Vorweg: mit Autor dieses Buches, neben M. Bachmann, ist ein gewisser D. Sinner auch bekannt unter K...(?)

Mit dieser Textreihe möchte ich kleine Ausschnitte des Buches "Anabole Steroide - das Schwarze Buch" komentieren. Erhältlich ist das Buch über den BMS-Versand: http://www.bms-sports.net/produkte/schwarz/index.sht
Das Buch kann ich nur wärmstens empfehlen, da es wohl das umfangreichste und zugleich aktuellste Werk darstellt. In Folge werde ich nun auf einige Ungereimtheiten des Schwarzen Buchs eingehen. Meine Aussagen spiegeln meine Ansichten wieder. Ob diese nun richtig sind oder nicht, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Fortlaufend werde ich kleinere "Meinungsverwschiedenheiten" behandeln um meine Ansichten zum Thema abzugeben.


(1)"Absetzen
Da der Reboundeffekt bei plötzlichem Absetzen ein schnelles Ansteigen des Östrogenwertes bewirken kann, sollte auf ein langsames Ausschleichen des Wirkstoffs wert gelegt werden"


Diese Aussage ist sehr widersprüchlich. Es sollte jedem klar sein, dass bei wegbleibender aromatisierender Androgenmenge kein Rebound auftreten kann, da sich mit dem Sinken des Androgenspiegels auch der Östrogenspiegel senkt und damit Anastrozol nicht mehr erforderlich ist. Desweiteren ist Anastrozol ein Wirkstoff, welcher das Übel an der Wurzel - den Enzymweg direkt - packt. Im Gegesatz dazu wirkt z.B. der Wirkstoff Tamoxifencitrat in dem es spezifische Rezeptoren(u.a. im Brustbereih) blockiert, dabei aber trotzdem eine hohe Blutkonzentration an Östrogenen vorhanden ist. Setz man nun einfach das Präparat ab, kann nun der Östrogenspiegel auch auf Bereiche wie Brustdrüsen einwirken und man spricht von einem "Reboundeffekt". Anders verhält es sich wenn man während des AAS Zyklus die Androgenmenge weiterhin zuführt, dann aber schlagartig Anastrozol weglässt. Die Aromataseaktivität würde so wieder ansteigen, und vermehrt würden Androgene zu Östrogenen konvertieren. Bei der nächsten Auflage dieses Buches sollte soetwas deutlicher ausgedrückt werden, da es sonst "falsch" bzw. "unvollständig" an den Leser überbracht wird.


(2)"Wettkampfathleten, denen es vorrangig um nahezu komplettes Ausschalten der Östrogenwirkung geht, benutzen 1 mg/Tag, während bei leichten Steroidkuren die Dosis ruhigen Gewissens auf 0,25-0,5 mg alle 2-3 Tage heruntergeschraubt werden kann." preview

Wenn wir uns diesen Absatz mal näher anschauen sollte deutlich werden, dass angegebene Dosierungen für Wettkampfathleten nicht immer ausreichend sind. 1 mg Anastrozol/Tag, macht vielleicht bei 350-500 mg Testosteron furz trocken, oder bis 750 mg Depottesto halbwegs trocken, jedoch nicht bei vielen Wettkampfathleten üblichen Dosierungen von um die 1000 und mehr mg/Woche. Klar auf Wettkampfebene gibts viele Athleten mit guten Genen, ergo Personen die wenig Wasser ziehen. Femara ist hier aus meiner Sicht aber trotzdem angebracht als Anastrozol. Oder zum Beispiel bei starken Defiphasen vor Wettkämpfen. Hier ist Anastrozol aus meiner Sicht nicht das Mittel der Wahl. Vielleicht liegt es aber auch nur an der oben angmegebenne mangelnden Ausführlichkeit, was allerdings die sogenannten "leichten Steroidkuren" betrifft: mal ehrlich 0,25(Maximal 0,5 mg) Anastrozol alle 3 Tage, bei den Kuren wie sie hier für Anfänger/Hobbystoffer abgebildet sind, schaffen fast gar nicht im Punkt Aromataseblockierung. Da haben 150 mg Zink/Tag ja bald einen ähnlichen Effekt. Ich möchte hier nicht von einem Placeboeffekt sprechen, aber viel wird man mit diesen Mengen ganz bestimmt nicht erzielen - zumindest nicht das was ich unter "nahezu wasserfrei" verstehe. Aus meiner sicht sind da mind. 0,5-1 mg Adex jeden 2. Tag nötig. Fazit: Geldverschwendung, zumindest was die "leichten" Kuren betrifft, muss meinen Erfahrungen nach höher dosiert werden als 0,25 mg jeden 2.-3. Tag...


(3)"Fortgeschrittene Athleten bzw. Hobbybodybuilder, die das Wachstumshormon bereits seit einiger Zeit applizieren, können dem Insulin einen Versuch geben. Dabei sollte das 6 Wochen On/2 Wochen Off Schema zum Einsatz kommen."

Aus meiner Sicht der Dinge sollte man Insulin ebenfalls periodisch zum Einsatz bringen. Allerdings sollte man Insulin nur an Trainingstagen nutzen und an freien Tagen gänzlich weglassen. Beispielweise 5 Tage On/2 Tage Off die Woche oder 4 On/3 Off die Woche, je nachdem wie das Training geplant wird. Mit solch einem System ist es spielend möglich Insulin auch über die übliche Kurlänge, als deutlich länger als 6 Wochen am Stück, anzuwenden.


