Essen für mehr Masse ist ein Balanceakt zwischen drei wichtigen Konzepten. Wie in Teil 1 beschrieben, ist die Energiebilanz nur eines davon. Indem sie sich nur auf die Energiebilanz konzentrieren, ignorieren viele Leute die akuten Effekte, die unsere Ernährung auf Hormone, Stoffwechsel und Energiespeicher hat. Wenn also jemand sagt, dass die Energiebilanz die einzige Determinante beim optimieren der Körperkomposition ist, gestaltet er das Ganze ein wenig zu einfach.
Eines der Ziele beim Essen für mehr Masse sollte sein, Muskelwachstum zu maximieren und Fettzunahme zu minimieren. Um das zu bewerkstelligen, muss man verstehen, welche Nahrungskombinationen man zu sich nehmen sollte und von welchen die Finger zu lassen sind. Die Basis für meine Empfehlungen auf diesem Gebiet, richtet sich nach der Vermeidung eines bestimmten, grässlichen Szenarios. Das schlimmste Szenario für jemanden, der so viel Muskeln und so wenig Fett wie möglich zunehmen möchte, ist zur gleichen Zeit hohe Blutlevel an Kohlenhydraten, Fett und Insulin zu haben.
Das ist grässlich, da chronische Erhöhung von Insulin die Transportrate von Fett und Kohlenhydraten in die Fettzellen erhöhen kann. Auch wenn Insulin eigentlich dafür zuständig ist, Nährstoffe in die Muskelzellen zu transportieren, wird chronisch erhöhtes Insulin dazu führen, dass die Muskeln insulinresistent werden und keine Nährstoffe mehr aufnehmen. Das Fettgewebe ist allerdings von einem anderen Kaliber. Diese gierigen, kleinen Zellen, nehmen immer weiter Nährstoffe auf. Wenn Du also dauernd erhöhte Level an Kohlenhydraten und Fett im Blut hast und gleichzeitig Insulin in der Nähe ist (die Art von Insulin, die der Körper produziert, nicht die aus der Spritze), werden Deine Muskeln ihre Nährstoffaufnahme verlangsamen und all das Fett und der Zucker werden in die Fettzellen geschleust. Du wirst dann schnell anfangen Walisch zu sprechen.
Bevor Du dich nun voreilig entschließt, vollkommen Abstand von Insulin zu nehmen, muss ich Dir sagen, dass Insulin eine starke anabole Wirkung hat. Es ist zuständig für den Transport von Kohlenhydraten und Aminosäuren in die Muskeln und damit für Regeneration und Wachstum. Du brauchst also Insulin, musst es aber kontrollieren. Und wenn Du beim Essen eine Insulinreaktion hervorrufst, solltest Du sicher gehen, dass sich in Deinem Blut ein ideales Nährstoffprofil befindet, damit diese Insulinreaktion zu Muskelwachstum, nicht zu Fettzunahme führt. Genau hier kommen Mahlzeitenkombinationen ins Spiel.
Lass uns mit den Kombinationen anfangen, die man eher vermeiden sollte.
Vermeide Mahlzeiten, die viele Kohlenhydrate und Fett enthalten
Leider sieht genau so eine typische Mahlzeit in der westlichen Ernährung aus. Kein Wunder also, dass sich die Fettleibigkeit schneller ausbreitet als der T-Virus. Mahlzeiten mit einem hohen Anteil an Fett und Kohlenhydraten, können eine synergistisch erhöhte Insulinreaktion auslösen. Viel Fett und viele Kohlenhydrate in einer Mahlzeit, stellen also die schlechteste Wahl dar.Nun werden manche Leute sagen, dass Fett den glykämischen Index anderer Nahrungsmittel verringert und man es deswegen zusammen mit Kohlenhydraten essen sollte. Man muss hierbei daran denken, dass der glykämische Index nur ein Maß der Blutzuckerreaktion auf eine Mahlzeit darstellt, nicht der Insulinreaktion. Zuweilen stehen diese beiden in keinem direkten Verhältnis miteinander. Auch wenn man also die Absorption von Glucose ins Blut mit zusätzlichem Fett verlangsamen kann, wird man dem Körper hohe Blutwerte an Fett, Kohlenhydraten und Insulin zur Verfügung stellen. Das sollte man unbedingt vermeiden!
