Warum sind Reiswaffeln als Zwischenmahlzeit während einer Diät suboptimal?
Wie eine kurze Recherche auf http://www.glycemicindex.com, der wohl umfassendsten Datenbank bezüglich des glykämischen Indexes von Nahrungsmitteln der University of Sydney, zeigt, besitzen Reiswaffeln einen glykämischen Index von 91. Im Vergleich hierzu liegen der glykämische Index von Traubenzucker bei 100 und der glykämische Index von Weißbrot bei 70. Mit anderen Worten ausgedrückt bedeutet dies, dass die in Reiswaffeln enthaltenen Kohlenhydrate geradeso ins Blut schießen und eine starke Insulinreaktion mit folgendem starken Abfall des Blutzuckerspiegels hervorrufen. previewDer Leser wird sich jetzt vielleicht fragen, warum Reiswaffeln einen so viel höheren glykämischen Index als gekochter Reis besitzen, dessen glykämischer Index je nach Sorte und Zubereitung im Bereich zwischen 50 und 70 liegt. Dieser Unterschied hängt mit der Verarbeitung des Reises zusammen. Reiswaffeln bestehen aus "gepopptem" Reis (analog zu Popcorn, welches "gepoppten" Mais darstellt). Hierdurch vergrößert sich die Oberfläche der Reiskörner um ein Vielfaches, was eine sehr viel schnellere Verdauung und eine sehr viel schnellere Freisetzung der enthaltenen Kohlenhydrate in den Blutkreislauf ermöglicht.
Woher kommt die Verwendung von Reiswaffeln als Zwischenmahlzeit im Rahmen der Wettkampfdiät?
Wenn man etwas im Internet recherchiert, dann stellt man fest, dass Reiswaffeln selbst von erfahrenen Wettkampfathleten häufig als Zwischenmahlzeit während der Wettkampfvorbereitung eingesetzt werden. Dies beruht wahrscheinlich darauf, dass Reis und Pute bzw. Hähnchenbrust bei vielen Wettkampfathleten die Basis der Wettkampfdiät darstellen. Ein Beispielernährungsplan eines Wettkampfathleten beinhaltete bei der Mahlzeitenplanung explizit den Passus "50g Reis oder 50g Reiswaffeln".Reiswaffeln werden also scheinbar von vielen als gleichwertiger Ersatz für den allgegenwärtigen Reis angesehen. Reiswaffeln sind darüber hinaus aufgrund ihrer Darreichungsform und ihrer langen ungekühlten Haltbarkeit besser für unterwegs geeignet und scheinen aufgrund des höheren Volumens vielleicht auf den ersten Blick auch sättigender und befriedigender als eine Hand voll Reis zu erscheinen. Wie die Daten zum glykämischen Index und der anekdotenhafte Bericht zu Beginn des Artikels zeigen, ist zumindest die Annahme bezüglich der Sättigung jedoch in der Praxis leider nicht wirklich zutreffend.