- Das menschliche Körpergewicht scheint biologisch reguliert zu werden, indem der Körper den Versuch unternimmt (der natürlich durch die Umwelt überwunden werden kann) das Körperfett in einem bestimmten Bereich zu halten.
- Das System, das das Körpergewicht reguliert, ist asymmetrischer Natur. Bei den meisten Menschen kämpft es sehr viel stärker gegen einen Fettabbau als gegen eine Gewichtszunahme an.
- Für eine korrekte Regulierung benötigt der Körper einen Weg, um zwei Dinge zu "wissen": wie viel Körperfett man mit sich herumträgt und wie viel man isst. Hierbei spielt eine Vielzahl von Hormonen eine Rolle.
- Zumindest was das Signal bezüglich der Menge des vorhandenen Körperfetts angeht, scheinen die Hormone Leptin und Insulin eine wichtige Rolle zu spielen. Die Leptinspiegel steigen und sinken mit der Höhe des subkutanem Körperfettanteils (der bei Frauen höher ist), während die Insulinspiegel mit dem viszeralen Fettanteil korrelieren (welcher für gewöhnlich bei Männern höher ist). Es gibt darüber hinaus einige Hinweise auf geschlechtsspezifische Unterschiede bezüglich der Reaktion auf die unterschiedlichen Hormone.
- Die Leptin- und Insulinspiegel verändern sich außerdem abhängig von der Nahrungszufuhr. Die Leptinspiegel können während einer Diät auch ohne Veränderungen der Körperfettlevel innerhalb von wenigen Tagen signifikant sinken. Die Insulinspiegel verändern sich von Mahlzeit zu Mahlzeit.
- Wenn man die Kalorienzufuhr reduziert und Fett verliert, dann fallen die Leptinspiegel und dies scheint für einen großen Teil der körperweiten Anpassungen an eine Diät bezüglich Stoffwechselrate, Hunger usw. verantwortlich zu sein.
Auch wenn Leptin mit Sicherheit nicht das einzige Hormon ist, das hieran beteiligt ist, scheint es jedoch eines der wichtigsten zu sein, das nicht nur direkte Wirkungen besitzt, sondern auch beeinflusst wie gut oder schlecht andere Hormone (wie z.B. CCK) im Gehirn wirken. - Während Studien herausgefunden haben, dass eine Erhöhung der Leptinspiegel bei übergewichtigen Personen nur wenig bewirkt (was entweder mit einer Leptinresistenz oder einer Insuffizienz im Gehirn zusammenhängt), scheint ein Verhindern des Absinkens (oder eine Erhöhung) der Leptinspiegel während einer Diät viele der Anpassungen umzukehren, die typischerweise auftreten.
Und die Antwort ist, dass es nie außerhalb der Forschung erhältlich war (und wie ich vermute auch niemals sein wird). Als ich mein "Bromocriptine"-Büchlein geschrieben habe, kostete eine effektive Leptindosis etwa 1000 Dollar PRO TAG. Als ich zuletzt nachgeschaut habe (vor etwa einem Monat), waren es immer noch etwa 500 Dollar pro Tag – immer unter der Annahme, dass es ein Chemikalienhersteller einem verkaufen würde.
Hierbei handelt es sich nicht um einen Tippfehler – Leptin lässt Wachstumshormone billig erscheinen.
Aus unterschiedlichen Gründen wurde es nicht für die menschliche Anwendung außerhalb wissenschaftlicher Forschungsstudien entwickelt. Warum? Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Ich vermute, dass es damit zusammenhängt, dass Pharmahersteller primär Gewichtsabbaumedikamente verkaufen wollen, die einen Gewichtsabbau bewirken und Leptin tut dies nicht.
Sie scheinen keine Medikamente zu wollen, die eine Diät ganz einfach nur besser funktionieren lassen. Ich möchte in diesem Zusammenhang anmerken, dass auch der typische Diätende nicht nach diesem Typ von Wirkstoffen sucht. Medikamente, die einen Gewichtsabbau generieren, ohne dass der Diätende seine Verhaltensmuster ändern muss, sind das wahre Ziel.
Ein anderes Problem besteht darin, dass es sich bei Leptin um ein Peptidhormon handelt, was bedeutet, dass es injiziert werden muss. Injizierbare Medikamente sind in der Praxis sehr unbeliebt und es gibt aus diesem Grund einen großen Drang danach, Lösungen für Diabetiker zu entwickeln, die kein injizierbares Insulin umfassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der durchschnittliche Diätende zweimal täglich Leptin injizieren würde, ist eher gering.
Bodybuilder würden dies natürlich tun, doch diese kleine Gruppe, die versucht einen Körperfettanteil von 5% zu erreichen, stellt keine Zielgruppe der großen Pharmahersteller dar.
Das Resultat hiervon ist, dass bis jetzt niemand Leptin für eine kommerzielle Anwendung entwickelt hat und ich bezweifle, dass sich dies in der Zukunft ändern wird.
Doch für Diätende – und hier speziell für die sehr schlanken – wäre injizierbares Leptin ein Geschenk Gottes, das die Mehrzahl der Probleme, die während einer Diät auftreten können, lösen könnte. Unglücklicherweise ist das im Augenblick nicht mehr als ein Traum.
Was bleibt uns sonst noch übrig?