Lügen des Schwarzen: Kapitel #2
(1)"Fakt ist das Bodybuilder mit Oxymetholon innerhalb 4-6 Wochen Gewichtssteigerungen von 8-12 kg, je nach Dosierung und Ernährung sogar bis zu 15 kg verzeichnen können."
Irgendwo ist es nicht verständlich, warum gerade bei Oxymetholon ständig Propaganda bezüglich der Gewichtszunahmen ans Tageslicht kommen. Um diese in Zahlen auszudrücken sind zuviele Parameter mit einem Fragezeichen vorhanden. Zum einen reagiert nicht jeder Bodybuilder mit gigantischen Wasserretentionen, dann ist die Dosierung wichtig, die Ernährung ist ebenfalls ein sehr wichtiger Faktor und dann der Faktor Genetik sowie Leistungsstand. Jemand mit 130 kg Lebendgewicht wird damit kaum die Erfolge verzeichnen können, wie zum Beispiel ein Anfänger von 70 kg. Auch gibt es Anwender, die mit Hilfe von Oxymetholon nur wenige kg aufbauen konnten. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass dieses Thema etwas objektiver betrachtet sowie ausgewertet wird.
(2)"Ein übertraining ist mit Oxymetholon nahezu ausgeschlossen, insbesondere wenn man bedenkt, dass dieses Steroid ausschließlich in der Aufbauphase bei ausreichender Nahrungs- bzw. Kalorienzufuhr eingesetzt wird." preview
Da frag ich doch einfach mal ganz doof: "Wo sind die wissenschaftlichen Studien dazu?":-) Mir ist klar das Steroide wie Oxymetholon, Trenbolon oder auch Testosteron die Regenerationsfähigkeiten der Muskulatur enorm steigern, aber Knackpunkt ist und bleibt das Zentrale-Nerven-System (ZNS) welches unter sehr häufigen, exessiven sowie langen Trainingseinheiten irgendwann mehr oder weniger "zusammen bricht"....
(3)"Die körpereigene Testosteronproduktion wird durch Oxymetholon schnell und zuverlässig unterdrückt, was ein Absetzprogramm aus HCG sowie Nolvadex und Clomifen zwingend notwendig macht."
Wie ich schon häufiger geschrieben habe ist der Einsatz von HCG eher kosmetischer Natur als vom großem Nutzen. In der Regel ist Clomifen Citrat als alleiniges Absetzmedikament vollkommen ausreichend und stark genug die Hypothalamus-Hypophysen-Hoden-Achse wieder lauffähig zu machen. Sollte HCG trotzdem zum Einsatz kommen, würde ich Aufgrund der Tatsache, das eine mögliche Desensibilisierung der Leydigen Zellen die durch einen 17-alpha-Hydroxyprogesteron ausgelöst werden kann(bedingt durch HCG) entsprechend Tamoxifen Citrat dazu stacken. Dem wird nämlich nachgesagt, das es die die Produktion an 17-alpha-Hydroxyprogesteron hemmen kann(13). Dieser Punkt ist wohl auch einer der Wichtigsten Punkte, warum man keine hohen Mengen an HCG verwenden sollte. Diese würden den Effekt nur forcieren. Meines Wissens ist es auch noch nicht zu 100 % geklärt, ob Oxymetholon nicht selbst einen Progesteroneffekt ausübt. Dieser würde sich zusammen mit dem zusätzlichen Effekt, der über HCG ausgeübt wird(17-alpha-Hydroxyprogesteron) addieren. Alles aber mehr oder weniger Theorie...
(4)"Desweiteren stellen sich bei der injizierbaren Variante größere Muskelzuwächse ein, was mit der Depotwirkung des Enantats und der damit einhergehenden leichten Wasserspeicherung zu erklären ist."
Nur weil wir es hier mit der Enanthatform von Methenolon zu tun haben, muss das noch lange nicht bedeuten, dass es auch aromatisieren kann. Dies tut es nämlich aus folgendem, einfachen Grunde nicht: damit ein AAS aromatisieren kann muss es auf jeden Fall eine Doppelbindung am C 4-5 im A-Ring aufweisen - Methenolon weist folgendes Merkmal aber nicht auf und aromatisiert damit auch nicht. Wasserretentionen sind somit nicht zu erwarten. Struckturell ist es ohnehin ein DHT-Derivat und diese aromatisieren für gewöhnlich ohnehin nicht...
Besonders auffällig ist auch eine vorherige Passage. Ich zitiere: (5)`Da es zudem nicht aromatisiert, sind schnelle Massezuwächse sowie ein merklicher Kraftanstieg von vorneherein völlig ausgeschlossen.´ Sehr widersprüchlich...
(6)"Trotz der Tatsache, dass es sich bei Metenolon Acetat um ein orales Steroid handelt, ist nur eine geringe toxische Wirkung auf die Leber gegeben."
Wesentlich übler als fettige Haut und ein verstärkter Haarwuchs, ist wohl das schädigende Potential gegenüber der Leber. Ich zitiere: `A 69-year-old woman was treated for aplastic anemia with a high dose of androgens
(2 mg of methenolone acetate per kilogram of body weight) for nearly two years, with an initially good response. two months before her death
immunosuppressive therapy with cyclosporine and methylprednisolone was initiated.´(Quelle: (7)Images in Clinical Medicine - Peliosis Hepatis: http://www.nejm.org)
(8)"Tribulus bewirkt eine Erhöhung des LH und des FSH, was sich in einer deutlich Verbesserung des Problems bemerkbar macht. Als Clomifen- oder Tamoxifen-Ersatz allerdings ist die Wirkung als zu gering einzustuffen. Lediglich bei milden Kuren mit Metenolon, Stanozolol oder Oxandrolon, bei der der körpereigene Hormonhaushalt nur gering in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist der Einsatz von Tribulus Terrestris in Erwägung zu ziehen."
