Rückenverletzungen sind vermutlich die Art Verletzungen, bei denen es die unterschiedlichsten Ausprägungen hinsichtlich Schmerzen und Bewegungseinschränkungen gibt. Ich schreibe hier nicht als Arzt oder Experte, aber ich hatte fast 5 Jahre lang Rückenprobleme (seit meinem 15. Lebensjahr bis heute) und kann daher meine persönlichen Erfahrungen schildern.

Zu allererst und am wichtigsten: Niemand mit dem Du Dich im Internet unterhältst und nichts was Du in irgendeinem Buch liest, kann einen Arzt ersetzen. Wenn Du Dich verletzt und einen anhaltenden Scherz spürst, der nichts mit Muskelkater oder Ermüdungserscheinungen zu tun hat, dann gehe zu einem Arzt. Auch wenn Du in der Vergangenheit mit chiropraktischer Behandlung gute Erfahrungen gemacht hast, sollte ein Chriopraktiker nicht Deine erste Anlaufstelle sein. Viele von Euch haben Angst davor, dass der Arzt Euch Medikamente und eine Trainingsauszeit verschreiben wird. Wichtig ist, dass Ihr zu einem Facharzt für Orthopädie geht oder zu einem Sportarzt. Diese sind viel besser auf die Anforderungen von Athleten spezialisiert und wissen wie man die Verletzung nicht einfach nur abheilen lässt, sondern wie man so schnell und so sicher wie möglich wieder gesund wird und seinen Aktivitäten wieder nachgehen kann. Wenn Deine Krankenversicherung Dir vorschreibt zu einem Allgemeinmediziner zu gehen, bitte darum zu einem Spezialisten überwiesen zu werden.

Chiropraktik ist nicht die ideale Lösung, auch wenn viele im Eisensport das so sehen. Es gibt ernsthafte Rückenprobleme, die durch die Manipulation der Wirbelsäule weiter verschlimmert werden. Auch wenn Du in der Vergangenheit Erfolg damit hattest und Dir sicher bist, dass Deine Rückenschmerzen durch die chiropraktische Behandlung verschwinden werden, ist es trotzdem empfehlenswert einen Spezialisten aufzusuchen, um sich noch andere Möglichkeiten aufzeigen zu lassen.

Zum Beispiel hat ein Chiropraktiker keine Möglichkeit festzustellen, ob einer Deiner Wirbel angerissen ist. Die Manipulation der Wirbelsäule könnte den Knochen noch weiter beschädigen. Kleine Risse sind mit Röntgengeräten nicht zu sehen. Man benötigt teurere Geräte wie z.B. CT oder MRT. Bei Anrissen an Sehnen und Bändern ist durch eine Manipulation der Wirbelsäule ebenfalls nicht mit Besserung zu rechnen. Es ist zwingend notwendig bei einer Rückenverletzung einen Spezialisten aufzusuchen und nicht nur den Hausarzt. So können Verletzungen ausgeschlossen werden, die möglicherweise verheerend enden, wenn sie unbehandelt bleiben.

Es gibt viele Behandlungsalternativen, um einen verletzten Rücken zu heilen und Chiropraktik ist nur ein wichtiges Instrument von vielen. Es ist ohne Zweifel für manche Leute extrem hilfreich aber es ist kein Allheilmittel.

Ich habe derartige Erfahrungen schon einmal bei einem Wirbelanriss und bei einem Bänderriss gesammelt. Über die Jahre hinweg habe ich viele verschiedene Therapien gemacht und leider meine letzten 3 High School Sportjahre verpasst, weil die Erstdiagnose, nämlich eine Bindegewebsschwäche, falsch war. Wenn es Deine erste Verletzung ist, dann versuche nicht den harten Mann zu spielen und die Schmerzen zu ignorieren. Wenn es schmerzt, dann sag das Deinem Spezialisten.

Auch wenn Untersuchungen wie mit einem MRT kostspielig sind, ist es trotzdem noch um einiges günstiger als viele Jahre Deines Lebens mit Schmerz und Elend zu verbringen. Für Viele ist es das Schwierigste – das dies nichts ist, wo sie sich ihren Weg hindurch kämpfen können. Ich habe Operationen bisher immer vermeiden können und werde auch in Zukunft versuchen, sie zu umgehen.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass Du, wenn Du Deine erste Rückenverletzung hast, zu einem Spezialisten oder Sportmediziner gehen solltest, um alle ernsthaften Verletzungen auszuschließen, bevor Du irgendwas anderes machst. Chiropraktische Behandlung kann helfen, aber es ist unabdingbar vorher abzuklären, ob keine tiefer liegende Ursachen vorliegen, die durch die Behandlung noch verschlimmer werden.

