Welcher erfahrene Bodybuilder, der auch AAS anwendet, kennt folgende Symptomatik nicht; man merkt ein leichtes Kribbeln oder Ziehen in der Brustwarzengegend? Oder langsam wuchernde Akne die sich vom Gesicht über die Schultern - bis hin zum unteren Rücken und Bauch zieht? Oder das Gefühl das man langsam Kopfhaare verliert, nein, die Gewissheit das man langsam aber sicher zu starker Glatzenbildung neigt? Oder ein sehr bekanntes und häufiges Problem; Wasserretentionen(-ansammlungen) im ganzen Körper. Besonders übel wird´s wenn der Kopf mehr und mehr aufgedunsen aussieht. Die Haut schwammig wirkt und aussieht als würden darunter Berge von Fett sitzen...
Folgend werde ich nun auf Möglichkeiten eingehen, die obengenannten Nebenwirkungen entgegenwirken können - oder sie sogar ganz beseitigen können! preview
Meine Brust sieht unnatürlich dick aus habe ich eine Gynäkomastie?
In den meisten Fällen ist es eine Lipomastie was soviel bedeutet wie erhöhte Fettansammlungen im Brustwarzenbereich und darum. Meistens tritt eine Lipomastie zusammen mit einer generellen Veschlecherung des Körperfettanteils auf. Solten Symptome wie starkes Ziehen, Kribbeln oder Brennen der Brustwarzen nicht vorhanden sein, kann man in vielen Fällen davon ausgehen, dass es sich um eine einfache Lipomastie handelt. Wie bekommt man diese nun wieder weg? Das Lipo(=Lipide / Fett) sagt ja bereits alles: wir müssen eine Diät einlenken in der auch in diesen Bereichen das Fett wieder verschwindet.
Während der Kur fangen die Brustwarzen an zu kribbeln - was tun?
Das liegt häufig daran, dass AAS bzw. Androgene wie Testosteron oder Methandienon zu Östrogenen konvertieren - speziell zu Östradiol(Testosteron), Östron(Nor-Testosteron) oder 17alfa-Methylöstadiol(Dbol). Steigt der Spiegel der aromatisierenden AAS - aromatisieren bedeutet soviel wie Konvertieren zu Östrogenen - dann steigt der Östrogenspiegel stark an. Das alleine ist aber noch nicht alles. Nebenwirkungen sind dann abhängig von folgenden Faktoren:
- höhe des Östrogenspiegels
- damit Aromataseaktivität
- Aktivität der Östrogene(HWZ)
- persönliche Empfindlichkeit des Anwenders
Diese Variante der Brustveränderung geht ebenfalls mit einem verstärkten Fettansatz im Brustwarzenbereich und umzu einher. Zusätzlich vergrößert sich aber noch der Drüsenkörper. Dies geht meist mit starken Druckschmerzen einher und sollte dringend behandelt werden. Als Gegenmedikationen eignen sich spezifische Rezeptorenblocker wie Tamoxifencitrat(Nolvadex®), Konversionshemmer wie Anastrozol, Letrozol, (Arimidex®, Femara®, Aromasin®) oder aber auch eine Kombination aus einem Rezeptorenblocker und einem Konversionshemmer wie Adex. Eine gute, und auch ausreichende, Menge bei Rezeptorenblockern stellt Tamoxifen in einer Dosierung von 30-40 mg ed dar. Nachteil bei Tamoxifen ist der mögliche Reboundeffekt. Wodurch dieser Effekt entsteht ist leicht zu erklären: Tamoxifencitrat senk den Östrogenspiegel nicht - es besetzt nur im spezifischen Gewebe unseres Körpers(vorallem Brust) die Rezeptoren, und Östrogene wie Östradiol können an diesen Bindestellen nicht mehr andocken. Ergo die Nebenwirkungen bleiben aus. Oder man löst das Übel an der Wurzel - dem Konversionsweg selbst. Man tut das am besten mit handelsüblichen Konversionshemmern, die man während dieser Periode einsetzt. Vorteil: ein Rebound ist auszuschliessen da hier effektiv der Östrogenspiegel gesenkt wird.
