Ein Artikel von Mesomorphosis.com
von "Cinco de Mayo"

Während das Geschäft für unsere kleine Organisation boomte, heizte sich die Situation am Ende des Jahres 1998 etwas auf. Einige unserer Mitbewerber flogen auf und es gab ernsthafte Spekulationen, dass wir ihnen irgendwie eine Falle gestellt hätten, um in ihrem Revier wildern zu können. Ganz offensichtlich war das völlig falsch. Auch wenn es wahr ist, dass wir ständig versuchten unser Geschäft zu erweitern, besteht der beste Weg um dies zu erreichen darin, einen besseren Service und einen besseren Wert als die Konkurrenz bieten. Den Behörden Informationen darüber zukommen zu lassen, was ein Konkurrent macht, wäre recht kurzsichtig und außerdem ziemlich schäbig. Dies würde einen Krieg auslösen. Es würde die Konkurrenz gegen einen aufbringen und sie dazu veranlassen, "den Gefallen zu erwidern." Zu erkennen, dass die Mehrzahl der Leute, die mit Stoff handelten, funktionell behindert sind und unter dem geringsten Druck zusammenbrechen, war wahrscheinlich etwas, auf das die Strafverfolgungsbehörden zählten und das sie erwarteten. Pflanze den Samen der Zwietracht und beobachte, wie er wächst. Lasse sie sich gegenseitig verpfeifen und mach der Polizei das Leben leichter. Das ist genau das, was geschah.

Wenn man zu unserer Gruppe gehörte, dann verpflichtete man sich dazu nach den Regeln zu spielen. Dies bedeutete in erster Linie, dass man sich unter allen Umständen bedeckt hält und den Mund hält. Wenn man eine große Klappe hat, dann besteht die Chance, dass man irgendwann am Grund eines Flusses mit Zementblöcken an den Füßen darüber nachdenken kann. Vier unserer "Verkaufsrepräsentanten" und ein "Manager" wurden zwei Tage vor Weihnachten im Jahr 1998 hochgenommen. Folgendes war geschehen: Im September desselben Jahres war ein kleiner Fisch, der nicht mit uns in Verbindung stand, in Nord Florida aufgeflogen. Hierüber drang zunächst nichts an die Öffentlichkeit. Dieser Typ wusste von uns, hatte jedoch nichts außer ein paar Namen. Offensichtlich versuchte er uns da mit hinein zu ziehe, was zunächst nicht funktionierte. Dies brachte uns jedoch auf die Liste der Strafverfolgungsbehörden und jedes Mal, wenn die Polizei jemanden hochnahm, nannten sie die Namen der fünf Personen, die mit uns in Nord Florida in geschäftlicher Verbindung standen. Diese Taktik zahlte sich aus, als die Polizei zwei unabhängige Dealer in Gainesville festnahm, die mit Stoff und GHB handelten. Die Polizisten logen diese Typen an und sagten ihnen, dass unsere Jungs sie verraten hätten. Diese Idioten fingen darauf hin an auszupacken und gaben den Behörden eine Menge Informationen. Informationen über das "Wie", das "Wo" und das "Wann", was unsere Florida Jungs betraf. Die Polizei schaffte es darauf hin, mit zweien unserer Jungs ins Geschäft zu kommen. preview

Wir gehen die Dinge etwas anders an. Ein Deal bedeutet, dass zwei unserer Jungs beteiligt sind. Man bestellt bei einem, gibt ihm das Geld und der andere trifft sich irgendwo mit dem Käufer und übergibt ihm die Ware. Dies funktioniert für alle Beteiligten besser. Es erlaubt es uns, die Situation mit mehr Präzision zu kontrollieren. Das Problem besteht jedoch darin, dass bei jeder Verhaftung mehr als eine Person auffliegt. Zwei unserer Verkäufer wurden erfolgreich dazu gebracht, ein paar Ampullen Sustanon 250 von Nile im Voraus zu liefern. Die meisten seriösen Dealer liefern jemandem auf Wunsch zunächst ein paar Ampullen im Voraus, so dass der Käufer diese testen lassen kann. Niemand möchte 500 oder 1000 Ampullen kaufen um dann herauszufinden, dass sie alle gefälscht sind. Unsere Verkäufer lieferten zwei Leuten in zwei unterschiedlichen Fitnessstudios ein paar Ampullen. Beide Käufer schienen sehr nervös und besorgt zu sein. Unsere Jungs verwechselten dies mit "Vorsicht" anstatt zu erkennen, dass das nach Polizei roch. Etwa eine Woche später sagten beide Käufer, dass sie einen echten Deal machen wollten – einer sagte, dass er 400 Ampullen für 9 Dollar pro Stück wollte und der andere sagte, dass er 600 Ampullen für 8 Dollar pro Stück wollte. Kein Problem – wir planten für jeden von ihnen eine Geldübergabe und eine Übergabe der Lieferung. Das Ganze lief folgendermaßen ab.

