Ganz egal wie viel Antriebskraft Du hast, wenn Du lange genug in diesem Spiel bleibst, wirst Du Phasen erleben, in denen Deine Motivation für den Kampf mit dem Eisen nicht so gut ist, wie es sonst der Fall war.

Das kann an äußeren Einflüssen liegen. Möglicherweise arbeitest Du eine Menge, lernst viel in der Schule und der Stress zehrt an Dir. Vielleicht bist Du in einer Beziehung, in der Dein Partner den Sport nicht unterstützt, oder Du musstest umziehen und die Trainingspartner in Deine neuem Studio passen einfach nicht zur Dir.

Manchmal liegen die Gründe auch in Dir selbst. Du bist frustriert, da Deine Erfolge ausbleiben und es den Anschein erweckt, als wärst Du durchgängig Verletzt. Oder vielleicht wird das Training mehr zu einer Art Arbeit.

Ich bin mir sicher, als Du damals mit dem Training angefangen hast, war Deine Hingabe und Enthusiasmus riesig. Bei mir war es dasselbe. Solange ich überhaupt zurückdenken kann, wollte ich immer groß und stark sein. Ich erinnere mich noch genau daran, ich sah einen massiven Kerl und dachte mir sofort "so will ich aussehen!"

Mit neun Jahren trainiert ich schon regulär mit notdürftigen Gewichten und tat alles, was ich dachte es würde mir beim Erreichen meiner Ziele helfen. Ich trainierte das ganze Jahr über durch, selbst im Erwachsenenalter und der High School, unabhängig was ich für einen Sport nebenbei machte.

Bei den Marines trainierte ich sogar auf dem Kampffeld mit Klimmzügen an Baumästen, oder Liegestützen mit dem schweren Rucksack auf meinem Rücken und erfand eine Menge andere Wege, wie man sein Training in mehr als schlechten Bedingungen fortsetzen könnte. Als wir in den Unterkünften hausten, brach ich manchmal nachts aus und stieg in das Studio ein und trainierte im Dunkeln.

Selbst als ich zur Pharmazieschule ging und unzählige Stunden arbeitete und eine Familie aufzog, meine Motivation fürs Training und der Drang nach Wettkämpfen ließ nie nach.

Trotz meinem Antrieb erreichte ich irgendwann einen Punkt, an dem mir der Biss auf einmal fehlte. Meine Ziele schienen nicht mehr so frisch wie sie einmal waren. Überraschenderweise passierte dies an dem unlogischsten Zeitpunkt.

Es ist bloß vier Jahre her, als ich meine erste wirkliche Motivationslosigkeit erlitt und, wie ich später erfuhr, psychologisch komplett ausbrannte. Komischerweise hatte ich ein paar klasse Wettkämpfe hier mir und es hätte nicht besser für mich aussehen können. Im Jahre 2006 gewann ich die Arnold Schwarzenegger Classic WPO Powerlifting Championships und darauf folgte im kommenden Jahr ein zweiter Platz bei demselben Event. Ich war mitten im Training für einen prestigeträchtigen Profi-Meet, der mit einer hohen Summe datiert war und hoffte dabei, den All-Time Weltrekord in meiner Gewichtsklasse zu brechen.

All diesen Faktoren zum Trotz, das erste Mal in meinem Leben verlor ich plötzlich meinen tiefverwurzelten Drang in den Krieg mit dem Eisen zu ziehen. Ich konnte meine Leidenschaft allerdings wiedererwecken. Hier sind die Schlüsselstrategien, die ich benutze um das Feuer der Motivation wieder in mir zu entfachen. preview

Konzentriere Dich auf Deine Ziele

Meine Ziele haben mir immer Antrieb gegeben. An Tagen, an denen ich von der Arbeit nach Hause komme, mich ausgelaugt und gestresst fühle, krabble ich nicht einfach in meinen Bett – ich denke über meine Ziele nach und denke daran, was sie alles von mir fordern werden. Ich weiß, dass wenn ich weiter hart arbeite, es bloß eine Sache der Zeit ist, bis sie erreicht werden.

