Wenn der durchschnittliche Taiwanese eine Wunderlampe mit Genie darin finden würde – ohne Zweifel ein Helfer Buddhas, Konfuzius oder vielleicht Yao Ming – welcher dem Finder die Wahl zwischen 10 Pfund Muskelmasse und einem paar gebrauchter, mit Fischsoße versiffter Essstäbchen geben würde, dann würde er wahrscheinlich die Essstäbchen nehmen.

Muskeln haben, es scheint so, in Taiwan oder, wenn man es so sagen will, der Hauptfläche Chinas, nur wenig Reiz. Sie haben Zugang zu unter-der-Ladentheke gehandelten Steroiden in ihren Drogerien und Apotheken, aber sie sind nur so verbreitet wie Clairol Summers Aufheller für blonde Haare.

Für Chinesen ist Männlichkeit die Mischung aus wen – Belesenheit und kulturellem Wissen – und wu – was Kampfkunst oder militärische Macht beinhaltet. Muskeln an sich sind nur kleine Stückchen in ihrer Dim Sum an maskulinen Idealen.

Das ist zumindest das, was der Professor der Psychiatrie in Harvard, Harrison Pope Jr., entdeckte, als er dort war und Nachforschungen anstellte. Natürlich hört sich das chinesische Wort für Muskeln so schrecklich an, wie das chinesische Wort für Hähnchen, also dachten sich die interviewten Leute im Studio, dass er sie vielleicht nach etwas ganz anderem fragte.

Selbstverständlich könnte Pope, wenn er zusätzliche Beweise bräuchte, einfach die Nummer an Asiaten im professionellen Bodybuilding, Wrestling, der NFL oder Strongman Wettbewerben zählen.

Hinweis: Um diese Zahlen zusammenzuzählen brauchst Du keinen Abacus.

Dieses Desinteresse an Muskeln ist selbstverständlich nicht der Fall in Nordamerika, wo es eine Menge Kaukasische Männer gibt, und würde man ihnen dieselbe Wahl eines magischen Genies geben – ohne Zweifel ein Gehilfe von Oprah Winfrey oder vielleicht Elvis – er ohne Zweifel statt der 10 Pfund auf 20 bestehen und dem Genie ein Messer an die Kehle halten, für den Fall dass er nicht auf den Deal eingeht.

Ich werde Dich aufschneiden, zurück in die Lampe stecken, reinscheißen, den Korken mit Superkleber befestigen und an die Marianas Trench heften, magischer Motherfucker, bis Du mir so schnell das Fleisch draufpackst, wie ich Zeit brauche, um den Jeopardy Song zu summen!

Doo-doo-doo-doo, doo-doo-doo… preview

Deswegen wird Tobey McGuire Captain America spielen

Es scheint, als wäre der Hunger nach Muskeln immer ein Subjekt tiefen Interesses für die meisten weiblichen Journalisten oder Soziologen. Sie können nicht herausfinden, warum genau Du Muskeln willst, aber das hält sie nicht davon ab darüber zu schreiben und zu predigen.

Diese Frauen sind wie urbane Dian Fosses, die anstatt hinter einem Busch im afrikanischen Hochland zu spionieren und ständig Notizen über ihre haarigen, monströsen Gorilla-Subjekte machen, sich während sie sich hinter einem Wasserspender im Studio verstecken, Notizen über die nur etwas weniger behaarten, monströsen menschlichen-Subjekten machen.

Im Jahre 2008 hat die Autorin Amy Fine Collins in einem Artikel der Vanity Fair geschrieben, dass Muskeln eine große Modeerscheinung währen. Sie glaubte, dass "die androide Ästhetik des aufgepumpten He-Mans mit Waschbrettbauch in den Mainstream gebracht wurde, durch die schwulen und schwarzen Subkulturen."

Ich bin mir nicht einmal sicher, was das zu Hölle heißt. Klar, Schwule scheinen oft angezogen von Muskeln und verbringen eine Menge Zeit im Studio und viele muskulöse schwarze Kerle treten in Rap-Videos mit Unterhemden auf, aber zu sagen, dass dies der Grund für unser Verlangen ist, scheint etwas weit gegriffen und beleidigend.

Ach, wen veralbere ich? Es ist nicht so beleidigend. Es ist nicht beleidigend, weil ich keinen Steroid-geschwängerten Sprague Dawley Furz darauf gebe, dass Amy denkt dass die Wahl unserer Physiotypen kommt und geht wie die Kragenweite unserer Hemden oder unsere Krawattengröße.

