Wie gewöhnlich wird das Ganze etwas länger werden, weshalb ich diesen Artikel auf mehrere Teile aufteilen werde. Heute möchte ich mich hauptsächlich auf die zugrundeliegende Physiologie bei übergewichtigen Anfängern konzentrieren (und man sollte sich nichts vormachen, das, was ich abdecken werde, wird nicht ansatzweise umfassend sein – ich werde mich primär mit Themen beschäftigen, die für den Fettabbau relevant sind). Im nächsten Teil dieses Artikels werde ich einen Blick auf einige praktische Themen werfen, die meiner Meinung nach viele vergessen, wenn sie Übergewichtigen Ratschläge geben oder diese trainieren.
Heute möchte ich folgenden Kommentar aus dem Artikel "Fasted Cardio and Fat Loss – Q&A" aufgreifen und vertiefen:
Bei sehr stark übergewichtigen und fettleibigen Mensche (ich spreche hier von einem Körperfettanteil von 35%+ bei Männern und 40%+ bei Frauen) besteht genau das umgekehrte Problem. Im Blutkreislauf zirkulieren tonnenweise Fettsäuren, doch aus einer ganzen Reihe von Gründen ist die Fettsäureoxidation beeinträchtigt. Um dieses Thema (zusammen mit Ansätzen zur Lösung dieses Problems) in vollem Umfang zu diskutieren, bedürfte es eines eigenen Artikels und ich werde über diese Gruppe von Personen in diesem Artikel nicht viel mehr sagen.
Auch wenn ich dies recht schnell abhandeln könnte, bin ich der Ansicht, dass es andere Themen gibt, die es Wert sind, näher betrachtet zu werden, wenn man sich das Training für extrem übergewichtige Menschen ansieht und mit diesen Themen werde ich mich im Lauf dieser Artikelserie beschäftigen.
Definition einiger Begriffe
Was die Definition extrem übergewichtigen Menschen angeht, verwende ich in dieser Artikelserie primär den Körperfettanteil als bestimmenden Faktor. Ein Mann mit 35%+ und ein Frau mit 40%+ Körperfett fallen in diese Kategorie. Es ist möglich, sogar noch höhere Werte zu beobachten – 50 – 60% sind bei wirklich extrem Übergewichtigen ohne weiteres im Bereich des Möglichen.Ich hier nicht den BMI verwenden (für eine genauere Beschreibung siehe den Artikel "Measuring Body Composition Part 1"), auch wenn dieser bei der angesprochenen Gruppe von Personen recht akkurat zu sein scheint. Auch wenn sie existieren (für gewöhnlich sehr schwere Kraft-/Powersportler, die Steroide verwenden), sieht man nicht viele Menschen, die mehr als 135 Kilo schwer sind und nicht viel Körperfett mit sich herumtragen.
Ich möchte weiterhin anmerken, dass es auch für relativ leichte Menschen möglich ist, einiges an Körperfett mit sich herumzutragen und vieles von dem, auf das ich im Bezug auf die zugrundeliegende physiologische "Defekte" eingehen werde, trifft auch auf diese Gruppe zu. Doch bei Menschen, die sowohl zusätzliches Gewicht als auch Körperfett mit sich herumtragen, gibt es Themen (primär Themen der Programmgestaltung), die man dringend berücksichtigen muss. Ich werde diese praktischen Themen im zweiten Teil dieser Artikelserie behandeln. preview
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Damit wir uns richtig verstehen
Als abschließende pedantische Bemerkung – um zu verhindern, dass mich jemand falsch versteht – möchte ich anmerken, dass ich diesen Begriff "Defekt", den ich oben verwendet habe, auch im weiteren Verlauf des Artikels benutzen werde, doch ich möchte klarstellen, dass ich diese nicht im wörtlichen Sinn meine. Durch ein starkes Übergewicht werden viele physiologische Systeme beeinträchtigt (und ob dies die Ursache oder die Konsequenz des Übergewichts ist, ist umstritten), was bedeutet, dass sie relativ zu dem, was man als eine "normale" Physiologie ansehen würde, als fehlerbehaftet betrachtet werden können.Doch ich verwende den Begriff "Defekt" nicht, um zu versuchen auf eine negative Art und Weise zu suggeriere, dass Übergewicht eine krankhafter Zustand ist. Das Wort "Defekt" neigt dazu, ein negativ besetztes Wort zu sein (genau wie sich die buchstäblicher Bedeutung des Wortes "abnormal" und die Bedeutungen, die mit diesem Wort in Verbindung gebracht werden, voneinander unterscheiden) und ich verwende dieses Wort nicht in diesem Sinn.
