Ein Artikel von Elitefitness.com

Die Festnahme eines Cage Fighters im Jahr 2006, der Steroide verwendete, warf bei vielen Leuten die Frage auf, wie gängig die Anwendung von Steroiden im Bereich der Kampfsportarten ist.

Viele Kampfsportfans lieben es, darüber zu diskutieren, wer denn der Beste im Bezug auf Fähigkeiten und Talent ist. Der Boxsport hat eine bewegte Geschichte voller fantastischer Athleten, die unvergessene Kämpfe bestritten haben. Kickboxen hat den Boxsport um eine weitere Dimension erweitert, die es den Kämpfern erlaubt ihre Schläge mit Tritten zu kombinieren, was zu Kämpfen mit nur schwer voraussagbarem Ausgang und brutalen Knock-Outs führte. Ringen ist ein Beispiel für eine olympische Sportart mit vielen Teilnehmern auf High School Ebene in einigen Staaten. preview

Doch auch wenn diese Kampfsportarten ihre großen Athleten und erinnerungswerte Momente haben, ist der allgemeine Konsens der, dass keine dieser Kampfsportarten die Spitze der Kampfkunst darstellt. Dies liegt mit daran, dass keine Kampfsportart in den letzten Jahren so viel an Beliebtheit gewonnen hat wie Mixed Martial Arts (in Deutschland auch als gemischte Kampfkunst bezeichnet). Die meisten Menschen werden zustimmen, dass Mixed Martial Arts (MMA) Kämpfer die besten Kämpfer der Welt sind, da sie viele verschiedene Kampfsportdisziplinen wie Ringen, Boxen, Kickboxen und andere beherrschen müsse.

Viele Menschen würden auch der Aussage zustimmen, dass die Anwendung anaboler Steroide beim MMA nicht wirklich weit verbreitet ist. Sie sind der Meinung, dass bei dieser Sportart keine Anabolika zum Einsatz kommen könnten, da die Kämpfer weder massig noch definiert genug sind, als dass man auf die Anwendung Anaboler Steroide schließen könnte. Weiterhin werden vor wichtigen Kämpfen Tests durchgeführt, welche Blutuntersuchungen, Röntgenuntersuchungen und Drogentests umfassen und somit ist scheinbar die Möglichkeit der Anwendung von Steroiden ausgeschlossen.

Doch der Einsatz von Substanzen wie Wachstumshormonen beim Football oder Baseball hat uns gelehrt, dass es immer eine Möglichkeit gibt, Drogen- und Dopingtests zu umgehen. Weiterhin kann aus dem reinen Aussehen eines Sportlers nicht geschlossen oder ausgeschlossen werden, dass er möglicherweise Leistungssteigernde Substanzen verwendet, welche in seiner Sportart verboten sind.

Man muss sich nur den MMA Kämpfer Buckley Acosta anschauen, der positiv auf Steroide getestet wurde. Der gebürtige Kalifornier aus Newberry Springs war noch relativ neu beim MMA Cage Fighting und hatte gerade einmal fünf Wettkämpfe hinter sich. In den Medien hatte er jedoch durch seine Aussage, dass er Anabole Steroide verwendete, bereits hohe Wellen geschlagen. Alleine von seinem Aussehen her wäre niemand auf die Idee gekommen, dass er Steroide verwendet.

Buckley Acostas Körperbau ist durchschnittlich und wirkt im Vergleich zu dem der meisten anderen MMA Kämpfer sogar eher unterdurchschnittlich. Er ist weder definiert noch wirkt er eindrucksvoll sportlich. Acosta ist einfach ein normal aussehender Typ, der einen guten MMA Werdegang hat. Nun hat er sich außerdem noch eine Anklage wegen Anabolikabesitz eingehandelt.

Acostas Ärger begann Ende Juli 2006, als ein mit injizierbarem Testosteron gefülltes Paket vom US Zoll bis zu ihm verfolgt wurde. Die Behörden hatten die Lieferung aus Zentralamerika bis nach Barstow in Kalifornien verfolgt. Hier informierten sie die Polizei von Barstow über den Adressaten des Pakets. Die Zieladresse war das Motorradgeschäft in dem Buckley Acosta arbeitete.

Nachdem ein Durchsuchungsbefehl erwirkt worden war, durchsuchten Zoll und Polizei den Laden, wo sie das Paket fanden und Acosta festnahmen. Nachdem das Paket konfisziert wurde, entdeckten die Behörden 12 gefüllte Spritzen. Die Staatsanwaltschaft hatte somit in Verbindung mit den im Paket befindlichen Steroiden ausreichend Beweise, um Anklage gegen Acosta zu erheben, was eine mögliche Gefängnisstrafe für ihn hätte bedeuten können.

