Ein in letzter Zeit zunehmend diskutiertes und stark kritisiertes Thema ist der Gesundheitsaspekt von Milch. Milch ist in unserer Gesellschaft stark angesehen, gilt als allgemeiner Nährstoffversorger und als Calciumquelle. Milchprodukte werden seit Jahren von Staat und Industrie empfohlen.

Die frische Milch zu den Cornflakes, im Käse oder anderen Milchprodukten gibt Kraft für den Tag! Wenn ein Naturprodukt so hoch gelobt wird und dabei auch noch so gut schmeckt, dann wird es wohl auch gesund sein, oder nicht?!

Was ist Milch?

Milch ist eine Emulsion von Wasser und Milchfett. Produziert wird sie in den Milchdrüsen von Säugetieren und bildet so eine Nährstoffquelle derer Neugeborenen. Dies ergibt auch Sinn, denn Neugeborene können oft noch keine feste Nahrung zu sich nehmen. Beim Menschen ist der Körper des Kindes für feste Nahrung noch nicht ausgebildet, bestes Beispiel sind die nicht vorhandenen Zähne.

Milch besteht aus Fett, Protein in Form von Kasein und Molkenprotein, und Zucker (Laktose), außerdem noch aus weiteren Nährstoffen - wie zum Beispiel Calcium.

Die Milch ist in vielen Ländern ein wichtiges Lebensmittel. Sie findet verschiedenste Verarbeitungsansätze in der Industrie und ist von unterschiedlichsten Nutztieren auf dem Markt verfügbar. Ein großer Teil der Milch wird zur Herstellung von Milchprodukten weiterverarbeitet. Der Bundesbürger verbrauchte im Jahr 2010 alleine 67 Kilogramm Konsummilch pro Kopf, was im weltweiten Vergleich eine Spitzenposition bedeutet. Dabei sollte man bedenken, dass keine Milchprodukte oder Sauermilch- und Milchmischgetränke in diese Rechnung mit hineinfallen. Deutschland ist das Land mit dem höchsten Milchkonsum in Europa und verbraucht pro Jahr 28 Millionen Tonnen.

Milchsorten

Es gibt verschiedene Milchsorten, welche sich in Rohmilch, Vorzugsmilch, Vollmilch, fettarme Milch, Magermilch und entrahmte Milch einteilen.

Rohmilch:

Rohmilch ist unbehandelt und wird auch als "Milch ab Hof" bezeichnet, weil sie nur direkt vom Hof verkauft werden darf. Sie hat keinen Vitaminverlust und einen Fettgehalt von 3,5 – 5,0 %.

Vorzugsmilch:

Vorzugsmilch ist wie Rohmilch und wird lediglich gefiltert. Sie ist jedoch im Handel erhältlich und besitzt noch 3,5 - 4,0 % Fett.

Vollmilch:

Vollmilch muss wärmebehandelt sein und besitzt mindestens 3,5% Fett.

Andere Sorten:

Fettarme Milch, Magermilch und entrahmte Milch haben einen geringeren Fettanteil und müssen ebenfalls wärmebehandelt sein. Entrahmte Milch darf nicht mehr als 0,5 % Fett besitzen.

Typisch angebotene Milch in Supermärkten ist Frischmilch, welche bei 72-75 Grad für 15-30sek. pasteurisiert wird und somit 10% der enthaltenen Vitamine verliert. Bei ESL Milch wird eine Trennung von Rahm und Magermilch vorgenommen. Diese beiden Komponenten werden nach der Erhitzung wieder vermischt. Eine andere Möglichkeit ESL-Milch herzustellen ist eine Pasteurisation bei 123-127 Grad; sie verliert dabei 20-30% der Vitamine. Ungeöffnet ist die ESL-Milch bereits bis zu 3 Wochen haltbar. Die meistgekaufte Milch ist die H-Milch, wobei das H für Ultrahocherhitzung steht. Die Milch wird hier auf 135 - 150 Grad erhitzt, für mindestens 2 Minuten. Sie verliert ebenfalls 20% der Vitamine und ist ungekühlt mindestens 6-8 Wochen haltbar.

Was sagt die Industrie zu Milch?

Schauen wir uns in der Lebensmittelindustrie um, so ist in Unmengen an produzierter Ware Milch, aber was ist das Besondere daran? … Na klar! Milch ist einfach gesund, das weiß jeder!

Welche Aussagen werden von der Industrie getroffen?



Trinke Milch damit du groß und stark wirst!
Versorge dich mit Milch, damit du genügend Calcium aufnimmst!
Milch hat alle wichtigen Nährstoffe die man braucht!
Milch ist ein Naturprodukt, frisch und gesund!
Die Milch machts!


Dies sind nur einige Aussagen, die wir hören, wenn es um Milch geht und die Industrie ihre Finger im Spiel hat. Werbung mit solchen und ähnlichen Inhalten gab es Jahrzehnte lang. Durch die neuen gesundheitsbezogenen Regelungen bei Deklarationen, Werbung und Marketingsystemen, wird diese extreme Veröffentlichung zwar wegfallen, jedoch ist das Bild der Milch in den Köpfen der Bürger stark gefestigt und wird dieses sicher auch bleiben.

Wie viel Milch wird empfohlen?

Was sind die Vorgaben der DGE, wenn es um die Milch geht? Die DGE empfiehlt in ihrer Lebensmittelpyramide 3 Portionen Milch und Milchprodukte. Dabei ist eine Portion ca. 2 dl Milch oder - 150 -200 g Joghurt / Quark/Hüttenkäse / andere Milchprodukte oder - 30 g Halbhart- / Hartkäse oder - 60 g Weichkäse. Somit wird es auch durch eine solche Angabe schwierig mehr als 500ml Rohmilch aufzunehmen.

Die empfohlenen Mengen von Milch und Milchprodukten werden von fast 2/3 nicht erreicht. Es wird davon ausgegangen, dass sich dadurch auch die Nährstoffunterversorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen, die in Milch und Milchprodukten enthalten sind, durch alle Altersstufen zieht. Der Calciummangel ist dabei das zentrale Thema, welches sich wie ein roter Faden durch alle Altersstufen zieht und im Alter vor allem zu Osteoporoseerkrankungen führen kann. Durch Einhalten der Altersstufe angepassten Verzehrs- und Nährstoffzufuhrempfehlungen, vor allem für Calcium, könnte man dieses Risiko im Alter verringern. Es wird empfohlen mehr Milchprodukte zu konsumieren und so Vitamine und Mineralstoffe vermehrt aufzunehmen. Die DACH-Referenzwerte gehen sogar davon aus, dass ohne Milch und Milchprodukte die Calciumversorgung nicht zu decken sei.

Was macht die Milch so gesund?

Milch ist durch seine hohe Nährstoffdichte ein optimales Lebensmittel, um ein neugeborenes Säugetier zu versorgen. Je nach Tierart setzt sich die Milch unterschiedlich zusammen. Kuhmilch enthält für den Menschen gut umsetzbares Eiweiß, welches auch essentielle Aminosäuren beinhaltet, Kohlenhydrate in Form von Laktose und nebenbei besitzt Kuhmilch nicht nur 0,3% an Mineralstoffen, wie in Muttermilch des Menschen, sondern sogar 0,7% und einige Vitamine.

Wenn Milch doch so gesund ist, was spricht dann dagegen? Das erfahrt Ihr im nächsten Teil!