Testosteron, die Umwelt und Dein Lebensstil.

Nachdem es letzte Woche eine Einführung in die Physiologie und Endokrinologie gab, dachte ich, Du könntest eine Pause vertragen, damit sich die überhitzte graue Masse abkühlen kann. Diese ganze Wissenschaft ist schon heftig.

Ich hoffe, dass Du nach der einwöchigen Pause, für das dieswöchige Thema bereit bist.

Diese Woche erforschen wir Faktoren, die das T beeinflussen, und wir werden sehen, wie Du Deine eigenen T-Spiegel beeinflussen kannst.

Ein testosteronreicher Sommer

Der Sommer ist so gut wie vorüber und er enthielt nicht nur viel zusätzliches Tageslicht und Urlaub, sondern es schwirrte auch viel zusätzliches Testosteron durch die Gegend.

Auch wenn das nur meine persönliche Beobachtung sein mag, aber es scheint als ob sich Männer und Frauen im Sommer häufiger treffen möchten, um - wie mein musikalischer Held der 10ten Klasse, Tone Loc, sagen würde - "wilde Dinge zu tun".
Hast Du Dich jemals gefragt wieso?

Natürlich kann es etwas mit der Tatsache zu tun haben, dass weniger Stoff und mehr gebräunte Haut zu sehen ist. Es könnte aber auch noch etwas anders sein.

Es gab eine Studie, bei der die Effekte der Jahreszeit auf die Gesamttestosteronspiegel untersucht wurden. Männer mit durchschnittlichen T-Spiegeln von 666ng/dl (Normbereich: 300-1000ng/dl) wurden hierzu während den Monaten April, Juli, Oktober, Januar und wieder April untersucht (21).

Es scheint, als ob sich die T-Spiegel im Juli um ungefähr 12% und im Oktober um ungefähr 15% erhöhen, um dann im Winter wieder auf die Spiegel vom April abzufallen.

Vergiss also nicht, dass der Sommer und frühe Herbst die ideale Zeit für eine Wachstumsphase ist, weil dort die T Spiegel am höchsten sind. Zusätzlich könnte der Winter eine gute Zeit sein, um Zyklen mit Prohormonen oder anderen Testosteron-Boostern anzuwenden, um so zu versuchen, die T-Spiegel auf Sommerwerte zu bringen.

Eine Randbemerkung: Niemand weiß, wieso die T-Spiegel auf diese Weise schwanken, aber die Forscher spekulieren, dass die T-Spiegel von Hell-Dunkel-Zyklen reguliert werden könnten. Falls dies stimmt, könnte man seine T-Spiegel in den Wintermonaten vielleicht dadurch hoch halten, dass man sich zusätzlicher Sonne aussetzt. Wer weiß, vielleicht könnte leichte Bräunung im Winter sogar dabei helfen, die T-Spiegel hoch zu halten, aber das ist reine Spekulation. Versuch es einfach. Steigen die Spiegel nicht an, hast Du wenigstens eine nette Bräune.

Training mit einem großen T

Die Tatsache, dass akutes Training die T-Spiegel erhöht, ist absolut nichts Neues. Es wurde an Männern gezeigt, dass die T-Spiegel sowohl während des Trainings, als auch ungefähr 15 Minuten danach, ansteigen - allerdings führt nicht jedes Training zu erhöhten T-Spiegeln.
Bestimmte Belastungen und Intensitäten führen überhaupt nicht zu einem Anstieg. Training an einer bestimmte Schwelle, führt zu Anstiegen des T, die proportional zu der Menge der am Training beteiligten Muskelmasse, der Menge der Gesamtarbeit (Sätze x Wiederholungen) und der Intensität sind.

Bezüglich des Trainings wurde ein powerliftingorientiertes Training, bestehend aus drei Sätzen mit jeweils fünf Wiederholungen und drei Minuten Pause zwischen den Sätzen, mit einem Bodybuilding-Training verglichen, welches aus drei Sätzen mit jeweils 10 Wiederholungen und einer Minute Pause zwischen den Sätzen bestand. Es scheint, als seien die Gesamttestosteronspiegel nach dem Training für 15 Minuten erhöht gewesen und hierbei war das Bodybuilding-Training (67% Erhöhung) dem Powerlifting-Training (32% Erhöhung) überlegen (14).

