Hiernach werde ich darüber sprechen, wie ich die erste Trainingseinheit mit übergewichtigen (oder nicht übergewichtigen) Anfängern im Bezug auf Struktur und Allgemeinheiten des Trainings usw. angehen würde. Zu guter Letzt (und das meine ich wirklich so), werde ich diese Artikelserie mit dem sechsten Teil abschließen und in diesem über Progression, wann und wie man die Dinge steigert und wie man sicherstellt, dass übergewichtige Anfänger weiterhin Fortschritte machen, sprechen.
Ich möchte gleich zu Beginn anmerken, dass einiges von dem, was ich schreiben werde, ganz einfach das repräsentiert, was ich in der Vergangenheit bereits gemacht habe, bzw. was bei dieser Personengruppe basierend auf meinen Erfahrungen als persönlicher Trainer funktioniert. Einiges wird auch das repräsentieren, was ich heute tun würde, wenn ich immer noch als persönlicher Trainer für diesen Kreis von Personen arbeiten würde. Der Leser wird bemerken, dass sich heute abgesehen von Kleinigkeiten (ich würde z. B. einige Dinge im Fitnessstudio im Bezug auf Wiederholungsbereiche und Volumen einen Touch anders gestalten.) nicht wirklich etwas ändern würde.
Nachdem dies gesagt wurde und ich befürchte, dass einige meiner Kommentare bezüglich des Trainings für übergewichtige Anfänger im dritten Teil diese Artikelserie falsch gedeutet wurden, möchte ich einen Blick auf die Unmenge an Vorzügen werfen, die es mit sich bringt, wenn man bei übergewichtigen Anfängern bereits ab dem ersten Tag sowohl ein Training mit Gewichten als auch Cardiotraining mit in das Trainingsprogramm aufnimmt.
Vorzüge des Trainings mit Gewichten
Wie ich im zweiten Teil dieses Artikels erwähnt habe, besteht eine häufig nicht in ausreichendem Umfang geschätzte Tatsache darin, dass Übergewichtige während des Aufbaus ihres Übergewichts regelmäßig Muskelmasse aufbauen. Auch wenn das Training mit Gewichten immer noch mehrere wichtige Rollen spielen kann, ist es deshalb – wie ich bereits zuvor angemerkt habe - nicht unbedingt sinnvoll eine enorme Menge an Zeit und Energie in diese Art des Trainings zu investieren. Man sollte ein Training mit Gewichten ausführen, aber keine Unmengen hiervon. Doch worin liegen die Vorteile eines Trainings mit Gewichten bei übergewichtigen Anfängern, wenn man das gerade Gesagte erst einmal ignoriert?Nun, ich habe bereits ausgiebig davon gesprochen, dass eine Entleerung der Muskelglykogenspeicher die Verwendung von Körperfett und die fettverbrennenden Pfadwege verbessert. Zusammen mit einer Reduzierung der Kohlenhydrat-/Kalorienzufuhr kann dies eine partitionierende Wirkung besitzen, indem es den Fettsäuren (die im Blutkreislauf zirkulieren) einen Ort gibt, an dem sie verbrannt werden können.
Wie ich im Artikel "Adding Muscle While Losing Fat – Q&A" beschrieben habe, vermute ich, dass einer der Gründe dafür, dass sehr fette Anfänger Muskeln aufbauen können, während sie Fett verlieren, mit der Dynamik von dem zusammenhängt, was physiologisch in Folge des Übergewichts vor sich geht. Man sollte erkennen, dass korrekt ausgeführtes Training wahrscheinlich das mit Abstand wirkungsvollste Werkzeug ist, mit dessen Hilfe wir die Kalorienpartitionierung (wo die Kalorien "hin gehen") verändern können, wobei regelmäßiges Training die Nährstoffaufnahmen in der Skelettmuskulatur im Vergleich zu anderen Gewebetypen bevorzugt.
Man sollte sich eine Situation vorstellen, in der die Fettzellen in Folge einer körperweiten Insulinresistenz Kalorien effektiv von sich weg "schieben". Wenn man diesen Kalorien durch das Training einen Ort gibt, zu dem sie "gehen" können, dann scheint der Körper Kalorien von den Fettzellen weg in Richtung Muskelgewebe zu verschieben. Viola, Fett wird abgebaut und Muskeln werden aufgebaut.