Ich strebe nach dem Gewinn und es gibt keinen schöneren Moment für mich, als einen Sieg auf einem großen Wettkampf zu feiern, oder ein Ziel zu verwirklichen, das ich schon lange jage. Ich lebe für solche Momente und ich weiß, dass sie sich nur ereignen werden, wenn ich härter als jeder andere arbeite, der versucht mich zu besiegen.

Behalte Deine Kritiker im Hinterkopf

Neben meinen Zielen motivieren mich außerdem meine Kritiker am allermeisten. Nur ein paar Dinge im Leben sind so schön, wie einen Neinsager Lügen zu strafen. Mein ganzes Leben wurde mir gesagt, dass ich scheitern werde. Schon früh versuchten mir viele wichtige Leute in meinem Leben meine Ziele auszureden, Coaches, Lehrer und mein Umfeld; selbst meine Freunde und Familienmitglieder versuchten mich manchmal runterzuziehen.

Zum Teil hörte ich das über andere und bekam Unterhaltungen von anderen mit, doch am meisten wurde es mir ins Gesicht gesagt, als wenn meine Träume lächerlich und komplett unmöglich wären. So schmerzhaft wie es auch war, das spannte den Bogen tief in mir.

Ich entwickelte die Mentalität, dass wenn jemand mir sagte, ich könne etwas nicht tun, ich mich sofort aufmachte und versuchte ihn zu wiederlegen. Selbst jetzt in meinem Training denke ich zwischen den Sätzen an die, die mir eben jenes sagten und visualisiere dann genau das, was ich laut ihnen nicht tun könnte.

Umgebe Dich mit Gleichgesinnten

Gute Trainingspartner sind unbezahlbar. Ich kann mich echt glücklich schätzen, mit ein paar der stärksten Kerle zu trainieren und anzutreten und viele von diesen Leuten wurden zu meinen engsten Freund. Wir peitschten uns gegenseitig so weit, wie wir es nicht für möglich gehalten haben – manchmal auch ein Stück zu weit – aber ohne Zweifel wird ein Training mit einer Gruppe solcher Leute Deinen Erfolg um ein Vielfaches potenzieren.

Ganz egal wie schlecht Dein Tag sein kann, mit der richtigen Gruppe an Leuten ist es nahezu unmöglich KEINE 100% zu geben, jedes Mal wenn Du einen Fuß ins Studio setzt.

Wir treiben uns gegenseitig mit der Energie und dem Wettkampfgedanken an, was oft zu Herausforderungen innerhalb der Gruppe führt. Für gewöhnlich ging es nur um die Ehre und um angeben zu können, aber manchmal wurde Geld auf den Studioboden geworfen, um zu versuchen sich gegenseitig noch mehr anzupeitschen, besonders wenn einer von eins nicht gerade einen guten Tag hat.

Es funktionierte so gut, weil wir Kerle innerhalb einer Gruppe hatten, die nicht nur ihren eigenen Erfolg wollten, sondern auch den Erfolg der anderen mindestens genauso sehr, wenn nicht sogar mehr erhofften. Obwohl nie einer von uns eine Herausforderung verlieren wollte, gab es nie Neid oder Hinterhältigkeit. Wir unterstützten uns gegenseitig zu 100% und waren durch den Erfolg der anderen miteinander verbunden.

Sollte ein neuer Kerl in die Gruppe kommen und selbstsüchtig handeln oder nur auf seinen eigenen Erfolg aus sein, vor allem auf Kosten anderer, dann wurde er schnell rausgeschmissen; über die Jahre passierte das weitaus mehr als einmal.

Leider hat das Leben uns an verschiedene Orte verstreut und wird sind über das gesamte Land verteilt, doch wir bleiben alle in Kontakt und unterstützen und motivieren uns immer noch gegenseitig.