Vermeide Mahlzeiten, die vor allem viele Kohlenhydrate enthalten
Da die Leber überflüssige Kohlenhydrate in Fett umwandelt, kann eine Mahlzeit mit sehr vielen Kohlehydraten tatsächlich zu einem Blutbild führen, das aussieht, als hätte man gerade viele Kohlenhydrate und viel Fett zu sich genommen! Deswegen sind Ernährungsformen, die fast nur aus Kohlenhydraten bestehen, keinen Deut besser als solche mit Kohlehydraten und Fett. Auch Mahlzeiten mit vielen Kohlehydraten erzeugen hohe Blutwerte von Fett, Kohlehydraten und Insulin.Nun, da wir wissen, welche Mahlzeitenkombinationen die Achse des Bösen darstellen, lass uns ein bisschen positiver werden und über die guten Kombinationen reden. preview
Konsumiere Mahlzeiten aus Protein und Kohlenhydraten (mit sehr wenig Fett)
Es ist allseits bekannt, dass auch Mahlzeiten aus Protein und Kohlenhydraten eine synergistische Insulinreaktion auslösen. In diesem Fall ist die Insulinausschüttung allerdings genau das, was wir wollen. Indem man über den Tag verteilt einige Mahlzeiten zu sich nimmt, die hohe Blutwerte an Insulin, Kohlenhydraten und Aminosäuren erzeugen (und solange man nicht den ganzen Tag chronisch erhöhte Insulinwerte hat), erzeugt man im Körper ein stark anaboles Milieu, da dieser Kohlenhydrate und Aminosäuren in die Muskeln schleust, zwecks Protein- und Glycogensynthese. Da wir nicht zu viel Fett für die Fettzellen haben, wird die Fettzunahme minimiert.Selbstverständlich ist diese Kombination gerade während der Post-Workout Phase vorteilhaft, aber man möchte während einer Massephase unter Umständen noch ein oder zwei Insulinspitzen am Tag erzeugen, um den Aufbau zu unterstützen. Noch mal: solange man nicht den ganzen Tag über erhöhte Insulinwerte hat, wird man nicht insulinresistent werden.
Nun werden manche Schlauberger sagen, dass dieses Szenario zwar keine Fettzunahme begünstigen wird, die hohen Insulinlevel aber den Fettabbau (Lipolyse) verhindern. Und damit haben sie völlig recht! Man muss aber verstehen, dass die meisten Mahlzeiten Insulin in einem Maß erhöhen werden, dass die Lipolyse verhindert wird (außer, man isst nur bestimmte Arten an Protein). Dem kann man also nicht entrinnen, es sei denn, man befolgt eine ketogene Diät und isst nur bestimmte Arten an Protein, die eine sehr geringe Insulinreaktion hervorrufen. Da ketogene Diäten aber die Muskeln nicht wachsen lassen und jede Menge Probleme verursachen, denke ich, dass man ihnen aus dem Weg gehen sollte. Da Muskelzuwachs unser Ziel ist, sind zwei oder drei anabole Mahlzeiten am Tag notwendig um zu wachsen und das bedeutet: Protein und Kohlenhydrate, mit wenig bis null Fett.
Konsumiere Mahlzeiten aus Protein und Fett (mit sehr wenig Kohlenhydraten)
Auch wenn man täglich einige Mahlzeiten essen sollte, die eine starke Insulinreaktion erzeugen, die Proteinsynthese erhöhen und Kohlenhydratspeicher füllen, ist es ratsam, nicht zu viele solcher Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Die Gründe dafür habe ich bereits erläutert (reduzierte Insulinsensitivität und verhinderte Fettverbrennung). Außerdem verhindert der ausschließliche Konsum von Kohlenhydrat + Protein Mahlzeiten aber die Zufuhr von wichtigen, gesunden essenziellen Fettsäuren. Das ist nicht gut.Um diese zwei bis drei Kohlenhydrat + Protein Mahlzeiten am Tag auszubalancieren, sollte man zusätzlich noch zwei bis drei Mahlzeiten mit Protein + Fett und wenigen Kohlenhydraten essen. Wenn man nicht weiß, wie viel man von welchen Fettsäuren zu sich nehmen sollte, sind 30% von jeder Fettkategorie (gesättigte, einfach ungesättigte, mehrfach ungesättigte), ein guter Anhaltspunkt.
Der Sinn von Protein + Fett Mahlzeiten ist, Energie und Aminosäuren zur Verfügung zu stellen, ohne dabei größere Insulinreaktionen hervorzurufen, welche die Lipolyse verhindern. Außerdem wird nach kohlenhydratarmen, fettreichen Mahlzeiten mehr Fett zur Energiegewinnung verbrannt, während die Kohlenhydrate in Form von Glycogen im Muskel gespeichert bleiben.