Da ich allerdings immer versuche, einen Funken Wahrheit in jeder Beobachtung zu finden, akzeptiere ich die Bemerkung, dass es wahrscheinlich ein paar Loser ohne Selbstvertrauen gibt, die mit Crunches jeden Morgen angefangen haben, da sie ein LL Cool J Video gesehen haben und zu Bett gehen mit Träumen von definierten zuckergetränkten Feen in ihrem Kopf; welche anfingen ihren Core zu bearbeiten, der so aussehen soll wie der eines bezaubernden Backgroundtänzers von Lady Gaga.

Aber das würde nicht passieren, wenn Amy Fines Gedanken richtig wären. Denn wenn sie glaubte, dass Mode uns beeinflusse, wir alle die Größe Null tragen würden und das in der gesamten Gesellschaft verbreitet wäre.

Genau deswegen sind zwar die geilen Jungenhosen "Skinny Jeans" so populär; aber deswegen spielt Tobey McGuire wohl auch Thor und Captain America. Deswegen spielte Russel Brand den 7-Fuß großen Khal Drogo in HBO´s Game of Thrones.

Okay, Hollywood hatte nicht die Verwegenheit oder Wahnsinn, die muskulösen Rollen von einem ektomorphen Tobey oder Russel spielen zu lassen, aber Tobey spielte Spiderman. Unabhängig davon würde diese Rolle nicht gut mit den von uns gewünschten Muskeln passen (oder der Heiligkeit von Comicbuch-Ästhetik), aber wir haben ihnen vergeben, weil Peter Parker als schüchterner Teenager dargestellt wurde, grade im Wachstum, den Du wahrscheinlich verdauen könntest, wenn Du die Augen schließen und Literweise Mylanta saufen würdest.

Etwas aktueller hat die Reporterin der LA Times angemerkte, dass die Schauspieler des gerade benannten Thor, Captain America und Khal Drogo (welcher außerdem Conan diesen Sommer in einem Remake spielt), zusammen mit Dwayne "The Rock" Johnson, welcher eine Hauptrolle in Fast Five hatte, "ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten" (wohl da sie nicht von Tobey McGuire-Typen gespielt werden) seien.

Sie bestaunte Jason Momoa (Khal Drogo und Conan), der 56 Hühnerbrüste die Woche essen und "Klimmzüge, Kniebeugen und Burpees" machen musste, um 30 Pfund Muskeln auf seinen 6´4´´ großen und 205 Pfund schweren Rahmen zu packen. Sie schien so verwundert darüber, dass Chris Hemsworth so viele Muskeln aufbaute, dass sein Thor-Kostüm nicht mehr passte. Sie war beeindruckt davon, dass Dwayne Johnson Multivitamine und Glutamin nahm – "ein Supplement, dass Muskeln bei der Erholung nach dem Workout unterstützt" – um seinen "23-inch" großen Bizeps aufzubauen.

Dann ist da noch Chris Evan, der Star des kommenden Captain America Films, welcher "Liegestützen zwischen den Aufnahmen machte, um seine breite neue Brust aufzupumpen, die er für die Rolle zugelegt hatte."

Ich weiß nicht, ob alle dieser Schauspieler mit dem Bullshit über ihre Vorbereitung übereinstimmen würden, welche uns dann vehement versichern, dass sie keine "illegalen" Produkte genommen haben. (Mal am Rande, Dwayne, halte den Ball lieber etwas flacher. Die Reporter kaufen es Dir vielleicht ab, wir aber nicht – Glutamin und 23-Inch Bizeps. Geeenau.)

Logan Hood, einer der scheinbar Dutzend Leute, die dafür verantwortlich waren, die Sparta-Armee im Film 300 in Form zu bringe, sagte dass Steroidgebrauch in Hollywood vorkommt.

"Ich habe davon gehört", sagte er. "Es ist Wahnsinn, diese Form von Gebrauch als Option zu sehen."

Klar, Wahnsinn. Christian Bale wurde der Academy Award für seine atemberaubende, diätbewegte Körpertransformation verliehen, er pendelte nach vorne und hinten zwischen dem abgemagerten Trevor Reznik in "The Machinist" und Batman, zurück zu Dicky Eklung in "The Fighter" zurück zu Batman, was, wenn Du mich fragst, viel drastischer und potenziell schädigender für seine Gesundheit ist, als kleine Steroidkuren für ein paar mehr Pfund Muskeln.

Wir wollen unsere Helden so, dass sie auch danach aussehen

Doch die Reporterin Keegan, zusammen mit Emily Fox-Kales, einem klinisches Aufsichtsrat in der Psychiatrie in Harvard und Autor des Buches "Body Shots: Hollywood und die Kultur der Essstörungen", glauben nicht, dass die muskulösen Körper eine "Modeerscheinung" sind. Nein, sie denken, dass die Autoren der Drehbücher Muskeln wollen, weil sie Deine Stunden im Piggly Wiggly Supermarkt gestrichen haben.