Chiropraktiker können wunderbare Leistungen bewirken, wenn die Voraussetzungen stimmen. Denke nicht, dass Du nur gute Miene zum bösen Spiel machen musst. Lass Dich untersuchen und finde heraus, ob du etwas hast, das man behandeln kann oder ob du um das Problem herum trainieren musst.

Wie man mit einer Verletzung am unteren Rücken umgeht

In diesem Abschnitt werden wir uns auf neuere Methoden konzentrieren mit denen gesunde, ebenso wie verletzte Personen, in Zukunft Verletzungen vorbeugen können. Zunächst werden wir vorbeugende und regenerationsfördernde Maßnahmen für Dein Training betrachten und anschließend daraus Regeln ableiten, die Du in Deinem täglichen Leben anwenden solltest.

Zu aller erst: Wenn du Angst hast, Dich am Rücken zu verletzen oder bereits verletzt hast, dann verwende KEINEN Gewichthebergürtel, außer es wird Dir von Deinem Arzt oder Physiotherapeuten (die vorzugsweise auch Trainingserfahrung haben), empfohlen. Ich gehe derzeit sogar soweit, dass ich nicht einmal für Maximalversuche einen Gürtel trage.

Wenn Du Dich auf einen Gürtel verlässt, ist das der direkte Weg in die nächste Verletzung und wenn Du ihn nicht sachgemäß verwendest, kannst Du Dich sogar gerade dadurch verletzen. Natürlich ist ein Gürtel notwendig, wenn Du Wettkämpfe bestreitest oder ähnliches, aber Trainierende, die keine Wettkampfambitionen haben, fahren am Besten, wenn sie von dieser Art von Ausrüstung die Finger zu lassen. Vielleicht musst Du in ein paar Übungen das Gewicht reduzieren, aber dafür hast Du kein Ungleichgewicht mehr zwischen Deiner Unter- und Oberkörperkraft. Dein Körper wird zu einer Maschine, die fähig ist, das Gewicht auch ohne die Hilfe von externen Hilfsmitteln zu bewegen.

Das ist auch ganz gut ins richtige Leben übertragbar. – Wie oft hast Du schon Deinen Gewichthebergürtel angelegt, wenn Dein Nachbar Dich gebeten hat, ihm zu helfen, seinen Kühlschrank zu tragen? Keinen Gürtel zu tragen, zwingt Deinen Rücken dazu, sich an die Belastung anzupassen und stärker zu werden. Es wird zwar länger dauern auf diesem Weg stärker zu werden und Du musst Dich vor Übertraining in acht nehmen, aber letztendlich wirst Du so einen Körper bekommen, der viel weniger anfällig für Rückenprobleme ist.

Vor einiger Zeit habe ich ein Buch mit dem Titel How to Get Rid of Back Pain for Good gelesen. Darin war eine Geschichte über Amerikanische Kriegsgefangene, die dazu gezwungen wurden in Japan Zwangsarbeit zu leisten. Obwohl sie unterernährt und überarbeitet waren, klagte keiner von Ihnen über Rückenbeschwerden. Heutzutage sind die meisten von uns eher Stubenhocker und die einzige Zeit, in der wir richtig hart arbeiten müssen, ist, wenn wir Krafttraining machen oder andere sportliche Hobbys betreiben. Unseren Rücken stark zu halten ist der beste Weg, um Rückenprobleme und Verletzungen zu verhindern.

Jedoch bedeutet das nicht mit Rundrücken wild herum zu trainieren und gefährliche Lifts zu machen. Wir müssen innerhalb der Beschränkungen trainieren, die uns unser Körper vorgibt und das machen worin wir stark sind. Grundsätzlich ist ein leichtes Hohlkreuz der Schlüssel dazu eine gute Form in den meisten Übungen zu bewahren. Bei Übungen im Stehen, besonders bei Überkopfdrücken, hilft es außerdem die Bauchmuskeln angespannt zu halten. Dadurch entsteht eine Stabilität im gesamten Torso, was wiederum dafür sorgt, Deine Wirbelsäule am richtigen Platz zu halten.

Desweiteren verhindert es, dass man seinen Bauch rausstreckt und in dieser Form dann auch noch trainiert (Einige von Euch kennen das vom Beugen, besonders dann, wenn Ihr lange Zeit mit Gürtel trainiert und Euren Bauch gegen den Gürtel gedrückt habt. Nach einer Weile gibt das eine unschöne Wölbung – die jeden echten Kraftsportler beunruhigen sollte). Das Ganze ist etwas gewöhnungsbedürftig. Die Ausführung kann am besten erlernt werden, indem man die Übung so ausführt, wie sie in Tony Friese’s ABSolutes Artikel beschrieben ist.