Ich möchte in diesem Zusammenhang noch einmal erwähnen, dass Übergewichtige bereits etwas zusätzliche fettfreie Körpermasse während des Aufbaus ihres Übergewichts mit aufgebaut haben – spezifisch zu versuchen Muskelmasse aufzubauen ist deshalb kein so wichtiges Ziel. Es geschieht, doch es ist bei dieser Population nicht das primäre Ziel. Man sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass geringfügige Zuwächse an Muskelmasse die Gewichtsveränderungen auf der Waage insofern beeinflussen können, dass man denken könnte, dass der Fettabbau mit einer langsameren Rate vonstatten geht. Dies neigt jedoch dazu, nur in den sehr frühen Phasen des Trainings von Anfängern der Fall zu sein.
Doch was sind darüber hinaus einige andere Vorzüge eines Trainings mit Gewichten für diese Population? Einer hat ganz einfach mit der Korrektur vieler der Ungleichgewichte zu tun, die als Teil des täglichen Lebens auftreten. Dies wurden in den Kommentaren zu Teil 3 dieser Artikelserie erwähnt und es ist wichtig und es wert, dies in Betracht zu ziehen – man sollte nie vergessen, das die Gesundheit eines der Endziele des gesamten Prozesses ist (oder zumindest sein sollte). Und das moderne Leben neigt aufgrund der weit verbreiteten körperlichen Inaktivität dazu, eine Menge Probleme mit sich zu bringen. Dies kann mit Hilfe eines grundlegenden Trainings mit Gewichten korrigiert werden, welches die Lebensqualität verbessern kann. Hierfür bedarf es keiner massiven Mengen an Zeit oder Energie im Fitnessstudio.
Damals in meinen Zwanzigern konnte ich die Klienten gar nicht mehr zählen, die geringfügige Knieprobleme (insbesondere Frauen) oder Schulterprobleme hatten, unter denen sie seit Jahren litten und die mit einem grundlegenden Training mit Gewichten verschwanden. Ein oder zwei Sätze Beinstrecken und etwas Schultertraining lösten die meisten dieser Probleme, so lange keine wirkliche Verletzung vorlag – meine Klienten dachten immer, dass ich ein Magier sei, wenn ich ihre langjährigen Probleme innerhalb von zwei Wochen mit einfachen Übungen löste. Auch andere Probleme wie Haltungsprobleme und Ähnliches können mit einem einfachen Programm angegangen werden – ein paar grundlegende Dehnübungen und/oder über den vollen Bewegungsspielraum ausgeführte Übungen mit Gewichten (über den vollen Bewegungsspielraum ausgeführte Übungen werden die beteiligten Muskeln dehnen) reichen häufig aus. preview
Darüber hinaus gibt es einen weiteren Vorzug eines Trainings mit Gewichten, der häufig nicht ausreichend gewürdigt wird und mit dem Zeug zusammenhängt, über das ich im vierten Teil dieser Artikelserie gesprochen habe: die positive Bestätigung und die Einhaltung des Gesamtprogramms. Ich habe schnell herausgefunden, dass ein richtig angegangenes Training mit Gewichten Anfängern eine Art von positiver Bestätigung gibt, die bei einem Cardiotraining nicht beobachtet werden kann.
Das Problem besteht darin, dass aerobe Anpassungen nur recht langsam vonstatten zu gehen neigen – man bekommt ganz einfach keine sofortige Belohnung für seine Anstrengungen, die der typische Anfänger meiner Erfahrung nach braucht, um ein gutes Gefühl bezüglich dem zu bekommen, was er tut. Selbst wenn der typische Anfänger nach jeder Trainingseinheit ein gutes Gefühl hatte, musste ich ihm das Gefühl geben, dass er Fortschritte macht und sofort weiterkommt. Es kann 3 bis 4 Wochen dauern, bis man sich bei Cardiotraining wirklich fitter fühlt und die ersten Anpassungen bemerkt. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass eine absurd hohe Anzahl von Anfängern bereits nach 3 Wochen aufgibt, ist das ganz einfach zu langsam.
Doch ich habe genau diesen Effekt mit einem Training mit Gewichten erreicht. Indem ich das ganze auf die Art und Weise angegangen bin, die ich gleich beschreiben werde, gab ich dem Trainierenden das Gefühl, dass er bereits ab der ersten Sekunde im Fitnessstudio Fortschritte machte. Und wie der Leser sehen wird, hatte das Ganze mit ein paar Tricks meinerseits zu tun, doch das war mir egal. Was immer sie dazu brachte wieder zu kommen war wichtiger als die kleine Täuschung meinerseits.