Ich hoffe es ist jetzt klar, dass man mit gut geplanten Mahlzeiten die akuten Effekte von Nahrungsmitteln zum eigenen Vorteil nutzen kann. Isst Du Protein + Fett in einigen Mahlzeiten, wirst Du während der nachfolgenden Zeit Fett zur Energiegewinnung verbrennen. Iss Protein + Kohlenhydrate und Deine Zellen werden in der nachfolgenden Zeit mehr Nährstoffe aufnehmen. Auch wenn sich das jetzt nach Wunderheilung anhört, könnte diese Art der Ernährung Dir dabei helfen, in der gleichen Trainingsphase breiter zu werden und Fett zu verlieren.
Richtige Mahlzeiten
Hasst Du es nicht auch, wenn Du einen Ernährungsartikel liest und Dich danach fragst: "Was soll ich denn jetzt genau essen?" Nun, hier sind einige Beispiele für typische Mahlzeiten, die man im Rahmen dieses Programms zu sich nehmen kann:Protein + Kohlenhydrate (wenig Fett - <5g)
2 Messlöffel Proteinpulver in einer Portion Haferflocken1 Banane
1 Tasse normale oder laktosefreie Magermilch
1 Portion "Grow!"
1 Dose Thunfisch
1 Tasse normale oder laktosefreie Magermilch
2 Scheiben Vollkornbrot
Gemüse
8 Eiklar
1 Messlöffel Proteinpulver in einer Portion Haferflocken
1 Scheibe Vollkornbrot
1 Scheibe fettreduzierter Käse
Gemüse
2 Tassen normale oder laktosefreie Magermilch
1 Messlöffel Proteinpulver
2 Stück Obst
Hier ist eine Liste von guten Kohlenhydraten und Proteinen für die Protein + Kohlenhydrat Mahlzeiten:
Kohlenhydrate: Äpfel, Orangen, Haferflocken, Vollkorn-Cerealien, Gemüse, Pasta, Leinsamenbrot, Süßkartoffeln
Protein: Hühnchen, Pute, Eiklar, Magermilch, Thunfisch, Hüttenkäse, Whey, Casein
Protein + Fett Mahlzeiten (wenig Kohlenhydrate - <10g)
1 Dose Lachs1 Messlöffel Proteinpulver in Wasser
Gemüse
1 Esslöffel konzentriertes Fischöl
220-340 Gramm mageres Rindfleisch
fettreduzierter Käse
1 Esslöffel Olivenöl
Gemüse
1 Dose Thunfisch
1 Messlöffel Proteinpulver
Gemüse
1 Esslöffel konzentriertes Fischöl
2 Messlöffel Proteinpulver in Wasser
1 Esslöffel Leinsamenöl
Hier ist eine Liste an guten Fetten und Proteinen, für die Protein + Fett Mahlzeiten:
Fett: Konzentriertes Fischöl, Leinsamenöl, Olivenöl, Canola-Öl, Nüsse, Rindfleisch und Eier
Protein: Rindfleisch, Lachs, Pute, ganze Eier, Schwein, Whey, Casein
Individuelle Unterschiede – Bist Du sensitiv?
Weiter oben habe ich empfohlen, sechs tägliche Mahlzeiten in ungefähr drei Protein + Kohlenhydrat Mahlzeiten und drei Protein + Fett Mahlzeiten zu unterteilen. Dieser Plan funktioniert bei den meisten Leuten gut, wenn es darum geht, Muskelzuwachs zu maximieren bei minimaler Fettzunahme. Allerdings reagieren verschiedene Menschen genau so unterschiedlich auf die Ernährung, wie aufs Training. Anstatt Dir also zu sagen, dass dieses Programm für alle gilt, kann ich Dir hoffentlich ein paar Tipps geben, wie Du herausfindest, welche Mahlzeitenplanung am besten für Dich geeignet ist.Die Faktoren, welche Deine Reaktion auf verschiedene Nährstoffe bestimmen, sind recht zahlreich. Ein wichtiger Faktor, auf den ich mich in letzter Zeit konzentriert habe, ist Insulin- und Glucosetoleranz. Meiner Meinung nach bestimmt die Insulinsensitivität am stärksten, wie der Körper auf Kohlenhydrate reagiert. Jene, die eine hohe Insulinsensitivität besitzen, erfahren bei Zufuhr von Kohlenhydraten kleine Insulinspitzen. Auch wenn die Spitzen nur klein sind, reagieren die Zellen sehr stark auf diese kleine Menge Insulin und fangen an zu wachsen. Da große Insulinausschüttungen den Fettabbau verhindern können, sollte man möglichst insulinsensitiv werden, damit nur kleine Mengen Insulin für den Aufbau benötigt werden und damit diese kleinen Mengen den Fettabbau nicht zu stark beeinflussen.