Im ersten Fall traf unser Verkäufer seinen "Käufer" im Fitnessstudio. Der Käufer gab unserem Mann 3.600 Dollar in Cash und unser Mann machte einen Telefonanruf und sagte dem Käufer, dass er seine Ware auf dem Parkplatz von Dominos Pizzeria die Straße herunter bekommen würde. Unser Lieferant würde ihn dort treffen und bereits wissen, welches Auto der Käufer fährt. Dann gingen sie getrennte Wege. Natürlich wurde unser Mann von vier Undercover Polizisten nach Hause verfolgt und vier andere Polizisten folgten dem Käufer zu Pizzeria. Sobald der Käufer die Ware in den Händen hielt, wurde der Lieferant verhaftet und ein schneller Anruf stellte sicher, dass auch der andere Verkäufer zuhause verhaftet wurde. Nett, nicht wahr?

Der zweite Vorfall, der sich am selben Tag in etwas 30 Meilen Entfernung ereignete, verlief anders. Der "Käufer" traf unseren Mann in einem Restaurant in einer großen Mall. Das Geld wurde so ähnlich wie im Quentin Tarantino Film "Jackie Brown" übergeben. Dieses Mal war unser zweiter Mann jedoch bereits mit seinem "Manager" in der Mall und beobachtet das Ganze von einem sicheren Ort aus – so dachten sie zumindest. Der Plan bestand darin, eine Reisetasche mit dem Stoff in einer Umkleidekabine eines Warenhauses zu deponieren, zu beobachten, wie der "Käufer" den Stoff abholt und sich dann zu trennen. Dies lief nicht ganz so wie geplant ab.

Der Käufer übergab eine Tasche mit knapp 5 Riesen an unseren Mann. Unser Mann ging ans Telefon, und rieft den zweiten Mann, der seinen Manger und den Stoff dabei hatte, an. Diese zwei Lieferanten waren nur etwa 30 Meter von der Geldübergabe entfernt. Dasselbe galt jedoch auch für 6 Polizisten. Einige von ihnen standen direkt hinter den Lieferanten und konnten das Telefongespräch mithörten. Unsere Lieferanten wurden festgenommen, bevor sie das Gespräch beenden konnten. Unser Mann mit dem Geld hörte den Tumult am anderen Ende der Leitung mit, bekam es mit der Angst zu tun und ergriff die Flucht. Er schaffte es in der Tat den Polizisten zu entkommen und die Mall zu verlassen. Sofort danach rief er uns hier in Louisiana über sein Handy an, um uns zu warnen und nach Rat zu fragen. Die Polizisten hatten seinen Namen und seine Telefonnummer und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis man ihn verhaften würde. Der Typ flippte total aus. Er wollte nicht ins Gefängnis und wusste, dass er keine Chance hatte zu entkommen. Er raste in seiner Paranoia jeden Moment verhaftet zu werden mit etwa 160 Sachen in seinem Honda Del Sol die Interstate 95 herunter, ohne darüber nachzudenken, dass ihm die Raserei nicht helfen würde. Er schrie in sein Handy, dass wir ihm besser helfen sollten, denn wenn er geschnappt werden sollte, würde er singen wie ein Kanarienvogel. Das war natürlich nicht das, was wir hören wollten. "Q", unser wissenschaftliches Genie, führte darauf hin eine Dreipunktpeilung des Handysignals durch, um den Aufenthaltsort des Mannes zu lokalisieren und ließ ihn dann durch unseren Star Wars Lasersatteliten zu Rauch verdampfen. Okay, das war nicht das, was geschah. Was wirklich geschah war, dass der Typ so sehr ausflippte und uns über sein Handy anschrie, dass er nicht mehr richtig auf die Straße achtete und in einen Anhänger mit Zementröhren raste. Eine diese Röhren löste sich und krachte durch die Scheibe in seinen Honda. Es ist unnötig zu erwähnen, dass er nicht mehr lebend aus dem Auto heraus kam. Problem gelöst.