Und indem ich Übungen und Gewichte wählte, bei denen sie sofortige Verbesserungen von der ersten zur zweiten Trainingseinheit beobachten konnten, generierte ich eine enorme positive Bestätigung. Anstatt ihnen das Gefühl zu geben, dass sie die Übungen nicht ausführen konnten oder sich hierbei dumm anstellten, oder welche mentale Voreinstellung sie auch aufwiesen (basierend auf bereits bestehenden Erwartungen oder ganz einfach Erfahrungen aus der Vergangenheit), gab ich ihnen ein sofortiges Gefühl des Erfolges. Mit Cardiotraining war dies nicht so schnell möglich, mit Gewichten schon.
Das waren also mindestens drei solide Gründe dafür, ein Training mit Gewichten bereits ab Tag 1 mit in das Programm für übergewichtige Anfänger aufzunehmen: stoffwechseltechnische, funktionale und psychologische Vorteile. Es gibt wahrscheinlich noch mehr Vorzüge, die ich vergessen habe, doch ich glaube, dass das auch so bereits genug Gründe dafür sind, gleich von Beginn an mit einem Training mit Gewichten anzufangen. Und um es noch einmal zu sagen, bedarf es keiner enormen Mengen an Zeit und Energie, doch ich denke, dass ein Training mit Gewichten ein Teil des Trainings für übergewichtige Anfänger sein sollte.
Ich erwähne dies explizit, da es häufig eine seltsame Vorstellung davon gibt, dass übergewichtige Anfänger sich ausschließlich auf Cardiotraining konzentrieren sollten, um den Fett-/Gewichtsabbau in Gang zu bringen und sich erst später über Gewichte Gedanken machen sollten. Doch aus den Gründen, die ich im Lauf dieser Artikelserie erwähnt habe, denke ich, dass es die Anstrengung wert ist, zumindest etwas Training mit Gewichten von Beginn an mit aufzunehmen.
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Vorzüge des Cardiotrainings
Ich habe in einem vorhergehenden Teil dieser Artikelserie erwähnt, dass übergewichtige Anfänger zumindest zu Beginn eine sehr geringe Toleranz gegenüber allen Arten von Aktivitäten aufweisen und dies neigt dazu, alles bis auf Cardiotraining mit der geringstmöglichen Intensität zu umfassen. Selbst dieses ist häufig problematisch, wenn es länger als ein paar Minuten ausfällt. Wie ich bereits beschrieben habe, macht dies die Erwartungen, eine enorme Menge an Kalorien oder Fett durch Cardiotraining zu verbrennen, zu nicht mehr als einem frommen Wunsch – zumindest am Anfang.Ich möchte am Rande anmerken, dass mehrere Studien herausgefunden haben, dass das Akkumulieren von Aktivitäten im Lauf des Tages zumindest während der initialen Phasen des Trainings dieselben Vorzüge wie längere Aktivitäten am Stück besitzen kann. Dies bedeutet, dass 10 Minuten Aktivität dreimal täglich zumindest eine ähnliche Wirkung wie 30 Minuten Aktivität am Stück besitzen werden. Für Anfänger mit einer sehr geringen Toleranz gegenüber Aktivitäten stellt dies einen Weg dar, eine größer Menge an täglichen Aktivitäten zu absolvieren, ohne dass eine einzelne Trainingseinheit zu anstrengend wird.
Darüber hinaus besteht der einzige Weg etwas zu verbessern darin, dies regelmäßig zu tun. Alleine aus diesem Grund ist zumindest etwas Cardiotraining von Beginn an wichtig. Selbst wenn jemand am Anfang nicht viel tun kann, wird sich dies im Lauf der Zeit verbessern. Zusätzlich zu jeglichen stoffwechseltechnischen Vorzügen in Bezug auf die Insulinsensitivität, den Kalorienverbrauch oder was auch immer, ist es eine einfache Tatsache, dass sich die Fitness im Lauf der Zeit verbessern kann und wird.
