Schädigung des Stoffwechsels
Das Problem besteht darin, dass der Körper nach mehreren Jahren der inkorrekt ausgeführten Wettkampfvorbereitung reagiert und versucht zu verhindern, dass eine solche Situation jemals wieder zustande kommt. Auch wenn der Körper einige Zeit braucht, um sich entsprechend umzuprogrammieren, resultieren aus einer schlechten Ernährung/Diät und falschen Trainingsstrategien auch sofort eintretenden Stoffwechselschäden.
Das Resultat hiervon ist, dass innerhalb von ein oder zwei Jahren der zuvor kooperative Stoffwechsel nach dem Wettkampf nicht mehr so funktioniert, wie man dies gerne hätte. Dies äußert sich in einer Kaskade negativer hormoneller Ereignisse sowie unterschiedlicher stoffwechseltechnischer Dysfunktionen, von denen ich eine im Rahmen dieses Artikels beschreiben möchte.
Fazit ist, dass man selbst bei kontrollierter Kalorien- und Kohlenhydratzufuhr fetter und fetter wird. Sollte man dann erneut an einem Wettkampf teilnehmen wollen, muss die Kalorienrestriktion noch deutlicher ausfallen und man wird außerdem erheblich mehr Cardiotraining durchführen müssen, um die gewünschte Form zu erreichen.
Jeder, der mich jemals über zyklische Diäten hat reden hören, kennt die Gefahren einer drastischen Kalorienrestriktion. Kombiniert mit mehr Training führt diese schließlich zu stoffwechseltechnischem Stress und Dysfunktionen. Das Resultat hiervon ist, dass innerhalb weniger Jahre Frauen aus diesem Sport aussteigen und selbst dann von Jahr zu Jahr immer fetter werden, wenn sie weiterhin Sport treiben und sich kontrolliert ernähren. Man sollte sich diese "vorher/nachher" Bilder in umgekehrter Reihenfolge vorstellen, um zu verstehen, was ich meine.
Diskussionen mit Kollegen über ihre eigenen Beobachtungen und Feedback von anderen Kollegen zeigten, dass ich nicht der Einzige bin, der dieses Schema erkennt. Das Traurigste hieran ist, dass die Frauen, die für gewöhnlich das meiste ertragen müssen, um in Wettkampfform zu kommen, auch die Frauen sind, die mehr unter einer Schädigung des Stoffwechsels in naher Zukunft leiden müssen.
Eines der Probleme besteht hierbei darin, dass ein solcher Zustand in der Regel nicht vom behandelnden Arzt erkannt wird. Bluttests zeigen, dass alles normal ist, doch als praktizierender Experte weiß ich, dass der Zustand bei diesen Klienten alles andere als normal ist. Wenn man ein Trainingsprogramm einhält und sich kontrolliert ernährt, aber trotzdem Fett aufbaut, aufschwemmt oder Zellulite bildet, dann ist dies nicht normal, sondern ein Anzeichen für ein Problem.
Problematisch ist hierbei, dass es keine eindeutig diagnostizierbaren Hinweise gibt.
Einige Ärzte, die wenig über die Anpassungen an das Training und hiermit in Verbindung stehende Effekte wissen, schicken diese Frauen nach Hause und sagen ihnen, dass alles normal und in Ordnung ist, wogegen andere Hinweise genau auf das Gegenteil hindeuten. Eine der existierenden Manifestationen wird durch das Wilson low Temperature Syndrom illustriert. Dieses kann zwar nicht alle stoffwechseltechnischen Schäden erklären, die ich beobachte, doch es ist zumindest ein Anfang und zeigt, dass es sich um ein reales Phänomen handelt.
Noch etwas Wissenschaft vor der Erklärung: Unter normalen hormonellen Bedingungen wird das endokrine System des Körpers durch eine der wichtigsten Drüsen des Körpers kontrolliert: dem Hypothalamus. Der Hypothalamus steuert viele andere Drüsen des Körpers, von denen für unsere Betrachtung die Hypophyse und die Schilddrüse am wichtigsten sind. Der Hypothalamus regt die Hypophyse an, welche dann das TSH (Thyroid Stimulating Hormon) ausschüttet. TSH regt die Produktion von T4 durch die Schilddrüse an und der Körper wandelt dieses T4 schließlich in T3 um, welches die eigentliche aktive Form des Schilddrüsenhormons darstellt, die einen Einfluss auf Zellen und Gewebetypen ausübt, um stoffwechseltechnisch aktiv zu werden.
Hier ist eines der Probleme: Wir wissen nun, dass unterschiedliche Dinge diesen Prozess durcheinander bringen oder stören können, selbst wenn dies nicht im Rahmen eines Bluttests sichtbar ist. Das erste ist ein allgemeiner "Burnout" des Hypothalamus.