Insulinresistenz/Syndrome X: Teil 1
Wenn es ein stoffwechseltechnisches Problem gibt (und in Wirklichkeit handelt es sich hierbei um eine ganze Reihe von Problemen) das dazu neigt, mit dem Übergewicht Hand in Hand zu gehen, dann ist es das, was als Syndrom X bezeichnet wird und auch unter der Bezeichnung metabolisches Syndrom bekannt ist. Ich möchte in diesem Zusammenhang anmerken, dass auch wenn Übergewicht dazu neigt, einer der größten prädisponierenden Faktoren zu sein, dieses weder eine Garantie noch eine Voraussetzung für das Syndrom X ist.Es gibt Menschen, die trotz ihres Übergewichts stoffwechseltechnisch gesehenen "normal" oder "gesund" sind und es ist genauso gut möglich Elemente des metabolischen Syndroms (typischerweise eine Insulinresistenz, auf welche ich mich hier konzentrieren werde) aufzuweisen, ohne dass man hierfür übergewichtig sein muss. Im Durchschnitt neigen übergewichtige Menschen jedoch dazu, ein drastisch erhöhtes Risiko für eine Entwicklung des metabolischen Syndroms aufzuweisen.
Das metabolische Syndrom ist eigentlich eine Kombination unterschiedlicher Dinge, zu denen Probleme wie falsch regulierte Blutfettspiegel, hoher Blutdruck und eine Waagenladung anderer Dinge gehören. Ich werde mich nicht näher mit diesen beschäftigen, da sie für das Hauptthema dieses Artikels – den Fettabbau – keine große Relevanz besitzen. Ich möchte mich vielmehr auf die Insulinresistenz konzentrieren.
Eine Insulinresistenz beschreibt einfach ausgedrückt eine Situation, bei der unterschiedliche Gewebetypen des Körpers inklusive Skelettmuskulatur, Leber und Fettzellen nicht länger angemessen auf das vom Hormon Insulin gesendete Signal reagieren. Dies hat eine Reihe von Konsequenzen, die unter anderem falsch regulierte Blutzuckerspiegel umfassen.
Es kommt typischerweise nicht nur zu einer Erhöhung der Blutzuckerspiegel im nüchternen Zustand (welche für dieses Syndrom/die Vorstufe einer Diabetes diagnostisch sind) sondern es können auch einige seltsame Dinge in Reaktion auf den Verzehr von Kohlenhydraten geschehen. In der Regel kommt es zu einer Insulin Überproduktion in Reaktion auf ihren Verzehr, die den Blutzuckerspiegel zu stark absenkt und eine Unterzuckerung und/oder Hunger hervorrufen kann.
Darüber hinaus können weitere negative Dinge geschehen, da die Leber nicht länger angemessen auf das von Insulin gesendete Signal reagiert, auf die ich jedoch an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte. Von einiger Bedeutung – und ich möchte anmerken, dass die Ursachen der Insulinresistenz hieran beteiligt sind – ist die Tatsache, dass die Fettzellen gegenüber den Wirkungen von Insulin resistent werden, wenn der Körper eine Insulinresistenz entwickelt. Dies hat eine Reihe von Konsequenzen, von denen eine darin besteht, dass Insulin die Freisetzung von Fettsäuren aus den Fettzellen nicht länger hemmt, was ein Teil von dem ist, auf das ich mich in der oben zitierten Bemerkung bezogen habe.
