Unglücklicherweise wird man höchstwahrscheinlich nichts von den heilenden Vorzügen von Currypulver, Annanas, Kakao, Tee und Blaubeeren hören. Man wird auch nicht den Ratschlag bekommen, die Zufuhr von Vitamin A, Vitamin C, Kupfer oder Zink zu erhöhen.
Man wird wahrscheinlich auch kein Rezept für Fischöl bekommen und man wird mit Sicherheit keine Kombination aus Glutamin, HMB und Arginin verschrieben bekommen.
Vielleicht liegt es daran, dass der Arzt denkt, dass dies zu kompliziert wird. Oder der Arzt ist nicht auf dem neusten Stand der ernährungswissenschaftlichen Untersuchungen. Was auch immer der Grund ist, es ist eine Schande, denn die Ernährung spielt bei der Heilung eine wichtige Rolle. Von einer Stärkung des Immunsystems über einen verbesserten Kollagenaufbau bis hin zu einer rapiden Wiederherstellung der Funktion kann die richtige Nährstoffzufuhr einen großen Unterschied machen. preview
Die Ernährung und die Heilung von Verletzungen
Auch wenn wir eine Verletzung als chaotisch empfinden – mit dem Schmerz, der Schwellung und der Dysfunktion – erkennt man, wenn man sich die Dinge aus biologischer Sicht ansieht, dass eine Verletzung zu einem organisierten, konsistenten Schema der Reparatur führt. Wissenschaftler brechen dieses Schema in drei definierte Abschnitte auf:Abschnitt 1 — Entzündung
Diese Phase dauert bei Verletzungen des Weichgewebes 4 bis 5 Tage (2 bis 3 Wochen bei Knochenverletzungen) und dient dazu, die Überbleibsel beschädigten Gewebes zu entfernen.Abschnitt 2 — Proliferation
Diese Phase folgt direkt auf die Entzündung und dauert 2 bis 3 Wochen (10 bis 12 Wochen bei Knochenverletzungen). Sie dient dazu, temporäres Ersatzgewebe zu bilden. Dieses Gewebe ist in der Regel schwächer als das ursprüngliche verletzte Gewebe, es bildet jedoch trotzdem etwas Struktur und ermöglicht eine Funktion im Bereich der Verletzung.Abschnitt 3 – Wiederherstellung
Diese Phase folgt auf die Proliferation und kann bis zu 1 oder 2 Jahren andauern (bei Knochenverletzungen sogar noch länger). Sie dient dazu, neues Gewebe zu bilden, das fast genauso stark wie das ursprüngliche Gewebe ist.Wenn man diesen Prozess von Verletzung und Heilung versteht, kann man sich jeden Schritt innerhalb des Reparaturprozesses ansehen und unterschiedliche ernährungstechnische Strategien finden, die den Heilungsprozess fördern. Diese Strategien fallen typischerweise in eine der drei folgenden Kategorien:
- Ernährungstechnische Strategien, die eine akute Entzündung fördern, aber diese gleichzeitig auch regulieren.
- Ernährungstechnische Strategien zur Unterstützung der Immunfunktion.
- Ernährungstechnische Strategien, die die langfristige Gewebeheilung und die Wiederherstellung fördern.
Das zweite Ziel bei der Kontrolle einer Entzündung sollte darin bestehen, den Schmerz zu reduzieren, da Schmerzen biochemische Kompensierungen/Veränderungen hervorrufen, die zu Sekundärverletzungen führen können und die Bewegungen, die für die Entwicklung von starkem, funktionell angepasstem Ersatzgewebe notwendig sind, einschränken können. Leider zielen Strategien zur Eliminierung von Schmerzen häufig auf die Entzündung ab. In diesem Fall kann die Eliminierung der Entzündung (und der Schmerzen) gleichzeitig auch den Heilungsprozess behindern.
Mit diesen Zielen im Hinterkopf ist es an der Zeit über spezifische Makro- und Mikronährstoffen Interventionen nachzudenken, die dabei helfen können, die Entzündung zu regulieren, die Immunfunktion zu verbessern und schneller starkes Ersatzgewebe aufzubauen. Wir werden im Rahmen dieses Artikels auf jeden dieser Bereiche näher eingehen.