Um Tribulus als Absetzmedikation wurde jahrelang tierischer Wirbel getrieben Studien wie die von der (9)"Firma Sopharma (Bulgarien) ( http://www.bpg.bg/tribestan/tribulus_424_007.phtml )" galten lange als Referenz. Dort wurden signifikante Steigerungen der LH / FSH sowie Testosteronwerte wiedergegeben. Wenn ich mir dann aber Studien wie diese anschaue: (10)"13 Brown GA, Vukovich MD, Reifenrath TA, Uhl NL, Parsons KA, Sharp RL, King DS; Effects of anabolic precursors on serum testosterone concentrations and adaptions to resistance training in young men; Int J Sport Nutr Exerc Metab 10: 340-359, 2000", wo bei der gleichen Applikationsmenge von 750 mg/Tag sich praktisch gar nichts tat, stell ich dessen Wirkung als besonders fraglich dar. Manche Anwender berichten zwar bei hohen Dosierungen(2-4 gramm) von einer deutlicheren Wirkung ggü. kleineren Applikationen, doch halte ich hier einen gewissen Placeboeffekt für sehr wahrscheinlich. Tribulus Terrestris verfügt nicht über die Eigenschaften, LH und FSH in irgendeinem signifikanten Bereich nach oben zu verschieben. Wer daran noch glaubt, sollte Proviron zum Absetzen nehmen. Übrigens gehen hohe Dosen von Tribulus Terrestris nicht unerheblich auf die Leber und können zu Vergiftugen führen. Eine Photosensibilisierung ist sicher auch ein direktes Anzeichen für die Schädlichkeit von hohen Dosen Saponine.
(11)"Post-Cycle-Theraphie, Beispiel 1, Absetzen von Nandrolon: Der Athlet hat hierbei 12 wochen lang 400mg Nandrolon Decanoat und in den ersten vier Wochen noch 30 mg Metandienon pro Tag verwendet. Woche 12 ist somit die letzte Injektionswoche" sowie (12)´Eine HCG-Einnahme sollte in den letzten beiden Injektionswochen in Erwägung gezogen werden, um verkleinerten Hoden auf ihre normale Größe zurückzubringen.´
Aus meiner Sicht ist es gerade bei Nandrolon erforderlich, das man zum Ende der Kur hin zwangsweise weiterhin mir Testosteron Propionat geht. Oder wenn ich es anders ausdrücken sollte: man sollte IMMER moderate Mengen an Testosteron in eine Kur einbauen. Zum Beginn lange Ester, sowie dann zum Ende die kurzen Ester morgendlich injiziert(dem Biorythmus folgend). Die Basis sollte also immer Testo sein, wobei 250 mg jede 2. Woche bereits ausreichend ist. Würde man anders verfahren, und ohne Testo fortfahren, kann das schnell mal ein böses Erwachen geben...
Jetzt fragt sich bestimmt jeder nach dem "Warum"? Die Antwort ist recht simpel: Nandrolon besitzt einen Gestageneffekt und dieser desensibilisiert die Hoden gegenüber dem LH, ergo es ist genügend LH vorhanden um Testosteron zu produzieren - nur reagieren die Hoden nicht, beziehungsweise nur gering auf das Signal des LH´s und damit steigt der Testosteronspiegel nur gering - gar nicht an. Sinnvoller ist es Testosteron weiter zu fahren, damit die Hoden wieder etwas sensibler auf LH reagieren und das Gestagen seine Wirkung verliert. Erst dann absetzen. Dort nun noch zusätzliches HCG einzubringen halte ich für kritisch, da durch zusätzliches HCG die Hoden noch weiter durch das 17-alpha-Hydroxyprogesteron desensibilisiert werden. Hier gilt wohl ähnliches wie für den obigen behandelten Punkt zu Oxymetholon und den Quellverweis (13)
Literaturverzeichnis
(1)Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 341 - Zeile 32-34
(2)Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 342 - Zeile 25-29
(3)Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 343 - Zeile 13-16
(4)Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 228 - Zeile 25-28
(5)Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 223 - Zeile 18-20
(6)Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 224 - Zeile 1-2 u. 49-50
http://www.nejm.org)[/url]
(8)Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 576 - Zeile 1-2 u. 49-50
(9)Firma Sopharma (Bulgarien) (http://www.bpg.bg/tribestan/tribulus_424_007.phtml)
(10) Brown GA, Vukovich MD, Reifenrath TA, Uhl NL, Parsons KA, Sharp RL, King DS; Effects of anabolic precursors on serum testosterone concentrations and adaptions to resistance training in young men; Int J Sport Nutr Exerc Metab 10: 340-359, 2000
(11)Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 576 - Zeile 32-36
(12)Anabole Steroide - Das Schwarze Buch / BMS-Verlag / D. Sinner & M. Bachmann / Seite 576 - Zeile 41-43
(13)Smals AG, Pieters GF, Drayer JI, Boers GH, Benraad TJ, Kloppenborg PW. Tamoxifen suppresses gonadotropin-induced 17 alpha hydroxyprogesterone accumulation in normal men. J Clin Endocrinol Metab. 1980 Nov;51(5):1026-9.