Selbst wenn der übergewichtige Anfänger zu Beginn nicht viel Cardiotraining absolvieren kann, ist es doch möglich, dass er seine Fähigkeiten im Lauf der Zeit schrittweise steigert. Wenn er fitter wird, kann er mehr Training absolvieren, welches die Fitness weiter verbessert, was wiederum darin resultiert, dass er mehr trainieren kann. Es ist eine einzige große Rückkopplungsschleife, wenn man es korrekt ausführt.
Doch was ist mit den hierüber hinausgehenden Vorzügen? Einer der vielleicht wichtigsten – und dies wurde bereits in den Kommentaren erwähnt – ist die allgemeine Befolgung des Programms und insbesondere der Diät. Dies ist etwas, das ich in mehreren meiner Bücher erwähnt habe. Zumindest bei einigen Gruppen gibt es eine mentale Assoziation, die zwischen Training und Diät zustande zu kommen neigt. Diese Menschen neigen dazu, an den Tagen, an denen sie trainieren, ihre Diät etwas besser einzuhalten. Dies hat etwas mit der zugrundeliegenden Logik der Art „ich habe trainiert, warum sollte ich also meine Diät versauen?“ zu tun. Im Gegensatz hierzu neigen die Tage ohne Aktivitäten dazu, vorhersagbar schlechter im Bezug auf die Einhaltung der Diät auszufallen.
Ich möchte anmerken – und dies im Detail zu besprechen würde einer weiteren Artikelserie bedürfen – dass dies ein sehr kompliziertes Thema ist und wie Training Dinge die wie Befolgung einer Diät oder den Appetit beeinflusst, hängt stark von der Psychologie des Diätenden und einer ganzen Reihe anderer Faktoren ab. Spezifischer ausgedrückt kennen wir alle diese Menschen, die sagen, dass sie sich einen Cheeseburger und einen Milchshake verdient haben, da sie trainiert haben, was für gewöhnlich auf der fälschlichen Annahme beruht, dass sie weitaus mehr Kalorien verbrannt haben, als dies in der Realität der Fall war.
Doch das ist mit ein Thema der Bildung und Aufklärung (es gibt ein verwandtes Thema, das mit der individuellen Psychologie zu tun hat, auf das ich hier jedoch nicht näher eingehen werde) und es ist wichtig den Leuten klar zu machen, dass sie durch 30 Minuten schnelles Gehen – oder selbst einer Stunde Aerobics oder alles andere, wozu sie in der Lage wären – nicht wirklich 1000 kcal verbrannt haben. Des Weiteren sollte man diesen Menschen klar machen, dass sie jedes durch die Aktivität erzielte Kaloriendefizit zunichte machen können, wenn sie die Ernährung nicht unter Kontrolle halten.
Doch unter der Annahme, dass sie dies verstehen, ist für viele Menschen ein Tag, an dem sie trainieren, auch ein Tag, an dem sie ihre Diät mit größerer Wahrscheinlichkeit einhalten werden. Das ist gut – insbesondere unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ernährungstechnische Modifikationen das wichtigste Ziel darstellen, wenn es darum geht, den Fettabbau in Gang zu bringen.
Zu guter Letzt habe ich, wie der Leser unten und im sechsten Teil dieser Artikelserie sehen wird, Cardiotrainingseinheiten verwendet, um Mini Vorlesungen zu halten. Ich hatte aufmerksame Zuhörer und konnte ihnen Dinge über das Training beibringen (ich werde unten ein Beispiel geben) oder über die Diät oder was auch immer sprechen. Nicht dass ich vorschlagen würde, dass man diesen Teil seiner Trainingsstunde notwendigerweise verwenden sollte, um dies zu tun, doch es ist ein anderer möglicher Weg das Cardiotraining für mehr als den eigentlichen Zweck (verbrennen von Kalorien und Fett) zu verwenden.
Der Leser kennt nun also mehrere Vorzüge, die es mit sich bringt, Cardiotraining bereits von Tag 1 an mit aufzunehmen. Es gibt die offensichtlichen stoffwechseltechnischen Wirkungen, die einfache Tatsache, dass der einzige Weg die Fitness bei einer Aktivität zu verbessern darin besteht, diese Aktivität auszuführen und mögliche mit der Einhaltung der Diät zusammenhängende Themen. Trainer können diese Zeit außerdem dazu verwenden, ihren Klienten etwas beizubringen, während diese nicht flüchten können und sich keine Gedanken über Details des Fitnessstudios machen.