Nahrungsfette und Entzündungsmanagement
Eine Ernährung, die reich an Transfetten, Omega-6 Fettsäuren und gesättigten Fetten ist, wirkt entzündungsfördernd, während einer Ernährung, die reich an einfach ungesättigten Fettsäuren und Omega-3 Fettsäuren ist, entzündungshemmend wirkt. Natürlich wissen die meisten Leser bereits, dass das Omega-6 zu Omega-3 Verhältnis der Ernährung dabei hilft, ein ausgewogenes Entzündungsprofil aufrecht zu erhalten, doch eine Auffrischung der Erinnerung diesbezüglich ist während Phasen der Erholung von Verletzungen häufig notwendig.Eine andere Auffrischung der Erinnerung ist die Tatsache, dass neben den Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren auch das allgemeine Fettgleichgewicht wichtig ist. Bei einem ausgeglichenen Verhältnis von gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fetten wird auch das Entzündungsprofil des Körpers mit größter Wahrscheinlichkeit ausgeglichen sein, was insbesondere während der Heilungsphase nach Verletzungen wichtig ist.
Die folgenden einfachen Strategien sollten diesbezüglich während des Heilungsprozesses und selbst während der Verletzungsvorbeugung eine große Hilfe darstellen:
Aufrechterhaltung eines ausgewogenen Verhältnisses aller Nahrungsfette:
Man sollte die Zufuhr von Ölen, gemischten Nüssen, Avocados, Leinöl, geschroteter Leinsamen und anderer Samen erhöhen und sicherstellen, dass man etwas von jeder dieser Fettquellen mit in seine Ernährung aufnimmt. Indem man diese Nahrungsmittel zu sich nimmt, stellt man ein Gleichgewicht mit den gesättigten Fetten her, die in den meisten Proteinquellen natürlich vorkommen und erreicht so ein ausgewogenes Verhältnis der Nahrungsfette ohne viel rechnen zu müssen.Aufrechterhaltung eines ausgewogenen Omega-6 zu Omega-3 Verhältnisses:
Man sollte 3 bis 9 Gramm Fischöl pro Tag zu sich nehmen, während man gleichzeitig den Konsum von Omega-6 Fetten in Form von Pflanzenölen wie Maisöl, Sonnenblumenöl, Färberdistelöl, Baumwollsamenöl und Sojaöl reduzieren sollte. Diese Strategie sollte ausreichen, um ein vernünftiges Omega-6 zu Omega-3 Verhältnis herzustellen.Die Verwendung von Kräutern und Phytochemikalien zum Zweck des Entzündungsmanagements
Über ein ausgewogenes Verhältnis der täglichen Fettzufuhr hinaus können auch bestimmte Nahrungsmittel und Kräuter bei der Regulierung von Entzündungen sehr hilfreich sein. Hierzu gehören:Turmeric
Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass der aktive Bestandteil Kurkumin für die Entzündungshemmenden Vorzüge von Tumeric verantwortlich ist. Da Tumeric in Currypulver enthalten ist, kann man Curry zu seiner Ernährung hinzufügen, wobei eine bessere Strategie darin besteht, dreimal täglich 400 bis 600 mg Tumeric Extrakt zum Zweck des Entzündungsmanagements zu sich zu nehmen.Knoblauch
Von Knoblauch konnte gezeigt werden, dass er die Aktivität bestimmter Entzündungsenzyme hemmen kann und einen Einfluss auf die Funktion von Makrophagen besitzt. Auch wenn der Verzehr von mehr Knoblauch hilfreich sein sollte, wirken 600 bis 12000 mg gealterter Knoblauchextrakt am besten.Bromelain
Dies ist ein weiterer entzündungshemmender Pflanzenextrakt, der aus der Annanas stammt. Während Bomelain am besten für seine verdauungsfördernde Wirkung bekannt ist, wirkt es sowohl entzündungshemmend als auch schmerzlindernd. Eine Dosis von 500 bis 1000 mg pro Tag sollte hierfür ausreichen.Boswellia
Dieses Baumextrakt besitzt entzündungshemmende Eigenschaften und wird für Gewöhnlich im Dosierungsbereich von 300 mg dreimal täglich eingenommen.Flavanoide
Kakao, Tee, Rotwein und bestimmte Obst und Gemüsesorten sind reich an entzündungshemmenden Flavonoiden. Auch wenn ein gesteigerter Verzehr von Nahrungsmitteln, die reich an Flavonoiden sind, während Phasen akuter Entzündungen wahrscheinlich von Vorteil sein dürfte, besitzen Blaubeer-, Trauben-, Grüntee- und Zitrusfruchtextrakte (z.B. Hesperedin, Narginin, usw.) sowie Bioflavonoid Supplements, die Quercetin/Dihydroquercetin und Rutin enthalten, eine deutlich stärkere entzündungshemmende Wirkung.Bei all diesen Nährstoffen ist Vorsicht geboten, da eine vollständige Unterdrückung der Entzündungsreaktion im Körper während der akuten Phase einer Verletzung nicht wünschenswert ist. Die Grundidee besteht nicht darin, die Entzündung zu verhindern, sondern darin, die Entzündung zu kontrollieren und zu verhindern, dass diese außer Kontrolle gerät.