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Insulinresistenz: Teil 2
Im Rahmen einer normalen Physiologie wird der Körper in Reaktion auf eine Erhöhung der Insulinspiegel (aufgrund des Verzehrs von Kohlenhydraten oder Protein) die Fettsäurespiegel reduzieren. Bei Übergewichtigen wird dieser Pfadweg jedoch gehemmt (dies ist ein Teil des Grundes dafür, dass Medikamente wie Wachstumshormone, Clenbuterol oder Insulin, die eine Insulinresistenz induzieren, den Fettabbau häufig verbessern können). Die Insulinresistenz auf Ebene der Fettzellen ist mit ein Grund dafür, dass die ganze Zeit über eine große Menge an Fettsäuren im Blutkreislauf zirkulieren wird.Dies ist in der Tat ein Teil von dem, was eine weiterführende Insulinresistenz (insbesondere im Bereich der Skelettmuskelzellen) verursacht: chronisch erhöhte Fettsäurespiegel im Blut. Da Insulin an der Fettspeicherung beteiligt ist, bedeutet dies natürlich, dass die zugeführten Kalorien nicht länger einen Ort haben, an dem sie gespeichert werden können, da Insulin seine Rolle als Speicherhormon nicht länger erfüllt. Dies ist ein Teil von dem, was zu erhöhten Blutspiegeln von Glukose, Fettsäuren, usw. führt – diese Substanzen können nicht länger dort gespeichert werden, wo sie hingehören.
Dies stellt eine Anpassung an das Übergewicht dar, die versucht die Kalorien von den Fettzellen "weg zu schieben" (zugunsten einer Verbrennung anderswo). Ich habe in meinen Büchern (insbesondere im Buch "The Ultimate Diet 2.0") erwähnt, dass es in diesem Sinn unter bestimmten Umständen eine gute Sache sein kann, wenn man insulinresistent ist.
Dies ist besonders bei sowohl einer kohlenhydratarmen als auch einer kalorienarmen Diät der Fall. Wenn die Fettzellen versuchen Kalorien außen vor zu lassen (und sie zum Zweck der Verbrennung woanders hin schieben), erleichtert dies den Fettabbau. In diesem Zusammenhang sollte ich erwähnen, dass eine der primären Anpassungen an einen sinkenden Körperfettanteil in einer massiven Erhöhung der Insulinsensitivität besteht, welche mit ein Grund dafür ist, dass die Mobilisierung von Fettsäuren schwerer wird, wenn man schlanke wird.
Doch zurück zu den Übergewichtigen. Diese Anpassung ist nur dann von Vorteil, WENN andere Gewebe dazu in der Lage sind, diese Fettsäuren optimal zu verbrennen, worauf ich gleich zurückkommen werde.
Ich möchte diese Sektion damit beenden hervorzuheben, dass die Insulinresistenz einige praktische Implikationen bezüglich der Wahl der Diät besitzt. Unabhängig davon, ob sie einen stoffwechseltechnischen Vorteil bezüglich des Fettabbaus mit sich bringen, ist recht klar geworden, dass Diäten mit reduzierter Kohlenhydratzufuhr (und einer gesteigerten Protein-/Fettzufuhr) eine Reihe von stoffwechseltechnischen Parametern verbessern, die mit dem metabolischen Syndrom in Verbindung stehen. Dies ist umso mehr der Fall, wenn es zu einem Gewichts-/Fettabbau kommt.