Meiner Erfahrung nach, erlangen Individuen mit einer hohen Insulinsensitivität ein optimales Verhältnis von Muskelwachstum und Fettzunahme mit Ernährungsformen, die viele Kohlenhydrate und wenig Fett enthalten (50% Kohlenhydrate, 35% Protein, 15% Fett). Jene mit moderater Insulinsensitivität fahren besser mit einer relativ ausgeglichenen Ernährung (30% Kohlenhydrate, 40% Protein, 30% Fett). Und jene mit schlechter Insulinsensitivität, nehmen am besten nur wenig Kohlenhydrate zu sich (15% Kohlenhydrate, 50% Protein, 35% Fett).
Stellen wir das mal in einen Bezug zu diesem Artikel: wenn Du sehr insulinsensitiv bist, sollten mehr als drei Deiner Mahlzeiten aus Protein + Kohlenhydraten bestehen. Ist Deine Insulinsensitivität jedoch nicht so gut, bestehen mehr als drei Deiner Mahlzeiten aus Protein + Fett.
Insulinsensitivität – Ich will Dein Blut!
Die nächste Frage ist also, woher Du wissen sollst, ob du sensitiv bist oder nicht. Hast Du am Schluss von Titanic geheult, als Leonardo DiCaprios Charakter wie ein Stein im Atlantik abgesoffen ist? Na also, da hast Du es. Du bist sensitiv. Ich? Ich hab geheult wie ein Baby. Okay, um ehrlich zu sein, gibt es mehrere Methoden.Die einfachste Methode ist, einfach mal nachzudenken, auf welche Art von Ernährung man am besten reagiert. Wenn man am besten mit wenig Kohlenhydraten fährt, ist man wahrscheinlich nicht sehr insulinsensitiv. Wenn man eine Menge Kohlenhydrate essen kann, ohne fett zu werden, ist man wahrscheinlich insulinsensitiv. Wenn Du aber etwas Konkreteres willst, lies weiter.
Manche Experten verwenden sehr einfache Methoden, um Insulinsensitivität zu testen, Methoden, mit denen ich nicht übereinstimme. Ich habe zum Beispiel gehört, dass, wenn man einen apfelförmigen Körper hat oder nach einer Kohlenhydrat-Mahlzeit müde wird, man wahrscheinlich insulinresistent ist. Meiner Meinung nach ist das viel zu unspezifisch und kann Dir nichts über Deine persönlichen Nährstoffbedürfnisse sagen.
Stattdessen bevorzuge ich objektivere Methoden, die allerdings etwas zeitraubender sind. Die Erste ist ein oraler Glukosetoleranz-Test. Dafür musst Du zur örtlichen Apotheke gehen, dort ein Glucometer, einige Teststreifen und einen standardmäßigen Softdrink kaufen (frag den Apotheker am besten, welcher Softdrink gut geeignet ist, Cola wird wahrscheinlich nicht funktionieren). Sobald Du alles hast, kannst Du deinen Test planen.