Sprechen wir nun davon, wie man all dies zusammenfügt, womit ich heute beginnen werde und was ich im sechsten Teil dieser Artikelserie abschließen werde.
Zuerst werde ich umreißen, was ich vor Jahren mit meinen Klienten gemacht habe. Ich würde heute wahrscheinlich einige Details im Vergleich zu damals verändern, doch die Unterschiede würden im Großen und Ganzen gering ausfallen. Die Gesamtstruktur von dem, wie ich das Ganze angegangen bin oder wie ich denke, dass man es angehen sollte, würde sich nicht verändern.
Ich sage außerdem nicht, dass das, was ich beschreiben werde, der einzig mögliche Weg ist, diese Sache anzugehen. Mit Sicherheit gibt es unter Berücksichtigung der Themen, die ich im Rahmen dieser Artikelserie angesprochen habe, eine Menge möglicher und praktikabler Ansätze. Das, was ich beschreiben werde, war ganz einfach mein Ansatz (viel hiervon war eine Funktion der Fitnessstudios, in denen ich trainierte, wozu ich Zugang hatte, usw.). Man sollte sich ganz einfach auf die Prinzipien konzentrieren, über die ich spreche und sich nicht an unwichtigen Details festbeißen.
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Die erste Trainingseinheit
Bei den meisten Trainern dauert eine Trainerstunde 50 Minuten oder weniger lange. Und allzu oft machen sie den Fehler, dass sie, wenn sie eine Stunde zur Verfügung haben, diese auch voll ausfüllen, um dem Trainierenden etwas für sein Geld zu bieten. Es liegt etwas Wahrheit hierin (es ist schwer jemanden dazu zu bringen, zurück zu kommen und Geld für Trainerstunden auszugeben, wenn man ihn die Hälfte der Stunde herumsitzen lässt), doch im Anfangsstadium muss man dieses Zeugs vergessen - das Ziel besteht nicht darin, eine Stunde lang das Letzte aus dem Trainierenden herauszuholen. Das Ziel besteht darin, ihn in das Training einzuführen, ohne ihn hierbei zu zerbrechen, wie ich dies detailliert im vierten Teil dieser Artikelserie beschrieben habe. Ganz offensichtlich habe ich dies nicht getan.Wie auch immer, hier ist das, was meine ideale erste Trainingsstunde war:
Ich verbrachte 25 bis 30 Minuten mit dem Papierkram – die unterschiedlichen Informationen inklusive Verletzungen, Gesundheitsrisiken, ein schneller Blick auf die Ernährung und alles andere, was getan werden musste, so dass ich wusste, womit ich es zu tun hatte und um zu sehen, ob es irgendwelche größeren Probleme gab. Für jeden, den es interessiert, habe ich unter folgender URL ein Zipfile abgelegt, das genau diesen Papierkram umfasst. Wenn ich irgendetwas gemessen habe (Hautfaltendicke oder Umfänge), tat ich das als Letztes in Rahmen dieser Vorbesprechung.
Ich möchte anmerken, dass ich, als ich als Trainer erfahrener wurde, häufig auf das Messen als Teil der ersten Trainerstunde verzichtet habe. Für sehr Übergewichtige sind diese Messwerte nicht nur recht nutzlos, sondern können auch beschämend sein, was nicht das ist, was man gleich zu Beginn erreichen möchte. In vielen Fällen bekommt man sowieso keine guten Messwerte. Zu versuchen, die Hautfalte am Oberschenkel einer stark übergewichtigen Frau zu messen, ist sinnlos – man wird keinen guten Messwert ermitteln und es besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass ihr das wirklich peinlich sein wird, weshalb es meiner Meinung nach kein Wert hat, dies zu tun.
Diese Werte werden einem sowieso nicht viel sagen, da bei stark Übergewichtigen – wie ich im Artikel "Initial Body Fat and Body Composition Changes" erwähnt habe – fast der gesamte Gewichtsverlust sowieso aus Körperfett bestehen wird, wenn das Programm nicht gerade vollkommen idiotisch ist. Die Dicke der Hautfalten zu messen sagt einem nichts Brauchbares und kann sich aus psychologischer Sicht negativ auswirken. Wenn das Gewicht des Klienten sinkt, dann wird das meiste hiervon auf einen Fettabbau zurückführbar sein.
