Ein Artikel von Bodybuilding.com
von David

Warum tragen einige Frauen so viel Speck im Bereich der Hüfte mit sich herum, während sich andere über zu viel Speck an den Oberschenkeln beklagen? Und wie beeinflusst der Ort, an dem das überschüssige Fett sitzt, die Geschwindigkeit, mit der man dieses Fett verlieren kann? Es ist wichtig zu verstehen wie Körperfett gespeichert und abgebaut wird, um den Fettabbau im Bezug auf den eigenen Körpertyp richtig anzugehen.

Frauen speichern Fett am unterschiedlichen Stellen. Die exakte Position des überschüssigen Fetts ist aus zwei Gründen wichtig. Erstens kann diese Position das Gesundheitsrisiko, das von diesem überschüssigen Fett ausgeht, bestimmen und zweitens kann die Position entscheidend dafür sein, wie leicht man dieses Fett loswerden kann.

Wenn man viel Fett im Bereich der Taille mit sich herum trägt, dann nimmt man die Form eines Apfels an. Diese Art der Fetteinlagerung wird als männliches (oder auch adroides bzw. Bauchschema) Schema des Übergewichts bezeichnet.

Frauen neigen dazu, mehr Fett im Bereich der Hüfte, der Oberschenkel und des Gesäßes zu speichern, wodurch sie mehr eine Art Birnenform annehmen. Das weibliche Fettverteilungsschema wird auch als gynoides oder gluteales-femorales Fettverteilungsschema bezeichnet. Die Apfelform ist nicht auf Männer beschränkt, wenn auch sie bei Männern am häufigsten beobachtet werden kann. Genauso ist die Birnenform nicht auf Frauen beschränkt.

Fett wird grundsätzlich auf zwei primäre Arten gespeichert - tief in den Körperhöhlen und direkt unter der Haut (letzteres wird auch als subkutanes Fett bezeichnet). Die weibliche Form des Übergewichts wird durch eine primär subkutane Fettspeicherung charakterisiert.

Doch Männer haben wenig Grund dafür, sich hierüber zu freuen und einen guten Grund still zu sein. Dies hängt damit zusammen, dass das tief im Bauchraum gespeicherte Fett von innen gegen die Bauchmuskeln drückt und diese dehnt, was viele Männer dazu verleitet zu glauben, dass sie nicht fett sind, da ihr Bauch hart ist. So etwas ist jedoch eine fatale Fehleinschätzung.

Enzyme kontrollieren die Aktion

Wo Fett gespeichert wird, sagt viel darüber aus, wie leicht es verbrannt werden kann. Überall im Körper wird Fett in Fettzellen gespeichert, aus welchen sich das Fettgewebe - ein Typ des Bindegewebes – zusammensetzt.

Über die Nahrung zugeführtes Fett wird mit Hilfe von lipogenen Enzymen in den Fettzellen gespeichert. Auch bei der Freisetzung von Fettsäuren aus den Fettzellen spielen Enzyme (so genannte lipolytische Enzyme) eine Rolle. Die Enzymaktivität unterscheidet sich in unterschiedlichen Gewebetypen und dies bedeutet sowohl gute als auch schlechte Nachrichten.

Lipolytische (Fett freisetzende) Enzyme sind im Bauchbereich sehr aktiv und können große Mengen von gespeichertem Fett in den Blutkreislauf freisetzen. Dies bedeutet, dass eine angemessene fettarme und zuckerarme Diät in Verbindung mit täglichen körperlichen Aktivitäten das Fett im Bauchbereich recht effizient reduzieren kann. Dies ist aus einer Fettabbau Perspektive interessant. preview

Doch die Einlagerung von Fett im Bauchbereich hat auch ihre Schattenseiten. Unter Stress wird die Freisetzung von Fett durch Stresshormone angestoßen, wodurch das Risiko für Herzkrankheiten steigt. Dies beruht darauf, dass eine Freisetzung großer Mengen von Fett in den Blutkreislauf (die nicht durch körperliche Betätigung verbrannt werden), die körpereigene Cholesterinproduktion erhöht. Doch das ist noch nicht alles.