Richtig, Biff, deine Psyche ist gestört wegen der Rezension. All Dein Selbstvertrauen und frauenanziehende Kraft wurde eingepackt in der Tüte des Supermarkts und da Du sie nie wieder sehen wirst, musst Du Deine Männlichkeit anders beweisen. Durch das Bewegen von Gewichten vielleicht?

"Als die Männer wirtschaftliche Macht, oder eher soziale Macht, verloren, begannen sie, aufgepumpter aussehen zu wollen", erklärte Fox-Kales. "Muskeln wurden zu einem Accessoire, wie Pickup Trucks."

Diese urbanen Anthropologen-Möchtegerne Denken, dass Hollywood Deinen Schmerz erkennt, Deinen Verlust an Selbstvertrauen bemerkt, Deinen Schwanz schrumpfen sieht. Also anstatt die vier Hauptcharaktere aus The Big Bang theory als Conan, Thor, Captain America oder den Staatsbediensteten Hulk aus Fast Five zu besetzen, benutzten sie muskulöse Typen, damit sie mit Deiner von der schlechten Wirtschaft angetriebenen Unsicherheit spielen können.

Es ist einfach! Authentizität und Glaubhaftigkeit der Rollen haben nichts mit dem Machen der Filme zu tun!

Genau deswegen würde Hollywood nie darüber nachdenken, Steve Buscemi als Helena in Troja zu casten, "das Gesicht, welches tausend Schiffe versenkte." Also, was wäre, wenn er ein Mann wäre und ein Gesicht hätte, welches aus gleichen Teil aus einer Seeflunder und Mr. Kartoffelkopf bestehen würde?

Deswegen casten sie Gabourey Sidibe aus "Precious" als Hauptrolle in Black Swan, bevor die kleine hinterhältige Nathalie Portman sie mit ihren Muskeln ausstach.

Scheeeei…

Im Ende ihres Artikels fasst Keegan zusammen, dass während "die meisten amerikanischen Männer mehr Training und bessere Ernährung vertragen könnten", es Momoa (Drogo/Conan) nicht helfen würde, männlicher zu werden. Seine Frau, Schauspielerin Lisa Bonet, sagt ihm trotzdem noch, dass er den Abwasch machen und den Müll rausbringen solle und er macht es auch.

Sie sagt uns, dass trotz der Muskulösität dieser Männer auf dem Bildschirm, trotz ihrer Dominanz, ihrem Selbstvertrauen und Unabhängigkeit, sie sich durch Muskeln nicht wohler in ihrer Haut, sie sich nicht männlicher fühlen würden und keine soziale oder wirtschaftliche Macht zurückgewinnen lasse.

Ich weiß, dass dies kein sehr sensibles Gefühl ist, aber Ladies, ich würde gerne den Anthony Wiener spielen und meine Schubladen rausreißen und meinen schweren Schwanz auf euch klatschen; sehr primitiv, eher bodenständig. PAM PAM.

Hör mir zu, ich habe in guten und in schlechten Zeiten trainiert. Ich habe trainiert, als Muskeln in Mode waren und als sie es nicht waren. Ich habe trainiert, wo dünne Kerle Actionhelden gespielt haben und ich trainiere nun, wo muskulöse Kerle sie spielen.

Wenn Du Leute wie uns studieren willst, rede mit uns. Stelle uns ein paar Fragen. Anders als Dian Fosses Gorillas können wir antworten.

Wir werden Dir wohl meistens sagen, dass unser Bestreben nach Muskeln felsenfest ist. Wir werden Dir sagen, dass die meisten Studien zeigen, dass Muskeln ein kulturelles Ideal sind, ausgenommen in China. Wir werden Dir sagen, dass Männer eine Liebe fürs Heroische haben und Muskeln stehen immer in enger Verbindung zum Heroischen.

Und dieses Heroische hält ewig. Es ist kein Ding der Modeerscheinung oder Produkt der Wirtschaft, wie viele Frauen irrtümlich glauben, Frauen können nicht eher unser Verlangen nach Verteidigung und Stärke verstehen, bis wir das Verlangen von Frauen nach Förderung gewisser Dinge verstehen.

Wenn nun populäre Kulturen muskulöse Kerle als Superhelden casten, Ladies, dann ist es nicht schwer zu durchschauen. Es ist nicht lebenswichtig, aber wir wollen von unseren Superhelden, dass sie genau das repräsentieren. Und vor allem, Verteidigen und Stärke sind viel schwerer zu erreichen, wenn Du nicht die Muskeln hast, um ein Gurkenglas aufzukriegen, oder wenn man von einem bösen Kerl verprügelt wird.