Ein Artikel von Martialartsplanet.com
Geschrieben von Melanie Box

Ich habe keine Ahnung wie ich auf die Idee kam diesen Artikel zu schreiben, oder was mich hierzu motiviert hat...

Anfänglich hatte ich fünf Minuten im Internet zu diesem Thema recherchiert und war überwältigt von der Fülle an Informationen, die ich auf diese Art und Weise erhielt. Ich habe mir alles, was auch nur im Entferntesten eine medizinische Bedeutung hatte, von diversen Websites kopiert und die wichtigsten Links zu weiterführenden Informationen gespeichert. Ich möchte an dieser Stelle mit Nachdruck darauf hinweisen, dass ich weder ein Arzt bin, noch sonst irgendeine medizinische Ausbildung genossen habe. Meine medizinischen Erfahrungen beschränken sich auf meine Tätigkeit als Quartiermeister und Ersthelfer für das Britische Rote Kreuz, und glücklicherweise habe ich auch hier noch nicht viel an ernsthafter "Action" mitbekommen.

Ich trainiere seit Mai 2000 und hatte seitdem 3 Verletzungen, die mich vom Training abgehalten haben. Zwei davon standen in direkter Verbindung mit meinem Kampfsporttraining. Die erste Verletzung, die ich mir zugezogen habe, war eine Schleimbeutelentzündung. Alles begann damit, dass sich während des Kata-Trainings ein Teil der Hornhaut an meinem Fuß löste und ein kleiner Bereich des Fußes für etwa eine halbe Stunde während des restlichen Trainings ungeschützt der Umwelt ausgesetzt war.
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Auszug aus Wikipedia: Kata (jap. 形, dt. Form, Stil, Haltung oder seltener 形 für Vorschrift, Muster, Abdruck, Schablone) ist ein Begriff aus den japanischen Kampfkünsten und bezeichnet die stilisierte Form eines Kampfes gegen einen oder mehrere reale oder imaginäre Gegner, bei der Verteidigung, Angriffe und Gegenangriffe in festgelegter Abfolge und Ausführungsart geübt werden.

Ich glaube so etwas ist jedem beim Training schon einmal passiert, ohne dass man sich groß etwas dabei gedacht hat. Ich habe mir zumindest keine Gedanken darüber gemacht. Nachdem ich zu Hause angekommen war, reinigte ich die offene Stelle, verband sie und trug für ein paar Tage weitere Schuhe. Das nächste Training führte ich mit Verband durch um sicher zu stellen, dass kein Schmutz auf die offene Stelle kommen konnte. Die offene Wunde musste sich jedoch in der kurzen Zeit zwischen dem Lösen der Hornhaut und dem Ende des Trainings etwas entzündet haben - leichte Schwellungen kamen und gingen. Ich ignorierte dies damals einfach, da ich kurz vor einer Kampfsportprüfung stand. Ich war die einzige Frau in meiner Gruppe, und ich wollte nicht als Weichling erscheinen. Also trainierte ich einfach weiter. Unglücklicherweise war die Kata, deren Bewegungsablauf ich für meine Prüfung trainierte, ausgerechnet Heian Sandan.

Diese spezielle Kata beinhaltet hartes, stampfendes Kicken, das mit ziemlicher Sicherheit nicht gerade dazu beigetragen hat, den Zustand meines Fußes zu verbessern. Glücklicherweise bestand ich meine Prüfung und ging danach zum Arzt. Seit der ursprünglichen Verletzung waren mittlerweile drei Monate vergangen (ich möchte an dieser Stelle noch erwähnen, dass ich außerdem noch an einem Kata Wettkampf teilgenommen hatte, bei dem ich den dritten Platz belegen konnte). Der Arzt diagnostizierte eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) und ich musste 1000 mg Antibiotika pro Tag einnehmen, da die Infektion schon sehr tief in meinen Fuß vorgedrungen war. Außerdem verbot mir der Arzt für 3 Monate jegliches Training. Ich musste die Antibiotika nur für einen Zeitraum von 10 Tagen einnehmen, doch es war die Hölle. Jedes Bakterium in meinem Körper wurde abgetötet und dies betraf leider auch alle nützlichen Bakterien. In dieser Zeit zog ich mir so ziemlich alles Vorstellbare an Beschwerden zu. Ich bekam eine Erkältung, eine Lebensmittelvergiftung und so weiter. Es dauerte zwei weitere Monate, bis ich wieder völlig fit war.

Weiterführende Informationen zu einer Bursitis finden sich auf folgender Website:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bursitis

Meine letzte Sportverletzung war meiner Meinung nach eine Verletzung des Sakroiliakalgelenks, auch wenn der Arzt des Notdienstes in der hiesigen Unfallklinik anderer Meinung war. Seine Diagnose ging in Richtung eines gezerrten Beinbeugers.
Auszug aus Wikipedia: Das Iliosakralgelenk bzw Sakroiliakalgelenk oder Kreuzdarmbeingelenk (lat. Articulatio iliosacralis) ist das Gelenk zwischen dem Kreuzbein (Os sacrum) und dem Darmbein (Os ilium).