Im Endeffekt ist es von entscheidender Bedeutung nicht alle dieser entzündungshemmenden Supplements auf einmal einzunehmen. Man sollte sich stattdessen auf Nahrungsmittel konzentrieren, die reich an natürlichen, die Entzündung regulierenden Wirkstoffen sind und nur dann auf Supplements zurückgreifen, wenn die Entzündung zu einem größeren oder chronischen Problem wird (dies sollte man dann jedoch mit dem behandelnden Arzt besprechen). Empfehlenswerte entzündungsregulierende Nahrungsmittel wären:
- Currypulver/Turmeric
- Knoblauch
- Annanas
- Kakao
- Tee
- Blaubeeren
Kalorienbedarf während einer Verletzungsphase
Es sollte nicht überraschen, dass der Energiebedarf während des Sports erhöht ist und dies auf dem Energieverbrauch während der Aktivität beruht. Als Resultat hiervon nehmen manche Sportler – insbesondere weibliche – absichtlich (um Gewicht zu verlieren) oder unbeabsichtigt (aufgrund des fehlenden ernährungstechnischen Wissens) zu wenige Kalorien zu sich.Dies kann zu einem gehäuften Auftreten von Stressfrakturen, Verletzungen der Bänder und ähnlichem führen. Auf der einen Seite können also zu wenige Kalorien in gesundem Zustand zu Verletzungen führen. Auf der anderen Seite kann eine zu geringe Kalorienzufuhr während der Heilungsphase einer Verletzung eine Genesung verhindern.
Während einer akuten Verletzung ist der Energiebedarf erhöht. In der Tat kann der Energieverbrauch im Ruhezustand je nach Schwere des Traumas um 15 bis 50 Prozent steigen. Sportverletzungen und kleinere Operationen können den Grundumsatz um 15 bis 20 % erhöhen, während größere Operationen und Verbrennungen zu einer Steigerung des Grundumsatzes von bis zu 50 % führen können. Wenn man versucht den Energiebedarf während der Heilungsphase einer Verletzung zu bestimmen, ist es wichtig diese Steigerung des Energieverbrauchs zu berücksichtigen.
Natürlich muss ein Sportler während einer Verletzungsphase im Vergleich zur Trainingsphase weniger essen. Wenn er jedoch zu einer Basisernährung zurückkehrt, dann kann es gut sein, dass er zu wenig isst.
