Lipostabil - revolutionäre Fett-weg-Spritze ?

LipostabilDie sogenannte Fett-weg-Spritze zählt zu den interessantesten neuen Themen der ästhetischen Medizin. Manche sehen in ihr eine Revolution in der Behandlung von Fettpolstern. Optimisten glauben, dass diese Spritze in der Zukunft die Fettabsaugung teilweise ersetzen wird.
Der Ausdruck "Fett-weg-Spritze" wird in der Öffentlichkeit für ein Behandlungsverfahren gegen überflüssige Fettpolster verwendet. Dabei wird ein bestimmtes Medikament (Lipostabil!) in Fettdepots gespritzt, die sich dadurch auflösen. Der medizinisch-wissenschaftliche Ausdruck lautet "Injektionslipolyse" oder "Lipolyse".
Lipolyse heisst "Fettauflösung". Auf biochemischem Weg soll Fett aufgelöst werden. Zur biochemischen Lipolyse verwendet man im allgemeinen ein Medikament namens Lipostabil. Lipostabil wird aus Sojabohnen gewonnen und enthält sog. Phospholipide (Mehr dazu unter Zusammensetzung bzw. PC).
Lipostabil ist in Tablettenform zur Senkung der Blutfette und bei intravenöser Gabe zur Vorbeugung und Behandlung von Fettembolien in Deutschland als Medikament zugelassen.


Woher kommt die "Fett-weg-Spritze"?

In der Vergangenheit haben sich viele Ärzte mit der Idee einer chemischen Fettauflösung beschäftigt: zur Lösung sowohl medizinischer als auch ästhetischer Fragestellungen. Mitte der 90 iger Jahre hatte die brasilianische Ärztin Dr. Patricia Rittes die Idee, mit Phosphatidylcholin Experimente gegen ästhetisch störende Fettpölsterschen zu wagen. Wenn dieser Stoff im Blut den Fettspiegel senkt - warum nicht den Versuch wagen, auch im Fettgewebe unter der Haut das Fett zum Verschwinden zu bringen? Sie besitzt bis heute die grösste Erfahrung mit der Lipolyse und hat - nach eigenen Angaben - viele Tausend Menschen damit behandelt. In Südamerika ist das Verfahren relativ rasch populär geworden; in Nordamerika und Europa konnte es sich lange nicht durchsetzen, da es kaum wissenschaftliche Veröffentlichungen dazu gab und die Anwender das "Geheimnis" der Fett-weg-Spritze bei sich behielten. Erst durch Fortbildungskurse interessierter Ärzte bei Dr. Rittes wurde die Methode auch in Europa bekannt. Nahezu alle heute im deutschsprachigen Raum damit arbeitenden Ärzte erhielten die Anregung zur Lipolyse durch die Arbeiten von Dr. Rittes.

Zusamensetzung:
Cassella-med
Hauptgruppe: 58.A.1.
Lipostabil® N i.v. 5 ml Injektionslösung, AP (Apothekenpflichtig!)

Zus.: 1 Amp. (5 ml) enth.: Phospholipide aus Sojabohnen 250 mg enthaltend 93% (3-sn Phosphatidyl)cholin -Auszugsmittel: Ethanol 96% (V/V).
Weit. Bestandteile: Benzylalkohol 45 mg (zur Konservierung) Desoxycholsäure, Natriumhydroxid, Natriumchlorid, α-Tocopherol, Ethanol, Wasser f. Inj.-zwecke.

5 Amp. (N2) 5 ml 34,60€ PZN 3352900

Anw.: Proph. u. Ther. d. Fettembolie.
Gegenanz.: Z 1. s.c. Anw.
Nebenw.: Z 1
Warnhinw.: Enth. Ethanol! (0,3 Vol.-%)
Dos.: Prophylaxe: 40 ml tgl. (b. Marknagelungen 20 ml) während u. 3-4 Tg. nach Operation, Therapie: 80 ml tgl. in 2-3 Einzeldosen bis z. Abklingen d. Symptome. Langsam u. ausschl. i.v. injizieren!
Lag.: Lagerungshinweis!

(Auszug aus der Roten-Liste 2005)


3-sn-Phosphatidyl-Cholin

3-sn-Phosphatidyl-Cholin ist der Wirkstoff von Lipostabil® Dieses relativ alte deutsche Medikament wird aus Soja hergestellt. Die typische Zusammensetzung von Soja-Phosphatidylcholin sieht etwa so aus: 13% Palmitinsäure 4% Stearinsäure 10% Ölsäure 66% Linolsäure 6% Linolensäure Phosphatidylcholin ist in der Natur weit verbreitet. Man findet es in pflanzlichen und tierischen Zellmembranen. Kommerziell wird es in Medikamenten und Kosmetika eingesetzt. Phosphatidylcholin kann nämlich bei Fettembolien, Fettstoffwechselstörungen und Lebererkrankungen heilsam wirken und hat daneben positive Effekte an der Haut.