All die Leute, die verhaftet wurden (und noch lebten), schwiegen und schluckten ihre Gefängnisstrafe. Dies war ein Weckruf für uns. Wir mussten vorsichtiger sein. Vielleicht sollten wir uns mehr auf die Internetseite der Dinge konzentrieren. Es schien so, als ob die Strafverfolgungsbehörden wirklich versuchten uns Stoffer festzunageln. Das pisste mich wirklich an, denn wir störten eigentlich niemanden. Ich dachte an all die echten Rauschgifthändler, die Vergewaltiger und andere Scheißhaufen, die frei herumliefen und fragte mich, warum die Bullen gerade uns anpissen mussten. Das machte einfach keinen Sinn.

Danach blieb es über viele Monate ruhig. Wir waren vorsichtig und da alles so ruhig war, tat gerade ich etwas völlig behindertes. Ich bekam einem Telefonanruf, dass jemand eine größere Menge Theramex (Testosteron Heptylat aus Frankreich) suchte. Wir hatten dieses Zeug bis jetzt noch nicht geklont und meine beiden Chemiker sagten mir, dass es mindestens einen Monat dauern würde, bis wir überhaupt nur darüber nachdenken konnten. Der Käufer war ungeduldig und brauchte den Stoff früher und war darüber hinaus bereit mehr als den Marktwert zu zahlen, weshalb ich entschloss, das Zeug von einem Kontakt, den ich in Frankreich hatte, zu importieren. Das war wirklich, wirklich dumm von mir. Ich hätte diese Bestellung auf mehrere kleinere Bestellungen bei Quellen in Frankreich, Andorra und Tschechien aufteilen sollen. Doch dieser Typ, der das Theramex wollte, war hartnäckig und wollte alles sofort. Er war gewillt dafür zu zahlen und sprach davon, dass er tonnenweise Stoff für uns verkaufen könnte, wenn wir ihm nur sein Theramex schnellstmöglich besorgen würden. Anstatt die Situation als das zu sehen, was sie war – gefährlich und flatterhaft – sah ich nur die Geldscheine und Dollarzeichen. Darüber hinaus würde uns der Typ 50% in Cash im Voraus bezahlen, was absolut unüblich war. Ich rief also in Frankreich an und machte meine Bestellung.

Unser Kontakt in Frankreich war nicht unbedingt das hellste Licht im Hafen und er hatte mich bereits mit mehreren seiner Lieferungen ziemlich nervös gemacht. Dieser Typ arbeitete als Angestellter in einer kleinen Apotheke im Bereich von Burgund. Er hatte also Zugang und der Besitzer der Apotheke wusste vielleicht sogar von seinen Geschäften, war jedoch clever genug, sich davon zu distanzieren. Wie auch immer, wenn man diesem Typen nicht ganz genau sagte, wie man sein Zeug verschickt haben wollte, würde er es mit Sicherheit versauen. Und da sein Englisch nicht gerade flüssig war, ist es manchmal schwierig mit ihm zu kommunizieren. Einige dieser Pakete waren nicht doppelt verpackt oder vor einem Zerbrechen der Ampullen geschützt. Einmal schickte er mir 50 Theramex und nur 30 davon überlebten den Transport unbeschadet. Ich hätte es besser wissen sollen, doch ich stand unter Zeitdruck.