Wie sieht es mit anderen Aktivitäten, wie beispielsweise Laufen, aus? Eine Studie verglich professionelle Langstreckenläufer mit inaktiven Männern. Es wurde festgestellt, dass die inaktiven Männer, im Ruhezustand, 54% mehr Gesamt- und freies Testosteron in ihrem Blut hatten als die Läufer. Es scheint, als hätten die meisten Athleten, die mit Volumen trainieren, geringere Testosteronspiegel. Die Volumengrenze scheint in etwa bei acht Stunden Training pro Woche zu liegen. Bei dieser Studie wurde gezeigt, dass die Läufer, nach dem Laufen, starke Anstiege des freien Testosterons aufwiesen. Hier ist eine Tabelle mit den Ergebnissen. preview

Laut diesen Ergebnissen, scheint intensives Laufen (80% der max. HF), einen Anstieg des freien Testosterons zu bewirken, der dem des Krafttrainings ähnlich ist. (6) Wenn die Erhöhung des Testosterons Dein Ziel ist, so würde ich dennoch nicht unbedingt intensives, langanhaltendes Laufen empfehlen. Dies gilt auch für anderes hochvolumiges Training (mehr als acht Stunden pro Woche). Würde man das machen, so wird es vermutlich dazu führen, dass durch die geringeren Ruhewerte, jeder durch eine einzige Trainingseinheit verursachte Anstieg des Testosterons vernichtet wird. Falls Du dennoch auf Volumentraining bestehst, so könnte die Supplementierung mit freiverkäuflichen Androgenen dabei helfen, Deine Testosteronspiegel, während intensiven Trainingsperioden, zu normalisieren.

Leider ist es so, dass obwohl die Testosteronspiegel direkt nach einem Training ansteigen, diese Werte anschließend einen Sturzflug durchlaufen und für 1-3 Tage auf subnormale Spiegel abfallen.

Dies bedeutet, dass obwohl Dein Kniebeuge-Tag Deine Testosteronspiegel für eine Weile erhöht, diese Spiegel aber schnell wieder absinken und im Endeffekt geringer sind als am Anfang. Sie könnten sogar 1-2 Tage unten bleiben, bevor sie wieder zum Normalzustand zurückkehren.

Ich empfehle deshalb, das Training sein zu lassen. Ok, das nicht, aber ich dachte es weckt Dich auf.

Eine bessere Lösung wäre es, Ruhetage zwischen intensiven Trainingseinheiten einzubauen, weil diese es dem Testosteron erlauben, wieder auf den Normalwert anzusteigen, bevor man ein weiteres intensives Training durchzieht. Natürlich könntest Du Dich immer auf freiverkäufliche Androgene verlassen, aber da intensive Trainingseinheiten stets diesen Effekt bewirken und du nicht das ganze Jahr über Androgene anwenden willst, könnte die Abänderung des Trainingsplans die beste Option sein.

Stimmung, Sex und T

Die meisten Leute glauben, Stress und Depressionen seinen rein psychologische Phänomene, die nur wenig Einfluß auf den Körper haben. Falsch! Stimmungszustände und Streß haben einen großen physiologischen Einfluß, besonders auf das endokrine System.

Schlechte Stimmung? Streß und Depression tendiert dazu, die Freisetzung des corticotropin-releasing hormone (CRH), aus unserem Freund – dem Hypothalamus - zu bewirken. Dieses Hormon bewirkt letztendlich eine verstärkte Freisetzung von Cortisol, ein schmutzig kataboles Nebennierenhormon, welches unsere mühsam erarbeitete Muskulatur auffrisst.

