Meine Leber leuchtet im Dunkeln.

Sie hat eine so starke Leuchtkraft entwickelt, dass sie letzte Woche, als ich meine Freundin mit zum See für etwas Kanufahren im Mondschein genommen hatte, einen Schwarm von Insekten angezogen hat.

Ich musste eine Dose Insektengift zücken, doch das Spray brachte meine süße, asthmatische Sheila dazu, zu keuchen wie ein 1937-er Duesenberg mit einem defekten Vergaser.

Die Notärzte schafften es, sie durch die Verabreichung von CPR und massiver Mengen an Epinephrin wiederzubeleben, doch all dies zerstörte so ziemlich jede Romantik.

Ich mache für mein leuchtendes Organ und das folgende Desaster das mit Pestiziden verseuchten Obst und Gemüse verantwortlich, das ich regelmäßig esse.

So gut wie jeder weiß, dass unser Gemüse mit Pestiziden bedeckt ist und so gut wie jeder weiß auch, dass diese wahrscheinlich recht schlecht für uns sind, doch man könnte argumentieren, dass Pestizide ein notwendiges Übel darstellen. Ohne sie wäre es schwer, die Weltbevölkerung zu ernähren.

Doch die Dinge sind trotzdem ziemlich krass geworden.

Die Chemical Brothers (und Sisters)

Jedes Jahr werden in den USA 1,3 Millionen Pfund Pestizide im Bereich der Landwirtschaft eingesetzt. Das entspricht 6 Pfund Pestizide pro Morgen Anbaufläche.

Von den 35.000 registrierten Pestiziden, die in diesem Land zum Einsatz kommen, wurden weniger als 21% auf ihre karzinogene Wirkung hin untersucht. Weniger als 10% wurden auf ihr Potential getestet, Mutationen hervorzurufen und weniger als 40% wurden auf ihr Potential getestet, Geburtsdefekte bei Babys hervorzurufen.

Das Gute ist, dass eine Menge von Pestiziden verboten wurde und da wir geschäftstüchtig sind, exportieren die USA zwischen 100 und 150 Millionen Tonnen dieser verbotenen Pestizide an arme Schlucker in anderen Ländern. Unglücklicherweise importieren wir 40% unseres Obstes und 12% unseres Gemüses genau aus diesen Ländern, so dass es ziemlich sicher ist, dass wir im Endeffekt diese verbotenen Pestizide doch wieder essen.

Nein! preview

Vor einigen Monaten, als ich versuchte chinesisch Kochen zu lernen, ging ich in einen chinesischen Supermarkt und kaufte einige Gurken, Bok Choy und unterschiedliche Gemüsesorten, die vermutlich alle aus Asien stammten.

Ich kaufte im Endeffekt mehr Gemüse als ich brauchte, weshalb ich den Rest in meinem Kühlschrank verstaute und ihn prompt vergaß. Ich entdeckte das Gemüse vier Monate später, während ich nach etwas suchte, das ich in die Chinapfanne werfen konnte. Erstaunlicherweise schien das chinesische Gemüse noch genau so frisch wie an dem Tag zu sein, an dem ich es gekauft hatte.

Vielleicht ist dies eine Nebenwirkung der Verwendung unserer verbotenen Pestizide! Sie haben ihre chinesischen Gurken in eine landwirtschaftliche Version des langlebigen, schwer zu tötenden John Coffey in The Green Mile verwandelt!

Ich habe diese Dinger sogar sprechen gehört, als ich sie in den Kühlschrank packte.

"Bitte Boss, schließ mich nicht im Dunkeln ein. Ich habe Angst vor der Dunkelheit."

Vielleicht waren es auch nicht die Pestizide. Vielleicht ist es eine Art Superkonservierungsmittel, das die Ägypter verwendeten, um ihre Mumien herzustellen. Doch unabhängig hiervon sollte man sich fragen, was in Gottes Namen auf dieses Gemüse gesprüht wurde.

Wir wissen, dass importiertes Obst und Gemüse für gewöhnlich im Vergleich zu seinen amerikanischen Gegenstücken die dreifache Menge an Pestiziden enthält und die amerikanische Gesundheitsbehörde schafft es gerade einmal 1% von dem zu kontrollieren, was wir importieren.

Hiermit möchte ich nicht sagen, dass in den USA angebaute Produkte sehr viel besser sind. Ein Drittel der heimischen Produkte enthält multiple Rückstände und setzt uns krebserregenden und möglicherweise neurologische Störungen hervorrufenden Chemikalien aus – ganz zu schweigen von den endokrinen Störungen, die durch diese Chemikalien verursacht werden.

Wie der Leser vielleicht schon richtig vermutet hat, sind einige Obst- und Gemüsesorten schlimmer als andere. Einige bedürfen aufgrund der Zusammensetzung ihrer Blätter, ihrer Attraktivität für bestimmte Insekten oder Pilze oder der Länge ihrer Wachstumsphase mehr Pestizide als andere.

Die Verbrauchervereinigung (die Herausgeber des amerikanischen Consumer Reports) und eine Gruppe von Forscher namens "Environmental Working Group" haben unter Verwendung von Daten der amerikanischen Gesundheitsbehörde eine Liste der Obst- und Gemüsesorten zusammengestellt, die das größte Gesundheitsrisiko im Bezug auf eine Belastung mit Pestiziden darstellen.

Wenn man nur 5 Portionen Obst und Gemüse aus dieser Liste isst, dann hat man mindestens 10 unterschiedliche Pestizide zu sich genommen, die sich fröhlich in den Organen und dem Körperfett einnisten.

