Es wird ernst!

Nach nun knapp 6 Wochen Diät nochmal ein kleiner Zwischenbericht. Gleich vorweg: Diät ist scheiße! Jeder, der was anderes sagt, lügt, oder diätet nicht ernsthaft! Aber wäre es einfach, würde es Fussball heißen… Ernsthaft: Auch wenn manch einer bei meinen Kalorienmengen vor Neid sabbert (in Gedanken bin ich bei Dir Philipp), dennoch merke ich deutlich, wie die Diät anfängt, an mir zu zehren.

Die Kraft lässt langsam nach, zwar alles im Rahmen – um die kleinen Buben im Studio zu beeindrucken reicht es noch – aber merklich. Da ich die letzten Wochen rein auf Supersätze gebaut hatte, fiel mir das jedoch nicht so stark auf, wie es sonst wohl der Fall gewesen wäre, da ich so ohnehin die Gewichte zum Teil deutlich reduzieren musste. Das Training war zwar eine Folter, aber ich denke, es hat der Form gut getan. Zudem sind kleinere Nahtoderfahrungen nach ein paar Supersätzen Kniebeugen und Beinpresse morgens um kurz nach acht durchaus eine Erfahrung Wert.

Von daher kann ich das Konzept nur als gelungen bezeichnen, genauer: Für mich hat es wunderbar funktioniert. Die Endphase werde ich aber nun doch wieder klassisch angehen. Für mich bedeutet das: hohes Volumen in Verbindung mit diversen Intensitätstechniken und das in möglichst kurzer Zeit, Hauptsache es kracht! Ich habe in den letzten Einheiten einfach gemerkt, dass ich mit den Supersätzen an meinem Limit bin, die Einheiten, die ich nun wieder klassisch ausgeführt habe, liefen super und ich war deutlich frischer. Weiterhin wird mit fortschreitender Diät auch das Thema Verletzungsprophylaxe immer relevanter und ich will da einfach nichts riskieren.

Cardio, mein liebster Freund Cardio. Ganz ehrlich: Ich dachte es würde mich mehr ankotzen. Aktuell mache ich an 5 Tagen pro Woche morgens auf nüchternen Magen 20-30 Minuten Laufband mit maximaler Steigung, nach dem Training meist 10-20 Minuten auf immer wechselnden Cardiogeräten und möglichst 3-4x pro Woche noch 20-30 Minuten Fahrrad. Sicherlich gibt es spannendere Dinge, aber es geht und da ist auch noch Luft, sprich sollte es nötig werden, kann ich da noch eine ordentliche Schippe drauf legen. Der Trainingsstil variiert dabei zwischen HIIT und slow & steady mit hier und da kurzen Vollgaseinheiten von 10-15 Minuten. Insbesondere das schnelle Radeln (90-100 Umdrehungen/Min) mit leichtem Widerstand scheint meinen Beinen gut zu tun, sprich deren Teilung merklich zu fördern. preview

Bleibt die Ernährung. Naja, da gibt es nicht viel Neues: Huhn, Reis, Gemüse, Öl, dazu noch Haferflocken und Eiklar und Whey, das war es im Großen und Ganzen. Aktuell sind die Mengen noch human, wobei am Montag die nächste Reduktionsrunde ansteht. Wie weit wir am Ende runter müssen, werden wir sehen, die aktuelle Form schien aber beim letzten Formcheck durchaus zu gefallen, von daher habe ich Hoffnung, dass das Leiden nicht sooooo heftig wird, aber egal wie es kommt, da muss ich halt durch. Letztlich geht es darum, am Tag X die bestmögliche Form zu bringen und ich werde mir verdammt nochmal den Arsch aufreißen, damit ich diese auch erreiche. Aber diesbezüglich vertraue ich ganz auf Patricia, sie weiß, was sie da tut und ich mach einfach das, was ich gesagt bekomme (ich wäre der perfekte DDR-Bürger gewesen, merke ich gerade).

Ansonsten kann ich keinen Tee mehr sehen und die Liste der Dinge, die ich nach der Saison in mich reinstopfen werde, wird immer länger. Ist aber auch nötig, damit ich dann wieder prall gefüllt im Dezember in Ägypten am Strand liegen kann. In guter Form im Urlaub, das geht ja mal gar nicht…

Bis dahin ist aber noch ein weiter Weg. Das Posing wird zwar täglich besser – das tägliche Üben macht sich bezahlt – aber da kann ich noch einiges rausholen. Und dann stehen die schwersten Wochen eben noch vor mir. Das Gute ist, dass ich langsam merke, wofür ich das Ganze mache und anfängliche Bedenken, dass ich nie im Leben eine bühnentaugliche Form hinbekomme (ist einfach schwer vorstellbar bei 110kg im Wasserbüffellook) mehr und mehr verfliegen. Jede Ader mehr, jede Teilung, jeder Streifen motiviert einen doch noch 5 Min länger Cardio zu machen, doch noch 1 oder 2 Wiederholungen rauszuquetschen. Aktuell stehe ich bei rund 97kg, also noch 7kg die auf jeden Fall weg müssen. Viel Holz, aber nachdem ich bei 100kg etwas stagniert hatte, geht es nun wieder gut voran.

Mental hat mir definitiv auch geholfen, die Trainingsumgebung zu wechseln. So toll das Studio, in dem ich arbeite, auch ausgestattet ist, ich kann da einfach nicht richtig ans Limit gehen. Aus dem Grund und aufgrund der grandiosen Öffnungszeiten habe ich nun tatsächlich den Weg in die Banane gefunden. Und man kann über das Unterhaltungsprogramm sagen, was man will: Um einfach in Ruhe sein Training zu absolvieren, dabei auf jeden scheißen zu können und auch mal eine kleine Posingrunde vorm Spiegel einzulegen, sind die Studios echt ok.

Ansonsten war die Wahl des Zeitpunktes für den Wettkampf rückblickend betrachtet optimal. Ich habe noch vor der entscheidenden Phase meine Examensarbeit beenden können und habe aktuell relativ viel Zeit, um mich dem Training und der Diät zu widmen, dazu stimmt die finanzielle Seite, was psychologisch für mich einfach auch wichtig ist, um mich voll auf das Ziel Bühne zu konzentrieren. Von daher sind die Weichen eigentlich gestellt, jetzt liegt es wirklich nur an mir!

Ach ja, bevor ich es vergesse: Im Vorfeld der Herbstsaison wird der gute Matze mal bei mir vorbeischauen und wir werden ein kleines Filmchen drehen, sprich Ihr könnt mich bald in bewegten Bildern bewundern. Zu genauen Terminen kann ich aber noch nichts sagen, aber ich denke, das werdet Ihr schon mitbekommen. Freut mich sehr, dass da seitens Andro so ein Interesse bestand, in diesem Sinne meinen Dank an Stephen, der diesbezüglich auf mich zugekommen ist. Ich denke wir werden da schon etwas Interessantes zusammenbekommen, aber wie gesagt: Mehr dazu zu gegebenem Zeitpunkt.

Im Grunde war das für den Moment alles. Danke an alle, die in meinem Log mitlesen und mir Mut machen und mich pushen, das ist immer nochmal der kleine Push noch eine Schippe drauf zu legen. Und natürlich vielen Dank Pat, ich denke, das kann ich gar nicht oft genug sagen!