Wenn diese Drüse zu lange zu viel Stress ausgesetzt wird, dann funktioniert sie irgendwann nicht mehr so effizient wie ursprünglich. Das nächste, was folgt, ist das Wilsons Low Temperature Syndrom. Die gesamte Umwandlung von T4 in T3 wird von vielen Variablen beeinflusst, wobei Stress, Diät oder Fasten, Krankheiten und erhöhte Kortisolspiegel zu den wichtigsten gehören. Hierbei fallen mir die Personen mit stoffwechseltechnischen Schädigungen ein, die ihren Körper körperlich und mental durch ihre Diät und dem hiermit in Verbindung stehenden Kalorienentzug zu lange überlastet haben. preview
An dieser Stelle wird es interessant.
Man sollte sich daran erinnern, dass Kortisol ein Stresshormon ist und die Auswirkungen von Stress noch verstärkt. Einer der Wege, über den der Körper T4 in T3 umwandelt, ist ein Enzym, das als 5'-Dejodinase bezeichnet wird. Dieses Enzym wird durch die Faktoren Stress, extreme Diät, Kortisol und andere Faktoren gehemmt.
Unter Stress und während extremem Fasten (was eine Extremdiät in der Figurklasse recht gut beschreibt), wandelt der Körper weniger T4 in T3 um und wandelt stattdessen mehr T4 in reverses T3 (rT3) um. Das Problem besteht hierbei darin, dass es sich bei rT3 um eine inaktive Form von T3 handelt. Reverses T3 besitzt nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf die Zellen und das Körpergewebe. Da die eigentliche Aktivität von T3 in den Zellen und im Körpergewebe stattfindet, gibt es keinen effizienten Weg diese zu messen und zu sehen, ob das T3 seine Aufgaben auch erfüllt. Bluttests bestimmen nur die im Blut vorhandene Menge von Hormonen. Da jedoch der größte Teil der Aktivität in den Zellen und im Körpergewebe stattfindet, kann ein Bluttest normale TSH, T4 und T3 Spiegel zeigen, obwohl keines dieser Hormone seine Aufgabe erfüllt.
Das wirklich Heimtückische am Wilsons Low Body Temperature Syndrom ist, dass es bei einem Bluttest nicht sichtbar ist. Frauen können unter allen Symptomen einer niedrigen Schilddrüsenfunktion leiden und bei einem Bluttest trotzdem normale Schilddrüsenhormonspiegel zeigen. Dies bedeutet, dass sie selbst während einer Diät leicht an Gewicht zunehmen und unter Erschöpfung, Reizbarkeit und anderen Symptomen leiden.
Ich glaube, dass ein anderer Faktor die permanente oder resultierende Schädigung des Aldosteron Hormon Produktionssystems und Rückkopplungssystems ist. Aldosteron ist ein Kortikosteroid, das das Salz- und Wassergleichgewicht reguliert und auch wenn ich diese Tatsache nicht anhand existierender Untersuchungen beweisen kann, bin ich mir sicher, dass eine solche Schädigung existiert, wenn man bedenkt, dass es sich bei Aldosteron wie auch bei Korisol um ein Stressreaktionshormon handelt.
Dies ist nur ein Weg, über den sich eine Schädigung des Stoffwechsels nach einem desaströsen Wettkampfansatz und einer zu langen starken Kalorienrestriktion manifestieren kann. Manchmal scheint es, dass diejenigen, die sich wirklich den Arsch aufreißen, diejenigen sind, die am meisten leiden und die Teilnahme an einem Wettkampf nach dem anderen verschlimmert das Problem nur.
Dieses Phänomen kann sich auch in anderen Situationen entwickeln. Frauen, die z.B. vor ihrer Hochzeit viel zu lange auf Diät gehen, enden häufig nach einiger Zeit mit derselben stoffwechseltechnischen Reaktion. Wenn eine Frau also nach der Hochzeit plötzlich eine Tonne an Gewicht zunimmt, dann ist dies nicht immer das Resultat veränderter Ernährungsgewohnheiten: Die stoffwechseltechnische Schädigung kann nach einer solchen Diät auch in Folge einer Stressreaktion auf die Hochzeit selbst auftreten. Viele Frauen empfinden ihre Hochzeit mental und emotional als stressig - mindestens genauso stressig wie einen Wettkampf in der Figurklasse.
Ich ziele nicht aus böser Absicht auf Frauen ab - meiner Erfahrung zufolge sind 80 % aller Menschen, die am Wilson Syndrom leiden, weiblich.
Das einzige Gute, was ich über das Wilson Syndrom sagen kann, ist, dass es reversibel sein könnte. Wenn man sich Sorgen darüber macht, unter einer Störung des Stoffwechsels zu leiden, dann sollte man etwas recherchieren, sich mit den Symptomen des Wilson Syndroms vertraut machen und schauen, ob dieser Schuh passt. Dies ist jedoch nicht der einzige Weg, über den der Stoffwechsel in dieser Welt des Übertrainings, der extremen Diäten und des Jojo Syndroms der so genannten Fitness Industrie zu Schaden kommen kann. Unglücklicherweise konspirieren die Fitness Industrie und Figurwettkämpfe dabei, Frauen auf eine Abwärtsspirale in die Fett-ness Industrie zu schicken!
