Die meisten Geschichten von Trainierenden ähneln sich in der einen oder anderen Weise. Man beginnt mit dem Hanteltraining mit großen Hoffnungen, Träumen und Visionen. Vorstellungen wie der eigene Körper einmal aussehen soll. Der Enthusiasmus kennt keine Grenzen und man ist mit großem Eifer bei der Sache. Dabei ist das visuelle Bild im Kopf geprägt von Bildern aus den einschlägigen Muskelmagazinen oder aus Film und Fernsehen. preivew

Ich selbst habe so vor ca.30 Jahren mit dem Training begonnen. Damals 17 Jahre jung und das erste Muskelmagazin in den Händen träumte ich von einem Körper der Arnold Schwarzenegger oder Lou Feringo ebenbürtig sein sollte.

Irgendwann stellt man dann fest, dass die Realität doch etwas anders aussieht. Die Muskelzuwächse lassen auf sich warten. Alles geht so verdammt langsam. Selbst bei guter Ernährung ist ein rasanter Muskelaufbau einfach nicht realisierbar.


GNBF


Isst man zuviel, werden auch noch ungeliebte Fettpolster aufgebaut und man entfernt sich von dem Idealbild im Kopf immer mehr.

Im T-Shirt mag das ja noch gut aussehen aber vor dem Spiegel jeden morgen stellt man fest, das das Erscheinungsbild eher dem Michelinmänchen ähnelt als einem durchtrainiertem Sportler.

Zu viele geben nun auf und lassen demotiviert das Training sein. Andere gehen den gefährlichen Weg und wenden sich unerlaubten chemischen Hilfsmitteln zu.
Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden. Dieser Beitrag soll keinesfalls eine Hetzkampagne gegen anabole Steroide werden.

Ich habe genauso Achtung vor der sportlichen Leistung der Bodybuildingprofis, denn ohne fast unmenschliche Anstrengungen im Training sind auch mit anabolen Steroiden solche Muskelentwicklungen, wie im heutigen Profibodybuilding zu sehen, nicht möglich.
Ich plädiere für einen gegenseitigen respektvollen Umgang miteinander, denn jeder entscheidet für sich selbst welchen Weg er gehen möchte und welche Risiken er bereit ist einzugehen.

An der harten sportlichen Arbeit aber ändert das nichts. Egal für welchen Weg man sich auch entscheidet, man wird nur mit knallhartem Training an sein Ziel kommen.
Das heißt aber nicht, es gäbe nur den Weg des Muskelaufbaus mit anabolen Steroiden. Sicher, wer vor der Entscheidung steht in Profibereichen des Bodybuildings Wettkämpfe zu bestreiten, kommt um diverse Substanzen nicht herum. Da braucht man sich gar nichts vormachen.

Jeder muss nur wissen, dass er mit großen Risiken für seine Gesundheit spielt.
Absolut unakzeptabel finde ich den Einsatz anaboler Steroide im Freizeitsportbereich. Wenn nicht einmal Wettkämpfe in Betracht gezogen werden ist es hochgradig leichtsinnig zu solchen Mitteln zu greifen.

Was ist aber nun mit denjenigen unter uns, die trotz der Einsicht ohne Steroide langsamer Muskeln aufzubauen, weitertrainieren. Sind sie dazu verdammt nur für die Gesundheit und das eigene Ego zu trainieren? Müssen sie alle Wettkampfambitionen begraben?

Keineswegs ist das so. In Deutschland gibt es eine Plattform für ambitionierte Athleten die mit natürlicher Ernährung Muskulatur aufbauen und sich im Wettkampf messen wollen.

Die GNBF - http://www.gnbf.de (German Natural Bodybuilding and Fitness Föderation) veranstaltet jährlich einen Deutsche Meisterschaft.

Hier beweisen die Mitglieder des Verbandes, dass es sehr wohl möglich ist beeindruckende muskulöse Körper aufzubauen ohne zu anabolen Steroiden, Wachstumshormonen, Diuretika oder anderen chemischen Mitteln zu greifen, und das vom Junior bis ins hohe Alter. Athleten über 50 oder gar 60
Jahren treten an und zeigen für ihr Alter noch beeindruckende Muskulatur.

