Die Krankheit ist so verbreitet und so ernst, dass sie jedes Jahr für mehr als 1,5 Millionen Knochenbrüche verantwortlich ist, von denen fast die Hälfte die Wirbelsäule betrifft. Falls Du nicht so fit in Anatomie sein solltest, lass mich Dir kurz erklären, dass sich in der Wirbelsäule das Rückenmark befindet. Die Wirbelsäule ist daher ein Teil Deines Körpers, an dem Du keinen Bruch erleiden möchtest, wahrscheinlich sogar der allerletzte.
Ja ich weiß, dass wir dazu tendieren zu denken, dass nur schwächliche, ältere Frauen an Osteoporose leiden, aber so ist es nun mal nicht. Tatsächlich verhält es sich so, dass bereits 2 Millionen Männer in den USA diese Krankheit haben und dass ungefähr jeder achte Mann im Verlauf seines Lebens einmal einen Knochenbruch erleiden wird, der der Osteoporose zugeschrieben werden kann. Hierbei muss es sich keineswegs um harmlose, unkomplizierte Brüche handeln. Weil bei solchen Brüchen häufig die Hüfte und die Wirbelsäule in Mitleidenschaft gezogen werden, verlaufen durch Osteoporose verursachten Brüche häufig tödlich, was auf Komplikationen zurückzuführen ist, die bei solchen Operationen häufig vorkommen.
Osteoporose, was wörtlich übersetzt "spröde Knochen" bedeutet, entsteht, wenn die Bildung von neuem Knochengewebe langsamer voran geht als der Knochenabbau. Knochen ist nämlich keineswegs ein Gewebe das untätig vor sich hin existiert, wie man doch oft zu denken geneigt ist. Knochengewebe ist sogar, wie die Haut, ein sehr dynamisches Gewebe.
In jungen Lebensjahren erfolgt der Aufbau von Knochengewebe immer schneller als der Knochenabbau. Dieser Zustand hält bis zum zirka 30ten Lebensjahr an, ab da sinkt nun die Mineraliendichte in den Knochen.
Ursachen
Die Verringerung der Mineraliendichte in den Knochen ist von vielen Faktoren abhängig. Vom hormonellen Standpunkt aus gesehen kann man sagen, dass das Absinken des Östrogenspiegels typischer Weise mit dem Verlust von Knochenmasse einhergeht. Demzufolge sinkt die Mineralstoffdichte in den Knochen bei Frauen nach den Wechseljahren am meisten, da die Östrogenproduktion Richtung Null heruntergefahren wird. Bei Männern kann ein sinkender Testosteronspiegel für den Verlust von Knochenmasse verantwortlich sein. Während der Testosteronspiegel bei Männern nicht so rapide abfällt wie es der Östrogenspiegel bei Frauen tut, ist es dennoch so, dass er im Alter zwischen 25 und 30 Jahren langsam zu sinken beginnt.Auch die Einnahme von speziellen Medikamenten kann dazu beitragen, dass die Mineralstoffdichte der Knochen sinkt. Der häufigste anzutreffende Übeltäter ist hier die Langzeitanwendung von Glucocorticoiden (Anmerkung des Übersetzers: Klasse von Steroidhormonen aus der Nebennierenrinde, entzündungshemmende Wirkung, Anwendung bei Asthma, allergischem Schnupfen, etc.), die bei vielen Entzündungen zum Einsatz kommen, die von Arthritis bis hin zur entzündlichen Darmerkrankung reichen können. Auch viele andere Medikamente sind in der Lage die Mineralstoffdichte der Knochen zu senken, wie unter anderem auch die Barbiturate, einige krampflösende Medikamente und sogar Hormone zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion.
Einer der Hauptfaktoren für die Ausbildung der Osteoporose ist eine Ernährung, die arm ist an Kalzium und Vitamin D. Obwohl dies allgemein bekannt ist, haben Untersuchungen zur tatsächlichen Nahrungsaufnahme gezeigt, dass viele Menschen immer noch nicht einmal die Hälfte der täglich benötigten 1000-1500 mg an Kalzium zu sich nehmen. Ebenso wird die Zufuhr von 400-800 IU an Vitamin D empfohlen. Da die Haut selber Vitamin D produziert wenn sie dem Sonnenlicht ausgesetzt wird, muss mehr Vitamin D zugeführt werden wenn man dem Sonnenlicht nicht so oft ausgesetzt ist. Analog verfährt man bei der Dosierung von Vitamin D im umgekehrten Fall.
Ist man bettlägerig oder hat man sich aus freien Stücken dazu entschieden die Zeit die man wach ist in liegender Position zu verbringen, wird auch dies den Abbau von Knochengewebe begünstigen und so zu einer höheren Wahrscheinlichkeit führen Brüche zu erleiden, für die die Osteoporose ursächlich ist. Abschließend möchte ich noch einige "Sünden" nennen, die zum Abbau von Knochengewebe beitragen: rauchen und das Trinken von Alkohol. Damit hast Du also zwei weitere Gründe von diesen Sachen die Finger zu lassen.