Ich rief den Typen also an und sagte ihm, dass ich mehrere hundert Ampullen Theramex brauchte, dass ich sie so schnell wie möglich brauchte und dass ich ihm, wenn er sich einverstanden erklärte, 50% des Geldes im Voraus überweisen würde und den Rest per Post schicken würde, wenn ich die Theramex erhalten hatte. Ich sagte ihm, dass er die Ampullen in Luftpolsterfolie wickeln sollte und diese kleinen Styroporerdnüsse ins Paket füllen sollte, um sicherzustellen, dass die Ampullen nicht zerbrachen. Ich bestellte sogar 20% mehr Ampullen, als ich brauchte, um sicherzugehen, falls einige den Transport nicht überleben sollten. Ich verbrachte mindestens 45 Minuten damit, diesem Idioten zu erklären, wie ich das Paket gepackt haben wollte und ging peinlich genau auf alle Details ein. Da er nicht besonders helle ist, schickte ich ihm sogar per Fax eine schematische Skizze, die zeigte, wie er die Ampullen verpacken sollte. Sollte man also denken, dass er es verstanden hatte? Keine verdammte Chance!!!

Das erste, was dieses Spatzenhirn tat, war echte Erdnüsse als Packmaterial zu verwende. Das nächste, was unser Schnecken fressender Freund tat, war, dass er anstelle von Paketklebeband oder Gewebefolie einfaches, dünnes Tesafilm Klebeband verwendete. Es war also schon im Voraus klar, dass das Paket beim Transport aufbrechen würde. Ich hatte in aufgefordert, das Paket doppelt zu verpacken, was bedeutete, dass er die Ampullen in eine Schachtel packen sollte, diese mit drei oder vier Schichten grünen Abfallsäcken umhüllen sollte und dies schließlich in das eigentliche Paket packen sollte. Dies hält diese neugierigen Typen, diebische Postmitarbeiter, davon ab in das Paket hineinzuschauen uns sich etwas herauszunehmen, falls die äußere Verpackung durch einen "dummen Zufall" beschädigt werden sollte. Nun, unser Brie-Boy versaute auch das. Er verwendete keine innere Schachtel und anstelle der grünen Müllsäcke verwendete er einfach große Zip-Lock Gefrierbeutel. Dieser Depp dachte, dass der einzige Sinn der Verpackung in Tüten darin bestand zu verhindern, dass Flüssigkeit ausläuft, falls eine Ampulle zerbricht.

Ich vermute, dass dann folgendes geschah: Eine der Ecken des Pakets wurde beschädigt, so dass die Erdnüsse herausrieselten. Dies erregte die Aufmerksamkeit der Leute von der Post, da sie Pakete mit verderblichen Lebensmitteln fast immer in Verwahrung nehmen. Das Paket wurde also aus dem Verkehr gezogen und geöffnet. Voila – Amp City! Da sich im Paket keine innere Box oder undurchsichtige, farbige Müllbeutel befanden, um den Inhalt zu verstecken, sahen die Postmitarbeiter einen Haufen Theramex und riefen die Bullen. Was danach geschah, habe ich bereits im ersten Artikel dieser Artikelserie beschrieben.

Das ist also meine Geschichte – wie ich von einem kleinen, dürren Niemand ohne Frauen und Geld zu einer großen Steroiddealer Legende wurde, auf die die Pussys nur so flogen. Ich betrachte mich als jemanden mit viel Glück, da diese Verhaftung, meine Verhaftung, wahrscheinlich von meinem Anwalt aufgrund einer fehlerhaften Ausführung durch die Polizeibeamten angefochten werden wird. Und selbst wenn das nicht funktioniert, erwartet mich aufgrund der Tatsache, dass ich nicht vorbestraft bin, wahrscheinlich nur eine empfindliche Geldstrafe oder eine kurze Gefängnisstrafe. Gut, ich bin dann vorbestraft, doch verdammt, ich habe 1.350.000 Dollar in Investmentfonds investiert, die nicht mit meinem Namen in Verbindung gebracht werden können. Ich habe immer noch eine fette Eigentumswohnung in Grand Cayman und einige coole Autos und Motorräder. Ich denke, dass es mir gut gehen wird. Ich werde mich zur Ruhe setzen. Und was Rocco anbetrifft, hat er die Hälfte von dem, was ich in diesen Artikeln beschrieben habe, bereits geändert. Und wenn man jemals nach Grand Cayman kommt und einen 1,90 Meter großen und 125 Kilo schweren Muskelprotz am Strand in der Sonne lieged einen Rum Punch trinken sieht, dann kann man gerne rüberkommen und Cinco hallo sagen.