Sind CRH und Cortisol aufgrund von physischem und psychischem Stress erhöht (z.B. Depression, Angst, Verletzung, Fieber, Krankheit, etc.), so führt dies zu geringeren Testosteronspiegeln. (25) Um die Wichtigkeit dessen hervorzuheben, muss erwähnt werden, dass das Verhältnis von Testosteron : Cortison ein Marker für Katabolismus und Übertraining ist. Je höher der Wert, desto mehr Anabolismus. Je geringer…das brauchen wir wohl nicht extra besprechen.

Es wurden viele Studien durchgeführt, um die Beziehung zwischen Stress, Stimmung, Cortisol und Testosteron zu untersuchen. Studien am Mensch und Tier zeigen, dass akuter und chronischer Stress die Testosteronspiegel vermindert.

Hier sind die Beweise:
  • Patienten, die wegen Depressionen stationär behandelt werden, haben in der Regel höhere Cortisolspiegel und 40% geringere Testosteronspiegel als Personen ohne Depression.(19)
  • Personen, die unter chronischen Kopfschmerzen leiden, haben 50% geringere Testosteronspiegel als Kontrollpersonen.(7)
  • Bei männlichen Ausdauersportlern reduziert sich das Testosteron nach dem Training um 17%, wenn das Cortisol ansteigt.(13)
  • Affen, die für 30 Minuten gezwungen werden sitzen zu bleiben, zeigen erhöhte Cortisolspiegel und reduzierte Testosteronspiegel.(22)
  • Polizisten, denen mit einer Kündigung gedroht wurde, hatten geringere Testosteronspiegel und höhere Cortisolspiegel, verglichen mit der Zeit danach, als der Stress im Beruf vergangen war.(11)
  • Entspann Dich also und sieh die Dinge locker. Das Leben kann manchmal ganz schön hart sein, aber je weniger Stress, Depression und Angst Du erfährst, desto geringer wird Dein Cortisolspiegel bleiben, wodurch Du mehr Muskulatur erhalten kannst, und hohe Testosteronspiegel haben wirst.(18)
Dennoch, während stressigen Zeiten in Deinem Leben, sollte Deine Trainingsintensität gemäßigt werden. Plane keinen Wachstumszyklus, wenn Du weisst, dass Deine mentalen und emotionalen Umstände keine idealen Zugewinne zulassen. Falls Du trotz persönlicher Krisen hart trainieren möchtest, könnten Testo-Booster die Lösung sein. Aber genug der schlechten Stimmung.

Wie sieht es aus, wenn Du Dich gut fühlst? Ich weiß ja nicht wie es bei Dir ist, aber wenn mein Lieblings-Hockey-Team die Rivalen niedermacht, dann fühle ich mich recht gut. Ich fühle mich sogar besser als nur recht gut. Ich fühle mich so gut, dass ich die anderen am liebsten verspotten würde. Warum? Vielleicht kann Sieg, sowohl persönlich erzielt als auch mitempfunden, das Testosteron erhöhen.

Hier nun die Beweise:
  • Zuschauer eines Basketball-oder Fussballspiels, deren Lieblingsmannschaft gewann, hatten höhere Testosteronspiegel, wohingegen diejenigen, die die Verlierermannschaft anfeuerten, niedrigere Gesamttestosteronspiegel hatten (1)
  • Männliche College-Studenten, die bei einer auf Zufall basierenden Aufgabe $5 gewannen, hatten erhöhte Gesamttestosteronspiegel, wohingegen diejenigen, die $5 verloren, verringerte Spiegel aufwiesen.(16)
  • College Wettbewerbs-Tennisspieler haben höhere Testosteronspiegel nach einem Spiel, wenn sie gewinnen - die Verlierer hingegen nicht.(2)
Wie sieht die Sache aus, wenn Du geil bist? Verkehr, Masturbation und das Ansehen von erotischen Stimuli, kann zu erhöhten Testosteronspiegeln führen. Eigentlich korreliert LH besser mit sexueller Erregung als das für Testosteron der Fall ist, aber den während der Erregung auftretenden LH-Schüben folgt das Testosteron nach.(17)