Ich werde im zweiten Teil dieser Artikelserie hierauf zurück kommen und möchte in diesem Zusammenhang außerdem auf den Artikel "Insulin Sensitivity and Fat Loss" verweisen. Weitere Informationen zum Thema Insulin und Fettabbau finden sich auch im Artikel "Insulin Levels and Fat Loss – QA" wieder.
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RER, RQ und NPRQ
RER bezieht sich auf das respiratorische Austauschverhältnis (Respiratory Exchange Ratio), RQ auf den respiratorischen Quotienten (Respiratory Quotient) und NPRQ auf den nicht-Protein respiratorischen Quotienten (Non-Protein Respiratory Quotient). Alle drei beziehen sich im Grunde genommen mehr oder weniger auf dasselbe und ich werde von nun an den RER verwenden. Worauf sie sich beziehen ist die Mischung des "Brennstoffes", die der Körper im Ruhezustand und während körperlicher Aktivitäten verwendet. Ich möchte den Leser nicht mit den Details langweilen und im Grunde genommen sind diese drei Dinge alle ein Maß für das Verhältnis von konsumiertem Sauerstoff zu produziertem Kohlendioxid und dieses Verhältnis wird als Stellvertreter für den vom Körper verwendeten Brennstoff verwendet.Biochemisch wissen wir, dass die Verbrennung von Kohlenhydraten einen RER Wert von 1.0 aufweist (1 Molekül Sauerstoff (O2) wird für jedes Molekül Kohlendioxid (CO2) verstoffwechselt). Die Verbrennung von Fett hat einen RER von 0,7 und Protein liegt mit einem RER von etwa 0,86 (abhängig von der Proteinquelle) irgendwo in der Mitte.
Unter der Voraussetzung, dass eine ganze Reihe von Umständen zutrifft, mit denen ich den Leser nicht langweilen werde (ein kritischer Faktor sind statische Umstände, was Ruhezustand oder aerobe Aktivitäten bedeutet – eine Messung des RER während anaerober Aktivitäten ist problematisch), sagt uns eine Messung des RER, was der Körper zum Zweck der Energiegewinnung verbrennt. Ich möchte in diesem Zusammenhang anmerken, dass Protein, da es nur selten in massivem Umfang vom Körper als Brennstoff verwendet wird, typischerweise ignoriert wird. Hierauf bezieht sich der NPRQ - nicht-Protein respiratorischen Quotienten (Non-Protein Respiratory Quotient). Ich werde Protein hier ignorieren.
Unter dieser Annahme würde ein RER von 0,7 darauf hindeuten, dass zu 100% Fett zum Zweck der Energieversorgung verbrannt wird, wogegen ein RER von 1,0 auf eine reine Verbrennung von Kohlenhydraten hindeuten würde. Jeder Wert zwischen diesen beiden Extremen bedeutet eine Verwendung von sowohl Fett als auch Kohlenhydraten (niedrigere Werte bedeuten eine stärkere Fettverbrennung, während höhere Werte eine stärkere Kohlenhydratverbrennung bedeuten) und im Web finden sich Tabellen für unterschiedliche RER Werte. Ich möchte anmerken, dass der RER in einigen seltsamen Situationen auf Werte unterhalb von 0,7 sinken kann, was mit einer Besonderheit des Kohlendioxydstoffwechsels im Rahmen ketogener Diäten zu tun hat, worüber sich der Leser jedoch keine Gedanken machen muss.
Was bestimmt den RER? Nun, hier gibt es meine ganze Reihe von Faktoren. Geschlecht (der RER kann sich im Verlauf des monatlichen Zyklus verändern), Trainingsstatus (mehr Training neigt dazu, den RER zu senken) und wahrscheinlich auch die Genetik spielen hierbei eine Rolle. Von einer gewissen Bedeutung ist auch, dass die gewohnheitsmäßige Ernährung die Dinge auf mindestens zwei Wegen massiv beeinflussen kann.
