Wann ist das Trinken von Wasser langweilig und zu einer Randerscheinung geworden? Wenn sie nicht gerade irgendeine Art körperlicher Aktivität ausführen oder sich offiziell "auf Diät" befinden, empfinden viele Leute das Trinken von reinem Wasser als seltsam.
Wenn man seine wochenlange New Age Reinigungsspülung erklärt hat und literweise Wasser während seines neuen Gewichtsabbauplans trinkt, dann ist das okay. Doch wenn man es ganz einfach mag Wasser zu trinken, dann wird dies als seltsam angesehen. Vitaminwasser mit einer Ladung Zucker und Chemikalien ist gesellschaftsfähig, aber Wasser aus dem Wasserhahn und eine Karotte bedeuten, dass man ein irrer Gesundheitsfanatiker ist.
Leere Kalorien sind unabhängig von ihrer Bezeichnung immer noch leere Kalorien
Immer wieder gibt es in den Medien einen lauten Aufschrei darüber, dass fruktosereicher Maissirup eine Geißel der Gesellschaft ist, die Übergewicht und Diabetes verursacht. Jeder bringt den zunehmenden Verzehr von fruktosereichem Maissirup seit 1970 mit der gen Himmel steigenden Übergewichtsrate in Verbindung, doch dieselben Personen erwähnen nicht, dass es von 1971 bis 2001 zu einer 135-prozentigen Erhöhung der Energie, die in Form von Erfrischungsgetränken und Fruchtgetränken konsumiert wurde, kam, die auch mit der Verdopplung der Übergewichtsrate korreliert (1, 2).Ja, okay, fruktosereicher Maissirup ist wahrscheinlich nicht das Beste für einen, doch wenn über Nacht der gesamte fruktosereiche Maissirup durch Sucrose in Form von Biozucker aus Zuckerrohr, das auf unberührtem Boden mit tanzenden Einhörnern wächst, ersetzt würde … dann hätte man immer noch das Problem mit dem Übergewicht.
Warum? Wir konsumieren zu viele verdammte Einfachzucker! preview
Zusätzliche Kalorien
Von 1971 bis 2001 kam es zu einer täglichen Zunahme von 278 Kalorien in Form von Getränken. Zur selben Zeit sank der Milchkonsum um 38% (1). Das sind fast 14% der Kalorien einer durchschnittlichen 2000 Kalorien/Tag Ernährung. Es bedarf keines Ernährungsgurus um sich auszurechnen, dass die Menschen, wenn sie auf Wasser umsteigen würden, fast 15 Kilo pro Jahr verlieren könnten!Hat sich diese Situation verbessert? Diese Woche habe ich mir einen Artikel angesehen, der unsere Zufuhr von Kalorien in Form von Getränken während der letzten 20 Jahre vergleicht.
Bleich SN, Wang YC, Wang Y, Gortmaker SL. Increasing consumption of sugar-sweetened beverages among US adults (Zunehmender Konsum von mit Zucker gesüßten Getränken bei amerikanischen Erwachsenen): 1988-1994 to 1999-2004. Am J Clin Nutr. 2009 Jan;89(1):372-81.
Methoden
In den USA sammelt das National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) Daten darüber, was Leute essen und über ihren Gesundheitszustand. Diese Untersuchung wird seit 1999 jährlich durchgeführt. (Wenn man sich für weitere Daten interessiert, dann sollte man ihre Website besuchen: http://www.cdc.gov/nchs/nhanes.htm)Die beiden Phasen, die sich die Autoren der Studien ansahen, waren 1988-1994 und 1999-2004, inklusive 15.979 und 13. 431 Personen. Um dies in eine musikalische Referenz zu setzen, umfasst dieser Bereich die Zeit von George Michael (als er noch hetero war) bis Nirvana und die Zeit von Britney Spears bis zu den Black Eyed Peas.
Wie man sich vorstellen kann, sammelten die Wissenschaftler über die Jahre eine Menge interessanter Information. Für diese Studie schauten sie sich den BMI und Veränderungen bezüglich des Konsums mit Zucker gesüßter Getränke an.