Ich habe einige Klienten, die früher einmal schlechte Ratschläge bekommen haben und sich auf ihren Wettkampf mit einer "gewinnen um jeden Preis" Mentalität vorbereitet haben, die ihnen jetzt langfristige Probleme bereitet. Meine Damen (und natürlich auch meine Herren), es ist an der Zeit den Trainer sorgfältiger und weiser zu wählen. Mit 2 bis 3 Stunden Cardio pro Tag, plus Training, plus zu extreme Diät werden einen vielleicht beim ersten und zweiten Versuch zu einem Gewinner machen - doch zu welchem Preis?
Ein Grund dafür, dass ich überhaupt Teil des Stoffwechsel Power/Stoffwechsel Ausdauer Trainingsgeschäfts wurde, bestand darin, zu versuchen Wege zu finden, diese potentiell schädlichen Wettkampfvorbereitungsansätze zu umgehen. Und die Zyklusdiät erklärt auch, wie man die Auswirkungen eines zu extremen
Kalorienentzugs daran hindern kann, den Stoffwechsel auf lange Sicht zu schädigen.
Ich hoffe, dass jeder diesen Artikel aufmerksam liest und ihn an andere, die gerade für einen Wettkampf diäten und sich selbst hierdurch Schaden zufügen könnten, weiterleitet. Wenn die Nägel brüchig werden und die Haare ausfallen, dann sind dies Warnsignale, auf die man hören sollte.
Mir tut es immer leid, wenn ich einen Schwarm von Frauen bei Wettkämpfen in der Figurklasse sehe, die sich für ein bisschen Ruhm Schaden zufügen. Einige wurden dafür geboren, doch andere müssen wie der Teufel kämpfen, um dorthin zu kommen und kaufen sich hierbei unwissend (in der Regel durch die schlechten Ratschläge ihrer Trainer) ein Einwegticket in Richtung Übergewicht.
Der Grund dafür, dass ich das Wilson Syndrom erklärt habe ist, dass es sich hierbei um eine Störung handelt, gegen die man etwas unternehmen kann und bei der es einen Weg zurück zu einer normalen Funktion des Stoffwechsels und normalem Fettabbau mit einer normalen Diät gibt.
Es gibt alle Arten medizinischer Fachliteratur, die einen "normalen Schutzmechanismus" durch eine Herunterregulierung der Stoffwechselrate während einer Diät beschreiben. Die medizinische Literatur deutet jedoch auch darauf hin, dass solche Veränderungen der Stoffwechselrate bei zu langen oder ständig wiederholten Diäten dauerhaft sein können. Dies wäre ein Todesurteil für diese "Figurklasse Mädels", die dann selbst bei einer Kalorienzufuhr von lediglich 800 bis 900 Kalorien pro Tag fett werden würden. (Mount Sinai School of Medicine 1995: p297.)
Wiederholte Diäten und das Training für einen Wettkampf können den Stoffwechsel also permanent zum Schlechten hin verändern. Wenn man einen Trainer hat, der einen andauernd zu Wettkämpfen antreibt, dann sollte man sich Gedanken über diesen Ratschlag und auch über die Wahl des Trainers machen.
Unglücklicherweise scheinen Wettkämpfe in der Figurklasse auch Menschen anzusprechen, die hierfür die denkbar schlechte genetische Veranlagungen aufweisen, wodurch das Risiko für eine Schädigung des Stoffwechsels steigt. Auch wenn es niemand gerne zugibt, ist es eine Tatsache, dass viele aktive Menschen bei einem sehr niedrigen Körperfettanteil nicht so gut "funktionieren". Viele können einen solch niedrigen Körperfettenteil auch nicht auf gesunde Art und Weise erreichen und sollten eigentlich auch nicht versuchen so etwas zu tun. Dies ist eine Wahrheit, die anscheinend niemand sehen möchte.
Man sollte nicht dem Druck der Gesellschaft oder dem Druck von Trainern zum Opfer fallen, indem man sich bezüglich der eigenen Körperkomposition unrealistische Ziele setzt. Viele, die ihren Körper verändern möchten, haben ein unrealistisches Körperbild vor Augen, für dessen Erreichung ihnen die Zeit, die Fähigkeit und die genetischen Voraussetzungen fehlen. Man sollte deshalb sicherstellen, dass die Beratung, die man erhält, auf dem basiert, was das Beste für einen ist und vor allem auch realistisch ist. Wenn dies nicht der Fall ist, dann könnte der Weg zum Ziel Abkürzungen enthalten, die auf lange Sicht gesehen negative Konsequenzen haben werden.
Man sollte diese Informationen an jeden weitergeben, von dem man weiß, dass er oder sie sich durch verrückte Vorwettkampfrituale, ultra niedrige Kalorienzufuhr oder Marathon Cardioeinheiten schaden könnte. Beides ist unnötig und zeugt von einer schlechten Beratung.