Wie ich in den Artikeln "Nutrient Intake, Nutrient Storage and Nutrient Oxidation" und "How We Get Fat" beschrieben habe, passt der Körper die Verwendung des Brennstoffs an die Zufuhr an. Wenn man Protein ignoriert, neigt die Kohlenhydratzufuhr dazu, die Dinge am stärksten zu beeinflussen. Wenn man mehr Kohlenhydrate zu sich nimmt, dann verbrennt man weniger Fett und mehr Kohlenhydrate (und der RER steigt).
Auch der Status des Muskelglykogens beeinflusst den RER in großem Umfang. Hohe Muskelglykogenspiegel neigen dazu, die Fettverbrennung zugunsten einer Oxidation von Kohlenhydraten zu beeinträchtigen. Dies bedeutet, dass wenn die Muskelglykogenspiegel ständig erhöht werden, der Körper mehr Kohlenhydrate und weniger Fett verbrennt. Hieran sollte man sich erinnern, wenn ich im zweiten Teil dieses Artikels über die Diät spreche.
Worauf möchte ich hinaus? Eigentlich auf zwei Dinge. Das erste ist, dass viele Studien zeigen, dass Übergewichtige im Durchschnitt einen höheren RER im Ruhezustand aufweisen, was bedeutet, dass sie dazu neigen, vorzugsweise Kohlenhydrate zum Zweck der Energiegewinnung zu verbrennen. Eine Studie, die gerade erst veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass der RER im Ruhezustand ein Indikator für den RER während körperlicher Aktivitäten ist. Dies bedeutet, dass Menschen, die im Ruhezustand mehr Kohlenhydrate verbrennen, auch während des Trainings mehr Kohlenhydrate verbrennen werden und umgekehrt.
Das Zweite ist, dass die gewohnheitsmäßige Ernährung (und ich spreche hier von einer Ernährung die sowohl reich an Fett als auch an Kohlenhydraten ist und die Erhaltungskalorienmenge übersteigt) eine Ursache für weitere Probleme wie eine beeinträchtigte Fettverbrennung und eine vorzugsweise Verwendung von Kohlenhydraten sein kann. Auch hierüber werde ich im zweiten Teil dieses Artikels noch sprechen.
Dies bringt mich wieder zu meinem Zitat aus dem oben erwähnten Artikel, das besagt, dass Übergewichtige dazu neigen, eine Menge Fettsäuren im Blutkreislauf zu aufzuweisen, aber ihre Fähigkeit, diese zu verbrennen, beeinträchtigt ist. Dies bringt mich zum nächsten "Defekt".
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Eine beeinträchtigte Mitochondrialfunktion
Eine Reihe von Studien hat im Lauf der letzten Jahre Hinweise auf eine beeinträchtigte Mitochondrialfunktion gefunden. Als Hintergrundinformation sei erwähnt, dass Mitochondrien – wie jeder wahrscheinlich in der Schule gelernt und später wieder vergessen hat – spezialisierte Teile der Zellen sind, in denen Dinge – insbesondere Fettsäuren – verbrannt werden.Hinter der Entstehung und Verwendung der Mitochondrien im Lauf der Evolution steckt eine faszinierende Geschichte, doch selbst ich bin nicht streberhaft genug, um diese hier im Detail wiederzugeben. Ach ja, ich wäre nachlässig, wenn ich nicht erwähnen würde, dass die Mitochondrien DIE KRAFTWERKE DER ZELLE sind (ein Insiderwitz für Biochemie Strebertypen).
Doch Studie für Studie für Studie findet eine beeinträchtigte Funktion der Mitochondrien bei sowohl Übergewicht als auch bei Diabetes (ich möchte anmerken, dass für letztere Gruppe mehr Untersuchungen durchgeführt wurden) und dies besitzt eine Reihe von stoffwechseltechnischen Konsequenzen, zu denen unter anderem eine beeinträchtigte Fettoxidation gehört (Einige Studien zeigen außerdem, dass Übergewichtige die Fettoxidation während Aktivitäten nicht so gut wie schlanke Menschen erhöhen. Im Grunde genommen haben sie die stoffwechseltechnische Flexibilität verloren, zwischen diesen beiden Energieträgern umzuschalten).