In der Ausschleich- / Absetzphase bildet sich ein Knoten / verändert sich der Bereich der Brustwarze - was tun?
Das kann an einer temporäre Androgenresistenz liegen: Bei dieser Variante entfalten die männlichen Hormone keinerlei - oder nur geringe - androgene Wirkung an den Zielorganen un damit wirken sie auch nur gering als Östrogenantagonist. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung geschlechtshormonstimulierender Hormone und es überwiegen die Wirkungen der weiblichen Hormone, der Östrogene. DHT ist dabei der stärkste Östrogenantagonist(-gegenspieler)
Was kann man dagegen tun? Um in dieser Phase möglichst ungeschadet zu entgehen muss man sich für eine Gegenmedikation entscheiden. Am besten man greift zu einen der 1. zwei Konversionshemmer also Arimidex® oder Femara® und dosiert wiefolgt:
- Arimidex:
- 0,5 mg ed - 1 mg eod
- gesamte Absetzphase
Femara
- -1,25 mg ed
- gesamte Absetzphase
Allgemeines zu Östrogenen und einer Gynäkomastie oder Lipomastie...
Ein erhöhter Östrogenspiegel kann ja bekannterweise in oben beschriebenen Krankheitsbildern enden. Deshalb ist es wichtig diese Werte nicht noch durch zusätzliche Faktoren total ausser Kontrolle zu bringen. Deshalb ist während einer Kur dringend davon abzuraten größere Mengen Alkohol zu konsumieren. Ebenso sind alle 17aa Steroide wie Dianabol, Winstrol, Oxymetholon & Co. nicht gerade förderlich. Das hat folgenden Grund:
- zum einen können die Östrogene durch die Leberschädigung nur noch langsamer abgebaut werden
- Testosteron kann ebenfalls nur noch langsamer abgebaut werden
- hierdruch steigt die Konversionsrate zu Östrogenen
Desweiteren ist vorsicht geboten bei Spironolacton, Psychopharmaka und Magenschutzpräparaten (H2-Blocker), die ebenfalls solche Begleierscheinune mit sich bringen können. Bei einer prolactinbeingten Gynäkomastie sollte man dringend den Arzt einschalten. Dieser wird dann ggf. eine Therapie mit Dopaminantagonisten durchführen. Selbst würde ich hier nicht handanlegen wollen...
Während der Kur wird mein Kopfhaar dünner - was nun?
Prinzipiell gibt es 2 Gruppen von Roidusern:
- genetisch vorbelastete Anwender
- genetisch nicht vorbelastete Anwender
Wer zur 2. Gruppe zählt braucht sich meistens keine Sorgen machen. Klar kann es auch hier zu verfrühten Haarausfall kommen. Doch passiert dies meist erst im höheren Alter und ist damit nicht absehbar. Wer sich zu den genetisch vorbelasteten Anwender zählen darf muss höllisch aufpassen. Im Prinzip gibt es 4 wirkungsvolle Möglichkeiten:
- Glatze rasieren
- Nandrolon
- Trenbolon niedrig dosiert
- Testo & 5a-Reduktasehemmer(5aRI´s)
Nandrolon selbst hat nur eine gering ausgeprägte androgene Komponente und schädigt damit das Kopfhaar nur geringfügig. In hohen Dosierungen kann es aber auch hier zu vermehrten Haarausfall kommen. Daher würde ich bei wöchentlichen 200 - 300 mg eine Grenze ziehen. Ebenso sollte man hier keine zusätzlichen 5alfa-Reduktase-Inhibitoren zum Einsatz bringen(Avodart®, Proscar®, Propecia®) da diese den Konversionsweg zu Dihydronandrolon(DHN) hemmen. DHN ist weniger androgen als Nandrolon selbst. Eine andere Möglichkeit wäre Trenbolon in moderaten Dosierungen zu nutzen. Trenbolon wird zwar sehr häufig als stark androgenes(vermännlichendes) AAS betitelt worden, doch ist dies bei weitem nicht so. Haarausfall, Prostataprobleme und Roidakne halten sich bei Trenbolon im unteren Bereich.
