- 14.09. - 17.09.2006
- Wettkampfgewicht: 125,0 kg
- 2. Platz - $12,000 Preisgeld
- Slideshow - die Bilder zum Artikel

Wenn man dann doch für ca. 3,5 Minuten "weggeratzt" ist, wird man mit brutaler Gewalt von irgendeiner unfreundlichen Flugbegleiterin (ehemals Stewardess genannt) und ihrem Essenswagen, der so breit wie der Flur ist, mit einem heftigen Stoss gegen die Schulter unsanft geweckt. Gleichwohl ich eine Diät hinter mir hatte, waren die Sitze dennoch viel zu klein... Aber na ja, was soll man machen, wenn man zur Minderheit gehört – man muss sich anpassen, auch wenn es unmöglich scheint. preview
Am Flughafen angekommen dachte ich: "... schnell ein Taxi suchen und so schnell es geht ins Hotel, die Beine hochlegen, entspannen und mit dem Kohlenhydratladen weitermachen ..." Einfach gedacht, nur unmöglich so schnell umzusetzen. Ein Taxi zu finden war gar nicht so leicht. Nach langem Warten und Suchen fanden wir schließlich ein Taxi und handelten einen Festpreis von $49 aus. Das war ein großer Fehler, wie sich später herausstellte. Ein kleiner Tipp von mir: Solltet Ihr irgendwann einmal in New York sein und mit dem Taxi fahren, handelt niemals einen Festpreis aus, es sei denn Ihr seid lebensmüde oder habt Lust auf eine Magenverstimmung. Festpreis bedeutet für den Taxifahrer: "Je schneller ich fahre, desto schneller bekomme ich mein Geld, und desto schneller kann ich den nächsten Kunden befördern!"
Und genau mit einer solchen Einstellung wurden wir auch befördert. Rote Ampeln oder Überholverbot waren für den Taxifahrer tabu, ebenso andere Autofahrer die rigoros überholt wurden. Ob es möglich war oder nicht - meistens ging es dann doch irgendwie..., mit Zentimeterarbeit. Nach dieser 60-minütigen Taxifahrt während der Rush Hour war mir speiübel und ich war um die Erkenntnis reicher, dass alles möglich ist - ALLES!!! Auch wenn die Strassen noch so voll sind, es gibt immer einen Weg! Auch wenn dieser jegliche Strassenregeln missachtet und andere in Lebensgefahr bringt. Also merkt Euch: Besteht nicht auf einen Festpreis, oder Ihr habt eine üble Zeit in einem achterbahnähnlichen New Yorker Taxi... Viel Spaß!!!
Im Hotel angekommen war natürlich kaum noch an Kohlehydrate laden zu denken. Ich hatte erst einmal mit meiner Übelkeit zu kämpfen. Aber Beine hochlegen war drin, besser als gar nichts. Nach einer kurzen Verschnaufzeit konnte ich mir dann doch noch 200g Früchtemüsli reinschaufeln und dann ging es schon ab zur Hotelbesichtigung. Wir residierten im Mariott Marquis am Times Square direkt in Manhattan. Ein Hotel vom Feinsten, welches keine Wünsche offen lässt. Dies konnte man natürlich auch am Preis erkennen: $399 pro Nacht. Puuhhh kann ich nur sagen, zum Glück zahlt Wayne alles... :-) Die Bilder können nur einen Bruchteil der Atmosphäre wiedergeben, welche im Hotel zu spüren war...