Zudem konnte Buckley einer Gefängnisstrafe durch ein umfassendes Geständnis und einen Handel entgehen. Der 27 jährige Kämpfer wurde zu einer Bewährungsstrafe und der Teilnahme an einem Drogenbehandlungsprogramm verurteilt. Doch auch wenn Buckley Acosta gerade noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen ist, wirft dieser Vorfall ein völlig neues Licht auf den MMA Sport.

Im MMA wird nach diesem letzten Vorfall erneut verstärkt auf Drogen getestet werden und man darf gespannt sein, ob es zu weiteren positiven Tests kommt, wie es bereits in der Vergangenheit der Fall war. Einer der bekanntesten positiven Tests kam zustande, als der Schwergewichtschampion Tim Sylvia nach einem gewonnenen Titelkampf positiv auf Stanozolol getestet wurde.

Nach dem das Ergebnis bekannt wurde, bekam Sylvia seinen Schwergewichts Championstitel aberkannt und wurde von der Nevada State Athletic Commission gesperrt. Sylvia ist nicht der einzige Cage Fighting Profi, der des Dopings überführt wurde. Auch der extrem tätowierte Kimo Leopoldo wurde aufgrund eines positiven Tests auf Stanozolol von seinem Verband gesperrt.

Doch die Liste der bekannten UFC (Ultimate Fighting Championship) Kämpfer, die dem Steroidkonsum überführt wurden, endet hier noch lange nicht. Auch der frühere Champion Josh Barnett wurde beim Steroidmissbrauch erwischt. Dies wirft die Frage auf, warum all diese UFC Kämpfer positiv auf Steroide getestet wurden, während die größte Cage Fight Organisation, Pride Fighting, diese Probleme nicht hat.

Die Antwort ist einfach: Die in Japan beheimatete Pride Fighting Organisation testet nicht auf Steroide. Athleten werden zwar darauf hin untersucht, ob sie illegale Stimulanzien verwenden, doch das ist dann auch schon alles. Aufgrund dieser fehlenden Steroidtests bei den wichtigsten Wettkämpfen fragen sich viele, wie weit der Steroidkonsum in diesem Sport verbreitet ist.

Im Endeffekt bleiben diese Kämpfer weitestgehend unkontrolliert bzgl. der Einnahme irgendwelcher Substanzen und ihnen steht somit beim Steroidkonsum nichts im Wege. Selbst UFC Kämpfer wie Josh Barnett sind zur Pride Fighting Organisation übergewechselt, da sie hier nicht durch strenge Dopingregeln wie beim UFC eingeschränkt werden.

Wird Pride Fighting in der Zukunft analog zu anderen Verbänden strengere Dopingregeln einführen oder werden sie ihre doch recht laschen Regeln beibehalten? Im Sinne der Kämpfer ist zu hoffen, dass es Pride Fighting möglich sein wird auch weiterhin auf Steroidtests zu verzichten. Ich würde sogar so weit gehen mir zu wünschen, dass UFC und andere Cage Fight Organisationen ihre Regeln bzgl. Steroiden etwas lockern würden.

Der Grund hierfür ist simpel. Um dem üblichen Trend von „größer, schneller, stärker“ folgen zu können, der im Sinne der besten Unterhaltung der die Fans notwendig ist, benötigen Cage Fighter und andere Mixed Martial Arts Kämpfer Steroide mehr denn je, um nach harten Wettkämpfen die Regeneration und die Heilung zu beschleunigen. Steroide können die körperliche Kraft der Athleten steigern und ihnen helfen in einer Sportart zu überleben, in der Knochenbrüche, Muskelzerrungen bzw. Risse und andere ernste Verletzungen auf der Tagesordnung stehen.

Unglücklicherweise scheint sich jedoch die Sportart der Mixed Martial Arts in dieselbe Richtung zu bewegen wie viele der traditionellen Sportarten wie Baseball, Basketball und Football. Die strenge Vorgehensweise von UFG gegen den Steroidekonsum ist nur die Spitze des Eisberges und die allgemeine strenge Vorgehensweise gegen Steroidkonsum in Japan wird vielleicht eines Tages dazu führen, dass auch Pride Fighting Steroidtests einführen wird. Es könnte sogar so weit kommen, dass alle MMA Kämpfer vor jedem Kampf getestet werden. Bei einer so aggressiven und brutalen Sportart wie Mixed Martial Arts ist das nicht unbedingt vorteilhaft.