Eine andere Konsequenz besteht darin, dass Fettsäuren, weil sie nicht in den Muskelzellen (oder der Leber) verbrannt werden können, häufig an unangemessenen Stellen eingelagert werden oder in Dinge wie Ceramide umgewandelt werden, die weitere Probleme verursachen. Doch das geht etwas tiefer ins Detail, als ich an dieser Stelle gehen möchte.
Eine Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist die Frage nach der Ursache hiervon. Hilft eine beeinträchtigte Mitochondrialfunktion bei der Generierung des Übergewichts oder verursacht Übergewicht eine Beeinträchtigung der Mitochondrialfunktion? Man kann diese Begriffe durch praktisch alle anderen ersetzen – es stellt sich immer die große Frage nach Ursache und Wirkung.
Diese Frage ist manchmal nur schwer zu beantworten und es gibt auch noch eine dritte Möglichkeit, die viele zu ignorieren neigen: vielleicht ist eine subklinische Beeinträchtigung der Mitochondrialfunktion ein prädestinierender Faktor für Übergewicht und wenn dies mit der modernen Ernährung und dem modernen Lebensstil kombiniert wird, könnten die Probleme schlimmer werden, wenn man übergewichtig wird. Für gewöhnlich ist diese dritte Möglichkeit bei den meisten dieser Fragen die Wahrheit.
In der Regel kann diese Frage zumindest teilweise beantwortet werden, wenn man beobachtet, dass ein Gewichtsverlust und/oder eine Erhöhung der körperlichen Aktivität dabei helfen, diesen „Defekt“ umzukehren. In Fall der meisten Aspekte des metabolischen Syndroms neigen sowohl Diät als auch ein Gewichtsverlust dazu, die Dinge zu verbessern. Ich möchte in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass "verbessern" nicht notwendigerweise dasselbe wie "eliminieren" bedeutet.
Ich möchte an dieser Stelle auf meinen Artikel "Biggest Loser Feedback" verweisen, in dem einer der Teilnehmer bei dieser Show die Verbesserungen bezüglich Herzfrequenz, Blutdruck und Blutzucker beschreibt, die er bereits nach 14 Tagen beobachten konnte. Er erreichte im Grunde genommen neben einer massiven Erhöhung der Aktivitäten und einem massiven Gewichtsverlust innerhalb einer minimalen Zeitspanne eine Normalisierung.
Im Fall der fehlerhaften Mitochondrialfunktion – und kann ich mich hierbei nur an ein oder zwei aktuelle Veröffentlichungen erinnern – scheint die Antwort darin zu bestehen, dass der "Defekt" durch eine Erhöhung der Aktivität zu verschwinden scheint. Wir wissen seit Jahrzehnten, dass eine Anpassung an regelmäßiges aerobes Training in einer gesteigerten Anzahl und Aktivität der Mitochondrien besteht und es wäre seltsam, wenn dies nicht auch bei Übergewichtigen der Fall wäre, wenn nicht gerade einige massive pathophysiologischen Probleme auftreten.