In der inneren Medizin hat es bei innerlicher Anwendung seinen festen Platz als Medikament. Phosphatidylcholin (PC) ist nämlich auch ein Nährstoff, Transportmittel und ein wichtiger Bestandtell aller Körperzellen. Aus PC sind ausserdem die Zellmembranen aufgebaut. Dies sind die "Wände" und Kommunikationsstellen der Zellen untereinander. Vor allem für die Leber ist PC unentbehrlich. Zahlreiche Leberkrankheiten entstehen über eine Schädigung der Membranen der Leberzellen. Deshalb gewinnt die Anwendung von PC zur Vorbeugung und Behandlung von Leberproblemen an Bedeutung. Viele wissenschaftliche Untersuchungen konnten die positive Wirkung von PC auf die Leber eindrucksvoll bestätigt. Der Nutzen von PC ist im Rahmen kontrollierter klinischer Studien zu Lebererkrankungen aller Schweregrade untersucht worden. Forscher konnten zeigen, dass PC als Infusion oder Tabletten die Leber wirksam vor Entzündungen, Giften und vielen Krankheiten schützen kann. Die Gesundung bei einer Leberentzündung (Hepatitis) kann durch PC sehr gefördert werden.


Wirkmechanismus

Das Medikament Lipostabil wird unter die Haut direkt ins Fettgewebe gespritzt. Der Wirkmechanismus beruht darin, dass das Lecithin ein Fettsäure-Carrier ist, der auch im normalen Organismus Fettsäuren binden und in die Leber transportieren kann. Injiziert man die Verbindung direkt in die Adipozyten, so ist ohne weiteres feststellbar, dass es zu einer „Mobilisierung des Fettes“ kommt, da das Lecithin Fettsäuren aufladen und aus dem Fettgewebe hinaustransportieren kann. Das zersetzte Fett wird dann über das körpereigene Lymphsystem abtransportiert. Es handelt sich also um eine Verstärkung von natürlichen Vorgängen, die im Körper auch vorkommen.


Wann und für wen sinnvoll

LipostabilAuch viele normalgewichtige Menschen haben ihre "Problemzonen" - Körperstellen, an denen sich trotz Sport und vernünftiger Ernährung unschöne Fettpölsterchen bilden. Wo vernünftige Ernährung und Sport nicht helfen, lassen sich grössere Fettansammlungen noch immer am besten durch Fettabsaugung beseitigen. Die Fett-weg-Spritze dagegen ist geeignet für alle kleineren Fettdepots, zum Beispiel an Oberschenkeln, Bierbäuchlein, Hüftring, Doppelkinn oder Tränensäcke, für Fettansammlungen im Nasen-Lippen-Bereich, der männlichen Brust, im Bereich der Oberschenkel, Knie und Unterschenkel, der Fesseln, im Brust-Bauch-Hüft-Bereich sowie zur Modellierung unterschiedlicher Problemzonen.

Dies bedeutet auf uns Bodybuilder umgemünzt, dass wir Lipostabil erst gegen Ende unserer Diät / Defi anwenden sollten, wo unser Körperfettanteil bei höchstens 10-12 % liegen sollte. Andernfalls wird das Ergebniss enttäuschend ausfallen. Es macht also keinen Sinn, Lipostabil bei 20 % Körperfettanteil anzuwenden, um eine Gewichtsreduktion zu erzielen. Dafür gibt es weitaus bessere Medikamente (z.b ECA, ECY, Liothyronin und DNP, um nur einige zu nennen). Diese Mittel haben einen entscheidenen "Nachteil" und zwar sind sie in Bezug auf eine Gewichtsreduktion wirksamer, aber sie können nicht die Problemzonen direkt angreifen. Genau hier setzt Lipostabil an. Daraus ergibt sich ganz klar, dass "Einsatzgebiet" von Lipostabil. (Mehr dazu unter: Anwendung und im Fazit)


Mögliche Nebenwirkungen

Solange man nicht auf Bestandteile von Lipostabil allergisch reagiert, hat man "nur" mit den "injektionsbedingten" Nebenwirkungen zu kämpfen. Dazu zählen Schwellungen (diese treten immer auf), die mitunter (je nach verwendeter Menge) mehr oder weniger stark ausgeprägt ausfallen können. Diese sind mitunter auch schmerzhaft. Hämmatome (blaue Flecken) treten relativ häufig (ca. 65-70%) auf, sind aber nicht weiter tragisch. Rötungen sind Aufgrund der möglichen Reizung der entsprechenden Haut möglich. Alle "injektionbedingten" Nebenwirkungen sind nur temporär und verschwinden nach max. 14-21 Tagen nach der letzten Injektion wieder und haben keine Gesundheitsschädigende Auswirkungen. Ein kühlender Eisbeutel auf die entsprechende Zone kann das Abklingen der Symptome beschleunigen! Schmerzmittel sind nicht nötig, wenn es "nötig" sein sollte, verzichtet bitte auf Aspirin (da dieses das Blut verdünnt).