Wenn alles schiefgeht – mach eine Pause

Ganz egal für wie hardcore oder bad-ass Du Dich vielleicht hältst, die Möglichkeit eines Burnouts ist trotzdem reell. Ich habe es auf die harte Weise erfahren. Während andere Athleten immer Pausen nach großen Meets planen, war ich immer der Kerl, der ein oder zwei Tage nach dem Wettkampf im Studio war, ganz egal wie zerschlagen ich mich fühlte. Jede verstrichene Zeit sah ich als verschwendete Möglichkeit für Fortschritt an.

Trotz meines nicht zu bändigenden Antriebs erreichte ich einen Punkt nach mehr als zweieinhalb Jahrzehnten Training und über zehn Jahren regelmäßigen Wettkämpfen, an dem meine Motivation plötzlich verschwand. Obwohl es noch andere Faktoren gab, die dazu beitrugen, habe ich begriffen, dass mein Hang mich selbst in einem unaufhaltbaren Drang immer weiter anzutreiben zu einem schlimmen psychologischen Burnout führte.

Ich war inmitten meiner Vorbereitung für ein wichtiges Meeting, als das Gefühl von Apathie mich auf einmal heimsuchte. Es begann langsam doch wuchs stätig und bald war mein Training ohne Inspiration und die gewöhnliche Intensität konnte nicht mehr aufgebracht werden.

Schockierender Weise lief mein Trainings-Cycle gut, also entschloss ich mich wie geplant anzutreten, doch ohne Antrieb und Fokus wurden all meine drei Kniebeuge-Versuche für ungültig erklärt und ich versaute das Meeting.

Das schlimmste daran zu scheitern, auch nur einen einzigen Versuch gültig zu bekommen, ist dass es mich nicht einmal kümmerte. Statt großer Enttäuschung und dem sofortigen Drang es besser zu machen, fühlte ich es als eine Art von mir abfallende Last.

Da ich so etwas noch nie zuvor erlebt hatte, sah ich es als klares Anzeichen dafür, dass es Zeit war mich von dem Sport abzuwenden, von dem ich so lange besessen war. Obwohl meine Entscheidung rasch und wahrscheinlich sehr durch den Moment geprägt war, schien es für mich total logisch zu sein.

Früh bemerkte ich, dass ich wohl am allermeisten eine einfache Pause brauchte. Mit meinem neuen Erfolg wuchsen meine Erwartungen und damit auch der Druck. Ohne mir selbst überhaupt eine Art Pause zu gönnen, war es bloß eine Sache der Zeit, wann ich mich überwältigt fühlte und meine Hingabe schwand. So einfach es auch klingt, es war eine große Enthüllung für mich.

Egal, es dauerte bloß drei Wochen, in denen ich keinen Fuß ins Studio setzte oder ein Gewicht bewegte. Ich wachte eines Morgens auf und meine Leidenschaft fürs Training kehrte in vollem Umfang zurück. Ich konnte es gar nicht mehr erwarten meine Hände mit Kreide einzureiben und wieder unter eine schwere Stange zu treten. Im selben Moment schmiss ich mich in meine Trainingsklamotten, suchte mein Garagenstudio auf, belud die Hantel mit Gewicht und hob sie an genau dem Punkt auf, wo ich sie vor weniger als einem Monat liegengelassen hatte.

Wieder am rechten Platz

Im April 2009 brach ich endlich bei den UPA Nationals den All-Time Rekord in der 220-Pfund Klasse. Ich eröffnete meine Versuche mit einer 1003 Pfund Kniebeuge, schloss daraufhin mit einem persönlichen Rekord von 738 Pfund im Bankdrücken an und sicherte meinen Rekord mit einem stark umkämpften 810 Pfund Kreuzhebe-Versuch – für ein Total von 2551 Pfund.

Obwohl sich meine aktuellen Ziele zum Bodybuilding hin veränderten, bleibt meine Leidenschaft für das Erreichen meiner Ziele so stark wie zuvor. Hoffentlich können meine Motivationstechniken Dir helfen Deine Ziele zu erreichen, genauso wie sie mir halfen, meine zu erreichen.

Hast Du ganz eigene Motivationstipps? Poste sie im Diskussionsthread. Ich freue mich darauf, sie zu lesen.