Anderes Zeugs
Das oben Beschriebene beginnt nicht einmal damit, an der Oberfläche von all dem zu kratzen, das bei übergewichtigen Personen vor sich geht, doch wie ich bereits erwähnt habe, versuche ich an dieser Stelle nicht allumfassend zu sein. Ich möchte bevor ich fortfahre noch ein paar andere Dinge erwähnen, die größtenteils als Vorbereitung für den zweiten Teil dieses Artikels dienen werden.Zumindest im Bezug auf Training per se, habe ich für gewöhnlich einige wichtige Themen gesehen, die viele Trainier nicht in Betracht zu ziehen neigen. Das erste ist spezifisch für kommerzielle Fitnessstudios, doch sehr stark übergewichtige Menschen scheuen sich häufig aufgrund von Scham davor, in ein Fitnessstudio zu gehen. Es kann hart sein, von einigen schlanken Menschen umgeben zu sein, wenn man gerade erst mit dem Training beginnt. Hier ist eine positive Erfahrung für den Start ein entscheidender Faktor – auch hierauf werde ich im zweiten Teil dieses Artikels zurückkommen. Ich möchte in diesem Zusammenhang anmerken, dass eine positive Erfahrung infolge der Aktivität ein wichtiger Schlüsselfaktor für die langfristige Befolgung des Fettabbauplans ist – wie überraschend.
Zusätzlich hierzu weisen Übergewichtige häufig nur eine niedrige Toleranz gegenüber körperlichen Aktivitäten auf. Sicher, man hat Biggest Loser gesehen und die Teilnehmer beginnen sofort mit stundenlangen körperlichen Aktivitäten – und viele haben unterschiedliche Verletzungen hierdurch erlitten. Ein Teilnehmer von Biggest Loser Australien, der ein Blutgerinnsel entwickelte, musste sich hiernach auf ein niedriges Volumen und Aktivitäten von niedriger Intensität beschränken.
Lustigerweise verlor er das meiste Gewicht von allen. Dies könnte eine Lektion darstellen…
Und man sollte sich nichts vormachen - irgendwann werden die jemanden mit diesem dämlichen Müll umbringen. Ich habe das schon privat erlebt (das örtliche Golds Gym hat vor Jahren einen Trainierenden umgebracht, indem sie ihn sofort hochintensives Training haben ausführen lassen – er bekam einen Herzinfarkt und fiel tot um), doch dort wird es im Fernsehen zur besten Sendezeit geschehen – man sollte sich meine Worte merken.
Im Allgemeinen gilt jedoch, dass wenn es keine 250 Tausend Dollar gibt, die einen antreiben, Übergewichtige häufig eine sehr geringe Toleranz gegenüber jeglicher Art von Aktivität aufweisen. Wenn sie sich beim ersten Mal zu sehr anstrengen müssen, dann ist es unwahrscheinlich, dass sie überhaupt ein zweites Mal versuchen werden zu trainiere. Mit der Idee im Kopf, "eine positive Erfahrung sicherzustellen", macht es wahrscheinlich Sinn, langsam zu beginnen und die Intensität schrittweise zu steigern, anstatt diese Menschen gleich in die Trainingshölle zu werfen. Der zweite Ansatz wird vielleicht schnellere kurzfristige Resultate mit sich bringen, doch die langfristigen Resultate sind meiner Ansicht nach viel stärker gefährdet.
Zu guter Letzt sind da noch die einfachen Realitäten, die ins Spiel kommen, wenn eine schwerere Person ihren Körper im Rahmen sportlicher Aktivitäten (sowohl bei einem Training mit Gewichen als auch einem Cardiotraining) bewegt. Es gibt Gelenkprobleme, die man berücksichtigen muss und außerdem sind da noch die Realitäten der Koordination, von denen eine 56 Kilo schwere Trainerin keine Vorstellung hat, usw. Dies besitzt Implikationen für die Übungsauswahl und das, was man mit übergewichtigen Anfängen tun kann, und was nicht.
Und auch jetzt bin ich mir sicher, dass ich einige Themen zwischen dem Blick auf die physiologischen Themen und dem Obigen ausgelassen habe. Doch dies ist ein guter Zeitpunkt, um den ersten Teil dieser Artikelserie zu beenden. Ich werde in den folgenden Teilen über einige praktische Anwendungen sprechen und beschreiben, wie ich basierend auf diesen Informationen einen übergewichtigen Anfänger trainieren würde (und dies auch in der Praxis schon getan habe).