Selbst wenn ein Teil dieses Gewichts aus fettfreier Körpermasse besteht, wird es sich hierbei, wenn der Übergewichtige trainiert, mit großer Wahrscheinlichkeit um nichtessentielle fettfreie Körpermasse und Glykogen/Wasser handeln. Im Grunde genommen wird einem der Blick auf die Waage an diesem Punkt das Meiste von dem sagen, was man wissen muss. Ich würde höchstens einige Körperumfänge messen, aber nur, um dem Klienten zu zeigen, wie stark sich diese nach 6 bis 8 Wochen verändert haben. Dies kann nützlich sein, da das Gewicht zu Beginn keine so massiven Veränderungen zeigen wird, auch wenn mehrere Zentimeter an Umfang verloren werden (es kommt z.B. vor, dass Fett abgebaut wird, währende Muskeln aufgebaut werde, wodurch der Gewichtsverlust auf der Waage geringer ausfällt).
Dasselbe gilt für die Bestimmung von Kraftwerten bei den verwendeten Übungen. Das Bestimmen der Maximalkraft beim Bankdrücken, an der Beinpresse oder wobei auch immer an Tag 1, ist bei dieser Population ganz einfach sinnlos. Diese Werte werden einem nichts sagen, da sich die meisten alleine aufgrund der Gewöhnung an die Übung bereits bei der zweiten Trainingseinheit verbessern werden und da das Ziel darin besteht, submaximal zu beginnen, ist es ganz einfach nicht logisch, mit einem Anfänger einen Maximalkrafttest irgend einer Art durchzuführen. Auch die meisten Bewertungen der Flexibilität werden wertlos sein. Man sollte ganz einfach den Papierkrieg erledigen, ein paar Messungen mit dem Maßband vornehmen und dann loslegen. Und das ist genau das, was ich immer getan habe.
Auf den initialen Papierkrieg folgend, ließ ich sie eine 20 bis 30 Minuten lange Trainingseinheit durchführen. Ja, das ist richtig, ich verschwendete die erste Hälfte ihrer ersten Trainingseinheit mit Papierkram und ähnlichem. Doch dies war in meinen Augen keine Verschwendung. Es waren Informationen, die ich vor Beginn des Trainings benötigte und ich habe immer wieder gesehen, dass 20 bis 30 Minuten Aktivität das Meiste sind, was der typische Anfänger (übergewichtig oder nicht) durchstehen kann. Man sollte das ganze folgendermaßen sehen – ein Trainer, der mit einem neuen Läufer beginnt, wird diesen während der ersten Trainingseinheit 20 Minuten lang locker laufen lassen – möglicherweise noch weniger. Was bringt einen, abgesehenen von der Tatsache, dass man auf Stundenbasis abrechnet, dazu zu denken, dass ein übergewichtiger Anfänger mehr Training benötigt?
Und mit nur 25 bis 30 Minuten des tatsächlichen Trainings, konnte ich sie in das Training einführen, ohne sie zu zerbrechen - ich konnte sie gerade genug tun lassen, um sie mit dem Training beginnen zu lassen, so dass sie das Studio mit eine guten Gefühl verließen, ohne dass ich sie so viel tun ließ, dass sie sich hiernach erschöpft und am Ende fühlten. Es gibt natürlich immer auch Ausnahmen. Wenn ich einen Sportler oder jemandem mit sportlicher Erfahrung trainiere, dann gehe ich das Training anders an. Doch bei blutigen Anfängern (übergewichtig oder nicht), waren 20 bis 30 Minuten gerade richtig.
In der Tat führte ich mit vielen Klienten auch langfristig Trainingseinheiten von 30 Minuten Dauer durch. Wie ich im dritten Teil dieser Artikelserie erwähnt habe, ist das genug Zeit, um sie das Training mit Gewichten ausführen zu lassen, das sie benötigen. Unter der Annahme, dass sie das Stoffwechseltraining alleine ausführen konnten, sah ich keinen Sinn darin, ihnen dafür Geld abzunehmen, dass ich ihnen beim Cardiotraining zusehe. Deshalb führte ich häufig 30 Minuten Trainingseinheiten mit ihnen durch.
Was genau habe ich während dieser ersten Trainingseinheit gemacht und wie sah meine Progression im Lauf der Zeit aus? All dies werde ich im letzten Teil dieser Artikelserie beschreiben.