Der Sommer steht vor der Tür (zumindest laut Kalender, wenn man das Fenster aufmacht, dann noch nicht so ganz) und daher macht die Supplement-Industrie wieder großen Umsatz mit Fatburnern. Gleichzeitig ist der "Skandal" um 1,3 DMAA voll am Laufen und die von vielen so geliebten Trainingsbooster wie "Jack3d", "1MR", "Hemo Rage", oder ähnliches mit DMAA werden aus dem Verkehr gezogen. Dass diese beiden Dinge zusammenfallen, brachte mich auf die Idee für diesen Artikel mit einem außerordentlich tollen Namen.

Viele verlassen sich in ihrer "Diät" auf sogenannte Fatburner, in der Hoffnung, dass sie so einige Pfunde abspecken können und alles ja viel leichter gehen würde. Während gute Fatburner in einer ambitionierten Diät sicher einen Platz haben, erlebe ich immer wieder, wie Kerle, die ein ganzes Jahr Müll von A bis Z aßen, jetzt auf einmal mit 20% Körperfett einsehen, dass sie für den Sommer ja in Form kommen müssten. Was ist da der erste Schritt? Natürlich, Großbestellung bei einem englischen Shop, der Burner verkauft, die "viel zu gut" für den deutschen Markt sind, wenn ihr versteht, was ich meine. Dann folgt aber der große Fehler, es wird direkt mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Ich habe jetzt bewusst einmal in die Logs vom letzten Jahr geschaut und ähnliche Vorgehensweisen bei der erwähnten Problemgruppe gefunden:
  • Schritt 1: Burner bestellen
  • Schritt 2: ganz egal, was die Dosierungsvorgabe sagt, das doppelte dreimal täglich
  • Schritt 3: etwas Wasser verlieren, Annahme: Die Diät funktioniert!!!
  • Schritt 4: Gewicht stagniert, Form wird nicht besser
  • Schritt 5: Wieder bei Schritt 1 anfangen
Zuschauerfrage: Wie sollte die Einnahme richtig sein?

Na, Anwort parat? preview

Hier kommt die Lösung:
  • Schritt 1: Sich über das Diätziel Gedanken machen
  • Schritt 2: Ernährungsplan erstellen mit schrittweiser Anpassung
  • Schritt 3: Diät starten und einige Zeit durchziehen
  • Schritt 4: Endspurt, jetzt kommen die Fatburner ins Spiel
  • Schritt 5: Profit
Auf diesem Wege kann man eine Menge erreichen. Die einzige Voraussetzung ist Disziplin und ich gehe einmal stark davon aus, dass viele Personen sich ihrer eigens möglichen Disziplin nicht bewusst sind. Macht man erstmal den Schritt zu einem disziplinierten Essen, so wird man sich daran gewöhnen und merken, was es über das ganze Jahr für Vorteile bringt. Nebenbei kann man noch die Schummelmahlzeiten viel mehr genießen und diese als natürliche Hilfe fürs Training einsetzen, indem man ein fettes Cheatmeal ein paar Stunden vom Training entfernt zu sich nimmt (Ausnahme Beintraining, das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Griff ins Klo).

Fatburner sollten eine HILFE sein und nicht DAS Diätmittel. Vielen erzähle ich hier nichts Neues, doch mir geht es um die Grundidee und da kommen auch die Booster ins Spiel.