Schauen wir uns das Beispiel eines jungen Sportlers an:
- Beispielsportler
- Männlich, 14 Jahre alt
- 170 cm groß, 63,5 Kilo Körpergewicht
- Grundumsatz
- 1611 kcal/Tag (basierend auf dem Mittelwert dreier abschätzender Formeln)
- Energiebedarf bei bewegungsarmem Lebensstil
- 1933 kcal/Tag (basierend auf einem Aktivitätsfaktor von 1,2)
- Energiebedarf bei täglichem Training/Wettkampf
- 2739kcal/Tag (basierend auf einem Aktivitätsfaktor von 1.7)
- Energiebedarf während der Erholung von einer Verletzung
- 2319kcal/Tag (basierend auf einem Aktivitätsfaktor von 1,2 und einer Erhöhung des Grundumsatzes um 20 % während der Verletzung)
Makronährstoffbedarf während einer Verletzung
Wenn es um die Makronährstoffzufuhr geht, wird eine erhöhte Proteinzufuhr für die Heilungsphase nach einer Verletzung empfohlen. Diese Erhöhung basiert auf der klinischen Empfehlung einer Erhöhung der Proteinzufuhr von den gewöhnlichen 0.8g/kg auf 1.5-2.0g/kg Körpergewicht.Da diese meisten Sportler bereits mindestens 1,5 bis 2g Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen, sollte der zusätzliche Proteinbedarf hierdurch abgedeckt sein. Wenn eine schnelle Wiederherstellung der normalen Funktion erwünscht ist, sollte man diesen Bereich nicht vernachlässigen. Verletzte Sportler sollten deshalb ein Minimum von 2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht anstreben.
Auf Nahrungsfette wurde in diesem Artikel bereits eingegangen und zusammenfassend kann man sagen, dass die Grundidee darin besteht, bei der Fettzufuhr auf ein ausgewogenes Verhältnis der unterschiedlichen Fette zu achten. Je 1/3 der täglich konsumierten Fette sollte aus gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fetten bestehen. Weiterhin sollte das Omega-6 zu Omega-3 Verhältnis im Bereich zwischen 3:1 und 1:1 liegen.
Was die Kohlenhydrate angeht, gibt es keine spezifischen Empfehlungen für die Heilungsphase nach Verletzungen, auch wenn Glukose für den Heilungsprozess benötigt wird. Man sollte deshalb ausreichende Mengen an Kohlenhydraten zu sich nehmen, um eine adäquate Mikronährstoffzufuhr sicherzustellen und die Insulinspiegel zu stabilisieren (Insulin kann als anaboles Hormon einen positiven Einfluss auf den Heilungsprozess besitzen).
Wenn man diese Empfehlungen in praktische Strategien umsetzen möchte, dann sollten die folgenden Gewohnheiten dem Sportler dabei helfen, eine adäquate Kalorien- und Makronährstoffzufuhr sowohl für den Sport als auch für die Heilung nach Verletzungen sicherzustellen:
- Frequenz: Man sollte alle 2 bis 4 Stunden essen
- Protein: Jede Mahlzeit und jeder Snack sollte vollständiges Protein in Form von Fleisch, mageren Milchprodukten, Eiern, Fisch oder Proteinsupplements enthalten.
- Obst und Gemüse: Jede Mahlzeit und jeder Snack sollte 1 bis 2 Portionen Gemüse und/oder Obst enthalten, wobei der Fokus mehr auf Gemüse liegen sollte. (1 Portion = ½ bis 1 ½ Tassen Gemüse oder 1 bis 2 Stück Obst)
- Stärke: Zusätzliche Kohlenhydrate sollten in Form von minimal verarbeiteten Vollkornprodukten, Haferflocken, Yams, Bohnen, Vollkornreis usw. zugeführt werden. Der Sportler sollte weniger Stärke zu sich nehmen, wenn er nicht trainiert (wie z.B. während der Erholung von einer Verletzung) und mehr Stärke verzehren, wenn er trainiert (falls das Ziel nicht gerade im Fettabbau besteht). Eine Ernährung ohne Kohlenhydrate ist nicht empfehlenswert.
- Fette: Der Sportler sollte folgende gute Fette jeden Tag zu sich nehmen: Avocados, Olivenöl, gemischte Nüsse, Leinsamen und Leinöl. Zusätzlich hierzu sollte die Ernährung mit 3-9 Gramm Fischöl ergänzt werden.
Mikronährstoffbedarf während der Erholungsphase nach einer Verletzung
Im Fall einer Verletzung können die Vitamine A, B, C und D sowie Kalzium, Kupfer, Eisen, Magnesium, Mangan und Zink eine wichtige Rolle spielen. (Interessanterweise kann Vitamin E den Heilungsprozess verlangsamen, weshalb es empfehlenswert ist, während einer Verletzungsphase auf eine Vitamin E Supplementation zu verzichten.)Einige diese Mikronährstoffe erlauben eine Heilung, während andere den Heilungsprozess sogar anregen können. Bis es weitere Untersuchungen gibt, die diese Rollen bestätigen, bleibt jedoch unklar, ob es sich hierbei einfach nur um eine Verhinderung eines Defizits handelt, oder ob die Zufuhr zusätzlicher Vitamine und Mineralstoffe weitere Vorzüge besitzen kann.