Sight Seeing in New York
Am nächsten Tag (Freitag, den 15.09) nutzten wir die Zeit, um New York ein wenig zu besichtigen (zum 2. Mal nach dem Aufenthalt im April diesen Jahres) und für einige Schnappschüsse zur Erinnerung. Untenstehende Photos sollen diese Erinnerungen wiedergeben.![]() | ![]() |
Am Abend vor dem Wettkampf
Obwohl soweit alles nach Plan verlief, war ich mit meiner Form auf der Bühne nicht zu 100% zufrieden. Im Endeffekt habe ich einsehen müssen, dass ich zu wenig Kohlenhydrate geladen hatte und nicht zu 100% voll und prall war. Dies wirkte sich besonders auf der Bühne während den ellenlangen Vergleichen mit den anderen Teilnehmern negativ aus, da der Pump sehr schnell verschwand. Insgesamt ist festzuhalten, dass ich beim nächsten Mal noch mehr KH verzehren muss, um für eine maximal aufgepumpte Muskulatur zu sorgen. Aus Fehlern lernt man, und diese sollen bzw. dürfen das nächste Mal natürlich nicht mehr vorkommen. Wie so oft im Leben ist auch eine Wettkampfvorbereitung immer ein wenig wie ein Glücksspiel ...Trotz allem hat es für einen sehr guten zweiten Platz gereicht, mit dem ich mehr als zufrieden bin. Für mich zählt jedoch nicht die Endplatzierung, sondern ob ich für mich persönlich alles richtig gemacht habe und meine absolute Bestform erreichen konnte. Dies wird auch das nächste Mal das Hauptziel sein und bleiben!
Der Wettkampftag - das Athletenmeeting
Während der Besprechung am Vormittag der Meisterschaft. Hierbei erzählte uns Wayne, wie er sich den Wettkampf vorstellt, wie der Ablauf vonstatten geht und ebenso der Ablauf des Dopingtests, der im direkten Anschluss des Wettkampfes erfolgte. Platz 1 bis 10 wurde dem Dopingtest unterzogen.Der Wettkampf - Die Vorrunde
Insgesamt verlief der gesamte Wettkampf sehr vorbildlich. Alles war super pünktlich und "right on time". Es gibt wirklich nichts Schlimmeres, als wenn man voll aufgepumpt hinter der Bühne auf den Beginn des Wettkampfes warten muss. Jeder, der eine solche Situation schon einmal erlebt hat, kann mir zustimmen. 23 Athleten waren auf der Bühne, die ersten 10 hatten gutes Format und waren gut hart, die anderen jedoch hätten sich den Wettkampf sparen können, da sie komplett ausser Form waren. Dennoch will ich deren Leistung keinesfalls schmälern, denn jeder, der sich auf eine Wettkampfbühne traut, verdient meinen vollen Respekt. Ein wenig negativ waren die langen und zahlreichen Vergleiche. Zwar konnten diese aufgrund der Fülle an Athleten nicht vermieden werden, dennoch hätte man hier reduzieren können. Wir standen gut und gerne eine Stunde auf der Bühne - ohne Wasser, Handtuch oder dergleichen - meistens mehr wartend als posend. Nicht sehr schön ...
Der Wettkampf - Das Posedown
Mit dem Ergebnis der Meisterschaft bzw. mit meinem zweiten Platz war und bin ich sehr zufrieden. Mein persönliches Ziel war es, unter die ersten 6 - also ins Finale zu kommen. Mit dem zweiten Platz habe ich dieses mir gesteckte Ziel allemal erreicht. Lee hatte zwar nicht seine all-time-best-shape, war aber gut in Form und hat den ersten Platz verdient. Man hätte aus ästhetischen Gründen auch anders entscheiden können, aber das ist eine andere Geschichte und seine Platzierung geht voll in Ordnung. Auch die anderen Platzierungen waren gerecht und meiner Meinung nach angemessen.Es ist geschafft, das Ziel erreicht und der Stress vorbei.
Eine ganz besondere Ehre war es für mich, auf dem Plakat der NOC gewesen zu sein. Bis zum Wettkampftag wusste ich nichts davon und ich staunte nicht schlecht, als ich vor der Halle stand und das Plakat mit meinem Bild sah. Etwas schöneres gibt es nicht!
Das obligatorsiche Schlemmen nach dem Wettkampf in einem der bekannten "Junk-Food-Restaurants"(li)...und der obligatorische dabei entstehende Müll, der sich nicht vermeiden, dafür aber leicht entsorgen lässt(re).
Am Times Square in Manhattan

Das Workout Photoshooting
Am Sonntag haben wir dann noch die Zeit gefunden ein Workout Photoshooting zu absolvieren. Halbwegs gesättigt und halbwegs "aufgefüllt" und noch einigermaßen gut hart ging es los an die Gewichte. Doch bevor das Training beginnen konnte, war es erstmal an der Zeit für die obligatorische Aminosäuren-Einnahme, die sich wie folgt (auf mein Körpergewicht bezogen) zusammensetzt:- 30 Kps. Anabolic BCAA
- 5 Tbl. NOX
Und auf geht's...
Keep on 'pumping...
Bis zum absoluten Muskelversagen!!!

Die letzen Stunden in New York / die letzten Posings in Manhattan ...
Als Resümee bleibt für mich persönlich festzuhalten, dass es in jeglicher Hinsicht ein sehr erfolgreiches Wochenende war. Ich habe mein mir gestecktes Ziel, für meinen ersten Profi-Wettkampf ins Finale zu kommen, erreicht und habe $12,000 mit nach Hause nehmen können. Ein hübsches Sümmchen als "kleine Wiedergutmachung" für die zahlreichen harten Stunden und unendlichen Entbehrungen auf dem steinigen Weg der Diät (sehr pathetisch ausgedrückt) ...Was ich auch positiv für mich mitnehmen konnte, war die Erkenntnis, dass es doch noch Menschen auf dieser Welt gibt, die sich zu 100% an ihr Wort halten. Wayne S. DeMilia gehört ganz klar zu diesen Menschen. Als er mich zur NOC im Dezember 2005 einlud, sagte er mir zu für die Flugkosten, die Hotelkosten und für expense money (Taschengeld) in Höhe von $75 pro Tag aufzukommen. Jetzt, da nun alles gelaufen ist und hinter mir liegt, kann ich sagen, dass er sich an alles gehalten hat, was er mir im Vorfeld versprochen hat. Gegen Ende des NOC-Wochenendes lud mich Wayne auch zu den in vier Wochen noch folgenden beiden Profi-Wettkämpfen ein. Zum einen in der Slowakei (Kosice) am 20.10. und zum anderen in England (London) am 22.10. Das Preisgeld beträgt bei beiden Wettkämpfen insgesamt jeweils $30,000. Flugticket, Hotelkosten und Taschengeld inbegriffen. Ich musste eigentlich nicht lange überlegen, um Wayne mitzuteilen, dass ich auch hier mit von der Partie bin. So geht es nun weiter für mich mit der Diät und die sündhaften Leckereien müssen noch 4 Wochen auf mich warten. Aber dann, dann geht es richtig los mit Schlemmen und Geniessen ... hhhmmm ...


