Motivation und ihr wissenschaftlicher Ansatz
Was ist eigentlich Motivation und wie kann man die ersten Gedanken aus diesem sehr philosophischen Bereich aufzeigen und verstehen?Die ersten bekannten Überlegungen, welche sich mit dem Thema ansatzweise beschäftigten, findet man im Zeitalter 400 v. Christus. Der Begründer der kyrenaischen Schule und geltender Begründer des Hedonismus "Aristippos von Kyrene" war zu seiner Zeit ein Philosoph und beschäftigte sich damit, dass jede Person seine Lust versucht zu maximieren. Das Konzept des Gelingens steht hierbei im Vordergrund. [1]
Schon zu dieser Zeit erkannte er somit, dass Motivation eine Steigerung der Zielerreichung darstellte.
Die Weiterentwicklung dieses Grundgedankens in der weit danach folgenden Psychologie baute auf vielen verschiedenen Überlegungen auf. Hauptsächlich wären an dieser Stelle zwei Theorien zu nennen. Eine der Theorien zeigt im Sinne der Psychoanalyse einen Ansatz durch das Strukturmodell der Psyche. In diesem Modell wird die Psyche in moralische Werte (Über-Ich), die Realität (Ich) und die Trieb- und Lustprinzipien (Es) eingeteilt. Dabei spielt das "Ich" die vermittelnde Rolle und versucht zwischen Normen und moralischen Werten des "Über-Ichs" und der Triebbefriedigungen des "Es" zu einem Kompromiss zu finden. [2]
Dieser Ansatz zeigt neben dem Libidoansatz von Freud, dass wir für alles eine gewisse Motivation brauchen um eine Durchführung gestalten zu können. Auch wenn wir selber dabei mit unseren Normen und Trieben in Konflikt geraten. Doch eine richtige Vorstellung, wie dieser Ansatz positiv genutzt werden kann, um eine Motivation zu erklären, brachten diese Erkenntnisse nicht. Ein Ansatz im Bereich der Motivation wurde somit weniger dargestellt, eine Konfliktreaktion durch Normen und Triebe konnte jedoch durch dieses Modell gut beobachtet werden.
Modelle von Pawlow, welcher das klassische Konditionieren entdeckte, führen uns dem Begriff der Motivation, meiner Meinung nach, schon etwas näher.
Er teilte sein Modell in verschiedene Reize und brachte einen Hund dazu, nachdem er bei jedem Glockenschlag fressen bekommen hatte, seinen Speichelfluss nur durch das Glockenzeichen zu aktivieren. Diese Erkenntnis kannst du an dir auch so beobachten, indem du nur durch eine Vorstellungskraft an dein Lieblingsgericht einen ähnlichen Effekt erzielst. Dieses Verhalten lässt sich auch an anderen Stellen einsetzen und findet oft unbewusst statt. Die Motivation ist in diesem Fall das Ziel zu essen. Skinner entwickelte das Ganze noch etwas weiter, indem er durch das operante Konditionieren eine positive oder negative Wirkung erkannte. [2]
Diesen Ansatz kannst du auch sehr einfach erkennen, wirst du eine Belohnung oder besondere Entlohnung für eine Leistung erhalten, wirst du diese wohl wieder versuchen zu erreichen. Wird das ganze negative Auswirkungen haben, wirst du es nicht mehr tun. preview
Wie du siehst kann man in diesen Ansätzen schon verschiedene Motivationszusammenhänge sehen. Es gibt auch viele andere Ansätze, wie die Bedürfnistheorien von Maslow. Das Thema der Motivation hat einen umfassenden Weg in unserer Geschichte gemacht und es gibt viele Untersuchungen und Überlegungen in diesem, doch etwas philosophischen Bereich.
Jedoch gibt es auch viele sportbezogene Ansätze, welche zeigen, dass Motivation im Sport einen entscheidenden Faktor bei der Leistung spielt. Dies zeigt sich besonders auch bei einer starken Zielorientierung, hierbei zeigen einige Studien einen positiven Effekt auf die Leistung.
Motivation ist zusammengefasst also eine Antriebsform, welche wir für uns nutzen können, um unsere Ziele zu erreichen. Im Sport ist diese Motivation eine gute Möglichkeit um schneller und dynamischer Erfolge zu erlangen.
Was soll das ganze wissenschaftliche Gerede bringen? Naja, ich wollte dir damit zeigen, dass die Motivation nicht nur eine DVD, ein Vorbild oder deine Musik am MP3-Player ist, sondern wissenschaftlich durch Motivation wirklich Erfolge erzielt wurden und eine Auseinandersetzung mit dem Thema viele Gebiete anspricht. Dabei ist die kurze geschichtliche Zusammenfassung nur ein Bruchstück der Thematik.
Doch wie sieht es mit der Motivation im Gym aus?