Nachdem Du mindestens 24 Stunden nicht trainiert hast (also nach einem Pausentag), nimmst Du morgens (nach mindestens 12 Stunden ohne Nahrungszufuhr), eine Blutprobe von Deiner Fingerspitze. Schreibe das Ergebnis auf. Danach trinkst Du den Softdrink und nimmst Blutproben nach 15, 30, 60, 90 und 120 Minuten. Notiere Dir jeweils das Ergebnis und die Uhrzeit. Hier ist eine Tabelle mit zu erwartenden Werten:

Der zweite Test, den ich zur Auswertung der Insulinsensitivität empfehlen würde, ist ein nüchterner Glucose- und Insulintest. Dafür musst Du zu Deinem Arzt gehen. Dieser Test ist einfach eine Blutentnahme im gefasteten Zustand (mindestens 12 Stunden ohne Nahrungszufuhr). Er ist leicht zu bewerkstelligen. Mach einfach einen Termin aus, der Arzt wird Dir Blut abnehmen und ein Labor wird die Level von Insulin und Glucose in Deinem Blut zu diesem Zeitpunkt auswerten. Wenn Du dann eine der beiden folgenden Formeln verwendest, wirst Du sowohl deine Insulinsensitivität, als auch die Reaktionsfähigkeit deiner Pankreas herausfinden:
Insulinsensitivität =
(Insulin nach dem Fasten (mU/L) / 22.5) x (Glucose nach dem Fasten (mmol/L))oder
Insulin nach dem Fasten (pmol/L) x (Glucose nach dem Fasten (mmol/L) / 135)
Pankreatische Betazellenfunktion =
(20 x Insulin nach dem Fasten (mU/L)) / (Glucose nach dem Fasten (mmol/L)-3.5)oder
(3.33 x Insulin nach dem Fasten (pmol/L) / (Glucose nach dem Fasten (mmol/L)-3.5)
Falls Du kein Mathematiker bist oder keinen Taschenrechner besitzt, frag Deinen Arzt, ob er es Dir ausrechnen kann. Denk daran, dass Du sowieso in seine Praxis musst, um den Test durchführen zu lassen. Wenn Du diese Zahlen hast, vergleiche sie mit den folgenden, um zu sehen, wie sensitiv Du bist:
Insulinsensitivität
Je kleiner der Wert, umso größer die SensitivitätNormale Insulinsensitivität: Wert < 2
Exzellente Insulinsensitivität: Wert = ca.0,5
Pankreatische Betazellenfunktion
Je höher der Wert, desto besser die Funktion und damit die InsulinfreisetzungNormale pankreatische Funktion: Wert = ca.100
Exzellente pankreatische Funktion: Wert > 200
Sobald Du diese Werte hast, bekommst Du ein besseres Bild davon, welche Ernährung für Dich geeignet ist. Ich empfehle, alle paar Monate diese Tests durchzuführen, um auswerten zu können, wie Ernährung und Training Deine Insulinsensitivität beeinflussen.
Lass uns sensitiv werden!
Nehmen wir mal an, Du hast die oben beschriebenen Tests durchgeführt und warst nicht sehr glücklich mit Deinen Ergebnissen. Du bist insulinresistent und, verdammt nochmal, das kotzt Dich an! Nun, anstatt Dich für den Rest Deines Lebens an eine schwabbelige Mittelpartie zu gewöhnen, gibt es einige Wege, die Insulinsensitivität zu erhöhen.Sowohl aerobe Belastung, als auch Gewichtstraining, verbessern die Insulinsensitivität durch verschiedene Mechanismen. Du solltest also beides in Dein Programm integrieren. Ich habe unglaubliche Verbesserungen der Insulinsensitivität gesehen, allein durch drei bis vier intensive Trainingseinheiten die Woche, mit jeweils 1 – 1,5 Stunden Dauer. Zusätzlich sollten mindestens drei bis vier Cardio-Einheiten zu je 30 Minuten durchgeführt werden. Um seine Insulinsensitivität wirklich zu verbessern, sollten man Training und Cardio getrennt voneinander durchführen.
Außerdem können Supplemente wie Omega3 Fettsäuren, Fischöl, Alpha-Linolensäure und Chrom die Insulinsensitivität verbessern. Normalerweise empfehle ich, mit 600mg Alpha-Linolensäure (ALA) und 6 bis 10 Gramm DHA und EPA, in der Form von Fischöl, anzufangen.
Auf der anderen Seite können Stimulanzien wie Ephedrin und Koffein, durch ihren Effekt auf den Stoffwechsel, die Insulinsensitivität verringern. Auch die populären Ernährungen mit wenig Kohlenhydraten und viel Fett, können zu einer Verringerung der Insulinsensitivität führen. Das ist auch der Grund, warum meine Klienten keine Stimulanzien bekommen und nicht auf Null-Kohlenhydrat-Diäten gesetzt werden (außer, sie bereiten sich auf eine Bodybuildingshow vor, selbst dann setze ich sie nur alle paar Monate auf null Kohlenhydrate und das auch nur für maximal drei Wochen).
Wenn also Deine Insulinsensitivität bei der ersten Messung nicht ideal ist, versuche Dich an meinen Ratschlägen. Nach ein oder zwei Monaten, kannst Du dich dann nochmal testen lassen. Du wirst eine deutliche Verbesserung sehen.
