
Vince war nicht nur in seinen Trainingsmethoden extrem, er war es auch in seinen Diätmethoden. Berühmt geworden ist er sicher unter anderen für seine Steak und Eier Diät. Eine Diät, die einfacher kaum sein könnte:
- Regel #1: Du isst Steaks und Eier. Wenn du magst, ist auch Tartar erlaubt. Ansonsten gibt es Steaks und Eier.
- Regel #2: Zum Braten verwendest du Butter.
- Regel #3: 2 Mahlzeiten am Tag, keine Snacks, keine Zwischenmahlzeiten.
- Regel #4: Pro Mahlzeit gibt es 300 – 600 g Steak und 4 – 6 Eier.
- Regel #5: Jeder fünfte Tag ist ein Cheatday.
Für die Carnivoren unter euch, dürfte es wie ein Traum klingen, für alle anderen wie ein Alptraum. Fakt ist: Diese Diät funktionierte für Vince und viele seiner Klienten, darunter Arnold und Larry Scott.
Wie ist diese Diät aber nun zu bewerten?
Fakt ist, dass wohl so jeder (selbsternannte) Gesundheitsexperte die Hände über dem Kopf zusammenschlagen wird. Eigentlich muss so eine Ernährung notwendigerweise innerhalb kürzester Zeit zu exorbitanten Cholesterinwerten führen und den sicheren Tod innerhalb weniger Wochen bis Monate bringen. De facto blieb das aber aus. In Wahrheit gibt es durchaus seriöse Forschungsergebnisse, die Girondas Ansatz stützen.
Mythos #1: Cholesterin
Lange Zeit galt wie in Stein gemeißelt: "Wer über die Ernährung viel Cholesterin zuführt, erhöht den körpereigenen Cholesterinspiegel, was schwerwiegende Folgen haben kann. "Heute wird dieses Thema durchaus kontroverser diskutiert. Nicht wenige Experten gehen heute davon aus, dass der Einfluss von über die Nahrung zugeführtem Cholesterin auf den Cholesterinspiegel nur geringfügigen Einfluss hat. So haben die USA die Warnung vor hohen Mengen Cholesterin in der Ernährung aus ihren offiziellen Ernährungsempfehlungen gestrichen.
Wenngleich beispielsweise die Deutsche Herzstiftung davor warnt, allzu leichtfertig mit Cholesterin umzugehen und die Entwarnung mancher Experten kritisiert, kann man wohl recht sicher davon ausgehen, dass gesunde Menschen keine Bedenken bei einer hohen Cholesterinzufuhr haben müssen.
Mythos 2: Gesättigte Fette
Gleiches bei den gesättigten Fetten: Galten sie früher als sicherer Sargnagel, bestreiten viele Experten heute diese negativen Eigenschaften, wenngleich die Verteidiger der gesättigten Fette noch deutlich in der Unterzahl sind. Ein prominenter Vertreter dieser Zunft ist John Meadows, der diesem Thema gleich einen ganzen ► Artikel widmete: Meadows fasst darin wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen, die Girondas Ansatz stützen.Mythos 3: Rotes Fleisch
Vor einigen Jahren hatte die Medienlandschaft mal wieder ein neues Nahrungsmittel gefunden, welches uns über kurz oder lang ganz sicher ins Grab bringen wird: rotes Fleisch. Und in der Tat verweisen viele Studien auf einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rotem Fleisch und einer erhöhten Mortalität, beziehungsweise einem erhöhten Krebsrisiko.Es ist jedoch anzumerken, dass die meisten dieser Studien epidemiologischen Studien sind, deren Aussagekraft doch recht beschränkt ist. In vielen Fällen dürfte das Verwechseln von Korrelation und Kausalität eine wesentliche Rolle gespielt haben, da in der Regel Befragte (bei epidemiologischen Studien handelt es sich letztlich um Befragungen), die viel rotes Fleisch verzehrten, auch körperlich inaktiv waren, mehr Alkohol tranken, zu Übergewicht neigten etc.Dass diese Menschen früher sterben als andere…wen wundert es.

Wirkt das überhaupt?
Wenngleich die Studienlage in all diesen Fragen sicher nicht eindeutig ist, so spricht doch einiges für Girondas Ansichten. Kommen wir also zur Frage, die bei einer Diät von zentralem Wert ist: Funktioniert das eigentlich? Sprich: Nimmt man damit wirklich ab?Die Frage lässt sich recht einfach beantworten: Mit 1000 g Rumpsteak und 12 Eiern kommt man auf ziemlich genau 2000 Kalorien. Rechnet man noch die Butter mit ein, mögen es vielleicht 2200 Kalorien oder auch etwas mehr sein. Für einen trainierten Mann mit signifikanter Muskelmasse, der regelmäßig Sport treibt, sollte das für ein ausreichendes Defizit sorgen, sodass eine Gewichtsabnahme sicher ist.
Atkins Vater
Das größte Problem wird für viele die Abstinenz von Kohlenhydraten in der Ernährung sein. Gironda begründete mit dieser Diät die ketogenen Diäten, die später vor allem durch Atkins zu Berühmtheit gelangten. Kurzum: Der Verzicht auf Kohlenhydrate funktioniert. Ob es für jeden der optimale Weg ist, steht auf einem anderen Blatt, aber in aller Regel ist es effektiv. Inwieweit Kraftlosigkeit, Müdigkeit etc. auftreten, ist pauschal nicht zu beantworten und muss von jedem selbst herausgefunden werden.Gemüse, Obst, Vitamine?
Eine Frage, die sich sicher stellt, ist die, ob durch eine solch einseitige Ernährung eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen gewährleistet werden kann. Gironda war davon überzeugt, ich bin es, bei allem Respekt, nicht.Zumal mir sich nicht erschließt, warum kalorien- und vor allem kohlenhydratarme Gemüsesorten, die auch bei Atkins erlaubt sind, verboten sein sollten. Egal wie, wer sich an den Steaks und Eiern versuchen will, sollte die Supplementation von Vitaminen und Mineralien in Betracht ziehen.