Mit Zucker gesüßte Getränke
Wir denken bei Zuckergetränken typischerweise an Erfrischungsgetränke, doch die "Zuckergetränke" Kategorie umfasst auch eine Menge anderer Dinge wie:- "kalorienarme" Getränke
- Gesüßten Tee
- Fruchtgetränke und Säfte
- Süße Kaffeegetränke wie Frappucinos und heiße Schokolade
- Reis- und Sojamilch
- Sportgetränke
Ja, selbst so genannte "gesunde" Dinge wie Fruchtsaft, Sportgetränke und Reismilch enthalten reichlich Zucker – häufig genauso viel wie eine Dose Erfrischungsgetränke.
Lest eure Etiketten, Leute!
Was für ein Jammer, diese Liste enthält auch Sportgetränke, doch ich wette, dass es da draußen eine Menge Menschen gibt, die ihre Durst stillenden, die Elektrolytspeicher wiederauffüllenden Getränke trinken, um sich von ihrem langen Lauf zum Kühlschrank während der Werbepause zu erholen.Wissenschaftler verwenden den Begriff "mit Zucker gesüßt", doch die Realität ist, dass sie alle gesüßten Getränke betrachteten – unabhängig davon, ob diese mit fruktosereichem Maissirup, Sucrose oder Glukose gesüßt waren.
Resultate
Ich bin mir sicher, dass die meisten von uns seine recht gute Vorstellung davon haben, worauf dies hinausläuft, doch es ist immer nett, ein paar unterstützende wissenschaftliche Beweise zu haben.Der Zustand der Nation
Zuerst einmal nahm der Prozentsatz übergewichtiger und fettleibiger Personen von den Untersuchungen zwischen 1988-1994 bis hin zu den Untersuchungen zwischen 1999-2004 zu.
Abbildung1: Verhältnis von Normalgewichtigen, Übergewichtigen und Fettleibigen.
Abbildung 1 oben zeigt die Aufteilung – 65% der Menschen waren bei der letzten Untersuchung übergewichtig oder fettleibig. Nicht gut. Aus Spaß habe ich mir anhand der Entwicklung eine Vorhersage bezüglich des Prozentsatzes normalgewichtiger Menschen im Jahr 2024 erlaubt. Meine auf der Rückseite einer Serviette berechnete zwei-Datenpunkte Vorhersage sagt 10%. Ich hoffe, dass ich falsch liege.
Da es mehr Menschen gab, die übergewichtig oder fettleibig waren, würde man denken, dass es mehr Menschen geben sollte, die versuchen Gewicht zu verlieren, doch es waren weniger. Bei der zweiten Untersuchung waren es lediglich 35%, die versuchten Gewicht zu verlieren – im Vergleich zu 41% zwischen 1988-1994.
Veränderungen beim Getränkekonsum
Während der zweiten Untersuchung (1999-2004) waren mit Zucker gesüßte Getränke die am häufigsten konsumierten Getränke mit 63% der untersuchten Menschen, die diese Getränke an einem bestimmten Tag zu sich nahmen. An zweiter Stelle lagen Kaffee/Tee (60%) und an dritter Stelle lag Milch (48%).Während derselben Zeit, zu der die Fettleibigkeitsraten stiegen, nahm auch die Menge an mit Zucker gesüßten Getränke, die die Menschen zu sich nahmen, zu (Abbildung 2).

Abbildung 2: Pro Kopf Kalorienzufuhr in Form von mit Zucker gesüßten Getränken.
Auch hier gab es keine Überraschungen.
Die zwischen 1999-2004 untersuchten Menschen tranken 29% mehr Kalorien in Form von mit Zucker gesüßten Getränken als zuvor (1988-1994). Ja, das sind nur 46 Kalorien mehr, doch jetzt trinken sie über 200 kcal/Tag in Form von mit Zucker gesüßten Getränken, die sie nicht satt machen und ihnen keine Nährstoffe liefern – doppelter Patzer.
Über das Jahr summieren sich diese Kalorien auf fast 10 Kilo nur durch mit Zucker gesüßte Getränke alleine.
Dies umfasst keine Kalorien aus anderen Getränken wie Alkohol (99 kcal), Saft (32 kcal), Milch (84 kcal) und Kaffee/Tee (11 Kcal). Alle Getränke zusammen summieren sich auf 429 kcal, was auch als eine Mahlzeit bekannt ist.