Individuelle Unterschiede – Ein paar Experimente
Auch wenn der letzte Abschnitt Dir dabei helfen wird, Deine Insulinsensitivität herauszufinden, ist der beste Weg, um die für Dich optimale Ernährung zu finden, ein Eigenexperiment. Ich schlage vor, Dich acht Wochen lang nach einer Diät zu ernähren, die aus 50% Kohlenhydraten, 25% Protein und 15% Fett besteht und Deinen Energiebedarf übersteigt (wie in Teil 1 beschrieben). Notiere während dieser Zeit Deine Zunahme an trockener Masse und an Fett. Damit hast Du ein Verhältnis von Muskelzuwachs und Fettzunahme.Danach isst Du acht Wochen lang normal. Nach diesen acht Wochen, ernährst Du dich weitere acht Wochen mit 30% Kohlenhydraten, 40% Protein und 30% Fett. Notiere erneut das Verhältnis von Muskelzuwachs und Fettzunahme.
Nach diesen 24 Wochen solltest Du wissen, welche Ernährung sich am besten für Deinen Körpertyp eignet. Ich weiß, dass sich das nach einer langen Zeit anhört, nur um die persönlichen Nährstoffbedürfnisse herauszufinden. Aber ich kann wohl annehmen, dass Du bereits seit Jahren trainierst oder zumindest vor hast, noch viele Jahre zu trainieren, da sind 24 Wochen also eine vergleichsweise kleine Zeitspanne. Außerdem, werden die Ergebnisse dieser 24 Wochen sich auf den Rest Deines Lebens positiv auswirken.
Denk aber daran, dass Deine Ernährung insgesamt 50% Kohlenhydrate, 25% Protein und 15% Fett oder 30% Kohlenhydrate, 40% Protein, 30% Fett usw., enthalten sollte, nicht jede einzelne Mahlzeit. Um genau zu sein, dürfen die einzelnen Mahlzeiten nicht auf diese Weise zusammengestellt sein, da das unerwünschte Blutwerte an Fett, Kohlenhydraten und Insulin zur Folge hat. Verwende also die Techniken zur Mahlzeitenkombination, die ich weiter oben beschrieben habe. Erstelle Dir einen Plan, der in verschiedenen Mahlzeiten, verschiedene Nährstoffkombinationen vorsieht und aus dem insgesamt die für Dich ideale Proportion (40-30-30 oder 50-25-15, usw.), an Nährstoffen am Ende des Tages hervorgeht.
Zusammenfassung
Hier eine kleine Zusammenfassung des Massive Eating Planes:- Lies Teil 1 und bestimme Deinen täglichen Kalorienbedarf.
- Iss Mahlzeiten, die entweder Protein + Fett oder Protein + Kohlenhydrate enthalten. Iss keine Kohlenhydrate alleine oder Kohlenhydrate und Fett zusammen.
- Bestimmte dein optimales Verhältnis an Makronährstoffen, basierend auf deiner Insulinsensitivität. Dies kannst Du mit den Tests bewerkstelligen, die ich beschrieben habe oder indem Du verschiedene Ernährungsweisen mit verschiedenen Kohlenhydrat/Protein/Fett Verhältnissen ausprobierst. Falls Du insulinresistent bist, kannst Du das mit Hilfe meiner Tipps weiter oben ändern.
Denk daran, wenn Deine Muskeln nicht wachsen, obwohl Du ein gutes Trainingsprogramm befolgst, liegt das wahrscheinlich an Deiner Ernährung. Mit dieser Artikelreihe kannst Du dieses Problem lösen, also Schluss mit den Ausreden! Wenn Du dich mal wieder dabei erwischst, wie Du über Dein genetisches Limit oder Deinen unglaublich schnellen Stoffwechsel jammerst, schau Dir Massive Eating noch mal an, um wieder aufzuwachen. Hindernisse können zu Herausforderungen werden. Entweder man kämpft sich durch, oder man erfindet Ausreden und wird niemals weiter kommen.
Also, solltest Du nicht eigentlich langsam mal was essen?
John M. Berardi ist Wissenschaftler und Doktorand im Gebiet von Sport und Ernährungs- Biochemie an der Universität von Western Ontario, Kanada. Er arbeitet außerdem als Trainings- und Ernährungsberater für viele Athleten, unter anderem Leichtathleten aus dem US Olympiateam und der NCAA, Ausdauersportler mit Weltrang, Footballspieler, Kraftdreikämpfer und Bodybuilder. Für professionelle Hilfe kann man ihn unter JMBMUSCLE@hotmail.com kontaktieren.