Schau Dir die folgenden Untersuchungsergebnisse an. Ich werd Dir aber ermöglichen, selbst ein Fazit daraus zu ziehen.
  • Über mehrere Wochen hinweg gemessen, stiegen die Testosteronspiegel bei Männern während 11 Nächten an, in denen die Männer Sex hatten, während 11 Nächten ohne Sex, sanken die Testosteronspiegel ab.(5)
  • Bei sexueller Erregung, die durch das Ansehen von Erotikfilmen induziert wird, werden Anstiege des LH beobachtet.
  • Bei sexueller Aktivität (inkl. Masturbation) findet man Anstiege des LH und Testosteron.
Und schlußendlich: wie sieht es mit den geilen Ratten aus? Diese Studie wird aber schreckliche Auswirkungen haben, wenn sie den Frauen präsentiert wird. Überleg es Dir also gut!
  • Ratten schütten LH und Testosteron aus, wenn sie mit einem Weibchen in Kontakt kommen, das sexuell “zugeneigt“ ist. In einer bestimmten Studie wurden die Ratten konditioniert (Pavlov), indem das sexuell empfängliche Weibchen gemeinsam mit einem starken Geruch präsentiert wurde.(9) Später war bereits der Geruch ausreichend, um ähnliche LH- und Testosteron-Anstiege zu bewirken, wie das die sexy Ratten tat.

Testosteron und Medikamente

Als ehemaliger bereitwilliger Teilnehmer der Subkultur Bodybuilding, weiß ich sehr gut, wie Bodybuilder denken, und ich kenne auch die Merkwürdigkeiten dieser Lebensweise.

Über die Jahre hinweg stellte ich fest, dass Bodybuilder wirklich gerne Pillen einnehmen. Ganz egal, ob verschreibungspflichtige Medikamente, freiverkäufliche Medikamente, Supplemente, oder Fred, Barney und Wilma in zuckeriger Vitaminform, Bodybuilder nehmen es händeweise zu sich, um dadurch den Muskel-Göttern zu huldigen. Ich werde an dieser Stelle als Erster zugeben, dass ich damals auf Betty Rubble stand.

Obwohl diese Flintstones-Vitamine wahrscheinlich das Testosteron nicht beeinflussen, tun dies viele Modedrogen (Partydrogen), Verschreibungspflichtige und freiverkäufliche Medikamente.

Fangen wir mit unserem Liebling an, dem Alkohol. Meiner Meinung nach ist Alkohol der beste Testosteron-Unterdrücker auf unserer Erde. Man braucht auch kein biochemisches Experiment, um das festzustellen. Als Beweis kannst Du Dir einfach den Körperbau eines Alkoholikers ansehen. Und es sind nicht nur chronische Alkoholiker, die an geringeren Testosteronspiegeln leiden, weil sie am Glas nippen. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass selbst eine Nacht mit Alkohol die Testosteronspiegel absinken lassen kann.

Bei einer bestimmten Studie konsumierten Männer das Äquivalent von 200ml Alkohol, die einem 176lb schweren Mann verabreicht wurden. Während sie betrunken waren, sanken die Testosteronspiegel um 25% ab. Zusätzlich korrelierte der Zeitverlauf der Testosteronreduktion exakt mit dem Blutalkoholspiegel, d.h. beim höchsten Blutalkoholspiegel waren die Testosteronspiegel am geringsten.(17) Selbst bei geringeren Dosierungen blieben die Testosteronspiegel für 10-16 Stunden unterdrückt, selbst nachdem der Blutalkoholspiegel wieder zum Normalzustand zurückkehrte.(23,24)