(4)"Man injiziert 1-2 mal täglich je 10 I.E. eines kurz wirksamen Insulins, und zwar am Morgen mit dem Frühstück und/oder direkt nach dem Training".

nach dem Training ist aus meiner Betrachtung der ideale Zeitpunkt für die Insulingabe. Zugleich ist der Zeitpunkt ideal aufgrund der erhöhten Kohlenhydratbelastung nach dem Workout. Eine 2 malige tägliche Insulin Applikation ist aus meiner Sicht nicht empfehlenswert aufgrund der komplizierten Mahlzeitenplanung. Zuviel Insulin würde den Athleten ohnehin nur "fett" machen. Deshalb lieber nur 1 mal täglich und angepasst. D.h. soviel wie: langsam die Dosierung des Insulins von 6 I.E. steigern, bis man bei etwa 10 I.E. angelangt ist. Bei dieser Menge ist die Wirkung in vielen Fällen schon ausreichend und muss nicht weiter gesteigert werden. Man kann natürlich auch weiter hoch gehen, wobei die magische Grenze von 20 I.E. aus meiner Sicht NIE überschritten werden sollte. Tendenziell fahren viele Athleten prima in Bereichen von 10-16 I.E.


(5)"Das Metenolon Enantat wirkt, genau so wie die Acetat-Form, nur gering anabol und androgen."

Es ist soweit richtig, dass die anabolen Eigenschaften von Methenolon nicht so hoch anzusiedeln sind. Persöhnlich seh ich die anabolen Eigenschaften im Bereich niedrig bis mittel und somit gehen die Angaben soweit in Ordnung. Was die androgene Komponente betrifft, da habe ich andere Ansichten; die Angaben finde ich sehr widersprüchlich. Es wird als Nebenwirkungen folgendes angegeben: "besonders fettige haut, Akne, Körperhaarwuchs und Ausfallen des Kopfhaares". Das alles beruht einzig auf den androgenen Eigenschaften von Methenolon. Dieses AAS ist wahrscheinlich eines der androgensten Steroide überhaupt.


(6)"Desweiteren hemmt Alkohol die Testosteronausschüttung. Wer wöchentlich 500 mg Testosteron Enantat oder mehr injiziert, dem wird das wohl weniger stören. Dennoch sollte diese Tatsache Erwähnung finden, da sie vornehmlich Athleten betrifft, die milde Steroide wie Oxandrolon, Metenolon und Stanozolol gebrauchen"

Aus meiner Sicht sind die oben angegebenen Aussagen zum Teil aus dem Zusammenhang gerissen. Testosteron lässt LH und FSH innerhalb kürzester Zeit Brache liegen. Dies geschieht bereits bei einer sehr moderaten Wochendosis von gerademal 250 mg, welche immerhin 12 ng/ml Blutkonzentration ausmachen - immerhin mehr als ein junger gesunder Mann in seinem besten Alter produziert. Ähnliches passiert auch bei der Anwendung von niedrigen Primokuren von sagen wir 200-300 mg. Wirkt ein exogen appliziertes androgenes Steroid, so wird auch die endogene Biosynthese gestoppt zumal selbst 200 mg Testosteron wöchentlich mehr sind als der Körper selbst synthetisieren kann. Was diesen punkt betrifft spielt es auch keine große Rolle, um welches Steroid es sich handelt. Die inhibierende Wirkung ist in jedem Fall groß genug, Hypothalamus und Hypophyse das Signal zu geben die Produktion einzustellen.


(7)"Zwar wird die Halbwertszeit um die 10 Tagen angegeben, was eine injektion alle 5-10 Tage sinnvoll erscheinen ließe, dennoch ist auch hierbei mit keinem annähernd gleichmäßigen Wirkstoffspiegel zu rechnen, so dass Athleten in der Regel wöchentlich injizieren."

Die Halbwertszeit eiines Testosteronmixpräparats wie Omnadren oder Sustanon beträgt bei weitem keine 10 Tage. Diese Aussage lässt sich auch sehr gut untermauern in dem man einfachmal einen Vergleich macht. In den Mixpräparaten sind 150 mg recht kurzwirksame Testosteronesterkoppelungen(Propionat, Phenylpropionat und Isocaproat) enthalten, diese haben alle eine relativ geringe Halbwertszeit. Der Letzte Ester, also Decanoat, hat wohl die längste Halbwertszeit in der Riege, und ist mit 6 Tagen angegeben(Quelle: Beipackzettel zu Deca Durabolin). Dazu kommen noch Hydrolyse, Verteilung und Eleminatione[-50%], damit liegen wir aber immer noch deutlich unter 10 Tagen. Addiert man nun alle Ester und bildet eine Gesamthalbwertszeit, so muss diese deutlich geringer ausfallen als 6 Tage. Die Tatsächliche Halbwertszeit von Testosteronmixpräparaten liegt real bei etwa 4,5-5 Tagen. Bei stärkerer Akkumulation der langen ester 1 maximal 2 Tage länger. Das liegt daran, dass die kurzen Ester nochmals die Halbwertszeit der langen und mittellangen Ester nach unten drücken. Zum Punkt Injektionsintervalle ist soviel zu sagen, das die Praxis deutlich zeigt, dass Injektionen jeden 5.-6. Tag vorteilhafter sind bei Testosteronmischpräparaten. Bei wöchentlichen Injektionen berichtet der Anwender häufig über einen Wirkungsverlust, der während dieser Periode zwischen den injektionen auftritt(Anm.: zum Ende hin). Ob da nicht die kurzen Ester schuldig sind...

Literaturverzeichnis:
(1)
Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 26 - Zeile 2-5

(2)
Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 25 - Zeile 44-48

(3)
Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 184 - Zeile 24 - 27

(4)
Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 184 - Zeile 27-30

(5)
Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 228 - Zeile 13-14

(6)
Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 595 - Zeile 39-44

(7)
Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 502 - Zeile 42-45