Auch falls man aus Versehen i.m injeziert kann nichts passieren, dennoch sollte angemerkt werden, dass man sich mit einer s.c injektion auskennen sollte, da man ansonsten (wir kennen ja jetzt den Wirkmechanismus) nicht die gewünschte Wirkung erhält. Sämtliche "Horrormeldungen" selbst von "anerkannten Experten" sind völlig von der Hand zu weisen und stammen aus 1000 und 1 Nacht. Dies sollte auch bewusst sein, da diese "Experten" die sogenannte "Fett-weg-Spritze" selber anbieten (auch wenn sie so gefährlich sein soll) und für jede Anwendung (wovon 3-5 notwendig sind) etwa 250-700 € berechnen. "Sie sägen sich schliesslich nicht selber den goldenen Ast ab, auf dem Sie sitzen!"

Hierzu ein sehr aufschlussreicher Bericht:
Ungefährlichkeit wissenschaftlich bestätigt
Wien (pts, 22. Sep 2004 08:30) - *Deutsche Vereinigung der Plastischen Chirurgen verzichtet darauf, die Verbraucher weiter vor angeblichen Gefahren der Fettwegspritze zu warnen.*

Monatelang haben vor allem die Verbände der Plastischen Chirurgen Stimmung gegen die neue sanfte Methode der Fett-Entfernung mit der "Fettwegspritze" gemacht und damit tausende zufriedene Anwender und Interessenten verunsichert. Nun steht fest: der Wirkstoff Phosphatidylcholin hat keinerlei genschädigende oder Mißbildungsfördernde Wirkung auf den Körper.
Das Deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme vom 13.8.2004, dass sich in entsprechenden Zulassungsverfahren "keine teratogene oder genotoxischen Effekte" im Wirkstoff zeigen ließen. Auch der Wiener Hormonspezialist Prof. Dr. Huber von der Universitätskinik Wien, der zur Zeit eine umfangreiche Studie über die Wirksamkeit der Fettwegspritze durchführt, bestätigte schriftlich, dass die mehrfach in die Öffentlichkeit getragenen Behauptungen über gefährliche Auswirkungen des Wirkstoffs Phosphatdycholin jeder Grundlage entbehren.
Inzwischen hat auch die Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen schriftlich zugesagt, Aussagen über die angebliche Gefährlichkeit der Fettwegspritze nicht mehr mündlich oder schriftlich zu wiederholen.


Anwendung

Lipostabil wird s.c (subcutan, ins Unterhautfettgewebe) mit dünnen Insulin-Nadeln injiziert. Bei der ersten Anwendung sollte man in den jeweiligen Problemzonen jeweils 0,5 ml pro cm² injezieren, da die immer auftretenen Schwellungen stark ausgeprägt sein werden. Diese bilden sich nach 3-10 Tagen wieder zurück. Es sind mehrere Anwendungen nötig, um ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen zu können. Diese Anwendungen sollten in etwa 14-21 Tagen Abstand wiederholt werden (beachtet dabei die individuelle Regeneration und achtet, dass die Schwellungen volständig abgeklungen sind). Bei "guter" Verträglichkeit und/oder ihr könnt mit den recht heftigen Schwellungen leben, könntet ihr bei der nächsten Anwendung auf 1 ml pro cm² hochgehen, dieses sollte aber als oberste Grenze gelten. Der mögliche Erfolg hängt eher mit der wiederholten Anwendung zusammen und weit weniger mit der injizierten Menge. Daher besser 3-5 Anwendungen mit jeweils 0,5 ml, als nur 1-2 Anwendungen mit 1,5 ml. Der Erfolg wird bei der ersten Vorgehensweise weitaus ausgeprägter sein. Eine unterstützende und gleichzeitige orale Einnahme von Yohimbin-HCL (in Tablettenform) kann die Problemzonen noch "etwas" besser bekämpfen. Einfach ab der ersten Lipo Injektion 3*5 mg bzw. 3*10 mg Yohimbin täglich einnehmen und man hat eine "duale" Wirkung, die sich speziell auf die Problemzonen richtet. Allerdings hat Yohimbin einige mögliche Nw´s vorzuweisen, daher ist diese Kombination nicht für jeden geeignet. Beide Präperate wirken bei weiblichen Anwendern etwas ausgeprägter, als bei männlichen. Dies haben viele Erfahrungen gezeigt. Wieso dem so ist? Da bewege ich mich auf dünnem Eis, da es dazu noch keine Lösung bzw. feste/erforschte Erklärung gibt.