Noch eine Randbemerkung an dieser Stelle: Ich werde oftmals von Männern gefragt, wieso sie während trinkens so erregt sind. Nun, meine lieben Herren, zusätzlich zur Verminderung der Hemmschwelle kämpft der Körper auch um eine Erhaltung der Testosteron-Homöostase. In Folge dessen werden große Mengen LH freigesetzt, um das Testosteron wieder auf normale Pegel zu bringen. Wie bereits vorher erwähnt, korreliert LH stärker mit Erregung als Testosteron, weswegen ihr geil werdet, ihr Tiere. Das Problem jedoch ist, dass die starke LH-Sekretion das Testosteron nur uneffektiv erhöhen kann, während man betrunken ist. Es ist nämlich so, dass Alkohol die Testosteronproduktion in den Leydig-Zellen verhindert, nicht auf Ebene der Hypophyse. Deine Erregung steigt also an, aber das Testo bleibt unten. Du trinkst überhaupt nicht? Hier noch eine Liste anderer Drogen, die das Testo auf die eine oder andere Weise reduzierten. (3,4,25)
  • Aspirin
  • Marihuana
  • Codein
  • Opioide: Morphin, Methadon und Heroin
Dir wird aufgefallen sein, dass einige dieser Drogen (Medikamente) bei Schmerzen verwendet werden. Sie wirken im zentralen Nervensystem und bewirken Analgesie, eine Wirkung, die von Jungs erwünscht wird, die ihre Muskeln Tag für Tag im Studio zerstören. Bevor Du Dich jetzt mit Schmerzmitteln auflädst, solltest Du beachten, dass eine bestimmte Gruppe von Forschern die Verringerung von Testosteron im Blut als Assay nutzt, um die Effektivität von Narkotika zu untersuchen. (3)
Dies bedeutet: je besser ein Medikament Analgesie vermittelt, desto stärker verringert es die Testosteronspiegel. Es wird angenommen, dass diese Medikamente an der Hypophyse wirken, die LH-Sekretion blockieren und dadurch letztendlich auch die Testosteronproduktion.(25)

Zwei weitere Medikamente würde ich gerne erwähnen: Nolvadex und Schilddrüsenhormone. Einige Autoren haben spekuliert, dass beide Medikamente den Testosteronspiegel erhöhen können. Ich bin davon nicht überzeugt. Bei Männern, die stark hyperthyroid sind, kann die Medikation die Testosteronspiegel erhöhen.(10) Die verwendeten Dosierungen sind allerdings sehr hoch. Falls Du blöd genug bist, zu versuchen, Dein Gesamttestosteron durch solch hohe Dosierungen von Schilddrüsenhormonen zu erhöhen, so werden die katabolen Effekte alle anabolen Effekt des erhöhten Testosterons zunichte machen.

Sowohl Nolvadex, als auch Schilddrüsenhormone, erhöhen SHBG. (10) Das Ziel von erhöhtem Testosteron ist es jedoch, die Menge des bioverfügbaren Testosterons zu erhöhen, nicht die Menge des Gesamttestosterons. Wenn SHBG in gleichem Maße ansteigt wie das Gesamttestosteron, so bleibt das bioverfügbare Testosteron gleich, oder sinkt im schlimmsten Fall sogar ab. Du darfst das hier aber nicht falsch verstehen. Die Optimierung der Schilddrüsenfunktion durch Supplemente hat andere Auswirkungen als die Einnahme von Schilddrüsen-Medikamenten. In jedem Falle sollte Dir dieses Vorgehen dabei helfen, Fett abzubauen. Ich glaube aber nicht, dass sich die Testosteronspiegel auch nur ein kleines bisschen erhöhen werden.

Zusammenfassung: Um maximales Testosteron zu sichern, sei vorsichtig im Umgang mit Alkohol, Marihuana und Schmerzmitteln. Falls ihr Eure Kumpels mit Alkohol überfallen wollt, dann sind ein paar Kurze mit –diol vermutlich der beste Jäger.

Falls Schmerzmittel in Deinem Medikamentenschrank ein eigenes Fach haben, so können Deine Hoden von LH-Boostern, wie Tribulus, profitieren.


Testosteron und Ernährung

Die Auswirkungen der Ernährung auf das Testosteron sind unklar, weil die Wissenschaft sich für gewöhnlich selbst widerspricht, wenn es um den Einfluss von Protein, Kohlenhydrat und Fett auf die Testosteronspiegel geht. Durch meine Literaturrecherche, bin ich mir bei einer Sache sicher. Eine Ernährungsweise, die aus mehr Protein, Cholesterol und gesättigten Fetten besteht (ebenfalls zählt der Gesamtfettanteil), hält für gewöhnlich höhere Testosteronspiegel aufrecht. Ich weiß, diese Empfehlungen widersprechen dem, was als "gesund" betrachtet wird, aber ich berichte nur das, was ich weiß.