Die Leistungsdichte und Qualität in der Junior- und den Männerklassen ist enorm. Auch im Frauenbereich steigt die Qualität spürbar von Jahr zu Jahr, was Sabine Streubel mit ihrem Vizeweltmeister bei den Professionals deutlich unter Beweis stellte. Durch die hohe Qualität der Definition wirken die Körper sehr muskulös aber trotzdem ästhetisch.

Der Verband wurde im Jahr 2003 von Berend Breitenstein gegründet. Berend ist ein sehr engagierter Naturalbodybuilder. Er ist studierter Ernährungswissenschaftler und Personaltrainer. Er hat schon viele Bücher über den natürlichen Weg im Bodybuilding sowie über Ernährung zur Erreichung dieser Ziele geschrieben.

GNBF


Man wird in unserem Verband aber keine 130 Kilo schweren Athleten mit 5% Körperfett auf der Bühne sehen. So etwas ist auf natürlichem Wege nicht möglich. - Was ist denn dann aber möglich? Das kann man so einfach nicht beantworten. Grob könnte man sagen, wenn ein Athlet 1,85 Meter groß ist und wirklich trocken, also super definiert, dann kann er bei guten Genen durchaus 90 Kilo erreichen. Manche vielleicht etwas mehr, andere etwas weniger.

Als Richtlinie gilt die Körpergröße in cm minus 100.Dann hat man den Bereich um den das Körpergewicht bei sehr guter Definition liegen kann.

Um sicherzustellen dass sich alle Athleten an die Regeln halten, werden alle für den Wettkampf gemeldeten Sportler einem Lügendetektortest unterzogen. Dazu werden eigens aus den USA zwei Experten eingeflogen, die diesen Tests durchführen.

Da kommt keiner dran vorbei, sonst darf er oder sie nicht auf die Bühne. Und in der Vergangenheit wurden durchaus einige Lügner entlarvt (bei unseren Wettkämpfen des GNBF ist das noch nicht vorgekommen).

Manch einer wird nun behaupten, man könnte das ja trainieren. Ich habe das jetzt zweimal über mich ergehen lassen und ihr könnt mir glauben, das trainiert man nicht. Auch wenn man nichts Unerlaubtes getan hat, ist man aufgeregt und das Herz schlägt einem bis zum Hals. Außerdem wird der jeweilige Klassensieger auch noch einem Urindopingtest nach IOC-Standard unterzogen.

Alles in allem doch eine ganz gute Kontrolle, die sicherstellt nur mit Naturalathleten auf der Bühne zu stehen.

Ganz interessant wird es dann für die Klassensieger. Die bekommen vom Verband die Pro-Card und sind somit für die Profiwettkämpfe des Weltverbandes und die Weltmeisterschaft qualifiziert. Die Weltmeisterschaft findet meist in New York statt. Im letzten Jahr haben 5 Athleten des GNBF teilgenommen und mit 2 Vizeweltmeistern und 3 dritten Plätzen hervorragend abgeschnitten und damit bewiesen auf welch gutem Weg das Naturalbodybuilding in Deutschland ist.

Weiterhin gibt es für jeden Athleten des Verbandes die Möglichkeit in den internationalen Klassen bei der Schweizer Meisterschaft oder der in diesem Jahr zum ersten Mal ausgetragenen Italienischen Meisterschaft, Wettkampferfahrungen zu sammeln.

Das sollte doch Jeden, der schon lange den Traum hat mal auf der Wettkampfbühne zu stehen motivieren sich vorzubereiten und alles aus sich herauszuholen.

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt und nichts ist so toll und spannend wie nach einer harten Vorbereitung, auf der Bühne den Lohn für seine Leistung zu bekommen. Es ist eine Wahnsinnserfahrung und so ein tolles Gefühl. Wenn man erst einmal infiziert ist möchte man es immer wieder. Ich kann nur jedem raten seinen Traum auch zu leben.

Wer keine Träume mehr hat ist tot.

Wer noch gar keine Erfahrung hat dem soll auch geholfen werden. Die GNBF bietet für alle Mitglieder kostenlose Seminare über Training, Ernährung und Wettkampfvorbereitung sowie einen Posingworkshop in Hamburg an. Man hat auch die Möglichkeit dadurch mit Wettkampfathleten Erfahrungen auszutauschen. Also runter vom Sofa und macht euch fit.

Viele Grüße Euer Heiko!