Als (Nor-)Testosteronderivat ist es einfach ein Mythos das Trenbolon stark androgen ist. Sollte Trenbolon das Mittel der Wahl sein würde ich auch hier im unteren Bereich dosieren. 200 - 400 mg wöchentlich sollten nicht überschritten werden. Als letzte Möglichkeit sehe ich Testosteron + zusätzliche Konversionshemmer. Da Testosteron ja selbst zum sehr potentwirkendem Androgen - dem DHT - konvertiert, schlage ich vor die Dosis nicht zu hoch anzusetzen. 250 mg alle 5-7 Tage und nicht höher. Zusätzlich dazu die Konversionshemmer. Was ist dabei zu beachten:
- 1 - 2 mg Finasterid ed oder stärker
- 1 - 2 Dutasterid ed
- laden mit der 2 - 3 x Menge
- obligatorisch 3 x 50 mg Zink ed
Wer höher dosiert muss mit zusätzlichem Haarausfall rechnen. Eine Ausnahme stellt hier wohl nur die Gegenmedikation mit dem Wirkstoff Dutasterid dar, welcher wesentlich potenter als finasterid wirkt.
Ich neige zu leichter Akne während der Kur - was tun?
Die Verwendung von 5a-Reduktase-Inhibitoren kann auch vorteilhaft für das Hautbild sein. Dadurch das der Konversionsweg des Testosterons zum DHT blockiert wird entsteht deutlich weniger Akne. Testosteron selbst verfügt allerdings auch über androgenes Potenzial, was wiederum bedeutet das auch hier immer noch mit Akne zu rechnen ist. Natürlich nur falls man genetisch dafür prädispositioniert ist.
Anmerkung: Finasterid(Propecia®, Proscar®) ist ein 5aRI vom Typ Isoenzym II(2) Hemmer und schützt spezifisch vor dem Verlust von Kopfhaar und einer Vergrößerung der Prostata. Es kann jedoch keine Akne verhindern - wer es nicht glaubt soll es ausprobieren.
Was bedeutet das nun für den Anwender? Nur Dutasterid(Avodart®) eignet sich zwecks Aknereduktion denn nur Dutasterid kann beide Isoenzymtypen(i & II) wirkungsvoll hemmen. Desweiteren möchte ich nun auf ein paar Punkte eingehen:
Schälpräparate: können das Hautbild verbessern. Tipp: maximal 2 x wöchentlich anwenden. Am besten Benzolperoxyd(10 % Creme) Anmerkung.: verträgt nicht jeder gleich gut. In manchen Fällen verschlechtert sich auch das Hautbild. Zu häufiges anwenden der Creme führt ebenfalls zu einer Verschlechterung des Hautbildes mit leichten - mittelschweren Rötungen.
Dampfbad und Saune: auf gar keinen Fall! Sie verschlechtern nur das Hautbild und die Haut wird angegriffen. Schwitzen sollte bei Aknebefall eh möglichst verhindert werden, da ansonsten die Pickel in vielen Fällen nur so sprießen. Nur bei wenigen Personen tritt eine Besserung durch Sauna & Co. ein...
Nahrung und Pickel: dazu gibt es unterschiedliche Ansichten / Meinungen und auch Hautärzte sind da ziemlich unterschiedlicher Meinung. Ich halte jedenfalls nichts davon Süßes und Fettiges zu meiden - bringt nichts!
Gesicht waschen: morgens mit spezieller, hautverträglicher, Seife gründlich waschen. Im Laufe des Tages nur mit Wasser waschen oder mit Tempos / Toilettenpapier das Gesicht abtumpfen=>mindert den Fettfilm und kann die Akne leicht reduzieren. Zu häufiges Waschen mit Seife und die Pickel werden nur so sprießen.