Ich hatte an einem Sonntagnachmittag Bodenkampf trainiert und die im folgenden beschriebene Technik gezeigt bekommen: Man stelle sich vor, man liegt auf dem Boden, hat seine Beine um den Brustkorb des Gegners geschlungen und versucht seine frei endende Rippe zu zerbrechen - was immer das auch ist??
Wie auch immer, ich tat genau das und übte mit meinen Beinen so viel Druck aus, bis ich sie nicht mehr spürte. Ich glaube, dass ich mir hierbei etwas gezerrt habe. Ich war zu diesem Zeitpunkt so durch Adrenalin aufgeputscht, dass ich es gar nicht spürte. Ich ging abends ins Bett ohne mich schlechter als ein bisschen erschöpft zu fühlen. Am nächsten Morgen schien auch alles okay zu sein und ich fuhr zur Arbeit. Ich habe einen ca. 25 Meilen weiten Weg bis zur Arbeit, und als ich fast da war, schaltete ich einen Gang herunter und bemerkte gleichzeitig ein sehr schmerzhaftes Ziehen in der Hüftgegend.

Irgendwie schaffte ich es zu meinem Arbeitsplatz zu kommen - als ich aus dem Wagen stieg, kam der Asphalt schneller als gewohnt auf mich zu und mir wurde bewusst, dass ich ein ernsthaftes Problem hatte! Ich schleppte mich die 5 Treppenabsätze mit je 7 Stufen nach oben und blieb den ganzen Tag auf der Arbeit. Das alles passierte in der sechsten Woche meines neuen Jobs, da konnte ich nicht einfach wegbleiben. Während der Arbeit wurde ich zweimal fast ohnmächtig vor Schmerzen, und so humpelte ich in der Mittagspause bis zur nächsten Apotheke, wo ich mir das stärkste Schmerzmittel besorgte, das ich bekommen konnte. Nach der Arbeit hielt ich ein paar Geschäfte weiter an und sprach mit der Sprechstundenhilfe eines Physiotherapeuten. Ich weiß, ich weiß, sie war nur eine Sprechstundenhilfe, doch sie sagte mir, dass sie die Symptome von einem anderen Patienten her kannte und dass es sich um ein Problem mit dem Sakroiliakalgelenk handeln würde. Ich bedankte mich und ging in der festen Überzeugung zurück zu meinem Auto, dass alles halb so wild war.

Unglücklicherweise gab es auf meinem Weg nach Hause einen Unfall, und ich war gezwungen durch die Stadt zurückzufahren. Ich musste in der Stadt viel öfter schalten als mir lieb war, und die Schmerzen wurden schlimmer und schlimmer. Irgendwann fing ich an zu hyperventilieren und musste anhalten um mich wieder zu beruhigen. Schließlich schaffte ich es dann doch nach Hause, wo ich ein paar Freunde anrief, die mich zum Notdienst der Unfallklinik brachten.

Ich weiß ja nicht, wie ihr das macht, doch ich verbringe nicht jeden Morgen 20 Minuten mit Stretching - wenn ich es getan hätte, wäre mir dieses Problem vielleicht erspart geblieben, wer weiß? Vielleicht machen es Katzen ja richtig. Jedesmal, wenn sie aufstehen oder sich anders hinlegen, strecken sie sich erst einmal ausgiebig.

Wegen der Verletzung konnte ich drei Tage nicht arbeiten. An Training ist im Augenblick gar nicht zu denken - selbst längeres Sitzen führt schon zu unangenehmen, länger anhaltenden Schmerzen. Wie auch immer, wenn das Training nach Neujahr weitergeht, werde ich trotzdem hingehen - auch wenn ich nur zusehen kann. Ich habe im März meine nächste Prüfung, die ich auf jeden Fall bestehen möchte, und ich werde mein Bestes geben, sobald die Schmerzen nachgelassen haben.

Ich habe diesen Artikel hauptsächlich deshalb geschrieben, weil ich aufzeigen wollte wie dumm es ist nicht auf seinen Körper zu hören, und wie gravierend die Folgen sein können. Mein Sensei hatte mir sehr gründlich und ausführlich beigebracht, wie man sich richtig aufwärmt, doch an besagtem Tag war er nicht mit dabei. Es war einfach nur ein Spaßtraining mit ein paar Freunden. Wir hatten uns nur kurz aufgewärmt und den Rest dem Schicksal überlassen.

Auszug aus Wikipedia: Sensei [sen.seː] (jap. 先 生, früher geboren) bedeutet "Lehrer", "Meister", "Autor" oder "Doktor". Der Begriff Sensei wird auch im Bereich des Budō/Bujutsu (japanische Kampfkünste) für einen Lehrenden/eine Lehrende benutzt. Im engeren Sinn bedeutet die Bezeichnung "Lehrer des Weges".

Ich hoffe, dass alle Leser gesund sind und auch gesund ins neue Jahr kommen. Wenn man sich jedoch eine Verletzung zuzieht, sollte man auf seinen Körper hören. Es ist besser für ein paar Wochen oder sogar Monate auf das Training zu verzichten als sich eine chronische Verletzung zuzuziehen, mit der man vielleicht für den Rest seines Lebens zu kämpfen hat.