Die Fettzellen im Bauchbereich neigen dazu, größer als die Fettzellen in anderen Bereichen des Körpers zu sein und diese großen Fettzellen werden mit einer Insulinresistenz, einer Steigerung der Insulinausschüttung und einer Erhöhung des Risikos für Diabetes vom Typ II in Verbindung gebracht. Und da überschüssiges Insulin eine gesteigerte Natriumaufnahme durch die Nieren bewirkt und auch andere negative Wirkungen besitzt, kann es zu einer Erhöhung des Blutdrucks kommen.

Gute Nachrichten & schlechte Nachrichten

Auch eine Fettspeicherung im Bereich von Hüfte, Oberschenkel und Gesäß hat ihre Vor- und Nachteile. Die gute Nachricht ist, dass man eine recht große Menge Fett unterhalb der Gürtellinie speichern kann (20 bis 30 Kilo), ohne das Risiko für Herzerkrankungen deutlich zu erhöhen. Dies gilt sowohl für Männer als auch für Frauen.

Die schlechte Nachricht ist, dass die lipolytischen (Fett freisetzenden) Enzyme im Bereich unterhalb der Hüfte ziemlich "faul" sind und somit Fett, das einmal in diesen Bereichen gespeichert wurde, nur schwer wieder abbaubar ist. Der Grund hierfür besteht darin, dass der weibliche Körper Fett im Bereich von Hüften, Oberschenkeln und Gesäß nur ungern wieder "hergibt". Von Fett, das in diesem Bereich gespeichert wurde, wird angenommen, dass es einem speziellen Zweck dient - der Sicherstellung der lebenswichtigen Nährstoffversorgung des neugeborenen Kindes.

In früheren Zeiten, als die Nahrung rar und die Nährstoffversorgung unsicher war, musste der Körper sicherstellen, dass adäquate Nährstoffmengen für neugeborene Kinder vorhanden waren. Unglücklicherweise hat sich die Evolution für Hüften, Oberschenkel und Gesäß als Speicherorte entschieden und diese Bereiche mit einer Art undurchdringlichem Schutzfeld umgeben.

Es ist nicht ungewöhnlich zu beobachten, dass Frauen große Anstrengungen unternehmen, um Fett im Bereich des Unterkörpers zu verlieren. Ich habe Frauen gesehen, die mit Marathon laufen begonnen haben, was im Verlust deutlicher Mengen an Körperfett resultierte. Ihre Gesichter wirkten ausgezehrt, ihre Arme wurden dünn wie Bleistifte, ihre Taillen schrumpften auf unter 50 Zentimeter, doch trotz all dieser Anstrengungen blieben die Fettdepots im Bereich des Unterkörpers relativ gut intakt. Dieses verdammte Schutzschild...

Ist die Lage also aussichtslos?

Nein. Bei den meisten Frauen wird, wenn sie progressiv Fett verlieren, mit der Zeit mehr und mehr Fett im Bereich des Unterkörpers abgebaut. Das Fett in diesem Bereich wird jedoch nicht als erstes abgebaut.

Ein Grund hierfür besteht darin, dass der Körper instinktiv zuerst Fettdepots reduziert, die die Gesundheit beeinträchtigen und wir wissen ja, das Fett im Bereich der Taille ein Gesundheitsproblem darstellt. Es kann jedoch vorkommen, dass der Körper "überreagiert" und in extremem Umfang Oberkörperfett abbaut, bevor er auf das Fett des Unterkörpers zurückgreift. Unglücklicherweise kommen viele Frauen zu der Schlussfolgerung, dass der Fettabbau am Unterkörper ein hoffnungsloses Unterfangen ist, weil sie ihr Fettabbauprogramm ganz einfach nicht lange genug fortsetzen, um einen deutlichen Fettabbau im Bereich des Unterkörpers beobachten zu können.