Und als ob das Ganze nicht schon schlimm genug wäre, war das einzige kalorienhaltige Getränk, von dem die Menschen weniger tranken, Milch (9 kcal weniger, von 92 auf 84 kcal)
Zucker gesüßte Trinker
Woher kamen all diese Kalorien? Waren die Getränke kalorienreicher oder tranken die Menschen einfach mehr davon?Antwort – mehr mit Zucker gesüßte Getränke.
Die Wissenschaftler sahen sich die Menschen an, die mindestens ein mit Zucker gesüßtes Getränk tranken. Sie fanden heraus, dass die Leute in den Achtzigern und Neunzigern durchschnittlich 650 ml mit Zucker gesüßte Getränke tranken. Diese Menge stieg bis zur Phase von 1999 – 2004 auf 838 ml an (Abbildung 3) – eine Zunahme von 55 kcal (239 auf 294). Diese betrifft nur Menschen, die durchschnittlich mindestens ein mit Zucker gesüßtes Getränk pro Tag zu sich nahmen.

Abbildung 3: Täglicher Konsum mit Zucker gesüßter Getränke.
Nach einer Aufteilung dieser Gruppen nach dem Alter fanden die Wissenschaftler heraus, dass junge Erwachsene (20 – 44 Jahre alt – gut zu wissen, da ich auch noch ein junger Erwachsener bin) während beider Untersuchungszeiträume die meisten mit Zucker gesüßten Getränke zu sich nahmen - 231-289 kcal/Tag.
Schlussfolgerung
Es scheint so, als ob wir in den Achtzigern größere Frisuren und größere Schulterpolster aber schlankere Körper hatten.Bei dieser Studie zeigten Untersuchungen aus den Zeiträumen von 1988-1994 und 1999-2004, dass Menschen, die mehr mit Zucker gesüßte Getränke (46 kcal mehr) zu sich nahmen, ein geringeres Interesse daran hatten, Gewicht zu verlieren (6% weniger) und bei der zweiten Untersuchung höhere Fettleibigkeitsraten (31% von früher 22%) aufwiesen. Dies klingt ziemlich gerade heraus: der Konsum von mehr zuckerhaltigen Getränken und eine geringere Motivation für einen Gewichtsabbau führen zu einer Gewichtszunahme und schließlich Fettleibigkeit.
Es scheint so, als ob wir die Dinge überanalysieren. Ich bin hierbei so schuldig wie jeder andere – ich bin ein professioneller Überanalysierer mit einer Akkreditierung um dies zu beweisen.
Werden die Menschen aufgrund all dieses fruktosereichen Maissirups fett? Vielleicht.
Doch ob diese Kalorien aus Sucrose, Glukose oder fruktosereichem Maissirup bestehen ist irrelevant, da das wichtigere Thema ist, dass der Konsum gesüßter Getränke im Lauf der letzten drei Jahrzehnte zugenommen hat und heute einen deutlichen Anteil der täglichen Kalorienzufuhr ausmacht.
Währen der Phase von 1999 bis 2004 tranken junge Erwachsene 298 kcal in Form von gesüßten Getränken pro Tag. Spielt da die exakte molekulare Aufschlüsselung wirklich eine Rolle?
Fazit
Der einfachste Weg, um Gewicht zu verlieren? Trinke wenige Kalorien.Wenn man gezuckerte Getränke aus seiner Ernährung eliminiert, wird dies mit größter Wahrscheinlichkeit dabei helfen, einiges an Gewicht zu verlieren, ohne dass man viel zusätzlich tun muss, da der durchschnittliche Amerikaner 203 kcal in Form von mit gezuckerten Getränken pro Tag zu sich nimmt.
Dies wird außerdem dabei helfen Geld zu sparen – hey, der Wasserhahn funktioniert immer noch recht gut.
Ach ja, ich werde es noch einmal sagen: Man sollte sich die Etiketten durchlesen.
Und vielleicht sollte man auch diese schädlichen Getränke meiden: Cold Stone PB&C Milchshake— 2,010 Kalorien, 131 g Fett (68 g gesättigt) und 153 g Zucker Ouch!
Referenzen:
- Changes in beverage intake between 1977 and 2001. Nielsen SJ, Popkin BM. Am J Prev Med. 2004 Oct;27(3):205-10
- Prevalence and trends in obesity among US adults, 1999-2000. Flegal KM, Carroll MD, Ogden CL, Johnson CL. JAMA. 2002 Oct 9;288(14):1723-7.