Wer geht schon gerne nach der Arbeit direkt ins Gym? Du bist gestresst, müde, genervt und gesundheitlich ging es dir auch schon mal besser, aber deine Trainingseinheit ausfallen lassen? Niemals!Eine Frage die du dir sicher dann stellst, wenn ein Konflikt zwischen deinem Gewissen und deinem müden Körper stattfindet und du hin und her gerissen bist – Wo ist meine Motivation für mein Training geblieben?!
Wie du siehst ist schon der erste Effekt mit der Wissenschaft verknüpfbar.
Was machst du also, um dir die richtige Motivation zu suchen?
Nichts?
Warum nicht?
Deine Motivation sollte dich aufputschen, dich anfeuern und dir in den Allerwertesten treten, damit du Leistung erbringst und hart trainieren kannst. Motivation kann so vieles sein. Es gibt Typen die hauen sich Massen von Koffein vorm Training rein, setzen sich eine halbe Stunde vor den Bildschirm und schauen sich eine BB-DVD an oder schlagen sich nach jedem Trainingssatz gegenseitig Blutergüsse auf die Schultern. Sie verfolgen Ziele und fokussieren sich in ihrem Training nur auf diese. Sie wissen genau was sie tun und sie spüren bei jedem Satz Ihre Muskelkontraktion, als würde Ihnen jemand Strom durch den Körper jagen. Was haben diese Typen meist gemeinsam?
Richtig - sie sehen meist mehr Erfolge, weil sie nicht nur an der Curlmaschine sitzen und sich darüber freuen, dass Ihnen im dritten Satz, Ihrer Übung, der kleine Zeh einmal gezuckt hat. Diese Typen konzentrieren sich auf das Training und ihr Reize und beschäftigen sich dabei nicht mit Alltagssituationen. Du willst auch Erfolge und Ziele in deinem Training erreichen, dann fang an dein Training ernst zu nehmen und hilf dir selbst indem du dir durch eine Motivation einen positiven Reiz setzt, um andere Dinge auszuschalten. Du kennst es sicherlich auch, der Mensch lässt sich doch so schnell ablenken und das, obwohl du dir doch vorgenommen hast dein Training gewissenhaft durchzuführen! Warum interessiert es dich, dass du noch so vieles am Tag zu erledigen hast? Du konzentrierst dich nicht richtig und motivierst dich nicht richtig! Du bist doch zum Trainieren im Studio und kannst im Moment auch nichts an dem Rest deines Tages ändern! Was soll das also?
Motivation kann dir hierbei helfen dich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Du schaltest von der Arbeit ab, fixierst dich wieder auf dein Training und wirst den Leistungsunterschied sicher auch merken. Das Abschalten vom Alltag ist in anderen Sportarten ein Grund, weshalb z.B. viele Geschäftsmänner überhaupt Sport treiben und du bekommst diesen Effekt gratis, also nutze ihn!
Du solltest dir angewöhnen mit einem positiven Gefühl ins Gym zu gehen und durch den Effekt deiner Motivation eine Verstärkung dieser Reize zu setzen. Du kannst dich selber puschen und durch deinen Coach oder Trainingspartner diesen Effekt noch verstärken.
Denke einfach mal darüber nach, ob du dich motivierst und wenn ja wie? Reicht es dir für einen guten Fokus im Training oder solltest du diesen noch verstärken?
Sobald deine Antwort auf diese Fragen nicht eindeutig und klar sein sollte und du deinen Fokus für unzureichend einstufen würdest, kann die Antwort nur heißen:
Fang an dich richtig zu motivieren, damit du einen Grund hast dein Training auch an Problemtagen, konzentriert und mit dem gewissen Biss, durchzuführen!
"The mind is the limit. As long as the mind can envision the fact that you can do something, you can do it, as long as you really believe 100 percent."
Schwarzenegger, Arnold
Zusammenfassung
Wir sehen, dass die Wissenschaft und Praxis, bei genauerem Betrachten, einiges miteinander zu tun haben. Sicherlich hast du früher nicht über bestimmte Modelle nachgedacht, doch nur schon der Anreiz durch den Informationsfluss kann dazu führen, dass du jetzt genauer auf deine Motivation acht gibst. Motivation hat viel mit Antrieb und einer Zielvorstellung zu tun. Diese Motivation ist im Sport ein hilfreiches Instrument, um seine Leistung zu verbessern und seine persönlichen Probleme und Alltagssituationen auszublenden. Eine Motivation kann hierbei viele Formen annehmen und sollte individuell zum Zweck des Ziels ergänzend wirken.Mache Dir die Vorteile einer richtigen Motivation bewusst und nutze sie!
Viel Erfolg!
Quellen:
- Hartmut Westermann, Augenblick, Dauer und Ewigkeit der Lust. Zum Verhältnis von hêdonê und eudaimonia in der kyrenaischen und in der epikureischen Philosophie. In: Dominic Kaegi (Hg.): Philosophie der Lust. orell füssli, Zürich 2009, S. 27-49, hier S. 32
- Christoph Klotter, Einführung Ernähgrungspsychologie, Psychologische Schulen und Ansätze, Ernst Reinhardt Verlag, München Basel 2007, S. 45, 46, 58