Der Ansatz, den ich vorschlage, wird bei den meisten Frauen einen Einfluss auf das Fett des Unterkörpers zeigen. Man muss jedoch akzeptieren, dass man vielleicht das gewünschte Ziel - den schlanken 18 Jahre Covergirl Look - nicht erreichen wird, egal wie sehr man sich auch anstrengt.

Unser Körper bietet uns außerdem ein Zeitfenster, das man nicht übersehen sollte. Aktuelle Untersuchungen legen nahe, dass die Fettdepots im Bereich von Hüften, Oberschenkeln und Gesäß während der Stillphase nach der Schwangerschaft für einen Abbau empfänglicher sind. Die Faktoren, die diese Fettdepots normalerweise schützen, scheinen während dieser Zeitspanne außer Kraft gesetzt zu sein, so dass Fett aus diesen Bereichen leichter mobilisiert und als Nahrung für das Neugeborene verwendet werden kann.

Unglücklicherweise ist dies eine Zeitspanne, während der Mütter wichtigeres im Sinn haben, als Sport zu treiben und sich gezielt zu ernähren, um den Umfang ihrer Oberschenkel zu reduzieren. Eine Mutter muss sich darauf konzentrieren, Mutter zu sein, und hierdurch verpasst sie dieses kurze Zeitfenster der Gelegenheit, das sich für sie geöffnet hat.

Sechs Monate nach der Geburt versuchen viele Mütter wieder in Form zu kommen, doch zu diesem Zeitpunkt hat sich der Körper mit großer Wahrscheinlichkeit wieder zurück in seinen Normalzustand begeben. Es ist natürlich nicht alles verloren, doch es könnte nun etwas länger dauern.

Cellulite

So genannte Cellulite unterscheidet sich nicht von anderen Fettdepots. Sie ist hartnäckig, da sie sich normalerweise im Bereich von Hüften, Oberschenkel und Gesäß befindet. Hiervon abgesehen handelt es sich hierbei um nichts anderes, als gewöhnliches Körperfett, dass einfach nur etwas anders aussieht.

Der Körper speichert Fett im Fettgewebe, welches aus halbmondförmigen Gewebezellen besteht, die als Fettzellen bezeichnet werden. Fettzellen haben eine enorme Speicherfähigkeit und wenn sie voll sind, dann sehen sie aus wie aufgeblasene Wasserflaschen.

Wenn man unter die Haut schauen könnte, dann würde man eine kreuzförmige Matrix aus Bindegewebessträngen sehen, die Abteilungen formt, die den Honigwaben eines Bienenstocks ähneln.

Wenn sich die Fettzellen füllen, dann erweitert sich jede dieser Abteilungen und schwillt hierdurch an. Diese Abteilungen drücken gegeneinander und bilden hierdurch eine Erhebung, die in Richtung Haut drückt. Wenn dies geschieht, dann entscheiden mehrere Faktoren darüber, ob man diesen unansehnlichen Waffeleisen Look entwickelt.

Frauen sind für den Cellulite Look anfälliger als Männer, da sie mehr Fett direkt unter der Haut (subkutan) speichern, während Männer mehr Fett tief in der Bauchhöhle unterhalb der Muskulatur speichern. Je mehr Fett man unter der Haut hat, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Unebenheiten sichtbar werden.

Doch Männer können dem Cellulite Look häufig selbst dann entkommen, wenn sie große Mengen Fett unter der Haut gespeichert haben. Dies liegt daran, dass die äußeren Hautschichten bei Frauen typischerweise dünner als bei Männern sind und sich die Struktur unterhalb der Haut deshalb besser abzeichnen kann. Weiterhin könnten die Bindegewebsaushöhlungen bei Frauen enger sein, wodurch die Tendenz für ein Ausbeulen nach außen steigt.

Die Auswirkungen dieser gesammelten Faktoren sind bei Frauen auch deshalb stärker ausgeprägt, weil diese das meiste Fett im Bereich von Hüften, Oberschenkeln und Gesäß speichern. Wenn das Fett gleichmäßiger verteilt gespeichert wäre, dann würde das wellige Aussehen signifikant reduziert werden.