Hier ist die Liste:

Die nicht so tollen 16

  1. Erdbeeren
  2. Paprikaschoten (sowohl rote als auch grüne)
  3. Spinat
  4. Kirschen (amerikanischer Herkunft)
  5. Pfirsiche
  6. Cantaloupe Melonen (mexikanischer Herkunft)
  7. Sellerie
  8. Äpfel
  9. Aprikosen
  10. Grüne Bohnen
  11. Trauben (chilenischer Herkunft)
  12. Gurken
  13. Birnen
  14. Winterkürbis (amerikanischer Herkunft)
  15. Kartoffeln
  16. Blaubeeren
Schluchz, Du hast mein Lieblingsnahrungsmittel, das kein Gummibärchen ist, auf die Liste gesetzt.

Ja, ja, ich habe das Lieblingsobst oder Gemüse des Lesers niedergemacht. Das ist hart.

Äpfel? Sie enthalten etwas Vitamin C, doch abgesehen davon nur wenig Anderes in Richtung messbarer Nährstoffe oder Carotinoide. Im Gegensatz hierzu enthalten sie eine Unmenge an Pestiziden. In der Tat hat man in Äpfeln mehr Pestizide (36) als in jedem anderen Obst oder Gemüse gefunden und bis zu 7 unterschiedliche Typen wurden in einer einzigen Probe nachgewiesen.

Man ist verrückt auf Erdbeeren, da man es mag, diese mit seiner Freundin in den Schoko Eiweißshake zu dippen und sich gegenseitig damit zu füttern? Komm drüber weg, Romeo. Sie stellen eine gute Vitamin C-Quelle dar, doch das gilt auch für viele andere Obst- und Gemüsesorten. Was sie jedoch im Überfluss enthalten, sind hohe Mengen an Fungiziden, von denen zwei potentiell karzinogen sind. Ein anderes dieser Fungizide interferiert mit Testosteron.

Glücklicherweise gibt es auch eine Liste von Obst- und Gemüsesorten, die im Bezug auf Pestizide relative sauber sind.

Hier ist sie:

Die sauberen 15

  1. Zwiebeln
  2. Avocado
  3. Gemüsemais
  4. Ananas
  5. Mangos
  6. Erbsen
  7. Spargel
  8. Kiwi
  9. Kohl
  10. Aubergine
  11. Cantaloupe Melonen (amerikanischer Herkunft)
  12. Wassermelonen
  13. Grapefruits
  14. Süßkartoffeln
  15. Honigmelonen

Was kann man bezüglich dieser Sache tun?

Man hat mehrere Optionen.
  1. Man könnte sich darauf beschränken, nur noch Nahrungsmittel aus der Liste der "sauberen 15" zu essen. Unglücklicherweise würde man dann nicht viel Abwechslung bekommen.
  2. Man könnte sagen "sch... drauf" und weiterhin alle Obst- und Gemüsesorten essen, die man mag und darauf hoffen, dass entgegen aller Wahrscheinlichkeit die gesunden und dem Leben zuträglichem Inhaltsstoffe dieser Nahrungsmittel die möglichen negativen Wirkungen der Chemikalien und Pestizide aufwiegen. Viel Glück bei dieser Option.
  3. Man könnte auf Bionahrungsmittel umsteigen. Das Problem ist, dass Bionahrungsmittel teuer sein können. Zweitens sind weniger als 1 oder 2% der landwirtschaftlichen Betriebe in Amerika Bio-zertifiziert. Drittens gibt es keine wirkliche juristische Definition des Begriffs "Bio", weshalb man sich nicht wirklich sicher sein kann, was man bekommt.
  4. Man könnte sich ganz einfach vornehmen, eine große Vielfalt an Obst und Gemüse zu essen, so dass man hoffentlich keine großen Mengen eines einzelnen, die Leber zum Leuchten bringenden Pestizids oder anderer Chemikalien zu sich nimmt.
  5. Man könnte sein Obst und Gemüse in einer Lösung waschen, die einen Teelöffel Spülmittel pro 3 Liter Wasser enthält. Man sollte das Produkt 10 Sekunden in dieser Lösung schwenken und danach sorgfältig mit Wasser abwaschen, wenn man nicht gerade will, dass die Chinapfanne nach einem Hauch von Palmolive schmeckt.
  6. Man könnte die Obst und Gemüsesorten, bei denen dies möglich ist, schälen und so mechanisch die meisten Pestizide und Chemikalien entfernen. Genauso kann man die äußeren Blätter des Gemüses entfernen und nur den inneren Teil essen.
  7. Man könnte gefrorenes Obst und Gemüse oder Obst und Gemüse in Konserven kaufen. Das Waschen und Blanchieren vor dem Einfrieren oder in Dosen Verpacken entfernt zwischen 80 und 90% der Pestizide.

Mea Culpa Salat

Ich weiß, ich weiß, in letzter Zeit war ich der Überbringer schlechter Nachrichten über Nahrungsmittel und ich vermute, dass der durchschnittliche Leser ganz einfach eine große krebserregende Fressorgie starten und alles, was er will, essen wird, da ihn sowieso alles auf die eine oder andere Art und Weise umbringen wird.

Diese Überreaktion kann ich jedoch nicht gut heißen, da ich immer noch fest daran glaube, dass es unabhängig von den Konsequenzen und Unbequemlichkeiten wichtig ist, die Wahrheit über alles und jedes zu kennen.