Anstatt auf jedes Vitamin und jeden Mineralstoff näher einzugehen, sollen an dieser Stelle nur die Vitamine und Mineralstoffe erwähnt werden, die gegebenenfalls supplementiert werden sollten. In Endeffekt scheinen die folgenden Vitamine und Mineralstoffe bei akuten Verletzungen Vorteile mit sich zu bringen:
- Vitamin A — 10,000IU/Tag für 2-4 Wochen nach der Verletzung
- Vitamin C — 1000-2000mg/Tag für 2-4 Wochen nach der Verletzung
- Kupfer — 2-4mg/Tag für 2-4 Wochen nach der Verletzung
- Zink — 15-30mg/Tag für 2-4 Wochen nach der Verletzung
Zusätzliche Nährstoffe, die einen Einfluss auf den Heilungsprozess haben könnten
Von in Supplementform zugeführten Aminosäuren konnte gezeigt werden, dass sie starke positive Auswirkungen auf den Heilungsprozess besitzen. Wenn der Körper starkem Stress ausgesetzt wird, dann werden Arginin und Glutamin zu bedingt essentiellen Aminosäuren und es konnte gezeigt werden, dass diese, sowie die im Folgenden aufgeführten Aminosäuren, den Heilungsprozess im Körper beschleunigen können:Arginin
Mit Arginin an Nagetieren und Menschen durchgeführte Studien haben das Potential hoher Dosen Arginin bezüglich einer Steigerung der Kollagenakkumulation, einer Reduzierung des Verlustes fettfreier Körpermasse, einer Reduzierung der Stickstoffausscheidung und einer Beschleunigung der Wundheilung demonstriert. Bei Menschen verwendete Dosierungen lagen im Bereich von 15 bis 30 Gramm pro Tag, wobei die höchsten Dosierungen die stärkste Wirkung besaßen.Ornithin
Studien, bei denen Ornithin bei Traumata/Verletzungen eingesetzt wurde, haben gezeigt, dass Ornithin die Heilungszeit reduzieren, die Heilungskraft steigern und die Stickstoffretention erhöhen kann. Bei Menschen verwendete Dosierungen lagen im Bereich von 20 bis 30 Gramm (10 Gramm zwei bis dreimal täglich), wobei die höchsten Dosierungen die stärkste Wirkung besaßen.Glutamin
Im Rahmen einer Studie konnte die kombinierte Administration von 14 Gramm Arginin, 3 Gramm HMB und 14 Gramm Glutamin, auf zwei Dosierungen aufgeteilt (je 7 Gramm Arginin, 1,5 Gramm HMB und 7 Gramm Glutamin), für eine Dauer von 14 Tagen die Kollagensynthese bei Erwachsenen signifikant steigern.HMB
Untersuchungen haben gezeigt, dass HMB bei Nagetieren die Collageneinlagerung erhöhen kann und bei schwer verletzten Erwachsenen die Stickstoffbilanz verbessern kann. Im Rahmen einer Studie konnte die kombinierte Administration von 14 Gramm Arginin, 3 Gramm HMB und 14 Gramm Glutamin, auf zwei Dosierungen aufgeteilt (je 7 Gramm Arginin, 1,5 Gramm HMB und 7 Gramm Glutamin), für eine Dauer von 14 Tagen die Kollagensynthese bei Erwachsenen signifikant steigern.Bevor man jetzt Aminosäuren in rauen Massen zu sich nimmt, sollte man berücksichtigen, dass viele der erwähnten Studien entweder mit älteren Probanden oder stationär im Krankenhaus behandelten Patienten durchgeführt wurden. In beiden Fällen kommt es häufig zu einer Fehl- oder Mangelernährung. Aus diesem Grunde ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die verabreichten Aminosäure Supplements eher einen bestehenden Mangel ausgeglichen haben und nicht zusätzlich zu einer gesunden Ernährung, die bereits adäquate Mengen an Aminosäuren enthielt, hinzugefügt wurden.