Peelings: Hautpeelings eignen sich hervorragend um das Hautbild zu verbessern und sollten auch während einer Kur mit AAS nicht fehlen. Die Anwendungshäufigkeit sollte beim 2 x wöchentlich liegen, also im Abstand von 3 - 4 Tagen.
Antibiotika (äusserlich): Für leichte -mittelschwere Fälle von Akne 2 x täglich(morgens / abends) zB. folgende Kombination:
- Vitamin-A-Säure 0,03 g
- Predisnolon 0,35 g
- Erythromycin 2,0 g
- Ac. Salicyl 2,0
- Solutio Cordes 100,00 g
Zusammenfassend:
Alle aufgeführten Gegenmedikationen sind für leichte Formen der Akne gedacht. Die Lösung zum Auftragen auf die Haut ist durch seine Bestandteile Rezeptpflichtig(Rp) aber ohne weiteres vom Hautarzt zu bekommen. Sollte man genetisch vobelastet sein helfen nur noch schwerere Geschütze wie z.B. oral Antibiotika wie z.B: Skid 50® mit dem Wirkstoff Minocyclin Hcl. Man wendet es je nach schwere der Akne wiefolgt an:
- 1 - 2 x 50 mg ed
- 1. Woche laden mit 2 x Tagesmenge
- unter 8 Wochen lohnt sich kaum
- Zuviel Sonne meiden
- Milchprodukte mind. 2-3 Std. vor / nach der Einnahme meiden
Als letzte und zugleich effektivste Möglichkeit ist wohl Isotretinoin(Roaccutan®) zu nennen. Dieses Medikament ist wohl die einzige Möglichkeit effektiv schlimme Formen von Steroidakne zu bekämpfen. Die Anwendung erfolgt über Monate. Bei den Dosierungen scheiden sich wie immer die Geister. Ich bin der Meinung, dass die Anwnedung nur erfolgeich sein kann wenn die Anwnedungsdauer üppig genug ist. Deshalb würde ich niedrig dosieren im Bereich von 20 - 40 mg ed um die Leber nicht noch zusätzlich durch hohe Gaben zu belasten. Gleiches zählt übrigens auch für Minocylinpräparate die ebenfalls die Leber belasten.
Mein Gesicht wird immer runder und die Haut wird schwammig - was tun?
Das ist eine typische Östrogensymptomatik; durch den Akkumulationseffekt steigt der Blutspiegel an aromatisierenden AAS immer weiter an - folglich reagiert der Körper mit einer Gegereaktion um den hohen Spiegel an Androgenen abzubauen. Die Folge: durch Enzyme wird das Steroidmolekül in Östrogene konvertiert welche verantwortlich für Wasserretentionen in den verschiedensten Körperregionen(einschl. Gesicht) verantwortlich sind!
Abhilfe können Antiöstrogene - speziell Konversionshemmer schaffen. Arimidex, Femara, Aromasin & sogar Zink können diesen Effekt mindern oder sgar nahezu ganz beseitigen. Dabei sollte Zink das mildeste Antiöstrogen sein. Die Dosierungen der einzelnen Medikationen sind verschieden. Pauschal kann man es so sagen:
- Arimidex:
- -1 mg auf 500 - 750 mg arom. Androgene
Femara:
- 2,5 mg auf - 1 gramm arom. Androgene
Aromasin:
- 12,5 mg auf 1 gramm arom. Androgen
Anmerkung: Diese Angaben gelten vorallem für Bulkingzyklen. Während einer Diät sind manchmal höhere Gaben an konversionshemmenden Medikationen nötig! Zink sollte man während einer Kur immer mit mind. 2 x 50 mg(Besse 3 x) täglich zuführen. Übrigens können Rezeptorenblocker wie Tamoxifencitrat(Nolvadex®) oder Clomifencitrat(Clomifen®) nicht vor Wasserretentionen schützen. Sie lassen den Östrogenspiegel unberührt...