Munter vor jedem Training werden mehr oder minder starke Pre-Workout Supps genommen, die Pump vergrößern, Vaskularität verbessern und Kraft steigern sollen. Anstatt diese Supps an Tagen zu nehmen, an denen die Motivation nach einem langen Arbeitstag und Stress mit der Freundin im Keller ist, wird munter vor jedem Training ein Scoop nach dem anderen hinter die Binde gekippt, sodass irgendwann das subjektive Gefühl existiert, dass ohne das Zeug nichts mehr geht. Mir will es nicht in den Kopf reingehen, dass man das Training von solchen Faktoren abhängig macht. Wenn man etwas BRAUCHT, was die Motivation angeblich steigert, auch wenn es nur Placebo ist, dann sollte man die Motivik des Trainings noch einmal überdenken. Wofür trainiert man denn? Man will sich selbst verbessern. Das wird anstrengend, klar. Aber wenn die Motivation wirklich abfällt, dann muss man das Training ändern und nicht einen weiteren Faktor ins Boot holen, von dem man Sachen abhängig macht. Das Training ist sowieso unweigerlich von vielen Dingen abhängig; die einen sind beeinflussbar und die anderen nicht. Dazu gehören die Öffnungszeit des Studios, belegte Geräte, Essen und Trinken über den Tag, Verkehrsmittel, Entfernung des Studios, Stress auf der Arbeit oder in der Beziehung, Verletzungen und Krankheiten, Geldprobleme und manchmal sogar die Wahl der richtigen Unterhose fürs Beintraining. Es ist also nur unpraktisch einen weiteren Faktor zu ergänzen, von dem man den Erfolg oder Misserfolg einer Einheit abhängig macht.

Leidenschaft fürs Training ist der einzige Booster, den man auf regulärer Basis braucht und dieser erfüllt sogar die Versprechungen, nicht wie die Produkte mit dem Namen "Gigantpump 8000". Leidenschaft verpasst Dir Zuwächse und Formverbesserungen und dazu das Wichtigste: Spaß.

Um seinen Körper über Jahre hinweg auf hohem Niveau quälen zu können, braucht man natürlich einen an der Waffel und dazu Spaß. Der Spaß hält sich zwar direkt bei schwerem Heben oder Beugen stark in Grenzen, doch das Gefühl danach möchte ich für meinen Teil zumindest nicht missen. Training sollte ein Ventil am Ende des Tages sein und keine weitere Last. Ein Mensch kann immer nur eine gewisse Anzahl an Zwängen erdulden und da ist das letzte was man braucht eine selbstauferlegte Last.

Wenn sich eine Einheit nach der anderen immer schwerer anfühlt und man das Gefühl hat langsam auszubrennen, dann macht eine Woche Pause. Ganz ehrlich, macht eine volle Woche bis sogar zwei Pause und ab Tag 5 oder 12 wird etwas Besonderes passieren. Der Drang nach Verausgabung steigt, man will wieder das Eisen in der Hand spüren und vollkommen erschöpft in die Dusche steigen. Das Beste kommt noch zusätzlich: Plateaus werden überwunden und der Spaß am Training kehrt zurück. Im Nachhinein werdet ihr gar nicht mehr wissen, warum ihr einmal Booster gebraucht habt.

Ich kann es nicht oft genug sagen, Erfolg ist eine ENTSCHEIDUNG. Entscheidungen verändern alles und solange man Entscheidungen in die richtige Richtung macht, wird der Rest bis zu einem gewissen Grad nachziehen. Niemand sehnt sich nach Versagen, doch tun es so viele. Dies passiert meist, weil es an Vorbereitung und Wachsamkeit mangelt. Der führende Geräte-Hersteller im Powerlifting EliteFTS mit Inhaber Dave Tate hat einen grandiosen Slogan dafür:

PREPARE
PERFORM
PREVAIL


Sinngemäß: Bereite Dich vor, liefere die Leistung ab und habe Erfolg. Das Ziel darf nur nicht zu utopisch sein. Sicher muss es hoch genug gesteckt sein, doch nicht völlig unerreichbar.

Wenn Du also das nächste Mal denkst, eine Einheit ausfallen zu lassen weil etwas nicht stimmt (Du die falschen Socken an hast oder die Sonne zu stark scheint), denke an Dein Ziel und ob es für Dich in Reichweite liegt. Wenn nicht, machst Du Dir unnötigen Stress, der Dich auszehrt.

Bis zum nächsten Mal.