg.) und Langenfeld, Hans (Hrsg.) (2010): Handbuch Sportgeschichte. Schorndorf: Hofmann. S. 143 – 152.
- Lehmann, Gerhard (2007): Deutsche Hochschule für Körperkultur Leipzig 1950-1990. Entwicklung, Funktion, Arbeitsweise. Aachen: Meyer & Meyer Verlag.
- Lukas, Gerhard (1969): Die Körperkultur in frühen Epochen der Menschheitsentwicklung. 1. Aufl. Berlin: Sportverlag.
- Monniaux, David (2003): Louvre statue DSC00917.jpg. Link, abgerufen am 24.02.13.
- O.V., (2012). FIVB ändert Bekleidungsvorschrift. Link, abgerufen am 23.02.14.
- O.V. (2011). 1000 Fragen: Warum zeigt antike Kunst oft Nackedeis? Link, abgerufen am 23.02.14.
- Raschka, Christoph und Stephanie Ruf (2012): Sport und Ernährung: wissenschaftlich basierte Empfehlungen und Ernährungspläne für die Praxis. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
- Thil, Christian und Banzer, Winfried (2011): Belastungssteuerung im Spitzensport. Informations-Vorsprung für Trainer und Athleten. Link, abgerufen am 23.02.15.
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