Eine bestimmte Studie zeigte, dass eine Reduktion des Nahrungsfetts von 40 auf 20%, bei gleichzeitiger Reduktion der gesättigten Fette und Erhöhung der mehrfach-ungesättigten Fette, zu einer 18%-igen Verringerung des Gesamttestosterons und 15%-igen Verringerung des freien Testosteron führen. Nachdem wieder zur normalen Ernährung übergegangen wurde, pendelten sich die Testosteronwerte auf ihr Ausgangsniveau ein. (12) Ein Problem mit dieser Studie, ist, dass die Probanden bei der Low-Fat Ernährungsweise ungefähr 500 Kcal weniger zu sich nahmen, es ist also schwierig zu unterscheiden, ob die Kalorienrestriktion oder die Fettreduktion das Testosteron verringerten. Aus diesen und anderen Studien geht dennoch klar hervor, dass man ausreichende Mengen Fett und Cholesterin zu sich nehmen muss, um den Testosteronspiegel aufrecht zu erhalten.

Natürlich würde ich nicht empfehlen, große Mengen gesättigte Fette und Cholesterin zu sich zu nehmen, aber zur Maximierung der Testosteronspiegel während einer Wachstumsphase, empfehle ich eine Ernährungsweise, die zu 30% aus gesättigten und ungesättigten Fettsäuren, sowie Cholesterin besteht.

Ich kann jetzt schon die Ernährungsberater/Wissenschaftler hören, wie sie etwas von Herzerkrankungen, etc. erzählen, aber wenn Du hart trainierst, so wird der kardioprotektive Effekt des Trainings alle negativen Auswirkungen überwiegen, die mit mäßigen Mengen gesättigten Fetten und Cholesterin in Deiner Ernährung einhergehen.

Bezüglich der Proteinaufnahme gibt es wissenschaftliche Studien, die eine Korrelation zwischen höherem Proteinkonsum und höheren Testosteronspiegeln andeuten.(15) Ich glaube jedoch, dass dies dadurch begründet ist, dass diejenigen Personen, die viel Protein zu sich nehmen, auch mehr tierische Produkte zu sich nehmen, die reich an Fett und Cholesterin sind.

Da höhere Testosteronspiegel das Ziel sind, ist starke Nahrungsmittelrestriktion oder Unterernährung keine gute Idee. Eine negative Energiebilanz (z.B. vor einem Wettkampf) geht mit stark verringerten Testosteronspiegeln einher.

Bei einer echten Testosteron-Studie, wurde Army Rangern pro Tag nur 1000-2000 Kcal verabreicht, während sie ihr sommerliches Training in Bereichen wie dem Wald, der Wüste, den Bergen und Sumpfland absolvierten, und das obwohl ihre Körper ungefähr 5000 kcal benötigten (das hört sich an wie die Diät, mit der ich mich auf Wettbewerbe vorbereitete).

Als Resultat auf dieses extreme Training und die Unterernährung, wiesen diese Soldaten Testosteronspiegel auf, die sich, laut den Autoren, “den Testosteronspiegeln von Kastraten“ annäherten.(8) Zusätzlich stieg das SHBG an. Wir sprechen hier über um 350% reduzierte Testosteronspiegel und einen gleichzeitigen Anstieg des SHGB um 67%.

Glücklicherweise kehrten diese Werte innerhalb der nächsten sieben Tage - in welchen viel Nahrung zugeführt wurde - wieder auf Normalniveau zurück.
Identische Ergebnisse wurden auch gesehen, nachdem 48 Stunden gefastet wurde: das Testosteron sank ab.