Wirkt es denn überhaupt und wenn ja, wie stark?

LipostabilGanz klar, ja! Lipostabil richtig und zielgerichtet angewendet wirkt. Es bewirkt sicherlich keine Wunder, aber es ist zweifelohne eine gute und Nebenwirkungsarme Methode gegen Hartnäckige Problemzonen. Dies ist auch das Einsatzgebiet von Lipostabil und genau da setzt es an. Also ausschliesslich bei Leuten mit "normalem" Körperfettanteil (8 max. 14 %) und Problemzonen. Es ersetzt keine Diät/Kcal-Defizit, sondern sollte "nur" als Ergänzung angesehen werden. Wenn man sich dieses vor Augen hält, wird man von der Wirkung nicht enttäuscht werden. Es gibt nunmal leider keine Wundermittel, dieses solltet ihr euch immer vor Augen halten, auch in puncto AAS. Ihr solltet es nur und ausschliesslich am Ende einer Diät anwenden, bei einem schon relativ geringen Körperfettanteil und eure Fettzufuhr (nicht nur zur Kcal-Reduktion), aufgrund des Wirkmechanismus auf ein mindestmaß einschränken.
(Mehr dazu auch unter "Lipostabil contra Helios" und "Anwendung")


Injektions Anleitung

Immer wieder hört/list man, dass Mediziner (die diese Anwendung anbieten) eine spezielle Injektionstechnik anwenden und dazu sogar eigene Fortbildungenen notwendig seien. Ich kann euch beruhigen, es ist lediglich eine ganz normale s.c injektion (wie bei Insulin und STH ebenfalls). Alles andere ist absoluter Schwachsinn. Dies hat mir ein Chefarzt einer privaten "Schönheitsklinik" in Düsseldorf ausdrücklich bestätigt.


Lipostabil contra Helios

Helios mit seinen Wirksamen Bestandteilen (Clenbuterol-HCL/Yohimbin-HCL) wirkt im Vergleich zur kombinierten oralen Einnahme wessentlich effektiver, was den Fettabbau betrifft (vor allem den der Problemzonen). Die Nebenwirkungen sind identisch (beachtet dabei den verabreichten Wirkstoffgehalt!). Wobei bei der injezierbaren Variante noch Schwellungen, Rötungen und Hämatome auftreten können/werden.

Lipostabil hingegen weisst keinerlei sympatikomimetika typischen ("aufpuschende") Nw´s auf. Da das Wirkungsprinzip ein völlig anderes ist. Im direkten Vergleich dieser beiden erhältlichen "Fatburner" hat Helios die Nase vorn, sowohl was die Wirkung, als auch die Nebenwirkungen angeht. Wenn man Helios verträgt sollte es die erste Wahl sein, wenn nicht, hat man mit Lipostabil einen ebenfalls Potenten Ersatz in der Hinterhand. Eine gute Möglichkeit die Wirkung von Lipostabil zu verstärken, ist dazu Yohimbin-HCL oral (also Tablettenform) zusätzlich einzunehmen. Zu Anfangs 3*5 mg täglich und dann gegebenenfalls auf 3*10 mg täglich zu steigern.


Tipps

Verzichtet ca. 1 Woche vor der ersten Anwendung auf sämtliche Blutverdünnende Medikamente (möglichst auch ASS) und bis etwa 2 Wochen nach der letzten Anwendung. Alkohol- und Nikotinkonsum sollte ebenfalls am besten ganz gemieden werden oder zumindest auf ein Minimum herunter gedrosselt werden. Damit ist eine bessere/schnellere "Heilung" in puncto Schwellungen, Hämatome usw. gegeben. Enzündungshemmende (Planzliche) Mittel beschleunigen die "Heilung" noch etwas und man kann mit der nächsten Anwendung etwas früher starten und man sieht schon früher die Ergebnisse.


Fazit

Man hat ein Nebenwirkungen wirkungsarmes und allseits verfügbares (Apotheke) Medikament zur gezielten Behandlung von Problemzonen zur Hand. Richtig und zielgerichtet eingesetzt wirkt es! Erwartet keine Wunder, dann werdet ihr auch nicht enttäuscht werden. Helios wirkt im direkten Vergleich zwar etwas besser, hat aber auch wessentlich mehr/schwerere Nebenwirkungen. Wer also nicht auf Helios zurückgreifen möchte (Nebenwirkungen, Beschaffung oder Preislich usw.), hat eine mildere und fast ebenso potente "legale" Alternative in der Hinterhand.

Fazit: geht so!