Wenn man dabei ist, sich von einer Verletzung zu erholen, können Übungen für den Rückenstrecker vorteilhaft sein. Aber achte darauf, dass der untere Rücken genug Erholungszeit hat und insbesondere, wenn Du Rückenstrecker mit Kreuzheben und Kniebeugen kombinierst, kann das schnell im Übertraining des Rückens enden. Es gibt wenig passende Lösungen. Ich würde Kreuzheben oder Kniebeugen streichen, bis Du Dir sicher bist, dass Dein Rücken stark genug ist, um sie wieder auszuführen. preview

Immer wenn Du Deine Bauchmuskeln trainierst (muss ich das überhaupt erwähnen? Starke Bauchmuskeln sind ENTSCHEIDEND wenn man einen gesunden Rücken haben möchte!) mach einen Satz Rückenstrecker ohne Gewicht, um Deine Muskeln gut zu durchbluten und die Gegend etwas zu bewegen. Das wird Dir dabei helfen etwas Flexibilität zu erhalten ohne Deinen Rücken stark zu belasten.

Vielleicht ist es Dir auch möglich deine Kraft im unteren Rücken durch schwere Beinübungen zu erhalten. Sobald Du Dich so fühlst, als würde Dein unterer Rücken hinterherhinken, zögere nicht auch spezielle Übungen zu machen. Plane es aber in Deine Regenerationszeiten mit ein.

Als ich mich vor kurzem einer Physiotherapie unterziehen musste, war das aktuelle Modewort: Neutrale Wirbelsäulentherapie. Das beinhaltete das Finden einer neutralen Position der Wirbelsäule (ich empfehle an dieser Stelle nochmal Tony Frieses ABSolutes Artikel) und den Körper so darauf zu trainieren automatisch diese Position einzunehmen, wenn man gegen einen Wiederstand arbeitet (sich nach vorne beugen, etwas aufheben, eigentlich alles was den Rücken belasten könnte).

Manche Trainingsmethoden zielen wie die dead bug exercise darauf ab die Übungen mit wenig Gewicht auszuführen aber die Konzentration auf das Halten dieser Position zu legen. Das ist vielleicht die perfekte Art, um es zu lernen. Meistens wirkt die größte Belastung auf den Rücken während des Trainings selbst.

Zusammen mit der neutralen Wirbelsäulentherapie sollte man auch seinen gesunden Menschenverstand einsetzen. Beuge Dich nicht einfach nur nach vorne, um Dinge aufzuheben, ganz egal wie belanglos die Dinge sind…beuge die Knie und Kreuzhebe die Gegenstände, egal ob es eine Büroklammer oder eine Coach ist. Halte deine Wirbelsäule immer in einer neutralen Position, wenn Du etwas aufhebst.

Wenn Du in einem Stuhl sitzt, mach ein ganz leichtes Hohlkreuz und stell Dich etwa jede halbe Stunde hin, um Dich zu dehnen oder kurz herumzulaufen. Halte Deine Schultern hinten in einer sauberen Position und Deine Mittelpartie leicht angespannt. Dehne Dich immer nach Deinen Trainingseinheiten und sei Dir darüber bewusst, dass viele Rückenbeschwerden daher kommen, dass die Hamstrings und die Gesäßmuskulatur zu kurz ist und nicht die Rückenmuskulatur selbst. Sorge dafür, dass diese Muskulatur dehnbar und locker ist. Eine saubere Übungsausführung muss für Dich das Höchste sein, um Verletzungen zu vermeiden.

Bevor Ihr jetzt alle paranoid werdet, werde ich mich jetzt mal mit einer Anschauung befassen, welche die meisten der konservativen Mediziner ablehnen. Bis heute war das Beste für meinen Rücken, wenn ich schrittweise gesteigertes schweres Trap Bar Kreuzheben gemacht habe. Innerhalb von 6 Monaten hat sich mein Rücken soweit verbessert, dass ich mich nicht erinnern kann, wann ich mich das letzte Mal so gut gefühlt habe. Sobald ich die Möglichkeit habe werde ich awkward object lifting in meinen Trainingsplan einbauen. Ich mache Military Press im stehen und ich trage niemals bei irgendeiner Übung einen Gürtel. Ich habe mein Training rund um die schweren Lifts aufgebaut. Im Wesentlichen sage ich, man sollte sich in diesen Übungen progressiv steigern – fang nicht damit an, bevor Du nicht bereit dazu bist, aber wenn Du bereit bist, dann mach die Übungen.

Es gibt sehr wenig Ausreden, die gelten, wenn es darum geht, warum jemand nicht progressiv die Gewichte steigert im Training, und ebenso wenig Menschen können dies Ausrede berechtigt verwenden. Wenn Du keine 500 Pfund Heben oder Beugen kannst oder keinen 200 Pfund Stein vom Boden aufheben kannst und über Deinen Kopf stemmen, dann solltest Du aufhören zu denken, dass Du einen starken Rücken hast. Ein starker Rücken ist für gewöhnlich ein gesunder Rücken, also geh raus und hebe (auf intelligente Art und Weise) Gewichte.