Behandlung und Prävention
Pharmazeutisch
Wenn es darum geht die Symptome jeder erdenklichen Krankheit zu lindern, ist die erste Frage immer, "Was kann ich nehmen damit es weg geht?". Obwohl Medikamente immer die letztmögliche Instanz einer Behandlung darstellen und auf sie immer erst dann zurückgegriffen werden sollte, wenn natürliche Methoden der Behandlung nicht anschlagen, gibt es doch einige von der FDA zertifizierte Medikamente, die die Symptome der Osteoporose effektiv lindern und dien Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können. Die Gabe von Östrogen und Calcitonin sind hormonelle Behandlungsmöglichkeiten, während Alendronate (Fosamax), Raloxifene (Evista) und Risedronate (Actonel) die synthetischen Alternativen darstellen.Diätisch
Eine natürlichere Art die Osteoporose zu behandeln und einer der besten Wege ihr vorzubeugen, ist darauf zu achten die oben genannten Nährstoffe, Calcium und Vitamin D, in ausreichender Menge zu sich zu nehmen. Wie es mit allen Nährstoffen ist, wäre es am Besten, diese aus natürlichen Nahrungsmitteln zu beziehen. Die mit Abstand besten Calciumquellen sind Milchprodukte wie Milch, Käse und Joghurt. Neben den Milchprodukten sind auch Mandeln, Sardinen, Lachs, weiße Bohnen, Tofu, Orangen, Süßkartoffeln und die meisten grünen Gemüse wie Brokkoli und Stielmus, gute Quellen für Calcium. Was das Vitamin D betrifft zählen Lebertran, Eidotter und damit angereicherte Milchprodukte zu den besten Nahrungsmitteln um den Bedarf zu decken. Sonnenlicht, als die beste, natürliche Quelle für Vitamin D, sollte auf keinen Fall vergessen werden.Neben Vitamin D, welches die Calciumabsorption verstärkt, sind die Vitamine A, C, E und K unbedingt nötig, um Knochengewebe aufzubauen und zu erhalten. Ein weiterer Nährstoff, der für den Aufbau von Knochen unbedingt nötig ist, ist Protein. Falls es mir hier erlaubt ist, möchte ich kurz stereotypisieren und nehme daher an, dass Du, als Leser eines Gesundheitsmagazins, bereits hinreichend über die Wichtigkeit einer angemessenen Proteinzufuhr unterrichtet bist. Daher erspare ich Dir einen Vortrag zum Thema "Esst mehr Protein!".
Lasst uns kurz über die Mineralien reden. Wie ich bereits angemerkt habe, ist Calcium für den Aufbau von Knochengewebe unbedingt nötig. Es gibt einige Dinge die Du wissen solltest, bevor Du damit anfängst Dir massenweise Calciumpillen in den Rachen zu stopfen. Wenn man mit der Einnahme von Calcium beginnt, führen kleinere (Einzel-)Gaben zu einer besseren Absorption. Deinen täglichen Bedarf mit einem Mal runterzustürzen, wird dazu führen, dass Du weiterhin unterversorgt bist. Verteile Deine Calciumaufnahme lieber über den Tag. Das betrifft sowohl die Supplementierung, wie auch die natürliche Aufnahme von Calcium durch das Essen von calciumhaltigen Lebensmitteln. In der Praxis heißt das, dass Du Calcium zu calciumarmen Mahlzeiten supplementieren solltest und nicht zusammen mit Deinem Hüttenkäse. Nimm das Calcium lieber zu Mahlzeiten die Fleisch oder Kartoffeln beinhalten, welche von Natur aus wenig Calcium haben.
Andere Mineralien die wichtig sind für den Aufbau von Knochen sind Phosphor, Magnesium, Silizium, Bor, Mangan und Kupfer. Reden wir kurz über das Wichtigste von allen: Phosphor. Obwohl Phosphor absolut wichtig für den Aufbau von Knochen ist, ist ein Zuviel an Phosphor das häufigste Problem. Lass mich das kurz genauer ausdrücken: Zuviel Phosphor auf zu wenig Calcium ist das häufigste Problem. Wenn im Körper zuviel Phosphor auf zu wenig Calcium trifft, dann gleicht der Körper diese Dysbalance dadurch aus, dass er Phosphor aus den Knochen zieht. Offensichtlich wäre die bessere Lösung einfach weniger Phosphor zu sich zu nehmen und mehr Calcium, bevor Dir der Phosphor aus den Knochen gezogen wird!
Im Klartext heißt das, dass das optimale Verhältnis von Calcium zu Phosphor irgendwo wischen 1,2:1 und 2:1 liegt. Das bedeutet, dass Du für jedes Milligramm Phosphor, das Du zu Dir nimmst, zwischen 1,2 und 2 Milligramm Calcium aufnehmen solltest. Um das Nährstoffgleichgewicht zu halten solltest Du vor allem verarbeitete Fleischwaren und Getränke meiden, welche einen hohen Phosphoranteil haben. Auch rotes Fleisch hat viel Phosphor, wobei ich aber glaube, dass die Ernährung mit rotem, fettfreiem Fleisch, zumindest in moderaten Mengen, anzuraten ist. (Um mehr über den Nutzen von rotem Fleisch zu erfahren, lest meinen Artikel mit dem Titel "Another Look at Red Meat for Muscle Gains" ["Eine weitere Betrachtung zum Thema Muskelaufbau mit rotem Fleisch"] auf http://www.scitecnutrition.com im Featurebereich.)
Übungen
Einer der besten, jedoch oft vergessenen, Wege die Knochendichte zu verbessern ist mit dem Gewichtstraining anzufangen. Jawohl, gutes, altmodisches Gewichtstraining, aber nicht jede Übung ist hier nützlich. Je stärker der Knochen durch die Übung belastet wird, desto dichter wird der Knochen. Das verläuft analog zum Muskelaufbau, wo der Muskel auch durch die Belastung des Gewichtstrainings größer und stärker wird. Übungen wie Kreuzheben, Kniebeugen und Schulterdrücken sind einige der am Besten geeigneten Übungen um die Knochendichte zu erhöhen. Im Cardiobereich ist das Laufen dem Fahrradfahren vorzuziehen, wenn es um die Erhöhung der Knochendichte geht.(Wie immer noch der Hinweis, dass ihr mich gerne unter drclay@scitecnutrition.com kontaktieren könnt.)