Natürlich disqualifiziert diese Überlegungen eine Aminosäure Supplementation nicht als brauchbare Option für einen Sportler, der unter einer Sportverletzung leidet. Viele Sportler könnten in der Tat schlecht ernährt sein und sowohl zu wenige Kalorien als auch zu wenig Eiweiß zu sich nehmen. Als Resultat hiervon besteht in einem solchen Fall die erste Priorität wie bereits erwähnt darin, die Protein- und Kalorienzufuhr während der Heilungsphase zu erhöhen (inklusive 2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht).
Doch selbst bei gut ernährten Sportlern ist eine Supplementierung mit Aminosäuren zur Anregung der Kollageneinlagerung und der Heilung wahrscheinlich von Vorteil. Die Kombination von Arginin (7g 2 x täglich), HMB (1.5g 2 x täglich) und Glutamin (7g 2 x täglich) wird mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit fettfreie Körpermasse während der Heilung aufrechterhalten. Gleichzeitig könnte dieser Ansatz die Kollagensynthese und den Heilungsprozess beschleunigen.
Zusammenfassung
Zusammengefasst wird die Heilung nach einer Sportverletzung durch eine organisierte Reaktion auf das akute Trauma charakterisiert. Zuerst wird eine Entzündung provoziert, um das beschädigte Gewebe zu entfernen. Danach teilen sich die Zellen (Proliferation), um das beschädigte Gewebe zu ersetzen. Am Ende ersetzen schließlich neue Zellen die Übergangszellen, um den Reparaturprozess zu stärken und eine höhere Resistenz gegen neue Verletzungen zu gewährleisten.Während jedem dieser Schritte des Reparaturprozesses können spezifische ernährungstechnische Strategien eingesetzt werden, um den Reparaturprozess zu unterstützen und zu beschleunigen. Die folgenden Strategien sind hierbei vom größten Nutzen:
- Man sollte alle 2 bis 4 Stunden essen.
- Jede Mahlzeit und jeder Snack sollte vollständiges Protein wie mageres Fleisch, fettarme Milchprodukte, Eier oder Proteinsupplements (falls vollwertige Nahrungsmittel nicht zur Verfügung stehen) beinhalten.
- Jede Mahlzeit und jeder Snack sollte 1 bis 2 Portionen Gemüse und/oder Obst (½ bis 1 ½ Tassen oder 1 bis 2 Stücke) mit größerem Fokus auf Gemüse umfassen.
- Zusätzliche Kohlenhydrate sollten in Form von Vollkornprodukten und minimal verarbeiteten Nahrungsmitteln wie Haferflocken, Yams, Bohnen oder Vollkornreis zugeführt werden. Der Sportler sollte weniger Kohlenhydrate zu sich nehmen, wenn er nicht trainiert und mehr, wenn er trainiert. Eine kohlenhydrat- oder stärkefreie Ernährung ist nicht wünschenswert.
- Der Sportler sollte jede der folgenden Quellen gesunder Fette täglich konsumieren: Avocados, Olivenöl, gemischte Nüsse, Leinsamen und Leinöl. Zusätzlich sollten die Ernährung mit 3 bis 9 Gramm Fischöl ergänzt werden.
- Der Sportler sollte folgende entzündungshemmende Nahrungsmittel zu sich nehmen: Currypulver/Turmeric, Knoblauch, Ananas, Kakao, Tee, Blaubeeren und Wein.
- Der Sportler sollte folgende Vitamine und Mineralstoffe während der ersten 2 bis 4 Wochen nach der Verletzung supplementieren: Vitamin A, Vitamin C, Kupfer und Zink.
- Eine Kombination aus Arginin, HMB und Glutamin sollte supplementiert werden, um die Aufrechterhaltung fettfreier Körpermasse zu fördern und die Kollageneinlagerung zu beschleunigen.
Wenn man mit einer Verletzung konfrontiert wird, dann ist es wichtig diese nicht einfach nur mit Ruhe, Eis und Celebrex auszusitzen und auf das Beste zu hoffen. Stattdessen sollte man bezüglich der Ernährung, der Therapie und weiterer Behandlungsstrategien proaktiv werden, um sicherzustellen, dass die Heilung schnell und vollständig verläuft.