Während bei vielen Lesern das Training mit Gewichten die primäre Sportart darstellt und einige sogar an Wettkämpfen teilnehmen, gibt es eine Menge Sportler, die das Training im Kraftraum zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit bei einer anderen, primären Sportart verwenden. Das ist völlig in Ordnung. Wir können nicht alle perfekt sein. Welche Sportler kommen also mit Fragen auf mich zu?

Footballspieler sind in der Regel diejenigen, die die Vorzüge eines regulären Trainings mit Gewichten als erste erkennen, was bei einer solchen körperlichen Kontaktsportart nur allzu natürlich ist. Doch auch ein Baseballspieler kann den Ball härter treffen, wenn er mit Gewichten trainiert und Kraft im Bereich der Arme und der Brust aufbaut. Basketballspieler können höher springen. Fußballspieler können den Ball weiter und akkurater schießen. Sogar beim Bowling kann ein Training mit Gewichten hilfreich sein. Fazit ist, dass ein starker, koordinierter Körper ohne Ausnahme in einer besseren Kontrolle und Leistung bei so ziemlich jeder Sportart resultieren wird.

Die Bedeutung einer gleichmäßigen Entwicklung

Es ist wichtig zu erkennen, dass brutale Kraft nicht bei jeder Sportart das wichtigste ist. Koordination, Flexibilität (das bedeutet Dehnen) und vor allem gleichmäßige Entwicklung sollten auf der Liste der Prioritäten ganz weit oben stehen. Tennisspieler sind Extrembeispiele. Sie trainieren manchmal täglich, wobei sie nur einen Arm und eine Seite des Körpers verwenden, um den Schläger zu schwingen.

Nach einigen Jahren werden viele Tennisspieler feststellen, dass ein Arm deutlich stärker ist, ein Bein etwas dicker ist und dass sie möglicherweise leichte Rückenprobleme bekommen, wenn sie eine längere Strecke zu Fuß zurücklegen. Man wäre ein Narr, wenn man nicht erkennen würde, dass eine Seite des Körpers stärker geworden ist und dass dieses Ungleichgewicht eine bestimmte Rolle bei den Rückenschmerzen spielt.

Die Heilung ist einfach: Man trainiert mit Gewichten, um den Körper gleichmäßig zu entwickeln und Ungleichgewichte auszugleichen. Dies bedeutet nicht, dass man wie ein Irrer einarmige Übungen ausführen sollte, sondern eher, dass man sich auf ein Training konzentriert, das beide Seiten des Körpers gleichmäßig belastet. Wenn man z.B. Bankdrücken mit Kurzhantel ausführt ist sichergestellt, dass der stärkere Brustmuskel nicht noch etwas extraarbeit für sein schwächeres Gegenstück übernimmt, wie dies beim Langhantelbankdrücken der Fall wäre. Es gibt eine Menge guter Maschinen, die auf diese Art funktionieren, was insbesondere für die Hammer Strength Serie gilt.

Man sollte eine Verkürzung der Muskeln vermeiden

Ich habe Dehnübungen bereits erwähnt. Diese sind essentiell um sicherzustellen, dass man von einem Training mit Gewichten auch wirklich profitieren kann. Was nützt einem Golfer mehr Kraft, wenn das Training ihn so unflexibel gemacht hat, dass sein Schwung darunter leidet? Bei Sportarten, die viel Rennen umfassen - insbesondere Football - möchte ich hervorheben, dass es einen Muskel gibt, den man auf jeden Fall flexibel halten muss - den Hüftflexor. Ein verkürzter Hüftflexor bringt das Rückgrat bei jedem Schritt in eine unvorteilhafte Position und sendet eine Welle negativer Erschütterungen durch den gesamten Körper. preview

Man sollte außerdem im Hinterkopf behalten, dass richtiges Dehnen etwas ist, das man ernst nehmen sollte - und dass sich dieses Dehnen deutlich von einigem traditionellen Stretching, das bei unterschiedlichen Sportarten ausgeführt wird, unterscheiden kann. Man sollte sich nicht davor scheuen seinen Trainer darauf anzusprechen, wenn man vermutet, dass er traditionelles Stretching propagiert, das unter Umständen unproduktiv oder sogar gefährlich sein könnte!

Einige Anzeichen für inkorrekte Techniken

  • Ein Schwingen am maximalen Punkt der Dehnung!
  • Beinstretching mit überdehntem Knie.
  • Erzwungenes Dehnen, das in Schmerzen resultiert.
  • Ein Nichtbefolgen des Kontraktions-Entspannungs Prinzips
Natürlich spielen hierbei viele Details eine Rolle, doch wenn man eines der oben aufgezählten Zeichen erkennt, könnte es sich lohnen, die Gründe hierfür zu hinterfragen. Es geht hierbei nicht darum, den Trainer bloßzustellen, es geht um das Wohl des Teams. Man sollte ein Referenzbuch mitbringen, wenn man ihn anspricht und auf eine positive Einstellung achten, die seine Autorität nicht in Frage stellt. So etwas sollte immer im Rahmen eines Gesprächs unter vier Augen geschehen.

Weitere Punkte für eine ausgewogene Entwicklung

Nein, ich werde an dieser Stelle den ersten Abschnitt nicht noch einmal paraphrasieren. Stattdessen werde ich auf einen typischen Bodybuildingfehler eingehen: Man sollte nicht nur seine Lieblingsmuskeln trainieren. Einem Bodybuilder macht es in der Regel mehr Spaß Brust und Bizeps als die Beinbizeps zu trainieren. Die Bizeps kann man immer sehen, doch wer verbringt schon Zeit damit, seine eigenen Beinbizeps im Badezimmerspiegel zu bewundern?

Ein Eisschnellläufer wird hingegen primär daran interessiert sein, seine Beine in Form zu bringen und hierbei unter Umständen den Oberkörper ignorieren. Und ein Wrestler wird wahrscheinlich seine Waden nicht besonders weit oben auf der Liste seiner Prioritäten haben.

Nur weil man eine bestimmte Muskelgruppe bei seiner persönlichen Sportart nicht unbedingt benötigt, bedeutet dies nicht, dass man sie einfach ignorieren kann. Der Körper ist weitaus komplexer als man vielleicht denken mag - Rücken und Bauchmuskeln stabilisieren den Körper bei so ziemlich jeder Sportart. Beine und Hüften sind bei Sportarten wie Tennis oder Badminton beteiligt, bei denen man eine Drehbewegung mit dem ganzen Körper ausführt. Jeder Läufer verwendet seine Arme und Schultern für eine gute Balance (wer dies nicht glaubt, sollte einmal versuchen mit vor dem Körper gekreuzten Armen und bewegungslosen Schultern zu laufen).

Fazit ist, dass man immer nach einer ausgewogenen Entwicklung des ganzen Körpers streben sollte. Die Gründe hierfür mögen auf den ersten Blick nicht immer offensichtlich sein, doch die Wahrscheinlichkeit, dass man zu einem späteren Zeitpunkt hierfür dankbar sein wird, ist groß. Und man sollte um Gottes willen die Ratschläge bezüglich eines "sportspezifischen" Trainings in den Fitness Magazinen ignorieren, die propagieren, dass man nur die Muskeln trainieren sollte, die man bei einer spezifischen Sportart einsetzt!