Dies ist eine beängstigende Veranschaulichung des endokrinen Zusammenbruchs, der auftreten kann, wenn Bodybuilder während einer Vorbereitungszeit ein hohes Kaloriendefizit verwenden. Das ist umso mehr ein Grund dafür, die Kalorienzufuhr während einer Diät abzustufen und zu schwanken, und gleichzeitig zu versuchen, die Testosteronproduktion durch Supplemente anzuregen. Dadurch verhinderst Du, das endokrine Profil eines kastrierten Mannes aufzuweisen.


Lang lebe das Testosteron

Obwohl die Testosteronspiegel während eines Tages, einer Woche und eines Jahres schwanken, gibt es vorhersagbare Zeiten, während denen die Testosteronspiegel hoch sind (Sommer, Gewinnsträhnen, Perioden mit höherer Fettzufuhr, oder wenn Du Sex hast).

Ebenso wird es Zeiten geben, in denen der Testosteronspiegel gering ist (Winter, Verlieren, Stress und Depression, Medikamente und Alkohol, oder sexfreie Perioden).

Während diesen Perioden, können wir unsere Training auf unsere hormonelle Veränderungen abstimmen, oder wir verwenden aggressive Supplement- und Ernährungsstrategien, um unser Testosteron zu steigern. Das Wissen um die Beeinflussung des Testosterons, durch jeden dieser Faktoren, kann dabei helfen, Deine Supplementstrategien zu planen. Mach das Beste aus Deinem Testosteron!

Infolge des plötzlichen Anstiegs der Popularität des Testosterons, wird den uralten Fragen und Aussagen, "Wieviel drückst Du auf der Bank" und "Zeig mal Deine Muskeln", vielleicht noch eine weitere hinzugefügt werden. Vielleicht werden Muskelprotze in der nahen Zukunft ihre Männlichkeit mit einem anderen Maß messen, und sich gegenseitig fragen “Wie hoch ist Dein freies und Gesamttestosteron?“

Quellen:

  1. Bernhardt, PC et al., Physiol Behav 65 (1): 59-62, 1998.
  2. Booth, A et al., Horm Behav 23 (40): 556-571, 1989.
  3. Cicero, TJ. J Pharm Exp Thera 202 (3): 670-675, 1977.
  4. Conte, D et al., Am J Physiol (Endocrinol Metab, 40) 277: E1032-E1037, 1999.
  5. Dabbs, JM et al., Physiol Behav 52 (1): 195-197, 1992.
  6. Duclos, M et al., Eur J Appl Physiol 73 (5): 427-433, 1996.
  7. Facchinetti, F et al., Cephalalgia 6 (1): 29-34, 1986.
  8. Friedl, KE et al., J Appl Physiol 88: 1820-1830, 2000.
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  10. Greenspan, FS et al., Basic and Clinical Endocrinology. Appleton and Lange, 1997.
  11. Grossi, G et al., Integr Physiol Behav Sci 34 (1): 30-42, 1999.
  12. Hamalainen, E et al., J Steroid Biochem 20 (1): 459-464, 1984.
  13. Hoogeveen, AR et al., Int J Sports Med 17 (6): 423-428, 1996.
  14. Kraemer, WJ et al., Int J Sports Med 12 (2): 228-235, 1991.
  15. Longscope, C et al., J Clin Endocrinol Met 85 (1): 293-296, 2000.
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  17. Mendelson, JH et al., J Pharmacol Exp Ther 202 (3): 676-682, 1977.
  18. Rosmond, R et al., J Endocrinol Invest 22 (4): 279-278, 1999.
  19. Schweiger, U et al., Psychosom Med 61 (3): 292-296, 1999.
  20. Singer, F et al., Steroids 57 (2): 86-89, 1992
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  22. Torii, R et al., Jikken Dobutsu 42 (1): 67-73, 1993.
  23. Valemaki, M et al., Alcohol Clin Exp 14: 928-931, 1990.
  24. Valemaki, M et al, Alcoholism 1: 89-93, 1984.
  25. Vermeulen A, Environmental Health Perspectives Supplements 101 (supplement 2): 91-100, 1998.